Ferkelpreis kann sein Niveau halten

Bei uns in Österreich steht einem nicht drückenden Angebot eine gute Nachfrage gegenüber. In den Bundesländern ist der Ferkelmarkt damit überall vollständig geräumt.

Auf den Ferkelmärkten in der EU finden die aktuellen Angebotsmengen vollständig ihre Käufer. Damit setzt sich die zufriedenstellende Absatzstabilität der letzten Wochen weiter fort. Selbst in Deutschland, wo es durch die Schlachthofsperre von Tönnies immer herausfordernder wird, die Umlenkung fertiger Schlachtschweine gewährleisten zu können, ist der Ferkelmarkt geräumt. Die Auswirkungen dieser Marktverwerfungen in den nächsten Tagen und Wochen auf den Schweine- und folgend auf den Ferkelmarkt und somit auf den jeweiligen Preis, bleiben abzuwarten. 

Corona: Infizierte Mitarbeiter auch bei Danish Crown

Westfleisch, Tönnies, Wiesenhof, Danish Crown: Die Kette der Schlachthöfe, die Fälle von Corona melden, reißt nicht ab.

Beim Schlachtunternehmen Danish Crown in Essen (Landkreis Cloppenburg) sind drei Mitarbeiter postiv auf das Coronavirus getestet worden. Nachdem gestern Fälle bei Wiesenhof bekannt wurden, ist erneut der Schlachthof im Nordwesten Niedersachsens betroffen.

Nach Angaben von Danish Crown fiel der Test der drei Mitarbeiter in der Vorwoche noch negativ aus. Das Unternehmen habe bereits 350 Mitarbeiter erneut getestet, die mit den infizierten zusammen gearbeitet haben. Insgesamt arbeiten in dem Schlachthof 1.500 Mitarbeiter. 

Tönnies: Mache mich nicht aus dem Staub, werde die Branche verändern!

Clemens Tönnies stellt klar: Ich werde dieses Unternehmen aus der Krise führen. So werden wir nicht weitermachen. Der Kreis Göterloh hat unterdessen jegliches Vertrauen in dem Unternehmen verloren.

Hier geht es nicht mehr um Tönnies, hier geht es um die Menschen, und den Kreis. Wir stellen alles hinten an. Es geht jetzt darum, den Virus aus dem Betrieb zu bekommen. Und es geht darum, dass wir den Betrieb geordnet, ganz langsam wieder hochfahren müssen, sagte Tönnies. Das Rote Kreuz, die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk und Wissenschaftler seien im Betrieb, um die Abläufe zu regeln und die Situation in den Griff zu bekommen. Man arbeite auch intensiv mit dem Krisenstab zusammen.

Und weiter sagte Tönnies. Ich. die Familie stehen in Verantwortung und dafür stehe ich in erster Front, das ist zugesagt und versprochen. Auf die Frage, ob er zurücktreten werde, sagte er wörtlich: Ich werde dieses Unternehmen aus der Krise führen, und dann sehen wir weiter. Ich mach mich nicht aus dem Staub und lasse das Unternehmen und die Mitarbeiter nicht im Stich. Ich werde alles dafür tun, und bisher, seit Mittwoch ist nichts mehr so, wie es war. Ganz klar, und ich kann auch eins sagen: So werden wir nicht mehr weitermachen, und das sage ich auch nicht nur als Tönnies, sondern als Unternehmer. Wir werden die Branche verändern, das steht fest. Das ist eine Erkenntnis, die ich schon länger habe. Ich möchte mit den Ministern ins Gespräch kommen, das Lebensmittel Fleisch ordentlich und sicher zu gewinnen und dem Verbraucher sicher zu liefern. Und auf der anderen Seite das Image der Branche zu heben.

Durch den Shutdown ist kein großer Rückstau zu erwarten. Hubertus Beringmeier appellierte an seine Berufskollegen, keine Panikverkäufe zu tätigen, damit die Schlachtpreise möglichst stabil bleiben. Die WLV werde alles tun, was möglich ist, um Tönnies zu unterstützen. Ein wünschenswertes Signal in diese Richtung könnte sein, dass die Maskengrenzen nach oben geöffnet würden und Mäster auch schwere Schweine ohne Einbußen abliefern können. Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) warnt, den Corona-bedingten Anlieferungsstopp bei Tönnies nicht für eine Senkung der Schlachtschweinepreise zu missbrauchen.

Corona- Schock: 400 Neuinfizierte bei Tönnies

Dramatische Entwicklung im Kreis Gütersloh: Nach Meldungen über leichte  Zunahmen bei den Neuinfektionen mit Corona im Schlachthof Tönnies in Rheda- Wiedembrück in den vergangenen Tagen stehen nun erste Ergebnisse des neuen Massentest fest.

Demnach sind jetzt schon 400 von 500 Tests positiv, und weitere 500 Tests stehen noch aus, meldete Radio Gütersloh am späten Mittwochvormittag. Seit 10 Uhr tage der Krisenstab des Kreises Gütersloh. Für den Kreis sei die neue Entwicklung verheerend, heißt es, da nun ein neuer Shutdown für das öffentliche Leben im gesamten Kreis droht. Landrat Sven-Georg Adenauer versuche, dies zu verhindern.

Der Betrieb bei Tönnies müsse jetzt soweit wie möglich heruntergefahren werden, sagte  Adenauer. Am späten Nachmittag will Tönnies eine Pressekonferenz geben.  

Milliardendeal: Biomin und Romer Labs werden holländisch

Seit Herbst 2019 ist die niederösterreichische Erber Group auf Brautschau. Nun übernimmt der niederländische Chemiekonzern Royal DSM rund 93 % der Gruppe um 980 Mio.€.

Die Erber Group ist weltweiter Spezialist für natürliche Futtermittelzusätze, Futter- und Lebensmittelanalyse sowie biotechnologischen Pflanzenschutz. Das Unternehmen wurde 1983 als Erber KG in Pottenbrunn gegründet, wurde später in Biomin GmbH unbenannt und stand bis heute in Familienbesitz. 2019 erwirtschaftete die Gruppe mit rund 1200 Mitarbeitern und eigenen Vertriebsniederlassungen sowie Vertriebspartnern in mehr als 130 Ländern einen Umsatz von über 340 Mio. €.

Firmengründer Erich Erber hatte sich schon länger aus dem operativen Bereich zurückgezogen und seinen privaten wie beruflichen Schwerpunkt nach Singapur verlegt.

Konkret übernimmt DSM nun zwei Unternehmen der Erber Gruppe- Biomin und Romer Labs. Die Firmen Sanphar und EFB, die zusammen 7 % des Umsatzes der Erber Gruppe ausmachen, sind vom Deal ausgenommen und verbleiben weiter im Besitz der Familie Erber.

Royal DSM ist ein weltweit tätiges, forschungsorientiertes Unternehmen. tätig in den Bereichen Ernährung und Gesundheit von Mensch und Tier, Körperpflege und Aroma, medizinische Geräte über umweltfreundliche Produkte und nachhaltige Anwendung sowie neue Mobilität und Konnektivität.

Der DSM-Konzern erzielte zuletzt mit rund 23.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 10 Mrd. €. Das Unternehmen wurde 1902 gegründet und ist an der Euronext Amsterdam notiert.

Tödliche Clostridien- Infektion bei Schweinen entschlüsselt

An einer durch Clostridien ausgelösten Darmblutung können neugeborene Ferkel qualvoll verenden. Wissenschaftler der Uni-Bern haben jetzt herausgefunden, was genau vor sich geht.

Ferkelerzeuger können hohe Bestandsverluste erleiden, wenn sich ihre neugeborenen Ferkel mit dem Bakterium Clostridium perfringens infizieren. Ein Team von Forschern aus drei Fakultäten der Universität Bern hat nun herausgefunden, wie  das Bakterium tödliche Darmblutungen mit Durchfall auslöst. Bereits bekannt ist, dass das von den Clostridien gebildete Gift ,, Beta-Toxin“ Blutgefäßzellen zerstört und so zu Blutungen im Darm der Ferkel führt. Ungeklärt war jedoch bislang, warum genau diese Zellen und nicht andere angegriffen werden. Verantwortlich dafür ist den Berner Wissenschaftlern zufolge das Molekül CD31. Dieses regele das Zusammenspiel zwischen Entzündungszellen und den Blutgefäßen und befinde sich deshalb häufig auf Endothelzellen innerhalb von Blutgefäßen.

Die Biochemikerin am Berner Institut für Tierpathologie, Julia Bruggisser, fand heraus, dass das von den Bakterien im Darm freigesetzte Gift an das CD31 andockt, in der Folge die Zellmembran durchlöchert und die Endothelzellen tötet. Dies führt zur Schädigung der Gefäße und zu den Darmblutungen. Die Entdeckung erlaubt es den Forschern zufolge, bessere Impfstoffe zu entwickeln, um die tödliche Erkrankung beim Schwein zu verhindern. Wir wollen aber auch untersuchen, ob sich aus der Bindung des Berta-Toxins an das CD31 auf den Endothelzellen neue Therapieformen, zum Beispiel für Gefäßerkrankungen bei Menschen, entwickeln lassen, erklärte der Leiter des Instituts für Tierpathologie, Prof. Horst Posthaus. Hierfür sei bereits eine weitere Zusammenarbeit innerhalb der Universität Bern gestartet worden

ASP-Neuinfektionen in Polen nicht abgeflaut

In Polen kommt das ASP-Seuchengeschehen vor dem deutschen Staatsgebiet nicht zur Ruhe. Allein in der vorletzten Woche wurden 50 neue Funde von verendeten Wildschweinen registriert.

Entgegen anderslautenden Erwartungen ist die Kurve bei den Neuinfektionen mit Afrikanischer Schweinepest in Polen bislang nicht abgeflaut. Die Oberste Veterinärbehörde des Landes bestätigte allein in der vorletzten Woche 50 neue Funde von Wildschweinen, die an der Seuche verendet sind. Seit Jahresbeginn bis Mitte Mai wurden insgesamt 2.537 neue Fälle registriert, was deutlich über der betreffenden Zahl im Vorjahreszeitraum liegt. Die ASP trat vergangene Woche in sechs  Wojewodschaften auf, die sich über das ganze Land verteilen.

Aus deutscher Sicht besonders bedenklich waren erneute Funde toter Wildschweine in der Wojewodschaft Lebus. Ein bestätigter Fall in der Gemeinde Zary befand sich rund 25 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Auch die erneuten Funde in den nur wenig weiter entfernten Kreisen Nowosolski, Wschowski und Zielona Gora zeigen, dass sich das Seuchengeschehen kurz vor dem deutschen Staatsgebiet keinesfalls beruhigt.

34 XXL- Farmen mit 11,5 Millionen Sauen

Das Magazin National Hog Farmer Veröffentlicht nun die Liste der globalen Mega- Schweine- Produzenten 2020. Inzwischen gibt es 34 dieser XXL Farmen. die zusammen mehr als 11,5 Millionen Sauen besitzen.

Zölle, Handel afrikanische Schweinepest und Covid-19 . Die globale Schweinefleischindustrie wird sich höchstwahrscheinlich im Laufe des nächsten Jahres erheblich verändern. Alle Augen werden auf diese  führenden Schweinefleisch-Produzenten gerichtet sein , um zu sehen, wie sie den Sturm überstehen.

Für uns in Österreich kann man nur sagen, hoffentlich überstehen sie den Sturm nicht.

Zahlen und Fakten zu den globalen XXL- Schweineproduzenten

Inzwischen gibt es 34 Megaproduzenten, die zusammen mehr als 11,3 Millionen Sauen besitzen.

Wens und Muyuan stehen nun an der Spitze der Liste, noch vor Smithfield Foods. Allerdings gibt Smithfiedls seine Produktionszahlen nicht mehr öffentlich bekannt und es wurden die Zahlen des Berichtes 2019 verwendet. Muyuan verdoppelte seine Produktion und rückte auf den zweiten Platz 2020 vor.

Die Megaproduzenten verteilen sich nach wie vor auf neun Länder, wobei China drei Unternehmen, Brasilien zwei und USA ein Unternehmen stellt.

Die USA und China sind gleichauf. Sie haben die meisten XXL-Produzenten im Land

Was die Zunahme der Sauenzahl betrifft, so hatte China die größten Sprünge in der Herdengröße. Muyuan wuchs um 603.000. CP Foods um 350.000 und New Hope um 340.000.

Neu auf der Liste 2020 sind die Clemens Food Group, Dekon, DaBelNong, Twins Group, Seara Foods und Frimesa Coop mit 110.00, 100.00, 103.000, 200.000, 213.000 und 120.000 Sauen.    

Betrifft : Anlieferungszeiten Neu am Schlachthof Klagenfurt

Wegen Anrainerbeschwerden und Beanstandung Lärm nach den üblichen Betriebszeiten und Gerüchen wurden neue Anlieferungszeiten für uns Bauern fixiert.

Nach einen Termin bei Bürgermeisterin Dr. Maria- Luise Mathiaschitz und ihrem Magistratsteam und Jörg Mai- Bereichsleiter Schlachthöfe Marcher Fleischwerke sowie Dr. Gerhard Stürzenbecher  Betriebsleiter Schlachthof Klagenfurt wurden folgende Maßnahmen die uns Bauern betreffen sollen besprochen.

Organisierte Lebendviehdisposition zur Vermeidung der Stehzeiten von Traktoren mit Viehanhänger genauso Pkw mit Viehanhänger und LKWS.

Deshalb gilt ab nun die neuen Anlieferungszeiten von 8:00 -10:00 Uhr um die Schallimmissionsvermeidung von unserer Seite einzuhalten.

Aber wo bleibt die versprochene Lärmschutzwand die das Land und die Bürgermeisterin den Anrainer versprochen hat? Da gibt es null Toleranz der Anrainer die ja bei einem Schlachthof gebaut haben und der sich nicht in Luft auflösen kann und für uns Bauern lebensnotwendig ist . Siehe Coronakrise nah vor Ort produzieren, kurze Transportwege nachhaltig sein aber nicht für die Anrainer……. 

Schweinemarkt gewinnt Stabilität zurück

Am Fleischmarkt sind Nachfrageimpulse zu spüren. Das freundliche Wetter kurbelt den Absatz von Grillfleisch an und der Außer- Haus- Verzehr nimmt Fahrt auf.

Nach turbulenten Corona- Zeiten mit Diskussionen um Schlachthöfe oder gar deren Schließung aus Gründen der Infektionsvorbeugung kehrt am deutschen Schweinemarkt wieder ein Stück Normalität zurück. Am Lebendmarkt sind Überhänge abgebaut und der Bedarf der Schlachtbetriebe fällt größer aus, auch wenn der Pfingstmontag als Schlachttag ausfällt.

Am Fleischmarkt waren zuletzt Nachfrageimpulse zu spüren. Das freundliche Wetter kurbelt laut Analysten den Absatz von Grillfleisch an, im eingeschränkt wieder möglichen Außer-Haus- Verzehr wird etwas mehr Schweinefleisch gegessen.

Die Woche vor Pfingsten war in den vergangen Jahren traditionell oft eine der umsatzstärksten des Jahres. Auch die Exporte, insbesondere nach Asien, liefen zuletzt zügiger. Die erzielbaren Preise im Chinageschäft bewegen sich allerdings auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. In anderen EU-Ländern wurde ebenfalls von einem wider anziehenden Schweinefleischabsatz berichtet. Jedoch sei es für die Anbieter nicht einfach, deutlich höhere Verkaufspreise am Markt durchzusetzen. Das Angebot an Fleisch sei aufgrund der umfangreichen Kühlhausbestände ausreichend, und die Nachfrage am EU- Binnenmarkt habe noch nicht zur Stärke vor der Corona- Pandemie zurückgefunden.

Bei uns in Österreich sind die praktisch seit Ostern bestehenden Überhänge am Lebendmarkt komplett verschwunden.