Schweinehaltung: So geht Transparenz

Für viele Menschen ist es eine fremde Welt, wie Schweine aufwachsen. Familie Hempen zeigt ihnen, wie es in einem modernen Tierhalterbetrieb zugeht. Ihr offener Stall ist ein Erfolg – für die Verbraucher und die Landwirte.

Der Weg zum Schnitzel führt über den Schweinestall. Dazu gehören auch Nottötung und Kastration der Ferkel, künstliche Besamung und Schwanzkupieren. Und das Duschen, wenn man in den Stall will.

Damit Verbraucher das verstehen, bietet Familie Hempen Führungen durch den Alltag der Tiere und ihren Stall an. Die Besucher dürfen sich jeden Bereich in den Ställen anschauen und Fragen stellen. Zusätzlich informieren Tafeln über die Abläufe im Stall.

Die Schweinehalter setzen dabei auf Transparenz und Verständnis der Besucher. Das Konzept geht auf. Hier lesen Sie, warum alle mehr vom Dialog haben.

So will man die moderne Technik näher bringen:

Drei Höfe im Landkreis Cloppenburg, drei motivierte Landwirtsfamilien wie Familie Hempen, über 1.000 Besucher im Jahr: Seit 2016 gibt es die Initiative „Transparente Landwirtschaft“ der Goldschmaus-Gruppe. Ziel ist es, der Gesellschaft direkt auf den Höfen und in den Ställen einen unmittelbaren und realistischen Einblick in die moderne, heutige Landwirtschaft zu ermöglichen. Sie sollen mit eigenen Sinnen erfahren, wie Schweine oder Rinder gehalten werden. So soll das Vertrauen in die Landwirtschaft und der Austausch mit den Landwirten wieder gestärkt werden.

Häufig schauen sich Schulklassen die Betriebe an. „Unser Ziel ist es aber, die gesamte Gesellschaft zu erreichen. Wir möchten Familien, Medienvertreter, Politiker, Vereine und Nachbarn einladen“, sagt Projektleiter Ralf Martens. „Für uns und das fünfköpfige Projektteam könnten es auch gerne noch viel mehr Gruppen sein. Ich hoffe sehr auf die Zeit nach der Corona-Pandemie“, sagt Gerald Otto, der in dem Unternehmen für den Tierschutz sowie die Forschung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

  • Familie Hempen arbeitet nach dem Konzept der arbeitsteiligen Sauenhaltung.
  • Sie öffnet jedem Interessierten ihre Stalltüren und gewährt ihm Einblick.

Schweinemarkt:Plötzlich flott – VEZG-Preis steigt deutlich

Es bewegt sich was. Der Schweinepreis kommt aus dem Winterschlaf und der Schweinemarkt endlich in Schwung . Die Notierungen für Schlachtschweine legen heute um 9 Cent zu. Bereits in der vorigen Woche hatte der Markt gezeigt, wie es weiter gehen soll. Nämlich nach oben! Die VEZG hebt die Notierung am Mittwoch deutlich an. Für die ISN ist das ein Signal, die Schweinebörse wieder anlaufen zulassen.

Die Überhänge schmelzen wie der Schnee in der Sonne und der Turbo-Frühling belebt die Grillfleisch- und Wurstnachfrage. Mit der Aussicht auf bessere Preise sinkt auch die Abgabebereitschaft der Mäster. Der Schweinestau dürfte bald Geschichte sein. Bereits in der vorigen Woche hatte die deutsche Leitnotierung nach 13 Wochen mit unverändert Preisen endlich ein leichtes Plus von 2 Cent gemeldet. Daraufhin ging es auch in den anderen europäischen Ländern nach oben. Die Preisanstiege der übrigen Länder reichen von 2 bis zu 6 Cent in Belgien. Die Nachfrage am deutschen Ferkelmarkt kann mit den verfügbaren Angebotsmengen nur knapp gedeckt werden. Weiter ansteigende Ferkelpreise sind in der laufenden letzten Februarwoche die Folge, berichtet die VEZG.

In den letzten Tagen hat sich die Erwartung für die Notierung deshalb immer weiter erhöht. Die rote Seite versucht die Euphorie zu bremsen und verweist auf die bekannten Probleme am Fleischmarkt. Letztlich konnten die Schlachter aber schon letzte Woche im Verkauf mehr Boden gut machen als die Erzeuger. Die Nachfrage am deutschen Ferkelmarkt kann mit den verfügbaren Angebotsmengen nur knapp gedeckt werden.

Internet Schweinebörse startet am 2. März wieder

Zu der Belebung des Marktes passt aber auch die Ankündigung der ISN: Seit Mitte September ruhte die Internet Schweinebörse, weil der Markt im Ausnahmezustand war. Nun geht es wieder los. „Am kommenden Dienstag, 02.03.2021 findet um 14 Uhr die erste Auktion in diesem Jahr statt“, erklärt die ISN. Der Wind am Schlachtschweinemarkt habe sich gedreht.

Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Schweine in vertraglich fixierten Bindungen stünden, seien Markt-impulse von der Erzeugerseite wichtig. Die ISN ruft die Schweinehalter deshalb dazu auf, die Chancen am Markt zu nutzen und aktiv Schweine zu vermarkten.

Aber auch wir Österreichischen Schweinebauern dürfen uns über ein + von 0,7 Cent freuen, und hoffen ganz stark das der Aufschwung in dieser Richtung weitergeht.

Ferkel sind jetzt gefragt

Viele Mäster müssen aktuell auf Ferkel warten. Die Nachfrage ist gut, allerdings das Angebot leicht rückläufig. Gleichzeitig zeigt sich die Stimmung am Mastschweinemarkt freundlicher. Somit steigt die Ferkelnotierung um 10 Cent.

Im Vergleich zu früheren Jahren verspätet, aber dafür umso deutlicher fällt aktuell das „Ferkelloch“ im gesamten Europäischen Raum aus. Zahlreiche EU – Länder, die in den letzten 25 Jahren keinen Wert auf eine eigene regionalt Ferkelerzeugung gelegt haben und lieber die benötigten Ferkel aus Holland und Dänemark bezogen haben, verspüren die aktuelle Ferkelknappheit so deutlich wie selten zuvor. Auch Deutschland weist trotz eines nach wie vor vorliegenden Stau bei fertigen Schlachtschweinen eine stark steigende Ferkelfehlmenge auf.

Aber auch der heimische Ferkelmarkt kann sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Bei uns aber spielt vor allem der saisonale Effekt der Ferkelknappheit die Hauptrolle. Der deutliche Anstieg der Ferkelnachfrage und einem gleichzeitig rückläufigen Angebot in den letzen Wochen zeigt auch bei uns spürbare Auswirkungen. Längere Wartezeiten für die Mäster sind daher am heimischen Markt vorprogrammiert , berichtet Johann Stienglmayr in der aktuellen Aussendung der VLV-Ferkelmärkte.

Die Notierung steigt in der aktuellen Vermarktungswoche auf 2,20 Euro/kg an.

US-Schweinefleischexport nach China legt um 55 % zu

Die USA verkaufen trotz Corona und Chinas Strafzöllen im Jahr 2020 so viel Schweinefleisch am Weltmarkt wie nie zuvor.

Trotz Corona-Pandemie und Handelsstreitigkeiten mit China haben die Schweinefleischexporteure der USA im vergangenen Jahr insgesamt einen Rekordumsatz erzielt. Nach Angaben der amerikanischen Exportorganisation für Fleisch (USMEF) belief sich die Ausfuhrmenge einschließlich Verarbeitungsware auf 2,98 Mio. t; das waren 11,4 % mehr als 2019. In einer ähnlichen Größenordnung legten die Exporterlöse zu, nämlich um 11,0 % auf die neue Höchstmarke von umgerechnet 6,35 Mrd. €. Erstmals überstiegen damit die Einnahmen aus dem internationalen Schweinefleischverkauf die Ausfuhrerlöse bei Rindfleisch.

Laut USMEF wurden 2020 gut 29 % der US-Schweinefleischproduktion exportiert. Maßgeblich zum Ausfuhraufschwung trugen die um 55,6 % auf 1,04 Mio. t gestiegenen Lieferungen nach China einschließlich Hongkong bei. Dies spülte den US-Anbietern 1,95 Mrd. € in die Kassen, fast zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Neben dem großen Importbedarf Chinas als Folge der Afrikanischen Schweinepest (ASP) begünstigten das Phase-1-Abkommen mit Washington zur Beilegung des Handelsstreits sowie die Senkung von Strafzöllen den Export nach China. Gleichwohl würden immer noch Einfuhrabgaben zwischen 33 % und 45 % für US-Schweinefleisch erhoben, erklärte die USMEF. Die Organisation geht davon aus, dass 2021 weniger Schweinefleisch nach China wegen der dort zunehmenden Eigenproduktion verkauft werden kann, die Einfuhren der Volksrepublik sich aber weiter auf einem hohen Niveau bewegen werden.

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Italien: Schweinehalter stocken Sauenbestand auf

In Italien haben die Schweinhalter trotz der Corona-Krise mehr Schweine eingestallt. Den größten Zuwachs gab es bei den Sauen.

Die Schweinehalter in Italien haben trotz Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ihre Bestände aufgestockt und dabei insbesondere mehr Sauen eingestallt. Wie aus Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, wurden zum Zähltermin im Dezember 2020 insgesamt 8,54 Mio. Schweine in Italien gehalten; das waren rund 33.000 Tiere bzw. 0,4 % mehr als zwölf Monate zuvor. Dabei nahm die Zahl der Ferkel bis 20 kg um 0,9 % auf 1,42 Mio. Stück zu; die Anzahl der Läufer bis 50 kg blieb mit 1,62 Mio. nahezu unverändert. Weitgehend stabil blieb auch der Mastschweinebestand mit 4,91 Mio. Tieren. Bei der Erhebung im Mai 2020 war in dieser Kategorie im Vorjahresvergleich allerdings noch ein kräftiger Zuwachs von 3,7 % auf fast 5,30 Mio. festgestellt worden, denn die zu diesem Zeitpunkt coronabedingten Schließungen von Schlacht- und Verarbeitungsstätten hatten zu einem Rückstau von Schweinen geführt.

Stärkster Zuwachs bei Sauen

Bei der jüngsten Zählung gab es im Vergleich zum Dezember 2019 die meisten Bewegungen im Zuchtsauenbestand; insgesamt wuchs dieser um 12 600 Tiere bzw. 2,3 % auf 568.550 Stück. Mit Ausnahme einer leichten Erhöhung im Jahr 2017 war das der erste deutlichere Anstieg seit zehn Jahren. Bei den trächtigen Muttertieren vermeldeten die Statistiker aus Luxemburg für Italien ein Bestandsplus von 2,4 % auf 473.670 Stück, wobei jedoch die Zahl der erstmals gedeckten Tiere leicht um 0,2 % auf 93.770 Stück abnahm. Bei den nicht belegten Sauen war insgesamt ein Zuwachs von 1,6 % auf 94.880 Tiere zu verzeichnen, zu dem maßgeblich der Anstieg von 9,5 % auf 46.500 Jungsauen beitrug. Die Entwicklung des Schweinebestandes und insbesondere die Aufstockung der Sauenherde lassen erwarten, dass die italienische Schweineproduktion 2021 moderat zunimmt.

BMEL erwartet Machbarkeitsstudie in den nächsten zehn Tagen

Die Borchert-Kommission hat Pläne für die Zukunft der Nutztierhaltung erarbeitet. In Kürze soll endlich die lang ersehnte Machbarkeitsstudie vorliegen.

Kommt jetzt endlich wieder neuer Schwung in den Borchert-Prozess? Nachdem es in den letzten Wochen nur schleppend voranging, steigen die Chancen jetzt wieder. Denn wie ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) Samstag dieser Woche mitteilte, rechnet man in Berlin in den kommenden zehn Tagen mit der Vorlage der finalen Fassung der Machbarkeitsstudie.

Die Studie, die von einer renommierten Rechtsanwaltskanzlei erarbeitet wird, zeigt Wege auf, wie das Borchert-Konzept umgesetzt werden kann. Besonders schwierig zu beantworten scheinen insbesondere die Fragen der Finanzierung. In diesem Zusammenhang sind zahlreiche rechtliche Detailfragen zu lösen. Zudem muss das Konzept so aufgestellt sein, dass es nicht gegen EU-Recht verstößt.

Alle Beteiligten hoffen nach der Vorlage der Machbarkeitsstudie, dass der gesetzliche Rahmen für die Borchert-Pläne noch vor der Bundestagswahl im Herbst verabschiedet werden kann. Das ist zwar theoretisch noch möglich, jedoch müssen dafür einige „gesetzgeberische Abkürzungen“ genommen werden. Denn die Frist, in der das Gesetzgebungsverfahren ohne Fristverkürzung möglich wäre, ist längst abgelaufen.

Obwohl weite Teile der Machbarkeitsstudie zur Finanzierung des Borchert-Plans zum Umbau der Tierhaltung mittlerweile vorliegen, hatte das BMEL ein Treffen der Borchert-Kommission vergangene Woche abgesagt und auf März verschoben, hatte top agrar Mitte der Woche berichtet . Niedersachsen hat bereits eine Entschließung in den Bundesrat eingebracht, die den Bund auffordert, noch vor der Bundestagswahl erste Schritte zur Umsetzung der Borchert-Empfehlungen umzusetzen.

Darüber soll der Bundesrat am 5. März entscheiden.

Beginn der Rückkehr zur Normalität am EU-Schweinemarkt – Preise steigen endlich

Stabile und aufwärts tendierende Notierungen kennzeichnen den Schweinemarkt. Auch in Deutschland konnten die Schweinepreise erstmals nach 13 Wochen leicht zulegen.

Das hilft endlich auch den Notierungen nach oben. Aus mehreren europäischen Ländern werden ebenfalls leicht steigende Preise für Schlachtschweine gemeldet, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in ihrem wöchentlichen Marktüberblick. Ausgenommen von der einsetzenden Erholung waren bis zuletzt – neben Deutschland – auch Frankreich und Dänemark. Doch nun scheint der Markt auch hierzulande allmählich zu drehen.

Für einige Probleme sorgte zuletzt der unerwartet heftige Wintereinbruch mit spürbaren Einschränkungen in der Logistik, berichten Marktbeobachter. Das Angebot in Deutschland geht jedoch weiter deutlich zurück, so dass sich die Marktlage zusehends verbessert, so die ISN.

Hohe Preise lassen sich vor allem im Export nach China erzielen – wenn man denn liefern darf. Entsprechend diesen Exportmöglichkeiten entwickeln sich auch die Preise zwischen den Ländern Europas und teilweise auch innerhalb eines Landes auseinander. Aus diesem Grund beträgt die Preisdifferenz der korrigierten Notierung zwischen Spanien und Deutschland satte 38 Cent, hat die ISN ausgerechnet.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist die Entwicklung der Corona-Pandemie mit ihren Folgen für die Gastronomie und den Tourismus. Aus diesen Segmenten fehlen der Nachfrage noch die dringend nötigen Impulse für einen weiteren Preisanstieg.

Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 18. bis 24. Februar einen Schweinepreis von 1,21 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung sind die Preise damit um 2 Cent gestiegen. Die Preisspanne lag diese Woche zwischen 1,19 und 1,25 Euro je kg.

Die Zahl der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war jedoch wieder etwas höher als in der Vorwoche und wird mit 259.200 angegeben. Das waren gut 4 Prozent mehr als für die Vorwoche mit 249.200 Schweinen abgerechnet wurden.

Die nicht zu reichlich ausfallenden Angebotsmengen am deutschen Ferkelmarkt treffen weiterhin auf eine vornehmlich lebhafte Nachfrage, so dass in der laufenden 7. Kalenderwoche mit weiter ansteigenden Ferkelpreisen gerechnet werden kann, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 15. bis 21. Februar mit 32,50 Euro je Stück angegeben.

Das ist ein erneutes Plus zur Vorwoche von 2 Euro pro Ferkel.

Die Rückkehr zur Normalität am EU-Schweinemarkt scheint zu starten. Weil Spaniens Schweine zunehmend in China gefragt sind und die Überhänge in Deutschland wegschmelzen, keimt vorsichtiger Optimismus auf Erzeugerebene auf. In Deutschland (+ 0,02) konnte die EZG-Vereinigung nach 13 Wochen Stillstand erstmals leicht zulegen, wenngleich in Bayern noch Überhänge gemeldet werden. Wie üblich zeigt sich der Fleischmarkt in der Faschingswoche impulslos. Auch wenn heuer keine Karnevalsstimmung aufgekommen ist, die Essgewohnheiten bestimmen den Speiseplan, wo aktuell vermehrt Fisch Vorrang hat.

In Österreich hat die Suche nach schlachtreifen Schweinen eingesetzt, weil binnen drei Wochen das Angebot von 105 % auf 93 % gesunken ist. Am Fleischmarkt ist diese Entwicklung noch nicht angekommen. Kein Wunder, wenn Wintertourismus- und Gastronomieabsatzmöglichkeiten fehlen. Einmal mehr zeigen sich die Chinaexporteure nicht unzufrieden und sorgen für einen flüssigen Warenstrom. Vor diesem Hintergrund konnte an der Ö-Börse das knappe Angebot rasch disponiert und ein Plus von 2 Cent erzielt werden.

Umfrage: Wo liegt der Schweinefleischverzehr in fünf Jahren?

In Deutschland sinkt der Schweinefleischverzehr, in anderen Ländern nicht. Woran liegt es? Wie gehts weiter?

Starkoch Nelson Müller verkündete am Dienstag im ZDF, dass jeder Deutsche im Schnitt 36 kg Schweinefleisch verzehrt. Leider liegen wir bereits knapp unter 32 kg. Und der Trend setzt sich fort. Die Rufe nach innovativen Produkten und gezieltem Marketing werden lauter. Wie sollte die Branche reagieren?

So lässt sich die Raufuttergabe praktisch umsetzen

Schweinen muss zusätzlich organisches und faserreiches Beschäftigungssmaterial angeboten werden. Wie das praktisch aussehen kann, war Thema auf der digitalen EuroTier 2021.

Seit Anfang Februar 2021 ist es Gesetz: Gemäß der Tierschutz Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) muss jedes Schwein jederzeit Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem und in ausreichender Menge vorhandenem organischen und faserreichen Beschäftigungsmaterial haben, das erstens von dem Schwein untersucht und bewegt werden kann und zweitens von ihm veränderbar ist und damit seinem Erkundungsverhalten dient.

Schweine wollen Bucheckern und Eicheln zur Beschäftigung. Wie das in der Praxis aussehen kann, hat das Unternehmen Meier-Brakenberg am 9. Februar auf der digitalen EuroTier vorgestellt.

Bei dem Entwickeln der neuen Produkte zur Gabe von Beschäftigungsmaterial hat das Unternehmen eng mit der Wissenschaft und Praxis zusammengearbeitet. So flossen unter anderem Versuchsergebnisse von Dr. Eckhard Meyer, LfULG Sachen ein:

  • Bereits Aufzuchtferkel bevorzugen Futtermittel, die an die Konsistenz von Bucheckern oder Eicheln erinnern. Sie akzeptieren Strohpellets zwei- bis dreimal besser als Stroh.
  • Intensiv wachsende Ferkel haben einen Rohfaserbedarf von 4,5 Prozent im Ferkelaufzuchtfutter und 5,2 Prozent in der Mast. Wird der Bedarf über das Futter nicht gedeckt, decken sie den Rest über das Beschäftigungsfutter.

Pelletiertes, rohfaserreiches Ergänzungsfuttermittel wirkt sich positiv auf unerwünschte Verhaltensweisen aus und schafft die Voraussetzung, dieses hygienisch und automatisiert in den Betrieb zu bringen. Zudem verbessert es die Zunahmen und verringert die Verluste.

Meier-Brakenberg entwickelte insgesamt vier Produkte (siehe Tabelle) die von Prof. Dr. Martin Ziron, FH Südwestfalen, in mehreren Versuchen verglichen wurden. Er kam unter anderen zu folgenden Ergebnissen:

  • In der Ferkelaufzucht wurde der Stohautomat mit den meisten Tierkontakten und der längsten Nutzungsdauer von den Ferkeln bevorzugt.
  • Bei den Mastschweinen erfassten die Wissenschaftler die meisten Tierkontakte bei der Strohraufe und die längste Nutzungsdauer beim Pelletautomaten.
  • Der tägliche Raufutterverbrauch war sowohl in der Aufzucht als auch in der Mast beim Pelletautomaten am höchsten.

Man kann festhalten, dass Raufutter Pflicht ist. Aber es beschäftigt die Schweine und rechnet sich deshalb nicht nur für mehr Tierwohl. Da jeder Betrieb andere Anforderungen hat, gibt es aber auch hier nicht die eine Lösung.

Projekt „Vision Pig“: Schweinetoilette reduziert Ammoniakemissionen

Auf der EuroTier berichtete Landwirt Ralf Remmert von seinen Erfahrungen mit einer Kot-Harn-Trennung für mehr Tierwohl und Umweltschutz in der Schweinehaltung.

issen und Praxis in der Schweinehaltung wollen die Initiatoren des Projekts „Vision Pig“ zusammenbringen, das als Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz über eine Laufzeit von zwei Jahren vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert wird. Darauf hat der Geschäftsführer des Netzwerks, Ralf Remmert, in der vergangenen Woche anlässlich der Eurotier 2021 hingewiesen. In seinem eigenen Betrieb, der Prignitzer Landschwein GmbH, setzt Remmert auf besonders tier- und umweltgerechte Haltungsverfahren. So werde Ammoniak im Stall durch den Einbau einer Kot-Harn-Trennung mittels Kotförderband minimiert, erläuterte der Betriebsleiter bei einer Videoschalte.

Die „Schweinetoilette“ fördere die Strukturierung der Buchten, trenne Kot vom Urin sowie das Schwein von seinen Exkrementen und erfordere gleichzeitig nur einen geringen Energieeinsatz, erklärte der Betriebsleiter im Rahmen des Spotlight „Emission Control“, mit dem die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) einen fachlichen Brennpunkt für die Besucher geschaffen hat, die sich über Innovationen aus allen Produktionsstufen – Fütterung, Haltung, Lüftung, Güllebehandlung – informieren wollen. Weniger Ammoniak im Stall bedeute eine bessere Luftqualität. Gleichzeitig hätten sich die hygienischen Bedingungen in dem umgebauten Stall durch die Trenntoilette deutlich verbessert. Tierwohl und Umweltschutz seien mit dem bei seiner Prignitzer Landschwein GmbH realisierten Konzept kein Widerspruch. „Beides zusammen ist erreichbar“, lautet das Fazit des Schweinehalters aus Brandenburg.

Gemütszustand von Schweinen untersucht

Die Uni Kiel hat Verhaltensstudien durchgeführt. Das Ziel war, den Gemütszustand von Strohschweinen und konventionell gehaltenen Tieren zu erfassen.

Dass Schweine zumindest Basisemotionen wie Freude und Angst empfinden können, gilt als erwiesen. In einem Forschungsprojekt dreier Studentinnen der Christian-Albrecht- Universität Kiel wurden Methoden aus der Humanpsychologie zunutze gemacht, um Emotionen von Mastschweinen zu beleuchtet. Die Tiere waren in drei verschiedenen Haltungssystemen (konventioneller Spaltenstall, Strohstall, Outdoorstall) untergebracht. Das Forschungsprojekt „FeelGood- Erfassung positiver Emotionen beim Schwein“ ist eine der ersten Studien überhaupt auf diesem Gebiet.

In dem Film der drei Studentinnen werden die Studie, der Versuchsaufbau und die Ergebnisse vorgestellt.

China: Neue ASP-Virusmutante durch illegalen Impfstoff?

In chinesischen Praxisbetrieben taucht immer häufiger eine ASP-Virusmutante auf, die vermutlich auf den illegalen Einsatz eines nicht zugelassenen ASP-Impfstoffs zurückzuführen ist.

Hat China die Afrikanische Schweinepest (ASP), der im vorletzten Jahr geschätzt rund 40 % des chinesischen Schweinebestandes zum Opfer fielen, überstanden? Wohl kaum, wenn man den jüngsten Veröffentlichungen von Virologen glauben kann. Danach taucht in chinesischen Praxisbetrieben immer häufiger eine ASP-Virusmutante auf, die vermutlich auf den illegalen Einsatz eines nicht zugelassenen ASP-Impfstoffs zurückzuführen ist. Der neue ASP-Virustyp soll unter anderem PRRS-ähnliche Fruchtbarkeitsstörungen hervorrufen, berichtet der US-amerikanische Fachtierarzt Dr. E. Wayne Johnson, der die Regierung in Peking berät, im Fachmagazin Pig Progress. Die Sterblichkeit der erkrankten Schweine sei zwar vermindert, das Virus aber weiterhin hoch ansteckend. Neu sei, dass es bei geimpften Sauen vermehrt zu Fruchtbarkeitsstörungen, Aborten, embryonaler Frühsterblichkeit und mumifizierten Ferkeln kommt.

Natürliche ASP-Virusmutante ausgeschlossen

Dr. Johnson berichtet, dass es sich um einen ­Virustyp handelt, dem im Vergleich zum Original zwei wichtige Schlüsselgene fehlen (MGF360 und CD2v). Er schließt aus, dass es sich um eine natürliche Mutation handeln könnte. Der zirkulierende Virustyp könne aber auch nicht auf einen Impfstoff zurückzuführen sein, an dem in China offiziell geforscht wird. Denn bei dem wurden sieben Gensegmente entfernt. Deshalb vermutet der Veterinärmediziner, dass es sich um eine illegal in Verkehr gebrachte Vakzine handelt. Von wem, ist nicht bekannt. Unklar ist auch, wie viele Bestände damit bereits geimpft wurden. Der neue Virustyp breite sich jedoch rasant aus.

DLG: Resümee der EuroTier

Neue Plattform der digitalen EuroTier brachte 41.000 Teilnehmer an vier Tagen. Die DLG zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen der Veranstaltung.

Die Premiere „EuroTier / EnergyDecentral digital“ ist laut der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) erfolgreich zu Ende gegangen. Es wählten sich an den vier Veranstaltungstagen (9. bis 12. Februar 2021) über 41.000 Teilnehmer ein. Sie informierten sich über das Angebot von rund 1.200 teilnehmenden Unternehmen und diskutierten in über 300 Fachveranstaltungen.

EuroTier digital: Die Zahlen im Überblick

  • Über 41.000 Teilnehmer wählten sich an den vier Veranstaltungstagen auf der Digital-Plattform ein.
  • Insgesamt wurden rund 255.000 Interaktionen (u.a. 1:1 Audio/Video-Calls, 1:1 Chats, Expo-Show-Room-Besuche, User-Vernetzung) und über 780.000 Page Impressions verzeichnet.
  • 45 Prozent der Teilnehmer kamen aus dem Ausland. Insgesamt waren 128 Länder auf der Digital-Plattform vertreten.
  • Die Investitionsabsicht der Teilnehmer auf der Plattform war dabei außergewöhnlich hoch und lag nach ihren Angaben bei rund 2,8 Milliarden Euro.
  • Ein Grund hierfür ist die hohe Quote von 76 Prozent an Entscheidern auf der Plattform. So das Ergebnis aus der aktuellen Besucherregistrierung.

1.2oo Aussteller waren dabei. Sie präsentierten multimedial und in Echtzeit, Informationen zu ihrem Produkt- und Dienstleistungsangebot, und vernetzten sich gezielt mit den Teilnehmern via Chat- und Video-Meetings. Das Angebot der Unternehmen umfasst neben Technik und Beratung für die Tierhaltung auch die der Nutztierhaltung vorgelagerten Bereiche, wie Tierzucht, Technik und Betriebsmittel, als auch nachgelagerte Bereiche, wie Verarbeitung und Vermarktung. Die rund 200 Aussteller der EnergyDecentral präsentieren innovative Lösungen für die dezentrale Energieversorgung, z.B. zur Herstellung von Biobrennstoffen, und Biokraftstoffen, zu regenerativen Energien wie Photovoltaik, Solarthermie oder Windkraft, aber auch zu Technik und Beratung für Biogasanlagen.

Alle Inhalte der „EuroTier / EnergyDecentral digital“ sind ab dem 18. Februar bis zum 15. April auf der Digital-Plattform verfügbar. Teilnehmer haben so weiterhin die Möglichkeit, sich über die Angebote der Aussteller und die Inhalte des Fachprogramms zu informieren. Ebenso können sie sich per Textnachrichten und Kontaktanfragen mit den Unternehmen vernetzen.

Die nächste EuroTier und EnergyDecentral findet vom 15. bis 18. November 2022 auf dem Messegelände in Hannover statt. Das Ausstellungsangebot wird dann durch die Digital-Plattform der DLG optimal ergänzt.

Lidl hält Preise für Schlachter seit Monaten stabil, Bauern gehen leer aus

Lidl hat seine Beschaffungspreise seit dem ASP-Ausbruch gegenüber der Fleischbranche nicht verändert. Diese nutzen die Spanne, um ihre Mehrkosten zu decken. Die Bauern sehen von dem Lidl-Geld nichts.

Eines muss man dem Discounter Lidl lassen: Das Unternehmen lässt sich einiges einfallen, um die deutschen Schweinehalter zu unterstützen. Was bislang kein Schweinehalter wusste: Lidl hat seit dem ASP-Ausbruch Mitte September 2020 seine Beschaffungspreise unverändert gelassen.Schriftlich teilt Lidl mit: „…trotz Einbruch der Notierung mit Beginn der Afrikanischen-Schweinepest-Krise haben wir die Beschaffungspreise nicht nachverhandelt und das Preisniveau unverändert gehalten.“ Heißt im Klartext.

In den letzten Monaten hat Lidl verschiedene Aktionen zur Unterstützung der deutschen Landwirte gestartet.

In einem ersten Schritt hat Lidl 50 Mio. € an die Initiative Tierwohl (ITW) gezahlt, die nun nach und nach an die teilnehmenden Betriebe ausgeschüttet werden.Parallel dazu hat der Discounter sieben Wochen lang in einem Feldversuch die Preise für zehn Schweinefleischprodukte um 1 € je kg erhöht. Die zusätzlichen Einnahmen wurden über die Schlachter und Viehhändler an die Bauern ausgeschüttet. Leider ist Lidl mit seinem Versuch gescheitert, weil die Konkurrenz nicht mitgezogen hat. Um den Absatz von Schweinefleisch zusätzlich zu fördern und damit den Schweinestau aufzulösen, bietet Lidl ab dem 18. Februar zusätzlich 5-kg-XXL-Fleischpakete an. Lidl betont, dass man das dafür benötigte Fleisch ausschließlich aus Deutschland bezieht und so den Absatz deutscher Ware forcieren möchte.

Für die Bauern ist das Verhalten von Teilen der Fleischbranche ein Schlag ins Gesicht. Denn von dem Lidl-Geld, dass die rote Seite nun seit über fünf Monaten klammheimlich kassiert, sehen – und wissen – die Bauern nichts. Es ist auch nur ein schwacher Trost für die Landwirte, dass die Fleischbranche ASP- und Coronabedingt über eine mangelhafte Wertschöpfung im Export klagt. Den Bauern geht es seit fast einem Jahr nicht besser. Auch den Ferkelerzeugern und Mästern fehlt seit Monaten Wertschöpfung – und das nicht zu knapp! Fair wäre deshalb gewesen, wenn die Fleischbranche die stabilen Einnahmen aus dem Fleischverkauf an Lidl wenigstens zur Hälfte an die Schweinehalter weitergegeben hätte.

Nachfrage nach Ferkel steigt

Diese Woche besteht weiterhin eine rege Nachfrage nach Ferkel. Aber nicht alle Einstellwünsche können termingerecht erfüllt werden. Die Preise ziehen um 5 Cent an.

Selbst in Deutschland reicht inzwischen das Ferkelangebot nicht mehr aus, obwohl nach wie vor viele Mäster auf ihren schlachtfertigen Schweinen wochenlang sitzen bleiben. Das europäische Ferkelpreisgefüge beginnt sich, ausgehend von einem extrem tiefen Niveau deutlich anzuziehen.

Bei uns am heimischen Ferkelmarkt reicht das Angebot nicht aus um der steigenden Nachfrage pünktlich gerecht zu werden. Rückstellungen der Mäster lassen sich nirgends mehr vermeiden. Unsere Ferkelpreise liegen zwar deutlich über den Preisgefüge vieler anderen EU-Ländern, aber immer noch unter den langjährigen Schnitt zu dieser Jahreszeit.

Klöckner eröffnet EuroTier: „Innovationen haben uns schon immer vorangebracht“

DLG-Präsident Paetow und Bundesagrarministerin Klöckner haben am Dienstag die virtuelle EuroTier und EnergyDecentral eröffnet. Die Ministerin sprach den Bauern Mut und Innovationskraft zu.

„Seien Sie mutig, offen und entwickeln Sie die Landwirtschaft weiter. Am Ende sind es Fortschritt und Innovation, die uns immer voran gebracht haben.“ Das sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Dienstag bei der Eröffnung der digitalen EuroTier und EnergyDecentral. Die Ministerin war in das DLG-Studie aus Bonn zugeschaltet.

Zu Beginn ihres Grußwortes lobte sie die digitale Messe, die sie sich vorab im Detail schon angesehen habe. Vor allem sei es richtig und wichtig, dass die DLG diese nicht hat ausfallen lassen. „Die Tierhaltung ist ein sehr elementares Glied in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette“, sagte sie und meinte die Kreislaufwirtschaft. Wenn hier die Tierhaltung fehle, schließe die Kette nicht mehr. Die hohe Ausstellerzahl von 1.400 Firmen – auch aus dem Ausland – zeuge von der hohen Bedeutung.

Alles andere findet Ihr auf der virtuellen Messe unter folgendem Link:

https://www.messe-ticket.de

Warum Fleisch für Babys und Senioren wichtig ist.

Fleisch ist für Kinder und ältere Erwachsene unverzichtbar. Hierauf weist die Brancheninitiative Fokus Fleisch hin.

Um gesund heranzuwachsen, brauchen Babys auch die besondere Nährstoffdichte von Fleisch. Das empfiehlt nicht nur die Stiftung Warentest. Auch Senioren sind auf diese spezifische Nährstoffkonstellation angewiesen: Ausgewogener Fleischkonsum beugt bei ihnen sogar Muskelschwund vor.

Dieses Thema beleuchtet die Initiative Fokus Fleisch (www.fokus-fleisch.de) in einer Artikelserie, die von Animationsvideos begleitet wird. So empfehlen Ernährungswissenschaftler ab dem 5., spätestens ab dem 7. Lebensmonat eines Babys mit der Beikost von eisenreichen Mahlzeiten zu beginnen. Gerade in den ersten starken Wachstumsmonaten von Kleinkindern ist die zusätzliche Zufuhr von Eisen durch Nahrungsaufnahme besonders wichtig. Fleisch, Fleischerzeugnisse und Fisch sind besonders gute Nährstoffträger. Auch ältere Menschen benötigen mehr Eiweiß als jüngere, um ihre Muskulatur zu erhalten. Wer gänzlich auf Fleisch und damit auf einen der wesentlichen Eiweißträger verzichtet, verstärkt das Risiko, Muskeln abzubauen.

Endlich, Vertretung für Lydia

Nach langem suchen wurde ein neuer Berater für schweinehaltende Betriebe in Kärnten gefunden.

Martin Fuchs übernimmt in den kommenden 1,5 Jahren die Beratung für schweineproduzierende Betriebe und die Betreuung der Arbeitskreise Ferkelproduktion und Schweinemast.

Martin Fuchs stammt aus Graz, hat in Wien Landwirtschaft und Nutztierwissenschaften studiert und war jahrelang als Umweltpädagoge in der Steiermark tätig.

Nun möchte er die wertvolle Arbeit der Schweinebetriebe unterstützen und dazu beitragen, die großen Herausforderungen zu meistern, denen die Branche zurzeit gegenübersteht. Dazu zählt auch, dass einseitige Bild über die Schweinehaltung in der Öffentlichkeit zu korrigieren und die Betriebe dazu ermutigen, sich an den aktuellen Debatten aktiv zu beteiligen.

Wir wünschen Ihm viel Erfolg, mit dem großen Fußabdruck, den Lydia Kronjk hinterlassen hat.

DDI Martin Fuchs E-Mail: martin.fuchs@lk-kaernten.at 0436/5850-1503

Schweinisch (viel zu) billig

Seit rund einem Hahr geht der Preis für Schweinefleisch immer tiefer in den Keller. Geht es noch weiter nach unten? Und das Tierwohl??

(Auch) Die heimischen Schweinebauern erleben seit dem Beginn der Corona-Krise ihre wohl schwierigste Zeit. Dass die Preise für ihr Fleisch stark schwanken, sind sie an sich gewohnt, Stichwort „Schweinezyklus“.

Doch der aktuelle Preiseinbruch ist besonders dramatisch. Die Hauptgründe dafür sind zum einen der Absatzrückgang, weil Gastronomie und Hotellerie wegen der Pandemie geschlossen bleiben müssen. Wenn Gasthäuser und Kantinen wegfallen, wird das vom Heimkonsum bei weitem nicht kompensiert, so der Fachmann. Zum anderen dürfen deutsche Schweinefleischproduzenten wegen der Schweinepest nicht nach Asien verkaufen und bringen deshalb ihre Überproduktion zu billigsten Preisen auf den europäischen Markt. Gleichzeitig drängen auch US-amerikanische Produzenten mit Kampfpreisen auf den Markt.

Dabei ist die Talsohle wohl noch gar nicht erreicht. Ein österreichischer Schweinebauer muss für zumindest kostendeckende Produktion mit 170 Euro pro Schwein rechnen. Derzeit bekommen die heimischen Produzenten nur noch 140 Euro, das bedeutet somit einen Verlust von 30 Euro für jedes Tier, Preistendenz weiter fallend, Verlusttendenz weiter steigend. „Wir können aber nicht aufhören, weil wir einen Metzger im Ort haben“, klagt ein Schweinebauer sein Problem. „Und wenn der das Schwein nicht mehr von mir bekommt, muss er es sich irgendwann von irgendwo holen.“

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist , das die aktuellen Diskusionen rund um Schweinehaltung und Schlachthöfe in Österreich (und noch mehr in Deutschland )erkennen lassen – es interessiert die Menschen wo ihr Schweinefleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Aber denoch wird viel zu viel auf Billigprodukte gegriffen.

Mehr als 37 kg Schweinefleisch isst jeder Österreicher im durchschnitt pro Jahr. Vor allem in Würsten und Schinken können die Konsumenten jedoch nicht erkennen wo das Fleisch herkommt, dies muss nicht so wie beim Frischfleisch gekennzeichnet sein. Man weiß also nicht ob man Biofleisch, Fleisch aus einem Tierwohl Stall oder von einer konventionellen Stallung konsumiert.

Besonders bei Schweinefleisch ist dieser Umstand doppelt kritisch, da dieses wie oben erwähnt bevorzugt als Lockware zu billigen Preisen in den Supermärkten eingesetzt wird.

Wer also grundsätzlich das Billigste kauft, wenn es um Fleisch, Wurst oder Schinken geht, agiert gegen wichtige Werte, denn damit legt man Tierqual oder schlechte Arbeitsbedingungen für Verarbeiter in den Einkaufskorb legen! In der überwiegenden Mehrzahl sind die Schweinemäster in Österreich großteils noch bäuerliche Familienbetriebe, die in kleinen Einheiten produzieren. Und: Lohnniveau und Gehaltsbedingungen in heimischen Schlachthöfen liegen aufgrund der strengen österreichischen Arbeitsmarktregulierungen bedeutend höher als im umliegenden EU-Land.

Lidl schafft den Bauernbonus bei Schweinefleisch schon wieder ab

Der Discounter Lidl streicht den Preisaufschlag für Schweinefleisch aus Deutschland. Der Wettbewerbsnachteil sei zu groß, heißt es aus Neckarsulm.

Nach nur knapp zwei Monaten hat der DiscounterLidl die Preiserhöhung für deutsche Schweinefleischprodukte wieder abgeschafft. Das bestätigte das Unternehmen der Schwarz-Gruppe heute auf Anfrage von agrarheute.

„Die Entwicklung der vergangenen Wochen hat gezeigt, dass der Markt unserem Preissignal nicht gefolgt ist. Dadurch ist uns ein erheblicher Wettbewerbsnachteil entstanden“, erklärte Lidl.

Am 10. Dezember hatte der Discounter angekündigt, die Verbraucherpreise für zehn Artikel aus Schweinefleisch mit sofortiger Wirkung um umgerechnet 1 Euro pro kg anzuheben. Der Mehrerlös sollte den Landwirten über die Schlachter und Vermarkter in vollem Umfang ausgezahlt werden.

Es sei Lidl jedoch nicht möglich, die Preise dauerhaft und allein auf erhöhtem Niveau zu halten, so der Einzelhandelsriese. „Ab sofort müssen wir uns im Schweinepreissegment wieder dem Marktniveau anpassen“.

Gleichwohl versicherte Lidl: „Wir werden die deutsche Landwirtschaft weiterhin fördern, indem wir die andauernden Gespräche konstruktiv unterstützen und auf Produkte aus heimischer Landwirtschaft setzen.“