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So lässt sich die Raufuttergabe praktisch umsetzen

Schweinen muss zusätzlich organisches und faserreiches Beschäftigungssmaterial angeboten werden. Wie das praktisch aussehen kann, war Thema auf der digitalen EuroTier 2021.

Seit Anfang Februar 2021 ist es Gesetz: Gemäß der Tierschutz Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) muss jedes Schwein jederzeit Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem und in ausreichender Menge vorhandenem organischen und faserreichen Beschäftigungsmaterial haben, das erstens von dem Schwein untersucht und bewegt werden kann und zweitens von ihm veränderbar ist und damit seinem Erkundungsverhalten dient.

Schweine wollen Bucheckern und Eicheln zur Beschäftigung. Wie das in der Praxis aussehen kann, hat das Unternehmen Meier-Brakenberg am 9. Februar auf der digitalen EuroTier vorgestellt.

Bei dem Entwickeln der neuen Produkte zur Gabe von Beschäftigungsmaterial hat das Unternehmen eng mit der Wissenschaft und Praxis zusammengearbeitet. So flossen unter anderem Versuchsergebnisse von Dr. Eckhard Meyer, LfULG Sachen ein:

  • Bereits Aufzuchtferkel bevorzugen Futtermittel, die an die Konsistenz von Bucheckern oder Eicheln erinnern. Sie akzeptieren Strohpellets zwei- bis dreimal besser als Stroh.
  • Intensiv wachsende Ferkel haben einen Rohfaserbedarf von 4,5 Prozent im Ferkelaufzuchtfutter und 5,2 Prozent in der Mast. Wird der Bedarf über das Futter nicht gedeckt, decken sie den Rest über das Beschäftigungsfutter.

Pelletiertes, rohfaserreiches Ergänzungsfuttermittel wirkt sich positiv auf unerwünschte Verhaltensweisen aus und schafft die Voraussetzung, dieses hygienisch und automatisiert in den Betrieb zu bringen. Zudem verbessert es die Zunahmen und verringert die Verluste.

Meier-Brakenberg entwickelte insgesamt vier Produkte (siehe Tabelle) die von Prof. Dr. Martin Ziron, FH Südwestfalen, in mehreren Versuchen verglichen wurden. Er kam unter anderen zu folgenden Ergebnissen:

  • In der Ferkelaufzucht wurde der Stohautomat mit den meisten Tierkontakten und der längsten Nutzungsdauer von den Ferkeln bevorzugt.
  • Bei den Mastschweinen erfassten die Wissenschaftler die meisten Tierkontakte bei der Strohraufe und die längste Nutzungsdauer beim Pelletautomaten.
  • Der tägliche Raufutterverbrauch war sowohl in der Aufzucht als auch in der Mast beim Pelletautomaten am höchsten.

Man kann festhalten, dass Raufutter Pflicht ist. Aber es beschäftigt die Schweine und rechnet sich deshalb nicht nur für mehr Tierwohl. Da jeder Betrieb andere Anforderungen hat, gibt es aber auch hier nicht die eine Lösung.