Beginn der Rückkehr zur Normalität am EU-Schweinemarkt  – Preise steigen endlich

Beginn der Rückkehr zur Normalität am EU-Schweinemarkt – Preise steigen endlich

Stabile und aufwärts tendierende Notierungen kennzeichnen den Schweinemarkt. Auch in Deutschland konnten die Schweinepreise erstmals nach 13 Wochen leicht zulegen.

Das hilft endlich auch den Notierungen nach oben. Aus mehreren europäischen Ländern werden ebenfalls leicht steigende Preise für Schlachtschweine gemeldet, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in ihrem wöchentlichen Marktüberblick. Ausgenommen von der einsetzenden Erholung waren bis zuletzt – neben Deutschland – auch Frankreich und Dänemark. Doch nun scheint der Markt auch hierzulande allmählich zu drehen.

Für einige Probleme sorgte zuletzt der unerwartet heftige Wintereinbruch mit spürbaren Einschränkungen in der Logistik, berichten Marktbeobachter. Das Angebot in Deutschland geht jedoch weiter deutlich zurück, so dass sich die Marktlage zusehends verbessert, so die ISN.

Hohe Preise lassen sich vor allem im Export nach China erzielen – wenn man denn liefern darf. Entsprechend diesen Exportmöglichkeiten entwickeln sich auch die Preise zwischen den Ländern Europas und teilweise auch innerhalb eines Landes auseinander. Aus diesem Grund beträgt die Preisdifferenz der korrigierten Notierung zwischen Spanien und Deutschland satte 38 Cent, hat die ISN ausgerechnet.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist die Entwicklung der Corona-Pandemie mit ihren Folgen für die Gastronomie und den Tourismus. Aus diesen Segmenten fehlen der Nachfrage noch die dringend nötigen Impulse für einen weiteren Preisanstieg.

Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 18. bis 24. Februar einen Schweinepreis von 1,21 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung sind die Preise damit um 2 Cent gestiegen. Die Preisspanne lag diese Woche zwischen 1,19 und 1,25 Euro je kg.

Die Zahl der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war jedoch wieder etwas höher als in der Vorwoche und wird mit 259.200 angegeben. Das waren gut 4 Prozent mehr als für die Vorwoche mit 249.200 Schweinen abgerechnet wurden.

Die nicht zu reichlich ausfallenden Angebotsmengen am deutschen Ferkelmarkt treffen weiterhin auf eine vornehmlich lebhafte Nachfrage, so dass in der laufenden 7. Kalenderwoche mit weiter ansteigenden Ferkelpreisen gerechnet werden kann, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 15. bis 21. Februar mit 32,50 Euro je Stück angegeben.

Das ist ein erneutes Plus zur Vorwoche von 2 Euro pro Ferkel.

Die Rückkehr zur Normalität am EU-Schweinemarkt scheint zu starten. Weil Spaniens Schweine zunehmend in China gefragt sind und die Überhänge in Deutschland wegschmelzen, keimt vorsichtiger Optimismus auf Erzeugerebene auf. In Deutschland (+ 0,02) konnte die EZG-Vereinigung nach 13 Wochen Stillstand erstmals leicht zulegen, wenngleich in Bayern noch Überhänge gemeldet werden. Wie üblich zeigt sich der Fleischmarkt in der Faschingswoche impulslos. Auch wenn heuer keine Karnevalsstimmung aufgekommen ist, die Essgewohnheiten bestimmen den Speiseplan, wo aktuell vermehrt Fisch Vorrang hat.

In Österreich hat die Suche nach schlachtreifen Schweinen eingesetzt, weil binnen drei Wochen das Angebot von 105 % auf 93 % gesunken ist. Am Fleischmarkt ist diese Entwicklung noch nicht angekommen. Kein Wunder, wenn Wintertourismus- und Gastronomieabsatzmöglichkeiten fehlen. Einmal mehr zeigen sich die Chinaexporteure nicht unzufrieden und sorgen für einen flüssigen Warenstrom. Vor diesem Hintergrund konnte an der Ö-Börse das knappe Angebot rasch disponiert und ein Plus von 2 Cent erzielt werden.