Globale Agrarpreise steigen explosionsartig – was bringt’s den Bauern?

Globale Agrarpreise steigen explosionsartig – was bringt’s den Bauern?

Die globalen Agrarpreise steigen explosionsartig. Im Februar waren die Exportpreise für Agrarprodukte so hoch wie zuletzt im Juli 2014.

Allerdings steigen auch die Kosten für Energie, Dünger und andere Betriebsmittel teilweise noch stärker an, sodass ein Teil der höheren Erlöse wieder aufgefressen wird. Das zeigt ein Blick auf die Rohölpreise, den wichtigsten Indikator für die Entwicklung der globalen Wirtschaftstätigkeit und der Produktionskosten.

Auch die Frachtkosten – also die Kosten für den Transport von Agrarprodukten und anderen Rohstoffen – verteuern sich im Schnellzugtempo. Nach den Daten des globalen Transportkosten-Index Baltic Dry haben sich die Schiffstransportkosten seit Mai vorigen Jahres fast verfünffacht. Das hat zum einen mit den Störungen der Handelsketten durch die globalen Corona-Maßnahmen zu tun, zum anderen mit der großen Knappheit an Fracht-Containern in einer boomenden Nachfragephase.

Nach Einschätzung von Analysten hat ein neuer Rohstoff-Superzyklus begonnen. Das zeigen die steigenden Agrarpreise ebenso wie die Ölpreisrallye. Grund ist die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie. Dazu kommen aber noch andere Treiber. Für die Landwirte steigen zwar die Preise – aber auch die Kosten.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex lag im Februar im Durchschnitt bei 147,4 Punkten: Ein Anstieg gegenüber Januar um 8,6 Punkte ode 6,2 Prozent. Der Index erreichte damit den höchsten Stand seit April 2012. Die anhaltende Stärke spiegelte festere Preise für Palmen-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöle wider.

Die internationalen Palmölpreise stiegen im Februar zum neunten Mal in Folge, was auf die Sorgen hinsichtlich niedriger Lagerbestände in führenden Exportländern zurückzuführen war.

Gleichzeitig befanden sich die Soja-Notierungen weiterhin in einem Aufwärtstrend, der hauptsächlich die derzeitigen weltweiten Versorgungsengpässe vor dem Eintreffen der neuen Ernte aus Südamerika widerspiegelt.

Der FAO-Milchpreisindex lag im Februar im Durchschnitt bei 113,0 Punkten. Das ist ein Plus von 1,9 Punkten bzw. 1,7 Prozent gegenüber Januar. Außerdem stiegen die Milchpreise zum neunten Mal in Folge und näherte sich einem 40-Monatshoch.

Der FAO-Fleischpreisindex lag im Februar im Durchschnitt bei 96,4 Punkten. Das ist ein Plus von 0,6 Punkten bzw. 0,6 Prozent gegenüber Januar und markiert den fünften monatlichen Anstieg in Folge. Dennoch liegen die Fleischpreise damit immer noch 4,1 Punkte bzw. 4,0 Prozent unter dem Niveau im entsprechenden Monat des Vorjahres.

Im Februar stiegen die internationalen Preisnotierungen für Rinder- und Schaffleisch hauptsächlich aufgrund des knappen Angebots in wichtigen Produktionsregionen, was durch die geringere Schlachtung in Ozeanien infolge Bestandsaufstockung nach der Dürre in Australien noch verstärkt wurde.

Im Gegensatz dazu gingen die Notierungen für Schweinefleisch zurück, was auf geringere Einkäufe aus China und einem noch immer großen Überangebot nicht verkaufter Schweine in Deutschland aufgrund des anhaltenden Exportverbots für asiatische Märkte zurückzuführen war, berichtet die FAO.

Trotz der durch Winterstürme verursachten Versorgungsstörungen in den USA belasteten die reduzierten Käufe Chinas außerdem auch die weltweiten Geflügelpreise.