GVO-freie Fütterung: Abstimmungsfehler sorgt für Verwirrung

Die Regierungsfraktionen ÖVP und Grüne stimmten versehentlich einem Antrag der Opposition zu. Jetzt soll der Fehler behoben werden.

Den Abstimmungsfehler der Regierungsfraktionen im Agrarausschuss zur GVO-freien Fütterung im AMA-Siegel wollen ÖVP und Grüne im Parlament so schnell wie möglich wieder korrigieren. Das machte ÖVP-Agrarsprecher Georg Strasser gegenüber Journalisten klar. Der Abstimmungslapsus von ÖVP und Grünen sorgte für einige Verwirrung.

Der Neos-Antrag werde daher im Mai im Plenum abgelehnt. So haben ÖVP und Grüne am Dienstag (4.5.) versehentlich dem Antrag der Neos zugestimmt. Dieser sieht kein AMA-Gütesiegel für Produkte vor, welche nichteuropäisches Eiweißfutter enthalten.

In der gleichen Sitzung haben ÖVP und Grünen auch ihrem eigenen Antrag zugestimmt, der im Plenum mehrheitsfähig sein wird. Danach soll das AMA-Gütesiegel im Sinne eines verstärkten Einsatzes von gentechnikfreiem Soja weiter entwickelt sowie die Eigenversorgung mit gentechnikfreiem und europäischem Soja gestärkt werden. Außerdem sollen die Tierwohlkriterien mittelfristig aufgenommen werden.

„Wir wollen eine marktbasierte Entwicklung und eine sichere Eigenversorgung mit gentechnikfreiem, europäischem Soja“, so Strasser. Wichtig sind begleitende Maßnahmen, insbesondere in der nationalen Ausgestaltung der GAP. Damit ist laut Strasser sicherzustellen, dass Bäuerinnen und Bauern gentechnikfreie regionale und europäische Eiweißquellen für Futtermittel zur Verfügung stehen. Er wünscht sich ein Ergebnis der Verhandlungen noch vor dem Sommer. Spätestens im Herbst soll es dann einen zeitlichen und finanziellen Rahmen geben.

In dem türkis-grünen Antrag fordern die beiden Fraktionen, dass die Mehrkosten von 2,30 bis über 8,60 € pro Mastschwein von den Markteilnehmern getragen werden müssen.Die Vereinigung der österreichischen Schweinebauern VÖS sieht aktuell wegen der gestiegenen Sojapreise die Mehrkosten sogar bei über 16 €/Mastschwein.

Parallel zum Umstellungsprozess sollen bereits bestehende Zusatzmodule des AMA-Gütesiegels GVO-frei, Bio und Tierwohl verstärkt durch die AMA-Marketing GmbH beworben werden. Im Zuge der Überarbeitung der Basisanforderungen an die Tierhaltung im AMA Gütesiegel sollen auch die Tierwohl-Anforderungen wie Schwänzekupieren oder Vollspaltenboden weiterentwickelt werden.

 Grüne und ÖVP fordern, dass sich an den Mehrkosten auch Konsumenten über die Händler und Verarbeiter sowie die Gastronomie und die öffentliche Beschaffung beteiligen müssen. Die Bauern dürften nicht darauf sitzen bleiben. „Es braucht neue Ansätze im Bereich der Finanzierung der Mehrkosten, um die Umstellung auf europäisches/GVO-freies Soja in der Schweinefütterung und mehr Tierwohl kostenneutral zu bewältigen“, heißt es im Antrag. Strasser versichert, dass derzeit bereits entsprechende Gespräche mit allen Beteiligten dazu geführt werden.

Neue Rekorde beim Fleischimport in China

Aufgrund der Afrikanischen Schweinpest hat China im letzten Jahr eine neue Höchstmenge an Schweinefleisch importiert. Die wichtigsten Lieferanten waren Spanien und die USA.

China hat im vergangenen Jahr infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eine Rekordmenge an Schweinefleisch eingeführt; in diesem Jahr sind die bisherigen Bezugsmengen sogar noch höher. Wie aus Daten der Zollverwaltung hervorgeht, hat die Volksrepublik im ersten Quartal 2021 insgesamt 1,43 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen importiert; das waren 237.400 t oder ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Gros bestand mit 1,14 Mio. t aus frischer und gefrorener Ware, deren Einfuhrvolumen um 22,9 % zunahm. Bei den Schlachtnebenerzeugnissen war der Anstieg mit 9,4 % auf 289.200 t verhaltener.

Mit Abstand wichtigster Schweinefleischlieferant für den chinesischen Markt war Spanien. Die von den Iberern verschiffte Menge legte gegenüber den ersten drei Monaten 2020 um 113,4 % auf 455.200 t zu. Infolge dieser sehr guten Vermarktungsmöglichkeiten wurden die Schlachtschweine in Spanien knapp, und die Notierung am Mercolleida stieg im ersten Quartal 2021 um 33 % an.

Auf Rang zwei der wichtigsten Drittlandsanbieter in China rangierten die USA; diese mussten aber einen leichten Absatzrückgang um 1,2 % auf 209.000 t hinnehmen. Zwar konnte der US-Export von Schlachtnebenerzeugnissen in die Volksrepublik um 64,5 % auf 71.700 t zulegen, doch wog der Rückgang bei der Ausfuhr von frischer und gefrorener Ware mit 18,3 % auf 137.300 t schwerer.

Die Niederlande konnten sich, wie viele andere Staaten der Europäischen Union auch, über einen Anstieg ihrer Schweinefleischexporte nach China freuen. Die Tonnage insgesamt nahm gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 40,1 % auf 140.800 t zu. Dahinter rangierte Dänemark mit einem Absatzplus von knapp 10 % auf 128.600 t, das allerdings durch den stagnierenden Verkauf von Nebenerzeugnissen gebremst wurde. Deutschland hat seine hohen Marktanteile in China nach dem Auftreten der ASP vollständig verloren; auch dies erklärt die starken Zugewinne bei anderen Wettbewerbern.

Zweigeteilter Ferkelmarkt in Österreich

Der Ferkelmarkt ist in Österreich derzeit zweigeteilt. Während in der Steiermark Überschüsse zu verzeichnen sind, ist die Lage in OÖ und NÖ durch eine gute Nachfrage gekennzeichnet. Konsequenz daraus ist eine unveränderte Notierung für Österreich.

EU-weit gesehen bleiben die Marktverhältnisse in Deutschland sowohl bei Schlachtschweinen als auch bei Ferkeln am schwierigsten. Die Nachwehen der reduzierten Schlachtungen über die Osterfeiertage wirken in unserm Nachbarland noch immer nach. Überall sonst stellen sich die Märkte deutlich gefestigter dar. Namhafte Schweineproduktionsländer konnten ihr Preisgefüge weiter stabilisieren oder sogar leicht aufheben.

Die Angebots- und Nachfrageverhältnisse auf den europäischen Ferkelmärkten ändern sich aktuell nur geringfügig. Der Trend in Richtung ausgeglichene Mengenverhältnisse ist aber überall erkennbar. Die Periode einer extrem knappen Ferkel-Versorgungslage wird damit in den nächsten Wochen zu Ende gehen.

Für Österreich zeigt eine Gesamtbetrachtung nach wie vor ein Ferkeldefizit. Dabei liegen jedoch bereits regionale Unterschiede vor. Ausgeprägter fallen diese Fehlmengen noch in NÖ und OÖ aus. Auch am Heimmarkt dürften sich Angebot und Nachfrage relativ zeitnah die Waage halten. Die Notierung bleibt mit 2,80 €/kg unverändert zur Vorwoche.

US-Schweinemarkt im Höhenrausch – Preise steigen auf über 2 €

In den USA gehen die Schweinepreise gerade durch die Decke. Die Schere zwischen den deutschen und den amerikanischen Preisen ist so groß wie lange nicht. Was steckt dahinter?

Trotz niedriger Temperaturen haben die US-Schweinepreise bereits die Schallmauer von 2 €/kg durchbrochen. Seit Jahresbeginn haben sich die Preise verdoppelt. Dabei steht die Barbecue-Saison noch bevor. Heribert Breker von der Landwirtschaftskammer NRW erklärt, was hinter der Kursrallye steckt, und wie es voraussichtlich weitergeht?

Auf der Angebotsseite sorgen die unerwartet niedrigen Schlachtzahlen für einen zu geringen Nachschub. Auch die Schlachtgewichte haben deutlich nachgegeben. Die vierteljährliche Inventur der Schweinebestände zeigt, was viele Experten in diesem Umfang nicht erwartet hatten: Die US-Farmer haben ihre Schweinebestände kräftig dezimiert. Auslöser waren die extrem niedrigen Erlöse in der Anfangsphase der Corona-Pandemie von Juni bis August 2020. Damals lagen die Preise bei umgerechnet 0,55 bis 0,70 €/kg SG.

Die Ferkelpreise rutschten ebenfalls dramatisch ab und lagen nur noch bei 6 bis 12 € für ein 40-Pound-Tier (rund 18 kg). Teilweise wurden Ferkel „entsorgt“ und Sauen nicht mehr belegt. Das Ausmaß des Produktionseinbruchs wurde lange Zeit unterschätzt. Kein Wunder, dass heute so viele Schlachtschweine fehlen.

Der Rückgang der Schweinehaltung zeigt sich nun im Lager. Die monatlichen Inventuren der Kühlhausbestände liegen um 25 % niedriger als im 5-Jahresdurchschnitt. Im Falle der beliebten Bellies (Bäuche) liegen die Zahlen sogar um 55 % unter den Mittelwerten.

Dabei sollten um diese Jahreszeit die Reserven für die nachfragestarke Sommerphase weit über dem Durchschnitt liegen. Die Mengen aus laufenden Schlachtung reichen in der Hochphase der Grillsaison längst nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Marktbeteiligten versuchen deshalb jetzt, Vorräte um jeden Preis zu sichern.

Der US-Export von Schweinefleisch ist nicht der Grund für die Versorgungsengpässe. Die Ausfuhren sind schon seit Monaten unterdurchschnittlich. In den ersten drei Monaten dieses Jahres bewegten sie sich zwischen 10 und 15 % unter dem Vorjahreswert. Angesichts der hohen US-Schweinepreise ist das auch nicht überraschend. Die Konkurrenz aus der EU oder Brasilien ist da derzeit deutlich günstiger unterwegs.

An der Terminbörse in Chicago zeigt sich der Hype bisher nur für den Liefermonat Mai 2021. Für den Juni/Juli liegen die Kurse schon wieder etwas niedriger und der Liefermonat Oktober 2021 steht aktuell nur bei 1,55 €/kg. Das ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber erfahrungsgemäß halten Höhenflüge meist nur kurz.

Agrarkosten explodieren- für uns Tierhalter

Die Kosten für Betriesmittel sind auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Und alle wichtigen Frühindikatoren zeigen: Die Kosten steigen ungebremst weiter- und sie gehen für viele Vorprodukte gerade durch die Decke.

Eine ähnliche starke Kostenexplosion hat es zuletzt vor 10 Jahren gegeben. Manche Ökonomen warnen bereits vor einer galoppierenden Inflation. Schaut man einmal auf die jüngste Kostenentwicklung für landwirtschaftliche Betriebsmittel, dann ist für noch höhere Kosten eigentlich kein Spielraum. Denn in den letzten Wochen haben sich Düngemittel, Diesel und Energie, Pflanzenschutz und auch Investitionsgüter wie Maschinen und auch die Baukosten enorm verteuert.

Die zentralen Kostentreiber für uns Tierhalter sind die Preise für Futtermittel. Hier sorgen die stark gestiegenen Preise für Getreide und Ölsaaten (Soja) für explodierende Kosten. Die derzeitigen Donau- Soja Notierungen liegen auf Wahnsinnspreisen zwischen 700-800 Euro je Tonne. Bei den derzeitigen schlechten Fleischpreisen ist das mehr als bedenklich-sozusagen ruinös.

Der Dala Lama wurde gefragt, was ihn am meisten überrascht:

Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wieder zuerlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt…..