Endlich- Kursverfall bei Soja in Chicago geht weiter

Den bereits in der vorletzten Woche eingeschlagenen Abwärtskurs setzen die Sojabohnen auch in dieser Woche fort.

Kursverluste von 20 €/t gegenüber der Vorwoche drücken die Sojabohen zum Ende des Handelstages am 25.05.2021 auf 453 €/t und damit auf den tiefsten Stand seit über vier Wochen. Belastend wirkte sich der durch die Verschärfung der Corona-Situation in Indien bedingte Nachfrageeinbruch aus. Argentinien fuhr derweil rund 85 % seiner Sojaernte ein und befeuerte mit seinen Exporten dern Angebotsüberhang weiter, während China über eine Umstellung bei Mastfutter berät. Künftig will das Reich der Mitte vor allem auf Mais und Weizen setzen. Die Aussicht auf eine gute Pflanzenentwicklung und hohe Erträge in den USA tragen ebenfalls zum aktuellen Kursrutsch bei.

Bei Raps hält das Kurshoch mit 508 €/t weiter an. Donau- Soja aus Güssing im Juni ab Werk ohne Mwst und Transport 707 /t 45 % und im Juli 711/t 45 % Profett FCA Güssing.

So soll das AMA-Gütesiegel weiterentwickelt werden

Mehr Platz, weniger Vollspalten, GVO-freie Fütterung. In den kommenden Jahren soll das AMA-Gütesiegel bei Schweinefleisch weiterentwickelt werden. Beim AMA-Fleischsymposium stellte Martin Greßl, Leiter des AMA-Qualitätsmanagements den mittel- und langfristigen Masterplan vor.

Derzeit werden jährlich rund 2 Mio. Schweine im AMA- Gütesiegel- Programm gehalten, 100.000 Schweine unter mehr Tierwohl und zusätzlich zirka 100.000 Bio-Schweine. Ziel der AMA ist es, diese besonderen Produktionssparten auszubauen und bis zum Jahr 2030 rund 1. Mio Schweine ohne Vollspaltenboden abzudecken. Dafür brauchen wir alle Vertreibsformen, nur mit dem LEH können wir dieses Ziel nicht erreichen. Eine wesentliche Rolle wird auch die öffentliche Beschaffung spielen, appellierte Greßl.

Neben dem Ausbau der freiwilligen Gütesiegel- Module will die AMA auch die Basisanforderungen schrittweise anheben. Ab nächsten Jahr sollen Neubauten mehr Platz und eine Planbefestigte Liegefläche bieten. Für bestehende Stallungen ist eine stufenweise Anhebung des Platzangebotes vorgesehen, beginnend mit 2022 um 10 %.

Auch zu der im Parlament diskutierten Umstellung auf GVO- freie Futtermittel liegt ein Plan der AMA vor. Die GVO-freie Fütterung soll als Gesamtpaket mit den besonderen Haltungsformen eingeführt werden, also mehr Tierwohl und Donau-Soja ( derzeit 800 € t.ein mutiges Unterfangen). Die Mehrkosten der Umstellung müssen nachhaltig am Markt erlösbar sein. Daher sehen wir die Chancen vor allem in jenen Segmenten, die auf langfristige Lieferverträge und Partnerschaften setzen, wie bei den Modulen oder Marken- und Regionalprogrammen, so Greßl.

Maßnahmen zur Fleischqualität sind ebenfalls im Masterplan enthalten. Mit 2022 soll ein Monitoring des Antibiotikaeinsatzes, so ähnlich aufgebaut wie beim Geflügel, verpflichtend vorgeschrieben werden. Da der Fettgehalt für den Geschack wesentlich ist, sind Adaptierungen bei der Fütterung geplant. Eine gezielte Eiweißreduktion beeinflusst das Fleisch-Fett- Verhältnis postiv und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Zu mageres Schweinefleisch schmeckt nicht gut, Fett muss wieder wertvoller werden, sagte der AMA-Qualitätsmanager. Darüber hinaus hat die AMA eine wissenschaftliche Forschungsgruppe initiiert, die sich mit den Ursachen und Gegenmaßnahmen von geschmacklichen Fehlern bei Schweinefleisch beschäftigt.

Aber der Geschmack liegt im intermuskolären Fett, dass schon einmal im Winni Projekt vor 20 Jahren von Ihg. Liebscher – Gut Streitdorf da war – und eine ganze Übernahmestelle Retz hatte sie schon – leider zu früh…….

Fortschritte beim Streptokokken-Impfstoff

Forscher sind der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Streptokokken einen Schritt näher gekommen.

Streptokokken bereiten in der Schweinehaltung große Probleme. Zurzeit erfolgt die Behandlung hauptsächlich antibiotisch, da es bisher keinen wirksamen, kommerziellen Impfstoff gegen das Bakterium gibt. Das könnte sich jedoch bald ändern. Denn Forscher am Max-Plank-Institut für Kolloid-und Grenzflächenforschung sind einem Impfstoff deutlich näher gekommen. Ihnen ist erstmals gelungen, Zuckerketten zu synthetisieren, die den Hüllen der vier Hauptvariationen des Bakteriums entsprechen. Dies sei ein wichtiger erster Schritt für die Entwicklung von Glykokonjugat-Impfstoffen gegen Streptococcus suis, teilte das Max-Planck- Institut vor Pfingsten mit.

Strptokokken-Infektionen können bei Schweinen Hirnhaut- oder Herzbeutelentzündungen hervorrufen, die nicht selten zum Tod führen. Zudem kann der Zoonoseerreger auch auf Menschen übergehen. Chemisch können wir relevante Zuckerstrukturen von Krankheitserregern wie Streptococcus suis in wenigen Stunden nachbauen und damit Impfstoffkandidaten herstellen, erklärte Prof. Seeberger vom Max- Plank-Institut. Diese ziehlten darauf ab, die Immunabwehr, die auf Mehrfachzucker von Krankheitserregern spezialisiert sei, anzuregen um Antikörper zu produzieren.

Nach Angaben der Forscher werden nun Studien an Schweinen vorbereitet, um wirksame Impfstoffe zu entwickeln. Diese sollen später in erster Linie die Tiere, aber auch Menschen, die in der Schweinebranche arbeiten zu schützen und gleichzeitig den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.

Preisexplosion bei Donau- Soja und Eiweißfutter

Während Ackerbauern von den hohen Preisen für Getreide, Mais und Ölsaaten profitieren, wenn sie noch etwas auf Lager haben- steigen die Futterkosten für uns Tierhalter in schwindelerregende Höhen. Gleichzeitig bleiben die Erlöse für Fleisch, Eier und Milch weit unten.

Besonders im Stich gelassen werden die Eier und Geflügelbauern, die schon vor Jahren auf Donau- Soja umgestiegen sind. Sofort nach dem Umstieg ging der Donau- Soja Preis in die Höhe. Der LEH sonnte sich in diesem Erfolg und die Eierbauern mussten die Mehrkosten schlucken. Aber was sich jetzt abspielt ist purer Wahnsinn. Donau Soja kostet um die 800 Euro je t. Die Supermärkte, die mit ihrer doppelbödigen Strategie und ihren billigen Marketingschmähs alle einnebeln und sogar noch belobigt werden. Sie sagen Sie tragen Verantwortung, die Wahrheit ist: für uns Bauern ist nichts übrig. ! Eine Branche geht den Bach runter……..

Aber weder der super Donau- Soja Verein , der sich noch nie für uns Bauern eingesetzt hat, oder andere rühren einen Finger dafür, und mit AMA+Tierwohl Donau-Soja Fütterung kostet alleine die Fütterung mit Donau-Soja pro Mastschwein jetzt 18 € mehr. Die NGO- Politiker. LEH und andere werden sich kaum für uns einsetzen, der nächste Schritt von uns wird wohl der Streik sein.

Auch in Deutschland stabile Ferkelpreise

Die Ferkelpreise können sich derzeit gut behaupten. Das Angebot ist überschaubar und trifft auf eine ausreichende Nachfrage. Die Marktteilnehmer beschreiben die Stimmung unter den Schweinemästern dennoch als etwa lustlos. Einige Mäster sind nicht böse, wenn die eingeplante Ferkelpartie anderswo vermarktet wird. Vor allem das extrem teure Futter bremst die Einstalllaune. Die meisten Ferkelproduzenten gehen im weiteren Verlauf trotzdem von mindestens stabilen Preisen für Ferkel aus.

Die Sauenbestände gehen in Deutschland weiter zurück. Nach 5,4 % im November rechnen alle für die Maizählung, die noch nicht vorliegt, mit einem weiteren Rückschlag.

Dänen und Niederländer müssten daher eigentlich noch mehr Ferkel nach Deutschland schicken, um die neuen Lücken zu schließen. Sie tun es aber nicht, weil sie in anderen Ländern (Österreich) Verpflichtungen haben.

In den Niederlanden greift zudem das Aufkaufprogramm für ausstiegswillige Schweinehalter. Der Sauenbestand lag Ende 2020 laut niederländischen Behörden knapp 90 000 Sauen unter dem Vorjahr!

Chinas Maishunger kennt scheinbar keine Grenzen

Peking kauft früh riesige Mengen in den USA: Ein so hohes Tempo haben die Chinesen beim Maisimport aus den USA noch nie vorgelegt. Die Exportanmeldungen privater Händler beim US-Landwirtschaftsministerium überschlagen sich derzeit geradezu. Allein in den vergangenen fünf Werktagen kaufte China rund 6,9 Mio. t Mais in den USA aus der kommenden Ernte. Fast täglich wurde ein neuer Deal über mehr als 1 Mio. t dem US-Ressort angezeigt.

Insgesamt belaufen sich die Kontraktabschlüsse im Mai für das am 1. September beginnende Vermarktungsjahr 2021/2022 bisher auf 9,5 Mio.t.

Das USDA rechnet damit, dass die Chinesen 2021/22 weltweit etwa 26 Mio.t Mais zukaufen werden, um die wachsenden Schweinebestände zu füttern. Marktbeobachter gehen davon aus. dass die Chinesen so frühzeitig riesige Mengen an Mais in den USA einkaufen, weil die brasilianische Maisernte von Trockenheit bedroht ist.

Aus diesen Grund wird es auch spannend für uns, wo bereits hohe Nassmaiskontrakte für den Herbst die Überlegungen anregen, den Mais in den Silo oder auf den Markt zu verkaufen, statt Schweine zu füttern.

Die Rolle von Fleisch in gesunden Essgewohnheiten

Ein Beitrag der Universität von Connecticut gibt einen Überblick über Empfehlungen und Forschungsergebnisse zu Proteinmenge und Qualität im Zusammenhang mit dem Beitrag von Fleisch zu gesunden Ernährungsmustern. Betrachtet werden die Auswirkungen der Proteinquelle auf Nachhaltigkeit und Umwelt.

Bei der Proteinversorgung spielt auch die Proteinqualität eine entsprechende Rolle. Die Wissenschaft zeigt, dass tierische Proteine eine höhere Verfügbarkeit haben als pflanzliche Proteine, da sie höhere Mengen und einzigartige Profile essenzieller Aminosäuern enthalten. Bei komplementärer Proteinversorgung über pflanzliche Lebensmittel kann die geringere Proteinqualität teilweise durch den Verzehr von mehr Gesamtprotein und die Mischung unterschiedlicher Proteinquellen überwunden werden. Dies kann jedoch unbeabsichtigte Folgen im Kontext der Gesamternährung haben, z.b höhere Gesamtkalorien.

Aber die Lebensmittelindustrie verändert sich: Der Markt für pflanzenbasierte Ersatzprodukte wächst kontinuierlich. Davon zeugte die internationale ,,New Food Conference“ bei der sich Ende April die Branche traf. In-vitro- Fleisch: Die Produktionskosten für Fleisch aus Zellkulturen übersteigen die Kosten traditioneller Produkte derzeit noch immer um ein Vielfaches. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine niederländische ….

Eu-Schweinepreise: Knoten geplatzt- Notierungen steigen

In den europäischen Schlachtschweinemarkt kommt Bewegung. Die Notierungen für Schlachtschweine legen in vielen EU- Mitgliedsländern moderat bis deutlich zu. Die treibenden Kräfte sind im Wesentlichen ein überschaubares Lebendangebot sowie der Ausblick auf eine anziehende Fleischnachfrage durch Lockerungsschritte bei unseren Nachbarn. Bei uns in Östereich geht es ja morgen nach 7 monatigen Lockdoon los. Der Schweinebraten in der Gastronomie wird bald eingeschoben. Damit dürfte sich der Aufwärtstrend beim Schlachtschweinepreis fortsetzen, denn man umbedingt braucht um die steigenden Futterkosten abzufedern.

Aber dadurch werden die Ferkelpreise wieder an Fahrt gewinnen. Die Angebots- und Nachfrageverhältnisse stellen sich auf den heimischen Ferkelmärkten weitgehend ausgeglichen dar. Die Wartezeiten für die Schweinemäster haben sich inzwischen völlig aufgelöst. Insgesamt liegen die aktuellen Ferkelzahlen unter dem Schnitt der Vorjahre, jedoch belasten derzeit immer mehr Ferkelangebote aus Direktbeziehungen das Vermittlungsgeschäft.

Donau- Soja Rekordpreis und eine Branche geht unter

Rekordhoch! Der Donau-Soja befindet sich im unaufhaltsamen Höhenflug und ist für die Hühnerhalter nicht mehr zu stemmen. Aber man hört nichts von einer EZG, ZAG und allen anderen Vertretungen aus diesem Bereich, dass sich der LEH nicht bewegt und außer seinen Versprechungen ( bei einer Sitzung in Güssing- wir zahlen alles- nur wo??) so oder so nur die Donau-Soja Fütterung auf den Rücken der Hühnerbauern austrägt. Die Überschüsse im Eierbereich , durch Corona bringen die Branche bald zum Untergang….

Und so ähnlich will man jetzt das auch bei den Schweinen. Zu Irritationen unter uns Schweinebauern sorgt der jüngste Landwirtschaftsausschuss im Parlament. In diesem wurde ein Entschließungsantrag verabschiedet, um mittelfristig die derzeit bestehende GVO-Lücke im AMA-Gütesiegelprogramm rund um die Verfütterung von Gentechnik- freien Soja am Schwein zu schließen. Der Antrag wird am 20. Mai im Plenum des Nationalrates diskutiert. Um ausreichend Donau-Soja für den Schweinebereich zu haben , müssen wir halb Europa umstellen. aber die Politiker werden dass schon machen. Von uns jetzt mehr Tierwohl , Vollspaltenverbot und Donau- Soja Fütterung verlangen wollen , um den Mainstreet gerecht zu werden und dann später am Altar des LEH zu opfern. Denn die Schweinebranche steht momentan auf der gleichen Stelle, wie die Eierproduktion (Käfigverbot) vor 20 Jahren. Qua Vadis……..

Zehn gute Gründe, Fleisch zu essen

Die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft hat in der aktuellen Ausgabe ihrer Veröffentlichungsreihe Greenfacts zehn Gründe aufgeführt, warum man Fleisch essen sollte. „Wir wollen zeigen, dass sich die Produktion von Fleisch und Lebensmitteln tierischen Ursprungs in Deutschland durch hohe Ansprüche an eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung und an eine rückverfolgbare Prozesskette auszeichnet“, so FNL-Geschäftsführer Dr. Anton Kraus. „Aber auch auf Kritik und Vorurteile gehen wir ein und beantworten gesellschaftlich häufig diskutierte Fragen.“

1     Fleisch ist gesund, schmeckt gut und ist vielseitig

Menschen sind von Natur aus „Allesesser“. Das heißt, dass sie neben pflanzlicher auch tierische Nahrung aufnehmen sollten. Fleisch liefert hochwertiges Eiweiß, viel Eisen und Vitamine. Unser jährlicher Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch beträgt  derzeit 89 kg, davon rund 19 kg Geflügel-, 54 kg Schweine- und 13 kg Rindfleisch.

2     „Massentierhaltung“ hat nichts mit Tierleid zu tun

Die Anzahl der Tiere ist nicht entscheidend für ihr Wohlergehen und für eine tiergerechte Haltung. Entscheidend sind andere Dinge: Die Möglichkeit, sich tiergerecht verhalten zu können, das Fehlen von Durst und Hunger sowie die Abwesenheit von Angst, Leiden oder Krankheiten. Eine Steigerung der ökonomischen Effizienz bedeutet nicht automatisch eine Verschlechterung des Tierwohls.

3     Bedürfnisse der Tiere stehen heute im Vordergrund

Wissenschaftler und Praktiker beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren. Geachtet wird dabei auch darauf, dass die Tiere ihr natürliches Verhaltensrepertoire ausleben können. So werden Sauen in Gruppen gehalten oder Kühe überwiegend nicht mehr angebunden. Nur gesunde, tiergerecht gehaltene Nutztiere können auch ihr volles Leistungspotential ausschöpfen.

4     Fleischkonsum trägt nicht zur Abholzung von Regenwäldern bei

Nur etwa 14 % des hierzulande verbrauchten Eiweißfutters stammen aus Importen. Europa exportiert Getreide und führt im Gegenzug Eiweißfuttermittel wie Soja aus Schwellenländern ein. Soja ist ein wichtiger Eiweißträger und stammt zum weitaus überwiegenden Teil aus traditionellen Erzeugungsgebieten, in denen der Anbau seit Jahrzehnten erfolgt: die USA, Argentinien und Brasilien. Auch heimische Eiweißquellen wie Raps oder Leguminosen ergänzen das Futterangebot.

5     Futterpflanzenanbau keine Konkurrenz zu menschlicher Ernährung

Die Argumentation „Teller oder Trog“ lässt außer Acht, dass viele landwirtschaftliche Flächen aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften nicht für den Anbau von Nahrungsmitteln, sondern als Weide nur durch Wiederkäuer zu nutzen sind. Tiere verwerten zudem oft Getreide, das zur Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel nicht geeignet ist. Zudem gibt es auch Koppelprodukte aus beispielsweise Raps, die sowohl zur menschlichen Ernährung (Rapsöl), Fütterung (Rapsschrot) und auch zur Energiegewinnung genutzt werden können.

6     Nutztierhalter sind an strenge gesetzliche Aufagen gebunden

Landwirte sind an strenge gesetzliche Vorgaben bezüglich Immissionsschutz und Art des Haltungsverfahrens gebunden. Tierschutzgesetz, Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung oder Futtermittelverordnung sind nur einige Beispiele für den gesetzlichen Rahmen, der Nutztierhaltern gesteckt ist.

7     Fleisch aus Deutschland ist Teil einer kontrollierten Prozesskette

Die Produktion und Vermarktung von Fleisch ist ein rückverfolgbarer Prozess – angefangen von der Futtermittelherstellung über die Landwirtschaft, die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel. Deutsche Prüfsysteme wie z.B. „QS“ integrieren jeden einzelnen Schritt in ein Qualitätssicherungssystem. Prozess- und Produktqualität werden in Deutschland gleichermaßen gesichert.

8     Die Landwirte in Deutschland sind sehr gut ausgebildet

Von den im Jahre 2010 erhobenen 51.000 Hofnachfolgern verfügten fast alle über mindestens eine landwirtschaftliche Fachausbildung. Somit ist eine hohe Kompetenz, Tierwohl zu beurteilen, gewährleistet. Denn im Mittelpunkt der täglichen bäuerlichen Arbeit steht die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere.

9     Die Qualität von Fleisch ist gesetzlich streng reglementiert

Gesetze, die die Verarbeitung und den Handel mit Fleisch regeln, sind unter anderem das Handelsklassengesetz oder das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch.

10    Nutztierhaltung ist ein wichtiger Erwerbszweig in Deutschland

Von den rund 300.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland halten 210.00 Betriebe Tiere. Da die Bauern drei Fünftel ihres Jahresumsatzes von 53 Mrd. € damit erwirtschaften, ist die Haltung von Nutztieren für die deutsche Landwirtschaft das wirtschaftliche Rückgrat. Nimmt man die Umsätze der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche hinzu, dann wird durch die gesamte Produktionskette bei Milch, Fleisch, Eiern und Binnenfischen sowie Honig ein Umsatzvolumen von weit mehr als 200 Mrd. Euro generiert. Rund 2,6 Mio. Erwerbstätige sind in Deutschland in dieser Produktionskette zusammen mit dem Handel beschäftigt.

Corona-Lockerung und Feiertage geben den Schweinepreisen Auftrieb

Die vorsichtige Lockerung der Corona-Auflagen gibt den Schweinepreisen einen kräftigen Schub nach oben. Die Nachfrage nach Grillfleisch und -würstchen ist ein zuverlässiger Impulsgeber für die Schweinepreise.

Mit einem Plus von 5 Cent hat die ISN-Schweinebörse heute abgeschlossen. Der Durchschnitterlös kletterte auf 1,60 Euro je kg Schlachtgewicht. Von acht angebotenen Partien mit 1.180 Schweinen wurden sieben Partien mit 1.020 Tieren abgesetzt. Seit Anfang des Monats ist der Börsenpreis somit um 13 Cent gestiegen.

Der Spotmarkt liegt nun deutlich über der Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG). Die VEZG hatte ihre Notierung am Mittwoch um 4 Cent angehoben auf 1,46 Euro je kg Schlachtgewicht.

Das Lebendangebot an Schlachtschweinen fällt derzeit zunehmend kleiner aus. Zugleich dürften die ersten Öffnungen in der Gastonomie und dem Toursmus den Bedarf an schlachtreifen Tieren und Schweinefleisch in den nächsten Wochen erhöhen. Die Feiertage machen außerdem Hoffnung auf eine steigende Nachfrage nach Grillgut.

Analysten verweisen auf andere EU-Mitgliedstaaten, wo die Notierungen zuletzt schon etwas angezogen haben. Diese hatten allerdings auch die Möglichkeit, mehr Schweinefleisch in lukrativere Drittländer zu exportieren.

Dies trifft insbesondere auf Spanien zu, wo das Lebendangebot unter dem Bedarf der Schlachtbetriebe lag. Daran hat sich nach Angaben des Mercolleida in dieser Woche grundsätzlich nichts geändert, auch wenn die Schweine nach wie vor vergleichsweise schwer zur Schlachtung gelangen. Für die Notierung wurde ein Plus von 2 Cent/kg Lebendgewicht erwartet.

In Frankreich blieb die Notierung mit 1,541 Euro/kg SG unverändert. Trotz reduzierter Schlachttätigkeit wegen Himmelfahrt und einem Streik in einem Schlachtbetrieb sei das Lebendangebot nicht zu groß, hieß es am Marché du Porc Breton. In Italien wurde die Situation am Schweinemarkt als leicht verbessert beschrieben, da in der zweiten Monatshälfte etwas weniger Schweine verfügbar seien und die Grillfleischnachfrage angezogen habe.

USA: Fortschritte beim ASP-Impfstoff für Wildschweine

US-Wissenschaftler haben einen oronasal verabreichten Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest erfolgreich getestet. Dies könnte Fortschritte für einen ASP-Impfstoff für Wildschweine bringen.

Wissenschaftler aus den USA verkünden große Fortschritte bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Ein in den USA entwickelter ASP-Impfstoff, der über den oronasalen Weg – d.h. über die Maul- und Nasenschleimhäute – verabreicht wurde, konnte erfolgreich getestet werden. Das berichtet das Fachmagazin Pig Progress. Die Studie wurde kürzlich im Fachjournal „Viruses“ veröffentlicht.

Darin geben die Wissenschaftler an, dass sich der Impfstoff als sicher und hochwirktsam erwiesen habe. Die neuen Forschungsergebnisse bereiten vor allem Hoffnung für die Länder, in denen das ASP-Virus in der Wildschweinpopulation zirkuliert. Denn Wildschweine lassen sich nur durch eine Köderimpfung schützen, eine intramuskuläre Impfung kommt als Bekämpfungsmaßnahme nicht infrage.

Der Impfstoffkandidat wird seit Jahren am Plum Island Animal Disease Center, das dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) angeschlossen ist, entwickelt. Bei dem Impfstoffkandidaten handelt es sich um einem hochvirulenten ASP-Stamm aus Georgien (ASF-G), dem die Wissenschaftler das Gen“ I177L“ entfernt haben. Bereits im Dezember 2019 konnten das Wissenschaftlerteam nachweisen, dass der Impfstoff eine sterile Immunität aufbaue. Das bedeutet, dass das Immunsystem des geimpften Tieres alle ASP-Viren im Körper vollständig eliminiert und das Tier das Virus nicht mehr weitergeben kann.

Die Studie zur oronasalen Impfstoffverabreichung wurde mit drei Gruppen von je fünf Mastläufern durchgeführt. Vor der gezielten Infektion mit dem ASP-Virus in einem Hochsicherheitslabor auf Plum Island wurden die Tiere entweder mit einem intramuskulären Impfstoff; einem oronasalen Impfstoff, der in der Nasenhöhle und am Zungengrund verabreicht wurde, sowie mit einem Scheinimpfstoff geimpft.

Die Schweine, die einen Scheinimpfstoff erhielten, wurden krank und am sechsten Tag nach der Infektion gekeult. Die Virustiter für die intramuskulär bzw. oronasal geimpften Tiere waren während des 21-tägigen Beobachtungszeitraums meist niedrig oder sogar nicht vorhanden. Wie die Wissenschafter beobachteten, erzielte der oronasal verabreichte Impfstoff eine ähnliche Wirksamkeit wie der intramuskulär verabreichte Impfstoff.

Die Ergebnisse aus der Wissenschaft bedeuten jedoch noch nicht, dass der Impfstoff ab sofort für den Einsatz in der Wildschweinpopulation verfügbar ist. Der nächste Schritte wären zunächst, den Impfstoff in eine Köderform zu bringen und auf die orale Aufnahme zu testen. Darüber hinaus müsste der Impfstoff zudem auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Wildschweinen getestet werden.

Wie Nachhaltig ist Fisch zu unserem Schweinefleisch?

Chinas Trawler fischen Afrikas Küsten leer- für unseren gesunden Lachs aus Norwegen. Es ist ein absurder Kreislauf und ein Milliardengeschäft: Vor Westafrika werden gigantische Mengen Fisch für chinesische Fischmehlfabriken gefangen – das Futter für unsere Lachse aus norwegischen Aquakulturfarmen.

Tagsüber ist einiges los an den weißen Sandstränden Gunjurs, einer 15.000- Einwohner- Stadt an der Atlantikküste im Süden Gambias.

Doch die Idylle trügt. Wenige Hundert Meter vom Strand entfernt schlägt ein beißender Gestank entgegen, der an verrottetes Fleisch erinnert. Hinter einer drei Meter hohen Wand aus weißem Wellblech verbirgt sich die chinesische Fischmehlfabrik Golden Lead, eine Anlage aus mehreren fußballfeldgroßen Betongebäuden und unzähligen Silos, in denen getrocknetes Fischmehl und Chemikalien gelagert werden. In 50kg Plastiksäcke wird dann das Fischmehl in Container zu je 400 Säcke eingeladen. Aus den drei Fabriken in Gambia gelangen so zwischen 20 bis 40 Container aus Gunjur nach China und Norwegen. Wo es in der boomenden Industrie der Aquakulturfarmen an Lachse und andere Fische verfüttert wird, die dann in der EU und amerikanischen Supermärkten auf den Teller landen.

Der globale Pro-Kopf-Konsum von Fisch und Meeresfrüchten hat sich seit den 60-Jahren mehr als verdoppelt, und der Appetit der wachsenden Weltbevölkerung auf Fisch ist größer als das, was wir nachhaltig fangen können. Wildfischbestände brechen zusammen oder können einer weiteren Befischung nicht standhalten. Die Lösung: Aquakulturen, inzwischen ist die Aquakulturindustrie für die Hälfte des weltweiten Fischkonsums verantwortlich und mit mehr als 260 Milliarden Dollar, dass am schnellsten wachsende Segment der globalen Nahrungsmittelproduktion.

Die größte Herausforderung bei der Fischzucht, die Fütterung der Tiere. Das Futter macht -je nach Fisch – zwischen 50 und 90 Prozent der Betriebskosten der Industrie aus, und bisher ist die einzige nutzbare Futterquelle Fischmehl. Dabei verbrauchen die Aquakulturfarmen teilweise mehr Fisch als sie später wiederum an Supermärkte und Restaurants liefern. Bevor er auf den Markt kommt, kann ein gezüchteter Thunfisch mehr als das Fünfzehnfache seines Gewichts an frei lebendem Fisch fressen, der zu Fischmehl verarbeitet wurde. So enden inzwischen etwa ein Viertel aller weltweit im Meer gefangenen Fische als Fischmehl, das von Fabriken wie der von der dadurch verarmten gambischen Bevölkerung hergestellt wird.

Doch die Menschen in Gambia haben davon nichts. Im Gegenteil, sie verlieren ihre Nahrungs- und Lebensgrundlage ihr Einkommen- und ihre Natur. Golden Lead ist ein Vorposten einer ehrgeizigenwirtschaftlichen und geopolitischen Agenda Chinas, auch bekannt als Belt and Road Initiative, wohl nicht zum Wohle der Afrikanischen Länder…… aus teilweise dem spiegel.de

Lebensmittelkennzeichnung in Deutschland Greenpeace bemängelt Transparenz an Fleischtheken

Greenpeace beklagt, dass Verbraucher nur unzureichend über die Herkunft der Fleischprodukte an Bedientheken informiert werden. Gründe seien eine fehlende Kennzeichnung und wenig geschultes Personal.

Laut den Recherchen konnte das Verkaufspersonal in drei Viertel der untersuchten Supermärkte die Unterschiede zwischen den Haltungsformen gar nicht oder nur teilweise erläutern. Zudem hätten die Bediensteten an den Fleischtheken die Fleischprodukte den Haltungsstufen zum Teil unplausibel zugeordnet, so Greenpeace weiter. Dem Handel war es bisher offensichtlich nicht wichtig, Verkäufer so zu schulen, dass sie die Kundschaft kompetent über Tierhaltung informieren können, schlussfolgerte Huxdorff aus den Ergebnissen der Recherchen. Obwohl die großen Supermarktketten vor zwei Jahren die freiwillige Kennzeichnung von Frischfleisch eingeführt hätten, würden viele Verbraucherinnen und Verbraucher über die Herkunft des Fleisches weiterhin im Dunkel gelassen, so Greenpeace weiter.

Schweinefleisch im Test: Schmeckt Fleisch vom Duroc anders ?

Eine in Dänemark jüngst durchgeführte Analyse zeigt, dass Rasse und Haltung den Fleischgeschmack beeinflussen. Die Fleischer und Köche wünschen sich mehr geschmackliche Variation beim Schweinefleisch, gastronomische Qualität und spannende Geschmackerlebnisse. Welche Geschmacksunterschiede es beim Fleisch verschiedener Schweinerassen aus Freiland- bzw. Stallhaltung gibt, war Gegenstand einer Untersuchung des dänischen Fachverbandes der Land- & Ernährungswirtschaft.

Es wurde Fleisch von Duroc-Kreuzungen, reinen Durocs sowie British Saddleback gekreuzten Masttieren getestet. Die Tiere aller drei Rassen erhielten identisches Futter, eine Hälfte in Stall- und die andere in Freiland. Geschlachtet wurden sie bei 115kg, teils bei 140 kg LG. Anschließend wurden drei Teilstücke auf ihren Geschmack getestet: Kamm, Nacken und Bauch. Das Fleisch wurde am Stück im Ofen gegart.

Ergebnisse: Die Verkostung ergab im Vergleich zu herkömmlichen Schweinefleisch spannende und neuartige Geschmacksnuancen wie z.B. Wildbraten, ofengegarte Champignons oder Rinderbrühe. Fleisch aus Freilandhaltung schmeckt mehr nach Rind und Umami, während Fleisch aus Stallhaltung zarter erscheint. Das Schlachten bei 140kg bringt sowohl mehr Rind und Umami als auch zarteres und saftigeres Fleisch. Auch zwischen den einzelnen Rassen traten Unterschiede auf.

China: Neue ASP-Welle bringt Schweine- Hochhäuser zum Einsturz

Chinas industrielle Schweineunternehmen stecken in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Rückgang der Schweinepreise und die explodierenden Kosten verursachen herbe Verluste. Hinzu kommen die hohen Folgekosten der zweiten ASP-Welle. Möglicherweise ist der Schweinehochhaus- Boom schneller wieder vorbei als gedacht.

Der Rückgang der Schweinepreise und die explodierenden Kosten bringen die großen chinesischen Schweineunternehmen in akute Schwierigkeiten. Der Bau und die Unterhaltung der vielen gigantischen Schweinehochhäuser im Land kosten sehr viel Geld- und rechnet sich nur bei sehr hohen Schweinepreisen.

Wegen der durch die ASP dramatisch dezimierten Schweinebestände waren die Schweinepreise in den letzten beiden Jahren auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Niveaus gestiegen,. Die Folge: massive Investitionen in riesige Schweinehochhäuser und sogar ganze Schweinestädte. Es gab einen gewaltigen Boom- und die großen industriellen Unternehmen machten sehr hohe Gewinne.

Mittlerweile dominieren solche Megabetriebe wie Muyuan Foods und New Hope oder Guangxi Yangxuang die chinesische Produktion- denn sie erzeugen jährlich viele Millionen Schweine. In der neuen Schweinestadt von Muyuan sind es 2,1 Millionen jährlich. Noch vor wenigen Jahren hielten Familienbetriebe mit bis zu 50 Tieren in China etwa zwei Drittel aller Schweine.

Doch nun kommt der Boom ins Stocken. Die Erbauer der Schweinehochhäuser schreiben rote Zahlen. Der Grund , der scharfe Rückgang der Schweinepreise und die explodierenden Kosten, bringen die Schweinegiganten in Bedrängnis. Doch die laufenden Kosten der Schweinehochhäuser sind nach Angaben chinesischer Manager mindestens 30 Prozent höher als in normalen industriellen Schweinefarmen.

GVO-freie Fütterung: Abstimmungsfehler sorgt für Verwirrung

Die Regierungsfraktionen ÖVP und Grüne stimmten versehentlich einem Antrag der Opposition zu. Jetzt soll der Fehler behoben werden.

Den Abstimmungsfehler der Regierungsfraktionen im Agrarausschuss zur GVO-freien Fütterung im AMA-Siegel wollen ÖVP und Grüne im Parlament so schnell wie möglich wieder korrigieren. Das machte ÖVP-Agrarsprecher Georg Strasser gegenüber Journalisten klar. Der Abstimmungslapsus von ÖVP und Grünen sorgte für einige Verwirrung.

Der Neos-Antrag werde daher im Mai im Plenum abgelehnt. So haben ÖVP und Grüne am Dienstag (4.5.) versehentlich dem Antrag der Neos zugestimmt. Dieser sieht kein AMA-Gütesiegel für Produkte vor, welche nichteuropäisches Eiweißfutter enthalten.

In der gleichen Sitzung haben ÖVP und Grünen auch ihrem eigenen Antrag zugestimmt, der im Plenum mehrheitsfähig sein wird. Danach soll das AMA-Gütesiegel im Sinne eines verstärkten Einsatzes von gentechnikfreiem Soja weiter entwickelt sowie die Eigenversorgung mit gentechnikfreiem und europäischem Soja gestärkt werden. Außerdem sollen die Tierwohlkriterien mittelfristig aufgenommen werden.

„Wir wollen eine marktbasierte Entwicklung und eine sichere Eigenversorgung mit gentechnikfreiem, europäischem Soja“, so Strasser. Wichtig sind begleitende Maßnahmen, insbesondere in der nationalen Ausgestaltung der GAP. Damit ist laut Strasser sicherzustellen, dass Bäuerinnen und Bauern gentechnikfreie regionale und europäische Eiweißquellen für Futtermittel zur Verfügung stehen. Er wünscht sich ein Ergebnis der Verhandlungen noch vor dem Sommer. Spätestens im Herbst soll es dann einen zeitlichen und finanziellen Rahmen geben.

In dem türkis-grünen Antrag fordern die beiden Fraktionen, dass die Mehrkosten von 2,30 bis über 8,60 € pro Mastschwein von den Markteilnehmern getragen werden müssen.Die Vereinigung der österreichischen Schweinebauern VÖS sieht aktuell wegen der gestiegenen Sojapreise die Mehrkosten sogar bei über 16 €/Mastschwein.

Parallel zum Umstellungsprozess sollen bereits bestehende Zusatzmodule des AMA-Gütesiegels GVO-frei, Bio und Tierwohl verstärkt durch die AMA-Marketing GmbH beworben werden. Im Zuge der Überarbeitung der Basisanforderungen an die Tierhaltung im AMA Gütesiegel sollen auch die Tierwohl-Anforderungen wie Schwänzekupieren oder Vollspaltenboden weiterentwickelt werden.

 Grüne und ÖVP fordern, dass sich an den Mehrkosten auch Konsumenten über die Händler und Verarbeiter sowie die Gastronomie und die öffentliche Beschaffung beteiligen müssen. Die Bauern dürften nicht darauf sitzen bleiben. „Es braucht neue Ansätze im Bereich der Finanzierung der Mehrkosten, um die Umstellung auf europäisches/GVO-freies Soja in der Schweinefütterung und mehr Tierwohl kostenneutral zu bewältigen“, heißt es im Antrag. Strasser versichert, dass derzeit bereits entsprechende Gespräche mit allen Beteiligten dazu geführt werden.

Neue Rekorde beim Fleischimport in China

Aufgrund der Afrikanischen Schweinpest hat China im letzten Jahr eine neue Höchstmenge an Schweinefleisch importiert. Die wichtigsten Lieferanten waren Spanien und die USA.

China hat im vergangenen Jahr infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eine Rekordmenge an Schweinefleisch eingeführt; in diesem Jahr sind die bisherigen Bezugsmengen sogar noch höher. Wie aus Daten der Zollverwaltung hervorgeht, hat die Volksrepublik im ersten Quartal 2021 insgesamt 1,43 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen importiert; das waren 237.400 t oder ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Gros bestand mit 1,14 Mio. t aus frischer und gefrorener Ware, deren Einfuhrvolumen um 22,9 % zunahm. Bei den Schlachtnebenerzeugnissen war der Anstieg mit 9,4 % auf 289.200 t verhaltener.

Mit Abstand wichtigster Schweinefleischlieferant für den chinesischen Markt war Spanien. Die von den Iberern verschiffte Menge legte gegenüber den ersten drei Monaten 2020 um 113,4 % auf 455.200 t zu. Infolge dieser sehr guten Vermarktungsmöglichkeiten wurden die Schlachtschweine in Spanien knapp, und die Notierung am Mercolleida stieg im ersten Quartal 2021 um 33 % an.

Auf Rang zwei der wichtigsten Drittlandsanbieter in China rangierten die USA; diese mussten aber einen leichten Absatzrückgang um 1,2 % auf 209.000 t hinnehmen. Zwar konnte der US-Export von Schlachtnebenerzeugnissen in die Volksrepublik um 64,5 % auf 71.700 t zulegen, doch wog der Rückgang bei der Ausfuhr von frischer und gefrorener Ware mit 18,3 % auf 137.300 t schwerer.

Die Niederlande konnten sich, wie viele andere Staaten der Europäischen Union auch, über einen Anstieg ihrer Schweinefleischexporte nach China freuen. Die Tonnage insgesamt nahm gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 40,1 % auf 140.800 t zu. Dahinter rangierte Dänemark mit einem Absatzplus von knapp 10 % auf 128.600 t, das allerdings durch den stagnierenden Verkauf von Nebenerzeugnissen gebremst wurde. Deutschland hat seine hohen Marktanteile in China nach dem Auftreten der ASP vollständig verloren; auch dies erklärt die starken Zugewinne bei anderen Wettbewerbern.

Zweigeteilter Ferkelmarkt in Österreich

Der Ferkelmarkt ist in Österreich derzeit zweigeteilt. Während in der Steiermark Überschüsse zu verzeichnen sind, ist die Lage in OÖ und NÖ durch eine gute Nachfrage gekennzeichnet. Konsequenz daraus ist eine unveränderte Notierung für Österreich.

EU-weit gesehen bleiben die Marktverhältnisse in Deutschland sowohl bei Schlachtschweinen als auch bei Ferkeln am schwierigsten. Die Nachwehen der reduzierten Schlachtungen über die Osterfeiertage wirken in unserm Nachbarland noch immer nach. Überall sonst stellen sich die Märkte deutlich gefestigter dar. Namhafte Schweineproduktionsländer konnten ihr Preisgefüge weiter stabilisieren oder sogar leicht aufheben.

Die Angebots- und Nachfrageverhältnisse auf den europäischen Ferkelmärkten ändern sich aktuell nur geringfügig. Der Trend in Richtung ausgeglichene Mengenverhältnisse ist aber überall erkennbar. Die Periode einer extrem knappen Ferkel-Versorgungslage wird damit in den nächsten Wochen zu Ende gehen.

Für Österreich zeigt eine Gesamtbetrachtung nach wie vor ein Ferkeldefizit. Dabei liegen jedoch bereits regionale Unterschiede vor. Ausgeprägter fallen diese Fehlmengen noch in NÖ und OÖ aus. Auch am Heimmarkt dürften sich Angebot und Nachfrage relativ zeitnah die Waage halten. Die Notierung bleibt mit 2,80 €/kg unverändert zur Vorwoche.

US-Schweinemarkt im Höhenrausch – Preise steigen auf über 2 €

In den USA gehen die Schweinepreise gerade durch die Decke. Die Schere zwischen den deutschen und den amerikanischen Preisen ist so groß wie lange nicht. Was steckt dahinter?

Trotz niedriger Temperaturen haben die US-Schweinepreise bereits die Schallmauer von 2 €/kg durchbrochen. Seit Jahresbeginn haben sich die Preise verdoppelt. Dabei steht die Barbecue-Saison noch bevor. Heribert Breker von der Landwirtschaftskammer NRW erklärt, was hinter der Kursrallye steckt, und wie es voraussichtlich weitergeht?

Auf der Angebotsseite sorgen die unerwartet niedrigen Schlachtzahlen für einen zu geringen Nachschub. Auch die Schlachtgewichte haben deutlich nachgegeben. Die vierteljährliche Inventur der Schweinebestände zeigt, was viele Experten in diesem Umfang nicht erwartet hatten: Die US-Farmer haben ihre Schweinebestände kräftig dezimiert. Auslöser waren die extrem niedrigen Erlöse in der Anfangsphase der Corona-Pandemie von Juni bis August 2020. Damals lagen die Preise bei umgerechnet 0,55 bis 0,70 €/kg SG.

Die Ferkelpreise rutschten ebenfalls dramatisch ab und lagen nur noch bei 6 bis 12 € für ein 40-Pound-Tier (rund 18 kg). Teilweise wurden Ferkel „entsorgt“ und Sauen nicht mehr belegt. Das Ausmaß des Produktionseinbruchs wurde lange Zeit unterschätzt. Kein Wunder, dass heute so viele Schlachtschweine fehlen.

Der Rückgang der Schweinehaltung zeigt sich nun im Lager. Die monatlichen Inventuren der Kühlhausbestände liegen um 25 % niedriger als im 5-Jahresdurchschnitt. Im Falle der beliebten Bellies (Bäuche) liegen die Zahlen sogar um 55 % unter den Mittelwerten.

Dabei sollten um diese Jahreszeit die Reserven für die nachfragestarke Sommerphase weit über dem Durchschnitt liegen. Die Mengen aus laufenden Schlachtung reichen in der Hochphase der Grillsaison längst nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Marktbeteiligten versuchen deshalb jetzt, Vorräte um jeden Preis zu sichern.

Der US-Export von Schweinefleisch ist nicht der Grund für die Versorgungsengpässe. Die Ausfuhren sind schon seit Monaten unterdurchschnittlich. In den ersten drei Monaten dieses Jahres bewegten sie sich zwischen 10 und 15 % unter dem Vorjahreswert. Angesichts der hohen US-Schweinepreise ist das auch nicht überraschend. Die Konkurrenz aus der EU oder Brasilien ist da derzeit deutlich günstiger unterwegs.

An der Terminbörse in Chicago zeigt sich der Hype bisher nur für den Liefermonat Mai 2021. Für den Juni/Juli liegen die Kurse schon wieder etwas niedriger und der Liefermonat Oktober 2021 steht aktuell nur bei 1,55 €/kg. Das ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber erfahrungsgemäß halten Höhenflüge meist nur kurz.