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USA: Fortschritte beim ASP-Impfstoff für Wildschweine

US-Wissenschaftler haben einen oronasal verabreichten Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest erfolgreich getestet. Dies könnte Fortschritte für einen ASP-Impfstoff für Wildschweine bringen.

Wissenschaftler aus den USA verkünden große Fortschritte bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Ein in den USA entwickelter ASP-Impfstoff, der über den oronasalen Weg – d.h. über die Maul- und Nasenschleimhäute – verabreicht wurde, konnte erfolgreich getestet werden. Das berichtet das Fachmagazin Pig Progress. Die Studie wurde kürzlich im Fachjournal „Viruses“ veröffentlicht.

Darin geben die Wissenschaftler an, dass sich der Impfstoff als sicher und hochwirktsam erwiesen habe. Die neuen Forschungsergebnisse bereiten vor allem Hoffnung für die Länder, in denen das ASP-Virus in der Wildschweinpopulation zirkuliert. Denn Wildschweine lassen sich nur durch eine Köderimpfung schützen, eine intramuskuläre Impfung kommt als Bekämpfungsmaßnahme nicht infrage.

Der Impfstoffkandidat wird seit Jahren am Plum Island Animal Disease Center, das dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) angeschlossen ist, entwickelt. Bei dem Impfstoffkandidaten handelt es sich um einem hochvirulenten ASP-Stamm aus Georgien (ASF-G), dem die Wissenschaftler das Gen“ I177L“ entfernt haben. Bereits im Dezember 2019 konnten das Wissenschaftlerteam nachweisen, dass der Impfstoff eine sterile Immunität aufbaue. Das bedeutet, dass das Immunsystem des geimpften Tieres alle ASP-Viren im Körper vollständig eliminiert und das Tier das Virus nicht mehr weitergeben kann.

Die Studie zur oronasalen Impfstoffverabreichung wurde mit drei Gruppen von je fünf Mastläufern durchgeführt. Vor der gezielten Infektion mit dem ASP-Virus in einem Hochsicherheitslabor auf Plum Island wurden die Tiere entweder mit einem intramuskulären Impfstoff; einem oronasalen Impfstoff, der in der Nasenhöhle und am Zungengrund verabreicht wurde, sowie mit einem Scheinimpfstoff geimpft.

Die Schweine, die einen Scheinimpfstoff erhielten, wurden krank und am sechsten Tag nach der Infektion gekeult. Die Virustiter für die intramuskulär bzw. oronasal geimpften Tiere waren während des 21-tägigen Beobachtungszeitraums meist niedrig oder sogar nicht vorhanden. Wie die Wissenschafter beobachteten, erzielte der oronasal verabreichte Impfstoff eine ähnliche Wirksamkeit wie der intramuskulär verabreichte Impfstoff.

Die Ergebnisse aus der Wissenschaft bedeuten jedoch noch nicht, dass der Impfstoff ab sofort für den Einsatz in der Wildschweinpopulation verfügbar ist. Der nächste Schritte wären zunächst, den Impfstoff in eine Köderform zu bringen und auf die orale Aufnahme zu testen. Darüber hinaus müsste der Impfstoff zudem auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Wildschweinen getestet werden.