Landmaschinenindustrie beklagt hohen Anstieg der Rohstoffe

Der Dachverband der Europäischen Landmaschinenindustrie (CEMA) klagt über einen starken Anstieg der Rohstoffpreise und die sich daraus ergebenden Folgen für den Sektor.

Wie der Dachverband in seinem ,,CEMA Business Barometer“für den Monat Juni berichtet, ist die Inflation seit März dieses Jahres in allen Industrieländern, insbesondere in den USA, stark gestiegen wo sie im April mit 4,2 % den höchsten Jahrestrend seit 2008 erreicht habe.

Auch wenn der allgemeine Preisantieg in Europa dieses Tempo noch nicht erreicht hat, besteht laut CEMA, der sich hierbei auf Daten des Satistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) bezieht, ein klar erkennbares Risiko, dass sich die Inflation in den kommenden Wochen aufgrud des zu beobachtenden starken Anstiegs der Rohstoffpreise beschleunigt.

Darüber hinaus würden sich auch die höheren Energiepreise zwangsläufig in den Produktionskosten und den Verbraucherpreisen niederschlagen. Neben den höheren Energiekosten nehme der Anstieg der Rohstoffpreise für die Branche allmählich problematische Ausmaße an. Betroffen sind nach Angaben des Dachverbandes alle Rohstoffe, die für die Herstellung landwirtschaftlicher Geräte unverzichtbar sind. Dies gelte insbesondere für Stahl, dessen Preis sich in einem Jahr von 550 €/t auf 1250 €/t mehr als verdoppelt habe.

Laut CEMA macht der Stahl je nach Anlagetyp 30 % bis 40 % der durchschnittlichen Produktionskosten aus. Des Weiteren legten aber auch die Preise ,, sämtlicher Produkte“ aus der Petrochemie zu. So sei es in den vergangenen sechs Monaten bei bestimmten Kunststoffen, die für die Landmaschinenproduktion gebraucht werden, zu Preisaufschlägen von rund 70 % gekommen. Schließlich seien auch Metalle wie Aluminium und Kupfer sowie Naturkautschuk von Preiserhöhungen betroffen.

Da kann man als Bauer nur neidvoll auf diese Branchen schauen, und was machen wir falsch?

Hofer folgt Aldi und will auch Billigfleisch aussortieren

Die Supermarktkette Hofer hebt- wie seine Mutter Aldi Süd- die Standards bei Fleischeinkauf und tauscht das Frischfleisch- Sortiement bis 2030 zur Gänze aus. In Sachen Tierwohl sieht Hofer die Bundesregierung gefordert und will sich an deren weiteren Maßnahmen orientieren.

Der Diskonter-Hofer stellt sein gesamtes Frischfleisch-Angebot auf höhere Tierwohlstandards um. In Österreich wurde der gleiche Beschluss gefasst, wie die Eigentümerin Aldi SÜD mit ihrer Schwesterkette Aldi Nord bis 2030 das durchzieht. Bei uns in Österreich sind die Tierschutzstandards schon höher und Hofer ist schon länger ins Fleischpremiumsegment via „Zurück zum Ursprung“ und „Fairhof“ eingestiegen.

Hofer und Aldi Süd setzen zur Erfüllung ihrer Tierwohl- Vision konkrete, an die unterschiedlichen Marktgegebenheiten angepasste Maßnahmen.

Hofer verzeichnet bei beiden Eigenmarken große Steigerungsraten und damit ein stetiges Wachstum im Sortiment: FairHOF ging im Jännr 2017 mit 14 Artikeln an den Start und zählt mittlerweile über 70 verschiedene Schweinfleisch-, Rindfleisch-, Molkerei-, Hühner- und Putenartikel von 90 Bäuerinnen und Bauern aus der Region. Unter der Eigenmarke ,, Zurück zum Ursprung“ sind jährlich über 450 nachhaltige Bio-Produkte aus Österreichs Regionen von über 4.000 Ursprungs-Bäuerinnen und Bauern erhätlich. Damit machen die Fleisch- und Wurstprodukte der beiden Eigenmarken bereits jetzt 20 % des gesamten Fleisch- und Wurstumsatzes bei Hofer aus.

Der Lebensmittelhändler Hofer will den Tierwohl-Anteil im Sortiment weiter erhöhen und verfolgt für 2030 das klare Ziel, die 100 % Marke zu erreichen. Wie der Weg dorthin sich gestaltet und welche Maßnahmen Hofer zur Zielerreichung setzt, ist vor allem auch abhängig von den Entscheidungen der Bundesregierung im Rahmen des ,,Tierwohl-Paktes“ und den Ergebnissen aktueller Tierwohl-Projekte der AMA.

Warum Aldi jetzt auf die Fleischwende setzt

Aldi wird Billigfleisch aus seinen Regalen verbannen-trotz enormer wirtschaftlicher Risiken. Denn Fleisch geht den Weg von Tabak oder Zucker. Die gesellschaftliche Akzeptanz sinkt. Das liegt vor allem an jungen Konsumenten ?

Ausgerechnet Aldi verbannt Billigfleisch aus seinen Regalen. Wird der Klassiker unter den Billigheimern etwa zum Bioladen ? Das nun nicht gerade. Zwar haben die Discounter in den letzten Jahren ihr Sortiment aufgewertet, neben den höherwertigen Lebensmittel finden Verbraucher dort verlässlich auch Milch, Chips und Wein der unteren Preiskategorie.

Dass Aldi ausgerechnet beim Fleisch, einem der wichtigsten Umsatzbringer der Branche, das Tiefpreissegment bald überhaupt nicht mehr anbieten will, ist deshalb bemerkenswert. Schließlich entfallen auf die Haltungsstufen eins und zwei, die das Unternehmen bis 2030 aus dem Regal wirft, derzeit 88 % des Absatzes.

Fleisch ist nicht irgendein Lebensmittel, sein Konsum ist mit großen Emotionen verbunden. Positiven, wenn Geselligkeit am Grill gewünscht ist. Gerade junge Konsumenten hinterfragen die ethischen und ökologischen Aspekte und Begleiterscheinungen des Mästens, Schlachten und Verzehren von Tieren. Mittelfristig könnte Fleisch den Weg von Tabak oder Zucker gehen, Die gesellschaftliche Akzeptanz geht verloren.

Genau das will Aldi verhindern. Schon das heutige Tierwohllabel ist eine reine Entwicklung der Wirtschaft. Nachdem das staatliche Tierwohllabel gescheitert ist, geht Aldi nun einen großen Schritt weiter. Gelingen aber kann der Coup nur, wenn Bauern, Konkurrenten und Kunden mitziehen.

Aber geprägt von ihren Erfahrungen im Umgang innerhalb der Lebensmittelkette, stehen die Landwirte zu Aldis Pläne überwiegend kritisch gegenüber. Und beim Tierschutz ist der Handel schneller als die Politik, aber ohne Politik wird es nicht gehen. Sonst bleiben die Bauern wie immer übrig …….

BBV schockiert über ALDI-Ankündigung

BBV- Präsident Walter Heidl ist schockert, wenn ALDI als Erfinder des Discounts, in die Offensive geht und maximale Steigerung bei den Tierwohlstandards verkündet und ab 2030 im Prinzip nur noch Außenklimahaltung möglich sein soll. Und das, obwohl wir zum Beispiel mit Aldi im Moment bei der Entwicklung von Konzepten bei der Steigerung des Tierwohls um jeden Zentel Cent streiten müssen. Es braucht Verlässlichkeit und ein Konzept, dass auch die Frage nach der Honorierung für die Landwirte beantworte. In der Aldi- Ankündigung sei davon überhaupt nicht zu lesen. Genauso wenig wie von der Umsetzbarkeit und den Problemen im Baurecht oder beim Emissionsschutz. Gerade für Außenklimaställe gebe es hier massive Hindernisse. Wenn Aldi dann auch noch vom bestmöglichen Preis spricht, habe ich den Eindruck- da geht es nur um die eigene Gewinnspanne, so Heidl.

Und die Tierhaltung ist in Deutschland in der Krise: Die Bauern geben auf und schaffen dieTiere ab. Meist erfolgte der Rückgang der Tierbestände langsamer als die Betriebsaufgaben, denn es gaben vor allem kleinere Betriebe auf. Von diesen wandern die Tiere dann rein statistisch gesehen in größere und weiter wachsende Betriebe.

Das ist diesmal – in der von einer schweren Krise geschüttelten Schweinehaltung anders. Während von November 2020 bis Mai 2021 etwa 600 Schweinehalter aufgegeben haben, dass sind immerhin 3,,3 % der Betriebe, schrumpfte der Schweinebestand im gleichen Zeitraum um 1,43 Mil. Tiere oder 5,5 % – also deutlich stärker. In der Sauenhaltung geht der Abbau der Bestände noch deutlicher.

Neuer PRRS-Stamm bedroht US-Bestände

In den USA sorgt derzeit eine neue Variante des PRRS-Virus für schwere Produktionsverluste. Der sogenannte ,,1-4-4-Lineage C“-Stamm der Infektionskrankheit trat erstmals zu Beginn des vergangenen Jahres schwerpunktmäßig im Süden von Minnesota un im nördlichen Iowa auf. Wie Dr.Cesar Corzo, Professor an der Universität von Minnesota, dem Branchenmagazin PigProgress erklärte, blieb die Virus-Variante rund ein halbes Jahr unentdeckt. Erst als es im vergangenen Winter zu einer ganzen Reihe von Ausbrüchen mit zum Teil einschneidenden Ferkel-und Sauenverlusten kam, ist man dem neuen Virus-Stamm auf die Spur gekommen.

Nach offizellem Stand sind rund 170 Schweineanlagen betroffen. Wissenschaftler und Berater gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Auch weil das Virus extrem breit streut. So sind nach Aussagen von Dr. Corzo neben Sauenbetrieben auch reine Aufzucht- und Maststandorte betroffen. Besonders schwer wiegt auch, dass einige der Betriebe über einen PRRS-Impfstatus verfügen und ihre Zuluftkanäle mit UV-Filtern gesichert haben.

Dr. Corzo betonte in seiner Stellungnahme, dass etwa alle drei bis fünf Jahre ein neuer Stamm des PRRS-Virus in den US-Beständen auftaucht. Allerdings deuten die bisherigen Berichte daraufhin, dass der ,,1-4-4 Lineage C“Stamm besonders aggressiv ist und eine ausgeprägte Klinik auslöst. In infizierten Aufzuchtställen wird z.B. von Totalverlusten zwischen 20 und 35 % gesprochen.

Wird Gülle mehr Wert-Düngerpreise steigen extrem hoch und es kommt noch schlimmer

Düngerpreise gehen weiter steil nach oben, obwohl die Einkaufspreise auf der Nordhalbkugel zu diesen Zeitpunkt eigentlich zurückgehen. Doch daran ist in diesem Jahr nicht zu denken.

Von allen wichtigen Handelsplätzen werden im Juni explodierende Düngerpreise gemeldet, die dann die Ackerbauern wohl in sehr kurzer Zeit auch bei uns zahlen müssen.

Für Phosphordünger kletterten die Preise am Spotmarkt im Juni auf den höchsten Stand seit 13 Jahren. Die Preise für Harnstoff und andere Stickstoffdünger stiegen auf ein 9 Jahreshoch. Auch für Kalidünger mussten die Einkäufer deutlich mehr Geld ausgeben.

,, Fertilizer Prices skyrocket“. sagte ein amerikanischer Analyst kurz und treffend.

Ja muss man sagen, die hohen Getreidepreise kurbeln in normalen Zeiten sicher die Nachfrage der Ackerbauern an. Und die stark steigenden Energiepreise verteuern natürlich auch die Herstellung von Mineraldünger. Ein dritter Aspekt wirkt hier massiv auf den Düngermarkt und auch in anderen Bereichen der Wirtschaft für schwere Turbulenzen sorgt. Nämlich derseit Wochen nur noch mit einem Bruchteil seiner normalen Kapazität arbeitete Hafen von Yantian, der durch Sicherheitsmaßnahmen nach dem Ausbruch von Covid 19 bei Hafenarbeitern ausgelöst wurde.

Fakt ist China ist einer wichtigsten Lieferanten von Vorprodukten, Chemikalien und verschiedenen Wirkstoffen. Bei Mineraldünger ist China, sowohl bei Harnstoff als auch bei Phosphor, der mit Abstand größter Hersteller der Welt.

Das Resultat: Die Kosten für den Transport und sämtliche knappe Güter steigen steil an, und die Preise für Mineraldünger bleiben noch lange sehr hoch.

ALDI erklärt Umstieg auf Haltungsformen 3 und 4

ALDI kündigt an , als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland Frischfleisch aus Außenklima- und Bio- Haltung (Haltungsformen 3 & 4) für alle seine Kunden zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

ALDI stellt sein Frischfleisch-Sortiment bis 2030 konsequent auf die höheren Tierwohl-Haltungsformen 3 und 4 um. ,,Wir geben heute ein großes Versprechen ab“, sagte Erik Döbele, Managing Director Corporate Buying bei ALDI SÜD zusammen mit seinem Kollegen Tobias Heinbockel, Manafing Director Category Management bei ALDI Nord.

,, So schwer es auch wird, wir glauben daran, das Richtige zu tun: für Tierwohl, für nachhaltiges Wirtschaften, für unsere Kunden und aus Überzeugung.“

Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) haben sich die Deutschen in 2020 deutlich häufiger für Bio-Fleisch entschieden als im Vorjahr. Der steigende Umsatz mit nachhaltig erzeugter Ware zeigt, dass unsere Kunden bereit sind für einen Bewusstseinswandel, sagte Tobias Heinbockel. ALDI tritt den Beweis an, dass ein gutes Preis- Leistungs-Verhältnis und Nachhaltigjkeit sich keineswegs ausschließen, aber wahrscheinlich nicht in die Brieftaschen der Bauern.

ALDI wirs als erster großer Lebensmittelhändler Frischfleisch aus Außenklima und Bio-Haltung für alle sein Kunden zu einer Selbstverständlichkeit machen. Die folgenden Schritte unfassen die größten Nutztiergruppen Rind, Schwein, Hähnchen und Pute, ausgenommen internationale Spezialitäten und Tiefkühlartikel.

Schon in diesem Jahr 15 % des Frischfleisch-Umsatz aus Haltungsformen 3 und 4.

Bis 2025: Vollständiger Verzicht auf Haltungsform 1.

Bis 2026: 33 % aus den Haltungsformen 3 und 4.

Bis 2030 stellt ALDI bei diesen Tierarten vollständig auf Frischfleisch der Haltungsformen 3 und 4 um, und das zum ALDI- Preis ?

Mastschweinepreise stehen unter Druck

Die Gastronomie öffnet nur langsam und Großveranstaltungen fehlen komplett. Und während der Schweinepreis in China weiter sinkt, fangen die Spanier die Bestandsrückgänge aus Deutschland auf.

Am Schweinemarkt herrscht Entsetzen. Obwohl das Lebendangebot klein ist und sich problemlos vermarkten lässt ist die Lage am Fleischmarkt desatrös und änderte auch in den zurückliegenden Tagen nicht. Die Spannen stehen weiterhin unter Druck und die Durchschnittspreise liegen deutlich unter Vorwochenniveau.

Die Schlachtunternehmen machen massiven Druck und verweisen auf folgende Probleme: In China sind die Schweinepreise abgestürzt. EU-Exporteure aus Spanien. Dänemark und den Niederlanden liefern nur noch die bei uns fast wertlosen Nebenprodukte dorthin. Edelteile seien dort nicht ins Geld zu bringen, heißt es. Vor allem Spanien ,,flute “ deshalb die EU mit viel Schweinefleisch. EU-weit ist das Angebot zudem groß. Was in Deutschland oder auch in den Niederlanden an Beständen abgebaut wird, packen die Spanier locker wieder drauf.

Marktteilnehmer schauen mit Sorge auf die kommenden Wochen. Trotzdem ist es zu früh, den Sommer abzuhaken. Die EU braucht den Export, das stimmt. Es gibt zu China aber durchaus Alternativen, wie z.B. die Phillipinen, Hongkong, Japan oder Südkorea.

Ein Lichtblick ist auch der Markt in den USA. Dort liegen die Erzeugerpreise aktuell bei 2,40 € pro kg SG. Auf dem Weltmarkt haben sie mit diesem Niveau kaum Chancen. Mittelfristig wird China auch wieder mehr Ware brauchen. Die Chinesen leben aktuell von der Substanz und in China grassiert eine zweite ASP-Welle. Aus Angst vor Verlusten würden viele Betriebe notschlachten. Wenn das stimmt, dürfte Schweinefleisch im Reich der Mitte auch schnell wieder knapp werden.

Nutztierhaltung: Neue Volksbegehren angedroht

In einem Offenen Brief kritisiert der Initiator des Tierschutz-Volksbegehren die Hinterzimmer-Deals der Bundesregierung. Sollten die Spaltenböden, die Kälbertransporte und das Kückentöten nicht rasch verboten werden, droht Aktivist Sebastian Bohrn Mena mit entsprechenden Konsequenzen.

Darin rufen die Träger des Tierschutzvolksbegehrens ( 416.000 Unterschriften) in Erinnerung, dass nur in einer Partnerschaft auf Augenhöhe echter Fortschritt beim Tierschutz erreichbar sein werde. Echte Partnerschaft, dass vermissen wir Bauern von den Aktivisten aber schon sehr. Es könnten ja jeder von den 416.000 einen höheren Geldbetrag für den Umbau in unseren Schweineställen beitragen.

Bekanntlich wurde nach einem ausführlichen Expertenhearing im Gesundheitsausschuss am 10. Juni die weitere Behandlung der Tierschutzfragen im Parlament auf Herbst vertagt. Der letzte Woche von der SPÖ in der Plenardebatte eingebrachte Fristsetzungsantrag auf raschere Behandlung bis 1. Juli wurde von den Regierungsfraktionen abgelehnt. Es wäre eine zielgerichtete Planung, eine koordinierte Vorgangsweise notwendig. Zudem müssen die von den Experten beim Hearing vorgebrachten Meinungen entsprechend bewertet und erst eingearbeitet werden, so ÖVP-Tierschutzsprecher Franz Leonhard Eßl in der diesbezüglichen kurzen Debatte im Nationalrat dazu.

Diese erneut verlorene Abstimmung dürfte den Aktivisten Dr. Sebastian Bohrn Mena, Bevollmächtiger des Tierschutzvoksbegehrens und Sprecher der Bürgerinitiative oekoreich , zum Offenem Brief bewogen haben. Zum Glück für uns Bauern, denn in Deutschland geht es auch mit den Borchert-Plan nicht weiter, aber der Dr. Mena hat das Rad neu erfunden zu seinem wohle …..

Auch am Ferkelmarkt geht es bergab Minus 20 Cent

Die dramatischen Preiseinbrüche in China und der Rückgang der Mastschweinenotierung bei uns hat die Stimmungslage schlagartig verändert und auch den Ferkelmarkt negativ beeinflusst.

Ein letzte Woche scheinbar noch stabiler europäischer Ferkelmarkt hat sich ins Negative gedreht. Überraschend starke Verwerfungen auf den Schlachtschweinemärkten begleitet von teils massiven Preiseinbrüchen, führen zu einem deutlichen Rückgang bei den Ferkel- Einstellungen der Schweinemäster. Ausgeprägte Absatzschwächen des Ferkelangebotes quer durch die EU waren die Folge. Am härtesten traf es wieder die deutschen Sauenhalter und Schweinemäster mit erdrutschartigen Preisrückgängen.

Die Auswirkungen der Ereignisse auf unseren Referenzmarkt Nr. 1 waren und sind auch bei uns in Österreich deutlich zu spüren. In allen Bundesländern kam es bereits letzte Woche zu einem eingeschränkten Kaufverhalten der Mäster. Die Ferkel-Rückstellungen nahmen deutlich zu, weil auch die Futterkosten enorm gestiegen sind. Deshalb wurde ein Preisabschlag für die Ferkel von 20 Cent ausgemacht um den Ferkelabsatz in den nächsten schwierigen Wochen halbwegs in Gang zu halten.

Kein Fußballboom in Spanien : Dafür aber Schweine ohne Ende : Ruf nach Kurswechsel wird lauter

Spaniens Schweinebestände wachsen immer weiter und das Thema Nachhaltigkeit gibt es quasi nicht. Vielen Bürgern ist das ein Dorn im Auge, sie fordern Kurswechsel.

Die Stadt Segovia, rund 100 km nördlich von Madrid gelegen, ist ein attraktives Reiseziel. Denn hierher fahren die Madrilenen und internationalen Touristen, um Spannferkel zu essen, die sogenannten Cochinillos. Bisher haben die Spanier wenig darüber nachgedacht, was auf ihren Teller liegt. Hauptsache, es ist Fleisch dabei und es schmeckt.

Die hohe Fleischnachfrage hat in den letzten Jahren zu einem regelrechten ,, Schweineboom“ in Spanien geführt. Der Bestand wächst seit Jahren stark. Doch die Zeiten, in denen niemand nach den Folgen fragte, sind vorbei. Viele Spanier sehen die Entwicklung kritisch. Druck kommt aus Brüssel, wo die mangelhafte spanische Abwasser-Aufbereitung und das Thema Luftverschmutzung immer wieder für Ärger sorgen. Kein anderes Land hat derzeit so viele offene EU-Verfahren wegen Verstößen gegen Umweltrichtlinien laufen als Spanien.

Den Landwirten wird auch vorgeworfen, den Umbruch zu verpassen. Die Umweltlobby ,,Stop Ganaderia Industrial“ fordert die Regierung deshalb auf endlich ein Moratorium für die intensive Schweinehaltung auf den Weg zu bringen. Einen anderen Weg geht der Unternehmer Sergio Fabregat. Er versucht gerade mit hilfe der Netrworking-Plattform und Messe ,,Food 4 Future“ in Bilbao, die sich mit dem Thema .. Nahrung der Zukunft “ beschäftigt, eine Zeitwende einzuläuten.

Aber die Spanier haben Heißhunger auf Fleisch, der Verbrauch stieg 2020 um 7 % und sie schlachten inzwischen jede Woche eine 1Mil. Schweine und hat im ersten Quartal 2021 nach offiziellen Angaben über 677,000 t an Fleischprodukten an Drittländer verkauft. Das waren satte 73 % mehr als im Vorjahr. China bleibt dabei der mit Abstand größte Markt für die Spanier.

In Deutschland mehr kritische Berichte zur Agrar- und Ernährungswirtschaft

Die kritischen Berichte über die Agrar- und Ernährungsbranche haben nach einer Studie der AFC Risk & Crisis Consult im vergangenen Jahr gegenüber 2019 spürbar zugenommen. Dazu trugen insbesondere die Coronainfektionen von Beschäftigten in der Ernährungsindustrie bei, welche die Aufmerksamkeit in besonderem Maße auf die Fleischindustrie lenkte. Wie das auf Issue-, Risiko- und Krisenmanagement spezialisierte Unternehmen in der vergangenen Woche betonte, sind Misstände in der Tierhaltung, Entwicklung in der Lebensmittelproduktion und problematische Arbeitsbedingungen nach wie vor von besonderem öffentlichen Interesse.

Der AFC zufolge waren im vergangenen Jahr Meldungen zum Thema Tierhaltung der umfangreichste Teil der Berichterstattung mit ienem Anteil von 21,9 % an allen als kritisch eingestuften Artikeln. Darauf folgten Meldungen über Entwicklungen in der Lebensmittelproduktion mit 6,2 %, über Arbeitsbedingungen mit 5,4 %, über Rückstände und Kontaminationen mit 5,3 % sowie über politische Diskussionen mit 4,8 %.

Ein starker Zuwachs wurde für die Meldungen über die Themen Arbeitsbedingungen und politische Diskussionen verzeichnet. Im Vordergrund hätten hier Debatten über die Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche und die Zusammenarbeit mit Subunternehmen sowie das kommende Lieferkettengesetz gestanden. Nach Angaben des Consultingunternehmen war die Fleischbranche 2020 mit insgesamt 391 Meldungen der am häufigsten thematisierte Sektor.

US-Holzpreis bricht in Rekordtempo ein

Baustellen stehen teils still, Autowerke halten die Bänder an, Lebensmittel werden teurer. Nach der Pandemie sind viele Produkte und Rohstoffe knapp, die Preise explodieren richtig. Doch es gibt Gegenkräfte am Markt. Die zeigen jetzt etwa beim Holzpreis in den USA ihre Wirkung.

Soja. Mais, Getreide. Mikrochips, Industriemetalle, Gummi, Schrauben, Eisen. Von Rohstoffen bis zu industriellen Vorprodukten sind viele Waren auf dem Weltmarkt in den vergangenen Monaten knapp und teurer geworden. Lieferzeiten werden immmer länger, Preise schießen in die Höhe mit teils dramatischen Folgen für Unternehmen und private Kunden. Ein Produkt, bei dem sich diese Entwicklung besonders heftig niederschlug mit spürbaren Konsequenzen, ist Rohholz, insbesondere auf dem größten Häusermarkt der Welt, den USA. Dort verfünffachte sich der Holzpreis inerhalb eines Jahres.

Das ist nun etwa ein Monat her. Nachdem der Holzpreis in den USA sein Allzeithoch bei knapp 1700 Dollar (pro “ 1000 Board Feet“ , das sind etwa 2,36 Kubikmeter) erreicht hatte, ging er zunächst langsam wieder zurück und brach dann in der vergangenen Woche in Rekordgeschwindigkeit ein. An der Warenterminbörse in Chicago stürzte der Holzpreis um 18 Prozent ab, so stark wie noch nie innerhalb einer Woche. Doch der Rückgang zeigt, dass in den Preissteigerungen der vergangenen Monate eine gewisse Übertreibung enthalten war. Außerdem haben die Anbieter und Nachfrage auf die Entwicklung reagiert, was zu einer teilweisen Entspannung auf den Märkten geführt hat.

Schweinepreis kommt unter die Räder

Trotz kleinem Lebendangebot und Grillwetter fordern die Schlachter seit Wochen nierdrigere Schweinepreise. Nun lenkt die VEZG ein und senkt die Notierung deutlich.

Dabei ist das Angebot an lebenden Schweinen eher klein. Doch der Druck entsteht offenbar am Fleischmarkt – wo die Preise zuletzt ebenfalls deutlich nachgegeben haben. Nun wollen die Schlachter ihre Margen aufbessern oder zumindest halten.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) reagiert auf den Druck der roten Seite mit einem dramatischen Preisabschlag von 9 Cent. Seitens der VEZG heißt es: „Trotz nicht zu umfangreich ausfallender Angebotsmengen erzwingen maßgebliche Schlachtunternehmen deutliche Preisrückgänge.“

Das Problem aus Schlachtersicht: Die Stückzahlen in Deutschland sind mittlerweile so klein, dass Schlachtreduzierungen ins Leere laufen. Außerdem haben sie sich in vielen Lieferverträgen zu der Zahlung des VEZG-Preis verpflichtet. Die VEZG sucht den Kompromiss und geht mit dem Schweinepreis deutlich nach unten. Die „Phantom-Hauspreise“ sind damit wohl vom Tisch.

Für den Zeitraum vom 17. bis 23. Juni meldete die VEZG einen Schweinepreis von 1,48 Euro je Indexpunkt.

Zur vorigen Notierung sind die Preise damit um 9 Cent gefallen. Die Preisspanne lag zwischen 1,48 und 1,50 Euro und zeigt damit eine relativ einheitliche Einschätzung der Marktlage durch die Erzeugergemeinschaften.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war indessen ähnlich klein wie in der Vorwoche und wird mit 209.500 angegeben. Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 97,1 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls keine Veränderung.

Der deutsche Ferkelmarkt kann sich preislich behaupten. Das Angebot steigt saisonal, wird aber insgesamt noch recht gut abgenommen. Die Unsicherheit am Schlachtschweinemarkt strahlt aber bereits auf die Ferkelnachfrage aus. Die Einstalllaune sinkt. In Dänemark und den Niederlanden haben die Notierungen bereits nachgegeben. Die Aussichten trüben sich ein. Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 14. bis 20. Juni mit 53 Euro je Stück angegeben. Das war zur Vorwoche ein unveränderter Preis.

Angesichts des Preissturzes bei Schweinen dürften die Ferkelpreise dieses Niveau jedoch nicht halten können.

Bei uns in Österreich fallen die Preise auf grund des Deutschlands Preisverfalls um 5 Cent.

China: Schweinepreis verfällt

Der chinesische Schweinepreis ist seit Jahresbeginn um 59 % gesunken und liegt monentan noch bei 1,90 €/kg Lebendgewicht. Das hat auch negative Folgen für den EU-Schweinefleischexport nach China und unseren Schweinepreis.

Die Preise am chinesischen Schweinemarkt stehen aufgrund des zunehmenden Angebots seit Monaten unter starkem Druck. Beim Handel am Terminmarkt für Lebendschweine an der Dalian Commodity Exchange (DCE) ist der Settlementkurs für September-Future, am Montag vergangener Woche auf den tiefsten Stand seit Eröffnung der Börse 2021 gefallen.

Da die Schweinefuture an der chinesischen DCE physisch zu beliefern sind, nähern sie sich mit Fälligkeitsdatum den Kassenmarktpreisen an, die momentan aber noch tiefer liegen. Erhebungen in Landesweit 27 Provinzen zufolge lag der durchschnittliche Schlachtschweinepreis am vergangenen Freitag nur noch bei 1,90 €/kg Lebendgewicht, er ist damit seit Jahresbeginn um 59,6 % gesunken.

Angesichts hoher Futterpreise ist damit die Erzeugung von Schlachtschweinen laut Analysten nur noch mit Verlusten möglich. Dies trifft insbesonders auf Erzeuger zu, die im März für Ferkel im Einkauf einen Kilogrammpreis von rund 11,05€/kg zahlen mussten, dass waren rund 220€ für ein Ferkel mit 20 kg. Mittlerweile ist der Ferkelpreis abgestürzt auf den halben Preis.

Was wäre, wenn vegane Ernährung doch nicht so gesund und gut fürs Klima ist

Der Grund : Oft werden keine Argumente mehr ausgetauscht und diskutiert sondern es wird quasi ,,ideologisch“ gestritten. Dabei geht es leider oft gegen unsere Landwirtschaft- insbesondere gegen die Tierhaltung- ohne dass man sich überhaupt mit den globalen Problemen der Ernährungssicherung und Landwirtschaft befasst. Da macht es natürlich schwer auf einer sachlichen Ebene zu diskutieren.

Bei der Aufklärung helfen können dabei natürlich die Wissenschaft und auch bestimmte Fachorganisationen, wie die FAO und auch bestimmte Experten- wie etwa die Stiftung Warentest.

Der Vormarsch der veganen Lebensmittel im Einzelhandel ist offenbar nicht zu stoppen. Dabei stehen die rein pflanzlichen hergestellten Produkte in dem Ruf ganz besonders gesund zu sein. Zwei Dinge lassen an dieser These Zweifel aufkommen. Zum einen ein Blick auf das Etikett. Die meist hoch verarbeiteten Fleisch-Ersatzerzeugnisse enthalten neben den pflanzlichen Grundstoffen- meist Soja- nämlich noch sehr viele andere (preiswerte) Zutaten. Dazu gehören Zucker, Salz, Palmöl, Kokosöl, Aromen, Dextrose, Gewürze, Verdickungsmittel, Stärke, Essig, Hefe und so weiter….. Hinzu kommt noch eine andere Überraschung. Vergleicht man nähmlich den Kaloriengehalt eines Rindfleisch- Burger mit einem Burger des renommierten Herstellers Beyond Meat, dann hat der vegane Patty mit 269 kcal pro 100 Gramm deutlich mehr Kalorien als das Rindfleischprodukt mit 161 Kcal. Die Ursachen dafür stehen auf der Verpackung. Das ist unter anderem der mehr als doppelt so hohe Fettgehalt des veganen Burgers und die leicht verdaulichen Kohlenhydrate (Zucker). Beim Eiweiß gibt es hingegen kaum einen Unterschied- und bei den Mineral und Ballaststoffen sowie Cholesterin scheidet das vegane Produkt besser ab.

Fazit dürfte jedoch sein, dass die veganen Proddukte aus unterschiedlichen Gründen (Geschmack, Preis) viel Inhaltsstoffe enthalten, die eben nicht gesund sind.

Diese Annahme bestätigt in gewisser Weise auch die Stiftung Warentest, die neben veganem Hackfleisch, auch vegane Würste und vegane Burger getestet hat. In dem Test waren von 20 Fleischersatz-Produkten nur vier empfehlenswert. Von 20 Packungen mit fertig gewürzten Veggi-Hack waren fast alle mit Minerealöl verunreinigt. Viele der hoch verarbeiteten Produkte enthalten zudem umstrittene Zusatzstoffe oder zu viel Salz. Hinzu kommt: In fast allen Produkten wurden gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) gefunden. Über diese ist bekannt, dass sie sich vor allem im menschlichen Fettgewebe und der Leber anreichern. In Tierversuchen haben MOSH zu Organschäden geführt. Woher diese Bestandteile kommen? Der Hersteller schrieb an die Stiftung Warentest, dass er als Eintragsquelle Kokosöl identifiziert hat.

Neben Mineralöl war auch Gentechnik ein Problem. Betroffen waren vor allem fleischähnliche Burger, die beauftragten Labore wiesen in einigen Patties Anteile von gentechnisch veränderten Soja nach- eine 100% Trennung von Gen-Soja und nicht Gen- Soja ist in der Produktion aber kaum möglich.

Fleisch ist nicht pauschal umweltschädlicher… Denn zwei Drittel der globalen landwirtschaftlichen Nutzflächen, rund 3,2 Mrd. Hektar sind Weideland. Diese Flächen lassen sich nicht anders nutzen, als durch Rinder oder Schafe. Dies ist auch nötig, um eine weiter wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

Flaute am Fleischmarkt und knappes Schweineangebot

Bei uns in Österreich ist der Schweinemarkt zweigeteilt. Die Nachfrage nach schlachtreifen Schweinen ist rege, aber am Fleischmarkt herrscht Flaute,

Die Nachfrage nach schlachtreifen Schweinen ist anhaltend groß, da das Angebot im Vergleich zu Vorjahren schwächelt. Aber der Fleischmarkt läuft unterschiedlich. Bei klein- und mittelbetrieblichen Unternehmen, die traditionell stärker auf Gastroversorgung ausgerichtet sind, läuft das Geschäft wieder besser, Exportorientierte Großbetriebe kompensieren die China-Exportflaute und lenken zurzeit den Warenstrom verstärkt in Richtung Gefrierlager, und diese namhaften Großabnehmer leisten daher derzeit erheblichen Widerstand gegen Preisambitionen der Erzeugerseite.

In Deutschland herrscht Unruhe am Schlachtschweinemarkt. Das Lebendangebot ist relativ klein und lässt sich gut vermarkten. Gleichzeitig verunsichern Tönnies, Vion und Westfleisch seit letzter Woche die Erzeuger mit Hauspreisen. Händler berichten jedoch, dass diese am Markt kaum eine Rolle spielen. Denn erstens gelten die Hauspreise nur für Schweine ohne Verrtrag und zweitens ist das Lebendangebot so knapp, dass sich Schweine umleiten lasssen.

Der deutsche Ferkelmarkt zeigt sich mittlerweile etwas ruhiger. Das Angebot steigt saisonal etwas und trift auf eine ausreichende Nachfrage. Die Verunsicherung am Schweinemarkt und die hohen Futterkosten bremsen allerdings die Einstallbereitschaft. Die weiteren Aussichten sind stabil.

Neustart mit Borchert in Deutschland

Die Borchert-Pläne sollen die Tierhaltung fit für die Zukunft machen. Die Grundidee: Mehr Tierwohl auf breiter Front. Dabei gleichen staatlich garantierte Zahlungen höhere Erzeugerkosten aus, sodass die Landwirte wettbewerbsfähig bleiben.

Doch bei vielen Praktikern löst eine Produktion deulich oberhalb der EU-Standards Unbehagen aus, die Branche ist gespalten. Kritiker fürchten vor allem, dass sie auf erheblichen Mehrkosten sitzenbleiben und auf den hart umkämpften Weltmärkten nicht mehr mithalten können. Indes argumentieren Befürworter, dass ein Mehr an Tierwohl so oder so kommt. Sie sehen Borchert als Chance, um zumindest einen Teil der Mehrkosten ersetzt zu bekommen.

Allerdings steckt das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung gut zwei Jahre nach seiner Gründung in der Sackgasse. Seit der klaren Absage der Berliner SPD an ein freiwilliges Tierwohlkennzeichen steht fest: Entscheidungen zur Neuausrichtung der Tierhaltung sind vor der Bundestagswahl nicht zu erwarten. Dabei hatten praktisch alle großen Agrarverbände in den letzten Wochen auf eine rasche Fortführung der Borchert-Pläne gedrängt.

Mit der Bundestagswahl werden die Karten neu gemischt, dass die Grünen mitregieren scheint gesetzt. Das wird den Trend zu schärferen Tierschutzvorgaben nochmals verstärken. Umso wichtiger ist, dass die künftige Regierung die Borchert-Pläne fortsetzt. Bei diesem Neustart gilt es die lähmenden Baustellen bei der TA Luft und beim Baurecht einzulösen. Ohne Erleichterungen für die Genehmigung von Tierwohlställen geht es nicht. Auch kleine und mittelgroße Betriebe in Ortsrandlage müsssen eine Chance bekommen. Wer den hiesigen Landwirt überfordert, drängt die Produktion ins Ausland. Damit ist weder dem Tierwohl noch dem Wählerwunsch nach regionalen Lebensmittel gedient.

Was Landwirtschaft schafft

Ohne Landwirte keine Lebensmittel. Daran sollte uns der jählich am 1. Juni von der UNESCO zum offiziellen Aktionstag ausgerufene Weltbauerntag erinnern.

Wir wollen wissen, wo unser Essen herkommt. Es geht um Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität. Wir schätzen ehrliche, unverfälschte Lebensmittel aus heimischer, umwelt- und klimaschonender Landwirtschaft. Die kleinstrukturierten Landwirtschaftsbetriebe, die die österreichische Landwirtschaft prägen, haben uns während der Pandemie bewiesen, dass sie Großartiges für uns alle schaffen können. Fazit ein dynamischer ländlicher Raum garantiert Ernährungssicherheit und schafft zudem Lebensqualität.

Den Mehrwert, den wir heute bei einem Produkt suchen, den liefern unsere heimischen Landwirte schon seit jeher. Zudem produzieren sie nicht nur Lebensmittel, sie leisten durch ihre Arbeit auch wichtige Landschaftspflege und Naturschutz. Wir müssen uns jedoch von der verklärten romantischen Vorstellungen von der Arbeit (oder vielmehr dem Leben) am Bauernhof trennen.

Landwirt schafft sieben Tage und es gibt eine Kluft zwischen der harten Realität des Arbeitsalltages auf einem Hof und der Vorstellung der Gesellschaft. Wer nicht schon einmal selbst auf einem Bauernhof gearbeitet hat, kann das schwer nachvollziehen. Kein Wunder also, dass heute nur mehr 3 % der Menschen in Österreich auf einem Bauernhof leben und arbeiten. Auch wenn wir uns über regionale Landwirtschaften und engagierte Bauern freuen, Effizienz fordert ihren Tribut. Das Sterben von kleineren Höfen kann nur mit zielgerichteten Maßnahmen für ein besseres Einkommen der Bauern verhindert werden.

Schweinepreis steigt trotz Bremsversuchen der Schlachtunternehmen

Die Preiserholung am Schweinemarkt läuft zäher als üblich zu dieser Jahreszeit. Schlachter sehen noch keinen Nachfrageschub. Die VEZG ist da anderer Meinung.

Die Stimmung am Schweinemarkt steigt. Das überschaubare Lebendangebot wird rege nachgefragt, und die Schlachtgewichte sinken langsam. Den fehlenden Schlachttag in einigen Bundesländern zu Fronleichnam erträgt der Markt problemlos. Die rote Seite versucht zwar mit der Androhung von Schlachtreduzierungen, den Preisaufschwung zu bremsen. Allen Marktteilnehmer ist jedoch klar, dass die Nachfrage mit den steigenden Temperaturen und der Öffnung der Gastronomie nun spürbar steigt. Die VEZG nutzt den Rückenwind und setzt die Notierung nach oben.

Der Ferkelmarkt zeigt sich freundlich. Der deutliche Preisanstieg der Vorwoche war zwar untypisch für die Jahreszeit, ließ sich aber problemlos umsetzen. Mit der Zuversicht am Schweinemarkt steigt auch die Einstallbereitschaft. Etwas dämpfend auf die Nachfrage wirken die hohen Futterkosten. Im weiteren Verlauf rechnen Marktteilnehmer dennoch mit mindestens stabilen Ferkelpreisen.

Die aktuelle Flaute beim Chinaexport entpuppt sich immer mehr als substanzielle Bremse in der Entwicklung des europaweiten Preisgefüges.

Bei uns in Österreich gelanges trotz Donnerstag- Feiertag das schlachtreife Angebot unterzubringen. Ohne die postive Entwicklung im Gastrogroßhandel wäre die Vermarktung allerdings deutlicher schwieriger. Angesichts überdurchschnittlich hoher Lagerbestände bei Grillartikel hofft die Branche auf sommerliches Wetter. Bei normal gängigen Artikeln wie Schopf und Karee besteht Preisdumping und Filet und Spareribs sind ausverkauft.

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt lag das Angebot bedingt leicht über der Nachfrage. Rückstellungen von angemeldeten Ferkelpartien waren unvermeidlich, die Übermengen bleiben aber in allen Bundesländern überschaubar.