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Kein Fußballboom in Spanien : Dafür aber Schweine ohne Ende : Ruf nach Kurswechsel wird lauter

Spaniens Schweinebestände wachsen immer weiter und das Thema Nachhaltigkeit gibt es quasi nicht. Vielen Bürgern ist das ein Dorn im Auge, sie fordern Kurswechsel.

Die Stadt Segovia, rund 100 km nördlich von Madrid gelegen, ist ein attraktives Reiseziel. Denn hierher fahren die Madrilenen und internationalen Touristen, um Spannferkel zu essen, die sogenannten Cochinillos. Bisher haben die Spanier wenig darüber nachgedacht, was auf ihren Teller liegt. Hauptsache, es ist Fleisch dabei und es schmeckt.

Die hohe Fleischnachfrage hat in den letzten Jahren zu einem regelrechten ,, Schweineboom“ in Spanien geführt. Der Bestand wächst seit Jahren stark. Doch die Zeiten, in denen niemand nach den Folgen fragte, sind vorbei. Viele Spanier sehen die Entwicklung kritisch. Druck kommt aus Brüssel, wo die mangelhafte spanische Abwasser-Aufbereitung und das Thema Luftverschmutzung immer wieder für Ärger sorgen. Kein anderes Land hat derzeit so viele offene EU-Verfahren wegen Verstößen gegen Umweltrichtlinien laufen als Spanien.

Den Landwirten wird auch vorgeworfen, den Umbruch zu verpassen. Die Umweltlobby ,,Stop Ganaderia Industrial“ fordert die Regierung deshalb auf endlich ein Moratorium für die intensive Schweinehaltung auf den Weg zu bringen. Einen anderen Weg geht der Unternehmer Sergio Fabregat. Er versucht gerade mit hilfe der Netrworking-Plattform und Messe ,,Food 4 Future“ in Bilbao, die sich mit dem Thema .. Nahrung der Zukunft “ beschäftigt, eine Zeitwende einzuläuten.

Aber die Spanier haben Heißhunger auf Fleisch, der Verbrauch stieg 2020 um 7 % und sie schlachten inzwischen jede Woche eine 1Mil. Schweine und hat im ersten Quartal 2021 nach offiziellen Angaben über 677,000 t an Fleischprodukten an Drittländer verkauft. Das waren satte 73 % mehr als im Vorjahr. China bleibt dabei der mit Abstand größte Markt für die Spanier.