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Aldi-Ankündigung: Eine Aufgabe für Minister, nicht für Marketingstrategen!

Aldi schafft Fakten und das Risiko tragen die Bauern. Die Branche steht vor einer Mammutaufgabe und die Politik vor der letzten Chance den Umbau der Tierhaltung ohne Systembrüche zu gestalten.

Die Ankündigung von Aldi, bald nur noch Frischfleisch aus Freiland- und Biohaltung zu verkaufen, hat das Potenzial die deutsche Tierhaltung grundlegender zu verändern als die Agrarpolitik der Minister Schmidt und Klöcker der vergangenen sieben Jahre.

Der Discounter zieht nicht nur auf der Überholspur an der Politik vorbei und macht dem Ruf des Handels als Defacto- Gesetzgeber alle Ehre. Aldi macht das, was sich Baüerinnen und Bauern so sehnlichst wünschen. Klare Ansagen, Konkrete Ziele. Vorgeben, wo die Reise hingeht.

Ob die Marketingstrategen in der Essener Aldi-Zentrale allerdings auf dem Schirm haben, dass sie mit ihren ambitonierten Plänen gerade nicht bloß den Prospekt zur nächsten Grillaktion gestalten, sondern den Umbau der deutschen Tierhaltung, darf bezeifelt werden. Niemand kritisiert die Richtung, in die der Discounter die Tiehaltung treibt. Das Tempo erscheint aber mehr als sportlich.

Landwirte, Ministerien und Branchenverbände reiben sich verwundert die Augen, wie sich der Marktanteil von Fleisch der Haltungsstufe 3 ( Außenklima) und ( Freiland und Bio ) innerhalb weniger Jahre aus der Nische heraus explosionsartig vermehren soll. Niemand kann sagen, aus welchen Ställen und welchen Herkunftsländern das Frischfleisch in den Regalen dann stammt. Wo die Milliardenbeträge für den Umbau herkommen sollen, steht völlig in den Sternen.

Fest steht dagegen eines: Aldi schafft gerade Fakten. Lidl und Kaufland folgen und einige weitere. Die Anforderungen werden sich kaum wieder zurückdrehen lassen.