EU: So viel wie noch nie Schweinefleisch im ersten Halbjahr exportiert

Die Schweinefleischexporteure in der Europäischen Union (EU) haben im ersten Halbjahr 2021 mehr Ware in Drittländer verkauft als im Vorjahreszeitraum und dabei sogar einen neuen Mengenrekord aufgestellt. Wie aus vorläufigen Daten der EU-Kommission hervorgeht, wurden einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen 2,96 Mio t ausgeführt; das waren 423.000 t oder 16,7 % mehr als in der ersten Jahreshälfte 2020. Allerdings waren zuletzt deutliche Bremsspuren bei den EU-Exporten festzustellen, denn im ersten Quartal 2021 waren die Ausfuhren noch mit gut 30 % im Plus gewesen.

Die abflachende Wachstumsrate ist den ins Stocken geratenen Schweinefleischlieferungen nach China geschuldet. Diese lagen zwar mit 1,69 Mio t noch um 98.850 t bzw. 6,2 % über dem Niveau des ersten Halbjahres 2020, doch wird dieses bereits seit einigen Monaten mehr als deutlich unterschritten. Ab Anfang Juli hat die chinesische Kaufzurückhaltung zu spürbar sinkenden Preisen für Schlachtschweine und Schweinefleisch in der EU geführt. Angesichts der wachsenden Schweinebestände in der Volksrepublik ist laut Analysten auf absehbare Zeit nicht mehr mit Rekordausfuhren nach China zu rechnen

Im ersten Halbjahr 2021 haben die EU-Schweinefleischexporteure fast 3 Mio t. Fleisch in Drittländer abgesetzt und dabei einen neuen Mengenrekord aufgestellt.

Dafür lief und läuft der EU-Absatz von Schweinefleisch in anderen asiatischen Staaten so gut wie nie. Die Philippinen haben nach den Tierverlusten durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) einen hohen Einfuhrbedarf. Die EU-Exporte dorthin haben sich im ersten Halbjahr 2021 gegenüber der Vorjahresperiode auf 185.200 t mehr als verdreifacht und den Inselstaat zum zweitgrößten Abnehmer gemacht. Ähnliches gilt für Vietnam, wohin sich die Liefermenge auf 89.200 t verdoppelt hat. Auch Korea und Hongkong kauften etwas mehr Schweinefleisch in der Gemeinschaft, während der wichtige Kunde Japan mit knapp 170.000 t fast 13 % weniger Ware aus der EU bezog. Allerdings hat sich zuletzt im Handel mit Japan der Rückstand auf die Vorjahresmengen verkürzt.

Eine Steigerung der EU-Schweinefleischexporte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 war auch bei vielen kleinen und mittelgroßen Abnehmern festzustellen. So legten die Ausfuhren in die USA um ein Drittel auf 63.800 t zu, nach Australien um 44 % auf 52.100 t. Die Verkäufe in die Elfenbeinküste schnellten sogar um 82 % auf 44.850 t nach oben, diejenigen nach Neuseeland um 71 % auf 24.300 t.

In Deutschland: Protestaktion vor Aldimärkten

Schweinehalter aus dem Emsland protestierten über ruinöse Erzeugererlöse.

Landwirte aus dem Emsland im Süden Niedersachsens protestierten am vergangenen Wochenende vor allen Filialen des Discountriesen Aldi in der Region. An jedem der Märkte hängten die Landwirte lebensgroße Puppen mit Arbeitskleidung auf, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) meldet. Auf den Puppen prangten Schilder mit der unmissverständlichen Botschaft: „Ihr zählt die Millionen und wir sind am Verrecken!“ Auch vor der Filiale des Fleischkonzerns Tönnies im niedersächsischen Sögel fanden Proteste statt. Laut NOZ begannen die Aktion bereits um 04:00 Uhr morgens. Wobei die Landwirte lautstark auf ihre verheerende wirtschaftliche Situation aufmerksam machten.
Die ISN-Interessengemeinschaft richtet sich ebenfalls mit einem klaren Appell an die Politik. So fordert die ISN die Bereitstellung von finanziellen Überbrückungshilfen für die deutschen Schweinehalter aus dem Corona-Fonds.

Green Deal und Taxonomie: Bekommen bald nur noch Biobauern Kredit?

Das der Green Deal die Landwirtschaft massiv verändern wird, ist den meisten Bauern klar. Wie das genau geschehen soll – außer über neue Auflagen und die veränderte Ausreichung der landwirtschaftlichen Direktzahlungen und Subventionen – bleibt für viele Landwirte aber noch im Dunkeln.

Ein Weg, die politisch gewünschte Transformation der Landwirtschaft – und auch anderer Wirtschaftsbereiche – ohne eine öffentliche poltischen Diskussion umzusetzen, ist die Einführung der sogenannten Taxonomie im Finanzwesen. Verkürzt gesagt geht es darum, die Konditionen für die Ausreichung finanzieller Mittel, an streng definierte Kriterien der so gennannten ökologischen Nachhaltigkeit zu binden. Wer diese Kriterien nicht erfüllt, bekommt dann irgendwann gar keinen Kredit mehr oder aber zu deutlich schlechteren Konditionen.

Und wer glaubt, das ist ferne Zukunftsmusik, der irrt sich gewaltig, denn die Regeln und deren Umsetzung hat die Kommission gemeinsam mit ausgesuchten Experten schon ausgearbeitet und  Ende Juni 2020 – relativ unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit – beschlossen. Zwar wurde die Landwirtschaft zunächst einmal von der Umsetzung ausgenommen – aber nur so lange bis die konkrete Umsetzung der neuen GAP-Reform in Tüten ist und die Regeln der Geldvergabe dafür feststehen.

Die neuen Bestimmungen werden eine grundlegende Wende im Finanzwesen herbeiführen“, sagte hingegen die EU-Kommissarin Mairead McGuinness. „Das Finanzsystem ist für den Erfolg des europäischen Green Deals von zentraler Bedeutung. Für die Ökologisierung unserer Wirtschaft sind massive Investitionen erforderlich,“ sagte McGuiness.

Manche Finanz-Experten sehen die Folgen der Taxonomie-Verordnung jedoch durchaus kritisch. Denn: Banken könnten auf diese Weise dazu gebracht werden, vor allem durch die Taxonomie definierte ökologisch nachhaltige Kredite auszugeben und so den Green Deal voranzubringen und natürlich selbst als ökologisch nachhaltig dazustehen. In der Praxis würde das bedeuten, dass Kredite für ökologisch nachhaltig wirtschaftende Unternehmen (oder Landwirte) mit weniger Eigenkapital unterlegt werden müssten, als Kredite, die diese Kriterien nicht oder nur teilweise erfüllen.

Der frühere Vizepräsident der Bundesbank, Franz-Christoph Zeitler, sagte dazu gegenüber dem Handelsblatt: „Es sollte rechtlich oder politisch verbindlich klargestellt werden, dass eine Anwendung der Taxonomie auf die Kreditvergabe und damit eine unmittelbare Auswirkung auf den Mittelstand ausgeschlossen ist.“ Er befürchtete eine „planwirtschaftliche Lenkung der Wirtschaft“.

Dafür scheint es allerdings schon zu spät zu sein, denn die Umsetzung der Taxonomie bei den Banken und in der Wirtschaft ist bereits in vollem Gange – und die Landwirtschaft dürfte davon mit Sicherheit nicht verschont bleiben – denn sie ist ja gewissermaßen das Schlachtfeld von Politik und NGOS für mehr Ökologie und Nachhaltigkeit.

Aluminiumhütten könnten Quelle mysteriöser Emissionen sein

Seit 2015 nimmt die Konzentration der Treibhausgase Tetrafluormethan und Hexafluorethan in der Atmosphäre wieder zu. Der Grund dafür könnte Chinas Aluminiumindustrie sein.

Tetrafluormethan und Hexafluorethan sind potente Treibhausgase. Sie wärmen die Erdatmosphäre 1000-fach stärker auf als Kohlendioxid und haben sich dort zuletzt aus unbekannten Gründen vermehrt angesammelt. Modellrechnungen deuten nun darauf hin, dass Chinas Aluminiumindustrie ein Hauptverursacher der mysteriösen Emissionen ist.

Die offiziellen Zahlen zu den Tetrafluormethan- und Hexafluorethan-Emissionen von Fabriken sind bislang zu niedrig, um zu erklären, warum die Werte in der Luft seit 2015 ansteigen. Zuvor hatten sie sich sieben Jahre lang auf einem relativ stabilen Niveau bewegt. Um die Quellen der Emissionen zu ermitteln, analysierten Jooil Kim von der University of California in San Diego und seine Kollegen deshalb Luftproben, die zwischen November 2007 und Dezember 2019 auf der südkoreanischen Insel Jeju etwa alle zwei Stunden gesammelt worden waren. Außerdem modellierten die Wissenschaftler Wetterereignisse, die in diesem Zeitraum die Luft über die Insel transportierten.

Den Ergebnissen zufolge könnten Aluminiumhütten in China für einen großen Teil der beiden Gase in der Atmosphäre verantwortlich sein. In den Anlagen wird in großindustriellem Maßstab Reinaluminium hergestellt; in Ostasien kommen sie besonders häufig vor. Dass Tetrafluormethan und Hexafluorethan dabei freigesetzt werden, ist bekannt. Halbleiterfabriken in Südkorea und Japan tragen vermutlich ebenfalls zu dem gesteigerten Ausstoß bei.

Kommt unser Diesel zukünftig aus dem Wald?

Mit 3,3 Mio. Festmeter (Fm) Holz ließe sich der gesamte Kraftstoffbedarf der Land- und Forstwirtschaft in Österreich decken. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Wien. Demnach müsste das Holz vergast und in synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden. Die Land- und Forstwirtschaft könnte damit ein erster Wirtschaftszweig mit vollständiger Energieversorgung aus erneuerbarer Energie sein. Die österreichischen Wissenschaftler gehen in der Untersuchung davon aus, dass die erforderlichen Ressourcen in Bezug auf Holz und biogene Rest- und Abfallstoffe vorhanden sind. Denn die Wärme- und Stromerzeugung aus Biomasse seien künftig aus zwei Gründen keine großen Wachstumsmärkte mehr: 1. Der Wärmebedarf in künftigen Gebäuden nehme ab und 2. Strom aus anderen erneuerbaren Quellen wird  kostengünstiger herstellbar sein.

Alternativ zu den Fördermaßnahmen könnte eine CO₂-Steuer für fossilen Diesel (…) in Höhe von 114€/t CO₂ die Preislücke schließen. Ein weiteres Ergebnis: Die Umstellung auf erneuerbare Energien könnte die Importababhänigigkeit minimieren.

Kann die für die Land- und Forstwirtschaft benötigte Energie aus biogenen Rohstoffen, Reststoffen und Abfällen hergestellt werden? Darauf findet eine Machbarkeitsstudie der Technischen Uni Wien Antworten. Die Technik wäre jedenfalls geeignet, um die steigende Menge an Energieholz sinnvoll zu verarbeiten.

Mastschweine-Notierung geht wieder nach unten

Laut Österreichischer Schweinebörse war der heimische Schlachtschweinemarkt in der
Berichtswoche erneut fein säuberlich geräumt. Den Grund dafür lieferte nicht ein außer-
ordentlich aufnahmefähiger Fleischhandel, sondern das seit Wochen um ca. 10 % unter
dem Durchschnitt liegende Angebot. Während die Fleischbranche mit dem Inlanschäft mittelmäßig zufrieden war, klagten die Exporteure über mangelnde Rentabilität. Die
von ihnen gewünschte Reduktion ihrer Einkaufspreise kommt nun mit einer Woche Ver-
zögerung. Die Mastschweine-Notierung sinkt ab dem 26. August um 5 Cent.

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt lief das Absatzgeschehen nicht reibungslos. Das
Angebot lag flächendeckend über der Nachfrage, wodurch weitere Rückstellungen not-
wendig wurden. Dennoch bleibt die Ferkelnotierung in der 34. Kalenderwoche unverändert
bei EUR 2,30 je kg.
Europaweit gestaltete sich die Ferkelvermarktung weiterhin schwierig. Infolge der neuer-
lichen Preissenkungen bei Schlachtschweinen gerieten die Ferkelnotierungen wieder
stärker unter Druck. In Deutschland fiel der Ferkelpreis um 6 € je Ferkel, Basis ist mur mehr 25 € je Ferkel.

Der EU-Schweinemarkt präsentierte sich ähnlich angespannt wie in den Vorwochen. Im
Fleischhandel konnte keine spürbare Belebung festgestellt werden. Problematisch war
weiterhin die kaum vorhandene Entlastung des Binnenmarktes durch Drittlandexporte,
insbesondere nach China. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen blieb überschaubar,
reichte aber leicht für die ruhige Nachfrage. Dänemark und die Niederlande folgten dem
Beispiel Deutschlands und senkten die Notierungen deutlich. Weitgehend stabil blieben
die Preise in Frankreich, Italien und Spanien.

Köstinger: Green Deal bedroht kleinstrukturierte Landwirtschaft

Der Green Deal könnte einen Produktionsrückgang in Europa von 15 % bei Getreide und Ölsaaten auslösen. Getreide würde dann 8 % teurer, Milch um 2 %, Rindfleisch um 25 % und Schweinefleisch um 43 %!

Vergangene Woche hat die Forschungsstelle der Europäischen Kommission auf ihrer Homepage eine Folgenabschätzung des Green Deals für die Landwirtschaft in Europa publiziert. Alarmiert zeigt sich Österreichs Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger:

Landwirtschaft dar, zitiert der Pressedienst aiz.info Köstinger weiter. Sie fordert die EU-Kommission auf, die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungsstelle ernst zu nehmen und die Auswirkungen entsprechend abzufedern“Die Ergebnisse der Analyse sind besorgniserregend. So würde sich in der EU die Produktion von Getreide und Ölsaaten massiv reduzieren. Getreide würde damit teurer werden, aber davon würden die Bauern nichts spüren, weil sich die Produktionskosten erhöhen. Als Folge würden die Einkünfte in diesem Sektor stark fallen. Gleichzeitig ist aufgrund der sinkenden europäischen Erzeugung mit höheren Importen zu rechnen – es werden also klimaschädliche Emissionen in das EU-Ausland verlagert“, so die Ministerin.

Kleinstrukturierte Landwirtschaft durch Green Deal nicht noch mehr schwächen

„Diese Analyse bestätigt unsere mehrmals geäußerten Bedenken bezüglich der Umsetzung des Green Deal. Wenn wir unsere landwirtschaftliche Erzeugung klimafreundlicher gestalten, aber gleichzeitig das Bauernsterben forcieren und klimaschädliche Produkte aus dem EU-Ausland importieren, schießen wir am Ziel vorbei. Die EU-Kommission ist gefordert, die Ergebnisse ihrer eigenen Folgenabschätzung ernst zu nehmen“, betont Köstinger. Sie verweist darauf, dass Österreich mit seinem kleinstrukturieren Agrarmodell Vorbild in ganz Europa ist und die Landwirtschaft bereits jetzt einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Laut Umweltbundesamt hat die heimische Landwirtschaft im Zeitraum 1990 bis 2019 die Treibhausgasmissionen um 14,3 % reduziert. Hauptverantwortlich für den Rückgang waren vor allem die verschiedenen Maßnahmen im Rahmen des Agrarumweltprogramms (ÖPUL), die unter anderem zu einer starken Abnahme der ausgebrachten Mineraldüngermengen geführt haben.

„Diese ressourcenschonende kleinstrukturierte Landwirtschaft darf durch den Green Deal nicht bestraft werden. Die Einkommen der Bäuerinnen und Bauern stagnieren und der Handel ist jetzt schon nicht bereit, die Mehrkosten für nachhaltige Lebensmittel zu übernehmen. Umso mehr gilt, dass die Kosten des Green Deal nicht auf unsere Familienbetriebe abgewälzt werden dürfen. Es braucht eine faire Abgeltung für die Mehrleistungen, die die Landwirte für uns erbringen“, stellt Köstinger laut aiz.info klar.

Green Deal stelle eine Bedrohung für die europäische Landwirtschaft dar, zitiert der Pressedienst aiz.info Köstinger weiter. Sie fordert die EU-Kommission auf, die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungsstelle ernst zu nehmen und die Auswirkungen entsprechend abzufedern beziehungsweise auszugleichen.

So wie in Österreich , stellt Rewe Deutschland auf 5 mal D um

Die REWE-Group hat heute ein wichtiges und gutes Signal für die deutschen Schweinehalter gesetzt. In einer Pressemeldung hat das Unternehmen heute angekündigt, dass REWE und PENNY rund 95 Prozent des konventionellen Schweinefrischfleisch-Sortiments bis Sommer 2022 auf deutsche Herkunft umstellt – und zwar auf 5D. Das heißt, das Fleisch muss von Schweinen stammen, die in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet wurden. Zudem muss das Fleisch auch hierzulande zerlegt und verarbeitet worden sein.

Damit sendet die REWE-Group ein ganz wichtiges Signal an den Markt – vor allem an die Ferkelerzeuger und Mäster. Und weil hier endlich auch einmal die deutsche Ferkelerzeugung berücksichtigt wird, kann man durchaus von einem echten Meilenstein sprechen. Rewe setzt hier in dieser für die deutschen Schweinehalter so schwierigen Situation ein klares Ausrufezeichen! 5xD ist der richtige Weg und absolut nachahmenswert!, so ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Und weiter: Da kann sich so mancher Wettbewerber eine Scheibe von abschneiden – oder etwas drauflegen.   

Ohne den Schritt der REWE-Group schmälern zu wollen, darf man nicht vergessen, dass es hierbei erst einmal nur um das Frischfleisch geht. Die verarbeitete Ware sollte natürlich schnell hinterherkommen. Aber auch andere Lebensmitteleinzelhändler sollten dem nachahmenswerten Beispiel der REWE unbedingt schnell folgen, wenn ihnen tatsächlich etwas an der heimischen Schweinehaltung liegt, ordnet Staack den Schritt der REWE ein.

Wichtig ist natürlich auch, dass im Lebensmittelhandel auch bei den Konzerntöchtern, die den Großhandel betreiben und z.B. die Gastronomie beliefern, mit gleichem Maß gemessen wird. Hier geht es – anders als an der Ladentheke – nämlich allzu oft nur um den Preis und Erzeugungsstandards spielen scheinbar eine untergeordnete Rolle. Diese Doppelmoral haben wir in den vergangenen Tagen stark kritisiert und Vorfahrt für deutsches Schweinefleisch gefordert. Ein wenig Vorfahrt wird es mit dem Schritt der REWE nun geben, so Staack. Er ergänzt: Auch wenn 5xD morgen erst kommt, so kann den deutschen Schweinehaltern heute in der jetzigen schwierigen Marktsituation besonders geholfen werden, wenn der Absatz von deutschem Fleisch an Fahrt aufnimmt. Deshalb: Jetzt mit Nachdruck bewerben!

Beschaffungspreise vor vor ASP

Die REWE Group hatte Ende 2020 zugesichert, Beschaffungspreise bei Schweinefleisch zu zahlen, die dem Marktniveau vor Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und dem damit zusammenhängenden völligen Zusammenbruch des Exportmarktes entsprechen. Ab September werde das Unternehmen diese zusätzlichen Zahlungen noch einmal erhöhen, heißt es in der Pressemeldung. Auch wenn es immer wieder Diskussionen um das Ausgangspreisniveau gibt, ist auch diese Ankündigung natürlich grundsätzlich ein positives Signal. Dahinter steckt ja schließlich die Grundaussage, den Preis nicht zu drücken. Der Schweine- und Ferkelpreis muss zwingend schnell nach oben – denn mit jedem Tag, den diese ruinöse Phase anhält, steigen heute Schweinehalter aus und stehen morgen für die heimische Erzeugung nicht mehr zur Verfügung, ordnet Staack den Schritt ein.

Fast 2000 ASP-Fälle in Deutschland

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland ist bis einschließlich vergangenem Donnerstag laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf 1 950 gestiegen. Drei Nachweise betrafen bisher brandenburgische Hausschweinebestände. Bei den Wildschweinpopulationen in Sachsen wurde in 425 Fällen sowie in Brandenburg in 1 522 Fällen das Virus gefunden. Bald ein Jahr ist der erste ASP-Befund im brandenburgischen Spree-Neiße-Kreis her, und das Infektionsgeschehen flaut nicht ab. Allein in der vorigen Woche wurden von Montag bis Donnerstag 33 neue Infektionen von Wildschweinen gemeldet, davon allein 16 im sächsischen Kreis Görlitz.
Dort informierte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am vergangenen Mittwoch über die Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche. „Die besonders betroffenen Länder dürften nicht allein gelassen werden“, so Kretschmer. Das Sozialministerium in Sachsen teilte mit, dass es ab dem 1. September die Laborkosten für den Test von Schweinen übernehmen werde, die aus der Sperrzone 2 zur Schlachtung oder dem Weiterverkauf verbracht würden. Die Tests sollen garantieren, dass nur erregerfreie Tiere die Zone verlassen, die Teile der Kreise Bautzen und Görlitz umfasst. Es wird wöchentlich mit etwa 320 Proben der zehn betroffenen Schweinehalter gerechnet, was bis Jahresende rund 45 000 € kosten soll.
Der Landesbauernverband in Brandenburg mahnte angesichts immer neuer ASP-Fälle eine größere und effektivere Kraftanstrengung bei der Seuchenbekämpfung an. Zwar seien die Errichtung eines zweiten Schutzzaunes an der Grenze zu Polen und die intensive Fallwildsuche richtige und wichtige Maßnahmen, doch die zugesagte Prüfung zur finanziellen Unterstützung der unverschuldet in Not geratenen Schweinehalter in den betroffenen Gebieten enthalte weder eine Zeitschiene, noch die Gewähr eines positiven Votums.

China möchte jährlich 36 000 Quadratkilometer aufforsten

  • Im Reich der Mitte soll eine Fläche von 36 000 Quadratkilometern aufgeforstet – pixabay

China will in den kommenden Jahren seine Waldbestände deutlich vergrössern. Das gab die staatliche Kommission für Forstwirtschaft und Grasland in einer Pressekonferenz am Freitag bekannt.

 Demnach soll jedes Jahr bis einschliesslich 2025 eine Landfläche von 36 000 Quadratkilometern aufgeforstet werden. Das entspricht in etwa der Fläche von Steiermark und Niederösterreich. Insgesamt sollen die Waldflächen in China von derzeit 23,04 Prozent bis 2025 auf insgesamt 24,1 Prozent gemessen an der gesamten Landfläche erhöht werden.

Die Massnahmen sollen auch zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz des Landes führen. Chinas Staatschef Xi Jinping hatte angesichts der Bedrohung durch die Klimakrise, dass zur seiner Agenda gemacht.

Die nüchternde Wahrheit von Arden im NDR-Interview: „Schweinehalter brauchen bis zu 2,30 € mehr für Tierwohl-Leistungen!“

Der NDR sprach darüber mit top agrar-Redakteur Marcus Arden, der mit seinem aktuellen Kommentar vielen Bauern aus der Seele spricht. Er kritisiert die großen Supermarktketten, sie übten Preisdruck aus und kündigten einseitig an, dass sie künftig nur noch Frischfleisch verkaufen wollen, wenn dieses höheren Tierwohlstandards entspricht. Für die Schweinehalter sei das ein großes Problem, so Arden. „Das Problem für die Schweinehalter ist, dass der Handel gerade die Trends setzt und Fleisch aus den Haltungsstufen 3 und 4 fordert, d.h. wo Tiere Stroh und Außenklima sowie Auslauf hatten. Die Landwirte können diese Ställe aber gar nicht bauen, weil ihnen die rechtlichen Grundlagen dafür fehlen. Da geht es um Emissionen, wie Geruch und Ammoniak u.s.w., so Arden.“

Der Handel ist seiner Meinung nach vorgeprescht und hat angekündigt, derjenige zu sein, der Tierwohl in Deutschland in die Breite bringt, aber er zahle dementsprechend nicht. „Angesichts der stark gestiegenen Kosten braucht ein konventionell wirtschaftender Betrieb 1,70 bis 1,80 € je kg SG. Wenn Sie einen Stall bauen, wo sie weniger Tiere pro Quadratmeter aufstallen, wo sie Stroh einsetzen und wo die Tiere Auslauf haben, müssen Sie rund 2,30 €/kg SG erzielen.“

Angesprochen auf die nach wie vor sichtbaren Rabattschlachten der Lebensmittelhändler kritisiert Arden: „Warum kauft oder bewirbt Edeka Schweinefleisch aus Chile? Es muss nicht nur in Übersee produziert werden, sondern muss auch nach Deutschland transportiert werden.“ Er mahnt, dass allein die CO2-Bilanz und das ganze Thema Klimaneutralität doch stets nur negativ sein könne. Das Produkt habe doch immer einen schlechteren Stempel als deutsche Ware.

Von der Politik fordert Arden langfristige Planungssicherheit. „Wenn Sie heute einen neuen Stall bauen schreiben Sies den auf 20 Jahre ab. Und das hat die Politik bis jetzt noch nicht geschafft“, so der Landwirt.

Chinas Schweinepreise im freien Fall – und der Markt in Panik und wir alle leiden mit

schweine.

In China stürzen die Schweinepreise immer weiter in die Tiefe. Das hat Folgen für den chinesischen Markt und für den globalen Schweinefleischmarkt.

schweinepreise

Landwirte und große industrielle Schweinehalter in China geraten immer tiefer in die Verlustzone. Panik bricht aus und die Schweine werden früher verkauft als nötig, um noch etwas bessere Erlöse zu erzielen. Damit wird die Abwärtsspirale der Schweinepreise aber noch beschleunigt.

Auch die großen Exporteure – USA, Europa – müssen mit den Preisen runter, um überhaupt noch nach China liefern zu können und halbwegs wettbewerbsfähig zu bleiben. Das hat natürlich erhebliche Rückwirkungen auf die Schweinpreise an den Heimatmärkten.

Grund für den Preisverfall ist – trotz weiterer ASP-Fälle – das sehr starke Wachstum der chinesischen Schweine- und Sauenbestände. Die Preise für lebende Schweine sind allein seit Jahresbeginn um 65 Prozent gefallen, berichten chinesische Analysten.

Am Terminmarkt in Dalian sind die Preise für lebende Schweine allein in dieser Woche um mehr als 6 Prozent abgestürzt und haben mit nur noch 16,085 Yuan je kg Lebengwicht – das sind etwa 2,11 Euro – einen neuen Tiefstand erreicht.

Die Animal Agriculture Association (CAAA) hat die chinesischen Landwirte aufgefordert: „In einer Zeit fallender Preise nicht in Panik zu verfallen, nicht auf Gerüchte zu hören und die Produktion nicht mit einer Glücksspielmentalität zu planen“.

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Chinesische Analysten stellten fest, dass das „goldene Zeitalter“ der Gewinne mit Schweinefleisch vorbei ist, da der Preis für lebende Schweine mittlerweile auf 10 Prozent des Höchststands von 2020 gesunken ist. Der Einzelhandelspreis für Schweinefleisch fiel Ende Juni auf 24,60 Yuan (3,24 Euro) pro Kilogramm, was gegenüber dem Höchststand von 59,64 Yuan im Februar 2020 ein Rückgang von mehr als 50 Prozent bedeutet.

Mit dem Rückgang der Schweinepreise sanken auch die Ferkelpreise. Es wird berichtet, dass Zuchtbetriebe mit der Keulung weniger produktiver Zuchtsauen reagiert haben. Ein chinesischer Schweinezüchter berichtete der Global Times, dass die Schweinepreise sinken, obwohl die Kosten steigen. „Im Vergleich zum Jahresbeginn sind die Kosten für Futtermittel um 30 % gestiegen, während der Marktpreis für Schweine um 60 % gefallen ist“, sagte der Landwirt. „Ich verliere fast 800 Yuan (105 Euro) beim Verkauf jedes Schweins, aber wenn ich sie weiter halte und füttere, werde ich noch mehr Geld verlieren“, fügte er hinzu.

Die Preise für lebende Schweine sind eingebrochen, weil das Angebot sehr kräftig gestiegen ist. Im Juni wurden etwa 22 Millionen Schweine geschlachtet, dass waren 66 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte wird erwartet, dass der Gesamtverbrauch wegen der fallenden Verbraucherpreise aber wieder steigen wird, was dazu führen könnte, dass die Schweinehaltung zu einem normalen Gewinnniveau zurückkehren wird, glauben jedenfalls Beamte des Landwirtschaftsministeriums.

Sauenenherde 25 Prozent größer als im Vorjahr

schweinebestand

Chinas Sauenbestand war nach Angaben der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission im Juli um 25 Prozent größer als im Vorjahr. Allerdings meldete die Behörde zum ersten Mal seit fast zwei Jahren gegenüber dem Vormonat einen Rückgang um 0,5 %. Auslöser ist der dramatische Einbruch der Schweinepreise, der viele Landwirte dazu brachte, die weniger produktiven Sauen loszuwerden.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums machten die chinesischen Schweinehalter im Juni durchschnittlich 665 Yuan (88 Euro) Verlust pro Schwein. Ein leitender Angestellter des größten Schweinefleisch-Verarbeiters des Landes, der WH Group, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Eliminierung von unproduktiven Sauen im Juni beträchtlich gewesen sei.

Ende Juni wurden rund 45,6 Millionen Sauen gehalten. Das waren rund 2 % mehr als Ende 2017, dem letzten Jahr vor Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Das Ministerium hatte im Juli mitgeteilt, dass es bis 2025 eine Sauenherde von etwa 43 Millionen Tieren anstrebt.

Chinas Schweinebestand belief sich Ende Juni auf 439 Millionen Tiere, sagt das Ministerium, was etwa dem Bestand von Ende 2017 entspricht. Dabei hat die Zahl der Schweine im Juli nochmals um 0,8 % gegenüber dem Vormonat zugenommen und war etwa 31 % größer als ein Jahr zuvor.

Krise am Schweinemarkt in Deutschland: Politik und Handel, wacht endlich auf!

Preisdruck, Ferkelstau, Genehmigungs-Wirrwarr, Tierwohl-Hype: Was aktuell in der Veredlung passiert, verkraftet kaum ein Hof mehr: Die Geschwindigkeit, mit der Ferkelerzeugern und Mästern neue Hürden in den Weg gestellt werden, ist so hoch, dass viele Bauern frustriert das Handtuch werfen. Die Situation ist mittlerweile dramatisch: Denn anders als in den letzten Jahren steigen die Schweinehalter jetzt scharenweise aus. Viele Dörfer sind bald Schweinehalter-frei. Von einem „gesunden Strukturwandel“ kann man längst nicht mehr reden.

Maßgeblichen Anteil an der prekären Situation hat der Lebensmitteleinzelhandel. Zwar betonen die ehrenwerten Händler gebetsmühlenartig, dass man die Bauern braucht. Doch die Realität ist eine andere. Anstatt die Zukunft gemeinsam mit den Landwirten und ihren Familien zu gestalten, tischt man den Betriebsleitern eine Forderung nach der anderen auf. Die sogenannten „Markt-Partner“ der Bauern sehen immer nur den „Markt“, das Wort „Partner“ spielt in der Handelsbeziehung kaum noch eine Rolle.

Besonders bedenklich ist auch, dass der LEH den Landwirten immer wieder unangekündigt in den Rücken fällt. Anstatt sich an einen Tisch zu setzen, gemeinsam ein Zukunftskonzept zu erarbeiten und abzuwarten bis die rechtlichen Rahmenbedingungen wasserdicht sind, schafft man ohne Rücksicht auf Verluste Fakten. Jüngstes Beispiel ist Aldi. Durch den einseitig angekündigten Umstieg auf Haltungsform 3 und 4 innerhalb von nur 9 Jahren setzt der Discounter die ganze Fleischbranche massiv unter Druck.

Der Gipfel aber ist, dass sich der LEH durch seine Initiativen zwar werbewirksam als Tierwohltreiber in Deutschland aufschwingt, dann aber Importware aus Übersee verkauft. Jüngstes Beispiel ist Edeka. Der Konzern preist bei seinen Kunden derzeit offensiv Schweinefilets aus Chile an. Erst auf massiven Druck der Bauern hat Edeka nach eigenem Bekunden entschieden, den Artikel nicht mehr zu bewerben und aktiv zu vermarkten. Ob die Ankündigung nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Denn in der eiligst verschickten Pressemitteilung fehlt das eindeutige Bekenntnis, künftig deutsche Ware in den Mittelpunkt zu stellen. Aldi ist nicht viel besser. Der Konzern verkauft Bio Rinder-Hackfleisch, klebt gut sichtbar den Stempel „Haltungsform 4“ vorne auf die Verpackung und suggeriert dem Verbraucher damit, etwas in Sachen Tierwohl zu tun. Auf der Rückseite steht dann aber: Geboren, aufgezogen und geschlachtet in Spanien. Dafür fehlt mir jedes Verständnis!

Was fehlt, ist auch die Wertschätzung der auf den Höfen produzierten Produkte. Nochmal Aldi: Preisnachlässe von über 20 % bei Quark, Joghurt und anderen Milchprodukten bewirbt der Platzhirsch aktuell mit dem Begriff „Probierpreise“. Hinter dem niedlichen Begriff verbirgt sich nichts anderes als eine knallharte Rabattschlacht, die auf dem Rücken der Erzeuger ausgetragen wird.

Politik und Handel: Wacht endlich auf! Wenn der Kurswechsel jetzt nicht erfolgt und den Bauern weiterhin jeglicher finanzieller Spielraum genommen wird, war‘s das mit der deutschen Schweinehaltung. Denn kein Bauer wird die Tierhaltung wieder aufnehmen, wenn die Stalltüren einmal geschlossen sind. Statt regional produzierten Fleisches gibt es dann künftig noch mehr Ware vom Außenklimaschwein aus Spanien oder Brasilien. Mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz hat das indes wenig bis gar nichts zu tun

Spanien verliert am chinesischen Markt

Die einst florierenden Fleischexporte Spaniens nach China sind stark eingebrochen.

Der Schweinemarkt steht seit Wochen stark unter Druck. Seit Mitte Juni gab die VEZG-Notierungund bei uns in Österreich um 20 ct/kg SG nach. Auch in den anderen EU-Ländern mussten die Schlachtschweinenotierungen in ähnlichem Umfang nach unten korrigiert werden. Ausschlaggebend sind momentan neben der anhaltend schwachen Inlandsnachfrage auch die Probleme beim Fleischexport nach China. Probleme bereiten insbesondere die jüngst verstärkt auftretenden Absatzschwierigkeiten Spaniens in die Volksrepublik. So sind die Exportlizenzen des südeuropäischen Landes nach China Ende Juli ausgelaufen. Die Ausfuhren nach Asien werden zwar im August noch fortgeführt. Allerdings nur noch mit rund 50 % der üblichen Kapazität.
Hinzu kommt, dass Peking vier spanische Schlachthöfe für die Ausfuhr gesperrt hat. Darunter sind zwei Großschlachthöfe, was besonders schmerzlich ist. Denn Spanien hat seine Schweinehaltung enorm ausgebaut. Nach Einschätzung von Marktreferent Dr. Frank Greshake von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen signalisiert Peking mit seinen Schritten deutlich, dass es derzeit weniger bzw. kein Schweinefleisch aus Europa wünscht. So wartet momentan auch in den Niederlanden ein großer Schlachtbetrieb auf seine Neuzulassung für das China-Geschäft, bekommt sie aber nicht. Die Ausfuhrprobleme mehrerer EU-Länder nach China belasten die hiesigen Märkte enorm. Denn Fleisch, das sonst gen Asien exportiert worden wäre, muss jetzt zusätzlich in Europa untergebracht werden. Der niederländische Marktexperte Robert Hoste von der Universität Wageningen hatte bereits im Juni vor einer starken Abhängigkeit Spaniens vom chinesischen Markt gewarnt. Denn rund 80 % von Spaniens Drittlandsausfuhren beim Schweinefleisch gingen in den vergangenen Monaten nach China.
Ungeachtet der jüngsten Entwicklung will Deutschlands größter Fleischbetrieb Tönnies seine Aktivitäten in Spanien ausbauen. So will der Konzern aus Rheda-Wiedenbrück seine bisher geplanten Investitionen in einen Schlachtbetrieb um 30 % auf 100 Mio. € aufstocken.

Billigfleisch bei Hofer ade: Mehr als nur ein Werbegag?

Ein halbes Kilo Faschiertes gemischt um 1,99 €, Hühnerfleisch für magere 2,99 €/kg, Schweinefleisch um 3,99 €/kg – Schnäppchen, die es ab 2030 beim Diskonter Hofer nicht mehr geben soll. Dessen Ansage, Billigfleisch aus wenig tiergerechter Haltung sukzessive auszulisten und bis 2030 durch Frischfleisch aus Haltungsformen mit mehr Tierwohl zu ersetzen, klingt gut. Damit folgte die Österreich-Tochter des deutschen Diskontriesen Aldi nur dessen wenige Tage davor verlautetem Masterplan. Aber wie ehrlich ist es gemeint?

Laut Hofer -General Horst Leitner Ist der Begriff – Billigfleisch nicht von uns . Aber es geht hier um eine visionäre Entscheidung von Aldi Süd und Nord in Deutschland die europaweit ausstrahlt. Wir müssen in den nächsten Jahren den Markt verändern und führen dazu Gespräche mit der AMA, den Produzenten ??, den Verarbeitern und den anderen Ketten. Es ist ein Riesenschritt, aber Tierwohl kommt nicht kostenlos, das muss man sagen.

Und was hat es mit den vom deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) aufgestellten Haltungskategorien auf sich? Sind diese auf Österreich übertragbar?

So kann man die Stufe 3 der neuen deutschen Haltungs-Klassifizierung mit den österreichischen Kriterien für Freilandhaltung vergleichen bzw. findet sich diese in einzelnen höherrangigen konventionellen Eigenmarken wieder; die Stufe 4 deckt in Österreich Bio ab.

Tatsächlich sind die Tierhaltungs- und Produktionsbedingungen hierzulande aber andere als im Nachbarland. Schon früh haben unsere Landwirte wie auch die Handelsketten nicht auf industrielle Massenware, sondern auf agrarische Urprodukte aus Familienbetrieben und besseren Tierwohlbedingungen gesetzt. Nicht umsonst konnte sich Bio hierzulande so stark entwickelt. Auch wird im konventionellen Bereich schon sehr lange Donau- Soja eingesetzt und auch nicht von LEH bezahlt. Auch waren wir in Österreich Vorreiter im Käfigverbot für Legehennen und wurden auch nicht belohnt, dass gleiche wird jetzt fast zwanzig Jahre später in der Schweinehaltung passieren?

Gesunde Ernährung schützt nicht vor Krebs,

Ernährungswissenschaftliche Studien, deren Ergebnisse nicht so ganz ins aktuell „politisch korrekte Welt- und Denkbild“ passen, finden in vielen Medien oft nicht statt – auch wenn sie datentechnisch metamäßig überzeugen. Sie könnten ja die gewünschten Meinungen zu „gesunder Ernährung“ in Zweifel ziehen und die Bürger zum eigenen Nachdenken und kritischen Hinterfragen vermeintlicher Wahrheiten anregen – beispielsweise dass gesunde Ernährung vor Krebs schützen und Vegetarismus Seele & Psyche stärken soll. Zwei aktuelle Publikationen mit dem-Zeitgeist-gegenläufigen Ergebnissen seien daher nun nachfolgend kredenzt, um geistige Denkschablonen neu zu formen.

So hat sich eine internationale Forschergruppe, deren Studienleiter nicht nur an der griechischen University of Ioannina School of Medicine, sondern auch für die „International Agency for Research on Cancer“ arbeitet, sich richtig viel Arbeit gemacht: Die Wissenschaftler erstellten eine Meta-Metaanalyse [1] zum Zusammenhang zwischen „Krebs und Ernährung“. Dazu fassten die mehr als ein Dutzend Forscher die Ergebnisse von 860 bis dato bereits publizierten Metaanalysen zu diesem Themenkomplex zusammen. Jede einzelne Metaanalyse wiederum besteht aus dem Gesamtergebnis zahlreicher epidemiologischer Einzelstudien, also primär Beobachtungsstudien.

Meta-Meta-Wissenslücken

Das Ergebnis ist – zumindest für alle Freunde „gesunder Ernährung“ – so ernüchternd wie erwartbar (wenn man die zahlreichen Limitierungen ökotrophologischer Forschung als Grundlage heranzieht): Die Erkenntnisse sind so schwach, uneinheitlich und verzerrt, dass sich daraus keinerlei Ernährungsempfehlungen extrahieren lassen, die vor Krebs schützen. Dabei muss betont werden: Die Forschergruppe untersuchte ausschließlich Korrelationen (statistische Zusammenhänge), da es keine einzige Studie gibt, die Kausalevidenz (Ursache-Wirkungs-Belege) für Krebsschutz liefert, weder durch Ernährung im Allgemeinen noch für einzelne Lebensmittel(gruppen) im Speziellen. Das Gros dieser Beobachtungstudien hat dabei überhaupt keinen Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Krebsrisiko gefunden. Und so lassen sich selbst anhand dieser schwachen Korrelationen aus 860 Metaaanalysen keine wirklich handfesten Hypothesen generieren, sodass die Wissenschaftler nur rudimentär empfehlen: „Im Bereich der öffentlichen Gesundheit und Politik sollten Anstrengungen unternommen werden, um vor den bekannten ernährungsbedingten Hauptrisikofaktoren für Krebs, im Speziellen Fettleibigkeit und Alkoholkonsum, zu warnen.“ Man beachte: Kein konkretes Wort zu Ernährung …

Krebsschutz durch Ernährung? Kein Beweis!

Kurzum: Wer Krebsschutz durch Obst und Gemüse, Vollkornbrot oder was auch immer propagiert, der hat wahrscheinlich „vergessen“, dass es keinerlei Beweise dafür gibt – sondern wenn überhaupt nur ein paar hoffnungsvolle Korrelatiönchen. Solche „protektiven Assoziationen“ zeigt das aktuelle Mega-Meta-Paper im Übrigen auch, beispielweise für Milch – aber klar ist: Das sind nicht mehr als vage statistische Zusammenhänge, die zum Spekulieren und Philosophieren animieren … das war’s auch schon. Denn diese Hypothesen in klinischen Studien mit harten Endpunkten zu belegen, das wird es nicht geben, weil solche Studiendesigns nicht realisierbar sind, da fernab der Realität. Und so macht auch diese Forschergruppe unmissverständlich klar: Auch weitere Studien werden an diesem Nichtwissen nichts ändern! Diese Erkenntnis ist im Übrigen auch nicht neu …

Fazit: Es existiert kein Beweis, noch nicht einmal können belastbare Hypothesen generiert werden, dass Ernährung vor Krebs schützt!

Begünstigt Vegetarismus Depressionen?

Ein großes Rätsel ist der Zusammenhang zwischen Depressionen und vegetarischer Ernährung. Hier gibt es einige Studien die zeigen, dass Vegetarier eine höhere Wahrscheinlichkeit haben depressiv zu sein, aber auch andere Studien, die das Gegenteil zeigen», hält Jette Borawski fest.

Wie ist es nun tatsächlich? Unterstützt wurde die Studentin bei ihrer Suche nach einer Antwort von Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg. Zusammen führten sie eine Meta-Analyse durch. «Das ist eine komplexe statistische Methode bei der wir die Ergebnisse vieler publizierter Studien zum Thema Depressionen und Vegetarier sein miteinander integriert haben», so Borawski.

Wie wir uns fühlen, beeinflusst, was wir essen. Was wir essen, beeinflusst unsere Gesundheit. Diese komplexe Verbindung machte Jette Borawski zu ihrem Forschungsthema.

Nach Depression Ernährungsumstellung

Die Beiden analysierten eine Datenmenge von 49’889 Menschen (8’057 Vegetarier und 41’832 Fleischessende) und verglichen dabei die Punktwerte in Fragebögen zwischen den Gruppen. «So konnten wir zeigen, dass die Menschen, die sich vegetarisch ernähren, statistische signifikante höhere Werte in Depressionsfragebögen haben als diejenigen, die Fleisch essen. Welchen Zusammenhang es dabei gibt, konnten wir auf Basis dieser Daten nicht bestimmen», erklärt Borawski.

In ihrem Beitrag im «Journal of Affective Disorders» beleuchtet die angehende Masterstudentin der Psychologin den Zusammenhang zwischen vegetarischer Ernährung und psychischer Gesundheit.

Rätsel lösen

«Ein besonders großes Rätsel ist der Zusammenhang zwischen Depressionen und vegetarischer Ernährung. Hier gibt es einige Studien die zeigen, dass Vegetarier eine höhere Wahrscheinlichkeit haben depressiv zu sein, aber auch andere Studien, die das Gegenteil zeigen», hält Jette Borawski fest.

Wie ist es nun tatsächlich? Unterstützt wurde die Studentin bei ihrer Suche nach einer Antwort von Prof. Dr. Sebastian Ocklenburg. Zusammen führten sie eine Meta-Analyse durch. «Das ist eine komplexe statistische Methode bei der wir die Ergebnisse vieler publizierter Studien zum Thema Depressionen und Vegetarier sein miteinander integriert haben», so Borawski.

Eine andere Studie konnte laut der UDE-Studentin aber zeigen, dass es nicht so ist, dass die vegetarische Ernährung Depressionen verursacht, sondern dass im zeitlichen Ablauf oft erst eine depressive Stimmung auftritt und dann eine Ernährungsumstellung erfolgt. «Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Es könnte sein, dass Menschen, denen es mental schlecht geht, sich selbst durch gesunde Ernährung etwas Gutes tun wollen. Andererseits könnte eine eigene schlechte Stimmung die Empathie für Tiere, die unter schlechten Haltungsbedingungen leben, steigern, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer pflanzenbasierten Ernährung erhöht.»

Keinen VW mehr kaufen-VW verbannt Fleischgerichte aus Kantinen

Der Volkswagen-Konzern hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass es bald in der Großkantine im sogenannten Wolfsburger Markenhochhaus keine Fleischgerichte mehr geben soll. Stattdessen will man vegetarische Alternativen und vereinzelnd Fisch anbieten. VW hatte bereits in der Vergangenheit kleinere Kantinen auf fleischlose Gerichte umgestellt.

Der Konzern begründet diesen Schritt mit dem Wunsch vieler Mitarbeiter nach vegetarischen und veganen Gerichten. Außerdem würde man das Unternehmen mit dieser Entscheidung nachhaltiger machen, weil weniger Fleischverzehr pro Woche dem Umweltschutz dienen würde.

VW lässt seinen Mitarbeitern aber weiter die Wahl. Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann dieses in einer kleineren Kantine auf dem Werksgelände bekommen. Eine komplette Streichung des Fleischangebots hätte wahrscheinlich auch für großen Unmut in der Belegschaft gesorgt. Denn allein 2019 wurden in den Kantinen des Autobauers rund 7 Mio .Currywürste verspeist.

Schwein gehabt: Land prämiert Vorzeigeprojekte

Zweiter Tierschutzpreis des Landes Kärnten. Diesmal dreht sich alles um das Thema Schwein. Auf den Sieger wartet ein Preisgeld in der Höhe von 13.000 Euro.

Denn die große Mehrheit der Schweinehalter leisten weit mehr, als das Tierschutzgesetz vorschreibt. Genau diese Personen will der Zweite Landestierschutzpreis in ihrer Vorreiterrolle auszeichnen.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner, auch für den Tierschutz verantwortlich, und mit Agrarlandesrat Martin Gruber schreiben den zweiten Tierschutzpreis des Landes Kärnten aus. Das Motto lautet ,, Schwein gehabt“. Dies aus guten Grund betont Prettner. Kein anderes Fleisch werde in Österreich so viel konsumiert wie das Schweinefleisch, daher biete das Schwein, eine gute Basis zur Sensibilisierung der Bevölkerung für den Tierschutz. Es gehe um Fragen , wie werden Schweine gehalten? Wie sieht es bei Schweinen mit importierten Tieren aus? Welche Faktoren beeinflussen die Fleischqualität? All das sind Fragen, die Tierschutz noch stärker in der Gesellschaft verankern können, sagte Prettner.

Landesrat Gruber möchte mit dem heurigen Tierschutzpreis besondere Projekte im wichtigen landwirtschaftlichen Sektor Schweinehaltung vor den Vorhang holen. Die Kärntner Bäuerinnen und Bauern halten ihre Schweine, nach sehr hohen gesetzlichen Standards, weshalb sich die heimische Fleischproduktion durch eine sehr gute Qualität auszeichne. Dieser Wettbewerb soll genau das der Bevökerung noch bewusster machen, und zeigen, dass durch den Kauf regionaler Produkte heimische Betriebe unterstützt werden, für die Tierwohl eine Selbsverständlich ist , sagt Gruber der selbst Bioschweinemäster ist.

So machen Sie mit:

Mit dem Preis werden Personen öffentlich ausgezeichnet, die sich durch ihr beispielgebendes Engagement zum Wohle von Schweinen verdient gemacht haben. Die eingereichten Projekte werden von einer fachkundigen Jury beurteilt. Aus den Bewerbungen werden drei Preisträger ermittelt. Zusätzlich werden ein Sonderpreis und ein Innovationspreis vergeben. Der Tierschutzpreis ist mit insgesamt 13.000€ vergeben. Die Preisvergabe wird am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung stattfinden.

Bewerbungen sind bis 27. August an die E-Mail-Adresse abt5.tsk@ktn.gv.at oder im Postweg an das Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 5, Sachgebiet Tierschutz und -kontrollen, Kirchengasse 43, 9020 Klagenfurt zu richten

In der Uckermark gibt es nun einen positiven Nachweis der ASP. Ein Frischling wurde positiv auf die Tierseuche getestet.

In der Uckermark (Brandenburg) hat es einen positiven Nachweis der Afrikanischen Schweinepest gegeben. Wie das Verbraucherschutzministerium mitteilt, sei ein Frischling südwestlich von Criewen positiv auf das Virus getestet worden. Der Erlegungsort befindet sich östlich des ersten ASP-Schutzzaunes zu Polen und rund 300 Meter von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest

„Derzeit beobachten wir, dass sich die ASP in Westpolen ungebremst nach Norden ausbreitet. Ich bin froh, dass wir mit dem Bau des zweiten festen Zauns entlang der Grenze begonnen haben, um einen Schutzkorridor an Oder und Neiße zu errichten. Das sind entscheidende Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung. Der regelmäßige Diebstahl von Batterien an Elektrozäunen, ganzer Toren oder Zaunelementen schadet uns allen und ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Es gibt Tierhalter, die hier um ihre Existenz kämpfen.

Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest geht uns alle an! Jede und jeder ist gefordert, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu befolgen. Auch fordere ich alle Angler, Spaziergänger oder Radfahrer auf, die installierten Tore in den Zäunen zu nutzen und nach dem Durchgang unbedingt wieder zu verschließen. Die ASP kann nur eingedämmt werden, wenn alle dabei mithelfen“, so Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemancher.