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Desaster am Schlachtschweinemarkt

Für Schweinemäster ist die aktuelle Marktlage ein einziges Desaster. Am Dienstag endete die ISN-Schweinebörse, ohne dass ein einziges Schwein verkauft worden wäre. Heute (4.8.) muss die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihre Notierung kräftig kürzen. Zu stark wurde der Preisdruck der roten Seite, die einfach nicht genug Abnehmer für die ohnehin bereits niedrigen Stückzahlen findet.

Aus Dänemark wird ein Minus von 3 Cent gemeldet. In den Niederlanden gab die Notierung laut ISN um korrigierte 6 Cent nach. In Spanien wurde der Marktpreis zum siebten Mal in Folge gesenkt, und zwar zuletzt um 4 Cent. China hat viele Abnehmerverträge mit den Spaniern nicht über Ende Juli hinaus verlängert, da sich die Schweinebestände in der Volksrepublik von ihrem Einbruch durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) erholt haben.

In Italien wurde die Notierung zwar um 6 Cent angehoben. Die Folge war jedoch, dass die Schlachter nun die italienische Preisfindungskommission boykottieren.

Laut Österreichischer Schweinebörse blieb kein schlachtreifes Schwein länger als vom
Mäster gewünscht im Stall. Das war jedoch nicht einem florierenden Fleischmarkt ge-
schuldet, vielmehr basierte die Markträumung auf einem seit Wochen um etwa zehn
Prozent unter dem Durchschnitt liegenden Schweineangebot. Der Fleischhandel hoffte auf zurückkehrende Urlauber, die zeitnah wieder etwas Schwung in die Geschäfte bringen
sollten. Durch die Rücknahme in Deutschland ist der Schweinepreis in Österreich unter
Druck geraten. Die Mastschweine-Notierung sinkt um 5 Cent auf EUR 1,59 je kg

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt pendelte die Absatzlage in den letzten Wochen
zwischen ausgeglichenen und leicht überversorgten Verhältnissen. Konstant waren nur die
Verunsicherung sowohl der Ferkelerzeuger als auch der Schweinemäster und die Preise.
Die Ferkelnotierung bleibt auch in der 31. Kalenderwoche unverändert bei EUR 2,50 je kg.
Europaweit gestaltete sich die Ferkelvermarktung wieder schwieriger als zuletzt. Das nicht
allzu große Angebot traf auf eine ruhige bis bestenfalls durchschnittliche Nachfrage. Somit
tendierten die Notierungen seitwärts bis leicht abwärts.

Laut Interessenorganisation können Handel und Schlachthöfe so nicht auf mehr Tierwohl in den Ställen hoffen. Pro Schwein gut 40 Euro Verlust für Mäster.Unter diesen Umständen ist an eine Umstellung auf die Haltungsstufen 3 und 4 gar nicht zu denken.