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EU: So viel wie noch nie Schweinefleisch im ersten Halbjahr exportiert

Die Schweinefleischexporteure in der Europäischen Union (EU) haben im ersten Halbjahr 2021 mehr Ware in Drittländer verkauft als im Vorjahreszeitraum und dabei sogar einen neuen Mengenrekord aufgestellt. Wie aus vorläufigen Daten der EU-Kommission hervorgeht, wurden einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen 2,96 Mio t ausgeführt; das waren 423.000 t oder 16,7 % mehr als in der ersten Jahreshälfte 2020. Allerdings waren zuletzt deutliche Bremsspuren bei den EU-Exporten festzustellen, denn im ersten Quartal 2021 waren die Ausfuhren noch mit gut 30 % im Plus gewesen.

Die abflachende Wachstumsrate ist den ins Stocken geratenen Schweinefleischlieferungen nach China geschuldet. Diese lagen zwar mit 1,69 Mio t noch um 98.850 t bzw. 6,2 % über dem Niveau des ersten Halbjahres 2020, doch wird dieses bereits seit einigen Monaten mehr als deutlich unterschritten. Ab Anfang Juli hat die chinesische Kaufzurückhaltung zu spürbar sinkenden Preisen für Schlachtschweine und Schweinefleisch in der EU geführt. Angesichts der wachsenden Schweinebestände in der Volksrepublik ist laut Analysten auf absehbare Zeit nicht mehr mit Rekordausfuhren nach China zu rechnen

Im ersten Halbjahr 2021 haben die EU-Schweinefleischexporteure fast 3 Mio t. Fleisch in Drittländer abgesetzt und dabei einen neuen Mengenrekord aufgestellt.

Dafür lief und läuft der EU-Absatz von Schweinefleisch in anderen asiatischen Staaten so gut wie nie. Die Philippinen haben nach den Tierverlusten durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) einen hohen Einfuhrbedarf. Die EU-Exporte dorthin haben sich im ersten Halbjahr 2021 gegenüber der Vorjahresperiode auf 185.200 t mehr als verdreifacht und den Inselstaat zum zweitgrößten Abnehmer gemacht. Ähnliches gilt für Vietnam, wohin sich die Liefermenge auf 89.200 t verdoppelt hat. Auch Korea und Hongkong kauften etwas mehr Schweinefleisch in der Gemeinschaft, während der wichtige Kunde Japan mit knapp 170.000 t fast 13 % weniger Ware aus der EU bezog. Allerdings hat sich zuletzt im Handel mit Japan der Rückstand auf die Vorjahresmengen verkürzt.

Eine Steigerung der EU-Schweinefleischexporte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 war auch bei vielen kleinen und mittelgroßen Abnehmern festzustellen. So legten die Ausfuhren in die USA um ein Drittel auf 63.800 t zu, nach Australien um 44 % auf 52.100 t. Die Verkäufe in die Elfenbeinküste schnellten sogar um 82 % auf 44.850 t nach oben, diejenigen nach Neuseeland um 71 % auf 24.300 t.