Antibiotikaeinsatz: Veto-Empfehlung im Europaparlament gescheitert

Im EU-Parlament ist in dieser Woche das vom Umweltausschuss eingebrachte Veto gegen den delegierten Rechtsakt der EU-Kommission zur Antibiotikanutzung mit großer Mehrheit von den Europaabgeordneten abgelehnt worden. Demnach dürfen Reserveantibiotika auch weiterhin bei der Behandlung von Nutz- und Haustieren eingesetzt werden, berichtet Agra Europe (AgE).

ISN: Wir begrüßen die Ablehnung des Vetos! Denn kranke Tiere müssen insbesondere auch aus Tierschutzgründen behandelt werden können, wenn es notwendig ist. Ein Verbot bzw. eine sehr starke Einschränkung des Einsatzes ganzer Wirkstoffgruppen in der Tierhaltung widerspricht aus unserer Sicht dem Tierschutz.

nsgesamt 450 EU-Parlamentarier stimmten am Mittwoch in Straßburg gegen eine Zurückweisung des Kommissionspapiers, womit die neuen EU-Regeln nun in Kraft treten können. Für das unter dem Berichterstatter, dem grünen Agrarsprecher Martin Häusling, erstellte Veto votierten 204 Abgeordnete, so berichtet Agra-Europe. Mit dem Rechtsakt werden neue Kriterien für die Anwendung von Antibiotika in der Human- und der Veterinärmedizin festgelegt. Demnach dürfen Reserveantibiotika auch weiterhin bei der Behandlung von Tieren eingesetzt werden. Häusling hatte dagegen die Streichung der Zulassung bestimmter antibiotischer Wirkstoffe für die Tiermedizin eingefordert.

Die Europäische Plattform für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tierarzneimitteln (EPRUMA) begrüßte das Votum. Damit sei für Tierärzte der Zugang zu spezifischen lebensrettenden Behandlungen sowohl für Nutz- als auch Haustiere weiter sichergestellt. Das Parlament habe die Kriterien, um Antibiotika für die Behandlung bestimmter Infektionen beim Menschen zu reservieren, wie von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlen, als geeignet angesehen. Die Ablehnung des Entschließungsantrags habe gezeigt, dass die Abgeordneten die Bedeutung der Tiergesundheit und ihre Folgewirkungen auf die öffentliche Gesundheit, Lebensmittelsicherheit, Nahrungsmittelversorgung und die Umwelt verstanden hätten.

EPRUMA betonte, dass ein ganzes Maßnahmenpaket in der Tiermedizin inzwischen zu einer eng kontrollierten Anwendung von Antibiotika führe. Dieses reiche von der Erfassung des Antibiotikaverbrauchs über Einschränkungen und Leitlinien zu deren Abgabe und Anwendung bis hin zum Resistenzmonitoring und der Erfassung von Resistenzdaten bei der Zulassung von Tierarzneimitteln. Diese Anstrengungen hätten in den letzten zehn Jahren europäisch und national zu einem deutlichen Rückgang des Antibiotikaeinsatzes geführt.

Zweiter ASP-Fall bei Wildschwein in der Uckermark – Brandenburg weitet Sperrzone I aus

m Landkreis Uckermark wurde rund 5 Kilometer von den deutsch-polnischen Grenze entfernt ein zweiter Fall von Afrikanischer Schweinepest festgestellt. Um den Fundort wird ein Kerngebiet eingerichtet, die bereits bestehende Sperrzone I (Pufferzone) wird erweitert bis an die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Zudem soll mit einer großflächigen Fallwildsuche das Ausmaß des Seuchengeschehens bestimmt werden.

Im Landkreis Uckermark wurde ein zweiter Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen nachgewiesen. Das teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) heute Nachmittag mit. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) habe den amtlichen Verdacht heute bestätigt.

Der infizierte Frischling wurde als Fallwild auf dem Gebiet von Blumenhagen, nördlich von Schwedt/Oder gefunden. Der Fundort befindet sich damit westlich des festen Zauns, der zum Schutz vor der ASP entlang der gesamten brandenburgisch-polnischen Landesgrenze errichtet wurde. Die deutsch-polnische Grenze ist etwa 5 Kilometer vom Fundort entfernt.

Wie das MSGIV mitteilte, wird um den Fundort ein Kerngebiet eingerichtet und die bereits bestehende Sperrzone I (Pufferzone) bis an die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern erweitert. Zudem soll eine durch den Landkreis Uckermark veranlasste intensive und großflächige Fallwildsuche das genaue Ausmaß des Seuchengeschehens bestimmen.

Erstmals war ein ASP-Verdacht am 12. August 2021 in der Uckermark bestätigt worden.

Noch immer: Deutscher Rückstau vor den Schlachthoframpen hält Notierung unten

Anhaltend schwierige Verhältnisse mit seitwärts/abwärts tendierenden Preisen kennzeichnen aktuell den EU-Schweinemarkt. Hauptgrund für die prekäre Lage ist der fehlende Abfluss der EU-Überproduktion über das Exportventil in den asiatischen Markt. In Deutschland (+/- 0,00) fehlt zunehmend Personal an den Schlacht- und Zerlegebändern. Abwerbeaktionen anderer Branchen haben den entstandenen Engpass verursacht. Dieser verringert nun die Aktivität an der Schnittstelle zwischen Lebend- und Fleischmarkt. Der Druck am Fleischmarkt sinkt dadurch, während gleichzeitig die Rückstaubildung vor den Schlachthoframpen und rückwirkend bis zum Ferkelmarkt steigt. In Frankreich, wo den Sommer über stabile Notierungen dominierten, tendieren mittlerweile die Preise dem EU-Trend folgend nach unten. Durchaus saisontypisch ist der Preisverfall in Spanien, nachdem der Großteil der Urlauber die iberische Halbinsel wieder verlassen haben.

Der deutsche Schlachtschweinemarkt präsentiert sich regional weiterhin uneinheitlich, wo-
bei sich die Lage im Süden gut entwickelt. Insbesondere in Bayern wird bereits von ausge-
glichenen oder teilweise sogar knapp versorgten Märkten berichtet. Im Nordwesten und
Osten ist die Nachfrage hingegen ruhig. Über Frischfleischaktionen im Lebensmitteleinzel-
handel wird versucht, kurzfristig die Nachfrage anzukurbeln.

Laut Österreichischer Schweinebörse fließt das Angebot an schlachtreifen Schweinen zeit-
nah ab. Speziell im östlichen Bundesgebiet zeigt sich ein reger Markt auf Grund der Ur-
laubsheimkehrer und der verlängerten Grillsaison. Die Schlachtzahlen und Schlachtge-
wichte tendieren mäßig aufwärts. In der Fleischbranche zeigen sich lokalpatriotische Verarbeiter verärgert, da Branchenkollegen bei der Verarbeitung von EU-Rohstoff aktuell signifikante Wettbewerbsvorteile genießen.

Der Absatz auf den EU-Ferkelmärkten bleibt weiterhin angespannt. Die Situation am euro-
päischen Schweinemarkt setzt den Ferkelhandel und die Preise zunehmend unter Druck.
Aufgrund der hohen Kosten für Zukauffutter nehmen die Ferkelrückstellungen zu, was teil-
weise zu angespannten Verhältnissen auf den Betrieben führt. Die heimischen Ferkel-
erzeuger verlangen in dieser schwierigen Situation Unterstützung seitens der Schweine-
mäster in Form einer konstanten Abnahme.

Medien-Frames in der Berichterstattung über landwirtschaftliche Tierhaltung

Mediale Berichterstattung spielt eine zentrale Rolle für die Akzeptanz der landwirtschaftlichen Tierhaltung in der Gesellschaft.
Presseberichte lassen sich über sog. Medien-Frames charakterisieren und damit leichter auswerten.
Medien-Frames sind „vereinfachte Deutungsmuster einer komplexen gesellschaftlichen Debatte“, die wiederholt auftreten und dentifiziert neun sehr unterschiedliche „Medien-Frames“, die zeigen, dass über landwirtschaftliche Tierhaltung in Printmedien in sehr vielfältigen Deutungsrahmen berichtet wird.

„Die Collaborative Working Group on Sustainable Animal Production (CWG-SAP) definiert nachhaltige Tierhaltung als „wirtschaftlich tragfähig, sozialverträglich und mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt“ (“p-approach”: people, planet, profit).

Gemäß der Geschäftsordnung der CWG-SAP (Geschäftsordnung, 2019) soll die künftige Entwicklung des europäischen Tierhaltungssektors, im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Abbildung 1), auf dem Nachhaltigkeitsdreieck – Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft – aufbauen.

Nachhaltigere tierische Produktionssysteme müssen insbesondere:

  • Emissionen in Boden, Wasser und Atmosphäre minimieren;
  • natürliche und nicht oder nur schlecht erneuerbare Ressourcen umsichtig und effizient nutzen;
  • die biologische Vielfalt schützen und verbessern;
  • öffentliche Güter und kulturelle Dienstleistungen bereitstellen;
  • den Bedürfnissen und Werten der Gesellschaft entsprechen;
  • einen angemessenen Lebensunterhalt für die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen von Tierhaltern und Landwirten sichern;
  • über Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit entlang der gesamte Produktionskette verfügen;
  • die Zucht von robusten und widerstandsfähigen Nutztierrassen forcieren;
  • auf nachhaltige und widerstandsfähige Anbausysteme setzen;
  • höchst mögliche Tierwohlstandards sichern;
  • Futtermittel unter Berücksichtigung aller Aspekte der Futtermittelverwendung effizient nutzen, auch im Hinblick auf den Futtermittel-/Nahrungsmittelwettbewerb;
  • nicht essbare Futtermittel in wertvolles, für den Menschen verwertbares Protein umwandeln;
  • » Abfälle aus landwirtschaftlichen Betrieben in wertvolle Energieressourcen umwandeln (Biodigestoren);
  • die allgemeine Produktivität von Nutztieren verbessern;
  • tierische Produkte von hoher Qualität und hohem Nährwert sowie von gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für Verbraucher und Verarbeitungsindustrie anbieten.“

Der Hype nach Nadelsägerundholz läst nach

Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind sehr gut mit Nadelsägerundholz bevorratet. In Tirol, Niederösterreich und Kärnten wird meist noch von einer regen Nachfrage berichtet, wobei für Kärnten bereits Einkaufsstopps einzelner Abnehmer angekündigt wurden. In Vorarlberg werden Lieferungen abseits des Starkholzes kontingentiert. In der Steiermark ist die Nachfrage in Kombination mit gedrosselter Rundholzzufuhrmöglichkeit abnehmend. In Oberösterreich kommt es aufgrund der großzügigen Aufarbeitung der Sturmschäden und entsprechenden Mengen zu Verzögerungen beim Abtransport.

Anfang Oktober fällt die behördlich verhängte Einschlagsbeschränkung in Deutschland. Dementsprechende Nachholeffekte werden erwartet, gewisse Mengen werden auch auf den österreichischen Markt drängen. Der Preisanstieg der letzten Monate ist zum Stillstand gekommen, die Preise für Fichte A/C, 2b haben sich österreichweit zwischen 105 € und 120 € gefestigt. Unverändert ist auch die rege Nachfrage nach Lärche.

Enspannung bei Schnittholzprodukten

Der Aufschwung der globalen Konjunktur hat schneller und kräftiger als erwartet stattgefunden. Dies führte zu Lagerabbau und Materialengpässen sowie zu höheren Preisen bei Rohstoffen sowie Vorprodukten. In Österreich lag das Wirtschaftswachstum über dem Durchschnitt des Euro-Raumes. Neben dem Aufschwung in der Gastronomie, trägt auch die anhaltende Nachfrage in der Bauwirtschaft dazu bei. Während in anderen Industrie- und Baubereichen der Materialengpass weiterhin für Probleme sorgt, ist bei der Verfügbarkeit von Schnittholzprodukten jedoch eine Entspannung eingetreten.

Hohes Angebot an Hackgut und Sägespäne

Produktionsstillstände sowie ein hohes Angebot an Hackgut und Sägespäne führen zu vollen Lagern bei der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie. In Abhängigkeit der anfallenden Menge sind die Absatzmöglichkeiten von Industrierundholz sowie der Abtransport regional sehr unterschiedlich. Exporte z.B. nach Slowenien oder Bulgarien sorgen für mengenmäßige Entlastung und weiteren Abbau von Waldlagern. Die Preise sind weiterhin auf unterdurchschnittlichem Niveau. Die Nachfrage nach Rotbuchenfaserholz ist bei stabilen Preisen als normal zu bezeichnen.

Am Energieholzmarkt ist weiterhin kaum Nachfrage zu verzeichnen. Mengen außerhalb bestehender Verträge können kaum abgesetzt werden. Eine Entspannung wird erst mit dem Beginn der Heizperiode erwartet.

Auch bei uns Ferkelpreis rutscht unter die 2 €-Marke

Die aktuelle Gemengelage am europäischen Schweinemarkt ist Gift für die Stimmungslage der Verantwortlichen entlang der gesamten Produktionskette und löst weiterhin starke Verwerfungen im Ferkelhandel und Druck auf die Ferkelpreise aus. Die Einstallbereitschaft der Schweinemäster bleibt wegen nicht berauschender Aussichten beim Schweinepreis und weiterhin hoher Futterkosten auf der verhaltenen Seite. Zumindest haben sich aber die Ferkelpreise auf unserem Referenzmarkt Deutschland zuletzt auf einem sehr niedrigem Niveau, Basis 25 kg 20 € stabilisiert.

Auch bei uns in Österreich geht zahlreichen Schweinemästern das eingelagerte Futter aus, noch bevor die neue Ernte beginnen kann. Die gleichzeitig hohen Kosten für Zukauffutter verursachen ein häufiges Zuwarten in der Ferkeleinstallung. Ferkelrückstellungen nehmen damit zu und erzeugen auf den betroffenen Betrieben teils chaotische Verhältnisse. „Die heimischen Ferkelerzeuger sind mit einer durchgehenden Produktion das gesamte Jahr über verlässliche Partner für die Schweinemäster. Die Schweinemäster werden in diesen fordernden Zeiten ebenfalls um eine Abnahmeverlässlichkeit ohne Unterbrechung ersucht“, so der Appell von Johann Stinglmayr in der aktuellen Aussendung der VLV-Ferkelringe.

Tönnies: „Wir haben einen Fleischstau in Europa!“

Dr. Robert Elmerhaus leitet den Schweineeinkauf bei Tönnies. Auf dem Fleischmarkt setzt er EU-weit nach wie vor auf China. In Deutschland will er die Marktkrise durch mehr Tierwohl lösen.

Herr Elmerhaus, trotz deutlich sinkender Schweinebestände in Deutschland, sind die Preise im Keller. Warum?

Dr. Robert Elmerhaus: Wenn man sich die Entwicklung der EU-Schweinebestände anschaut, dann haben andere EU-Länder die rückläufigen Schweinebestände in Deutschland kompensiert und zuletzt mehr Schweine produziert. Das größere Problem ist aber der „Fleischstau“. Das Angebot ist im Vergleich zur Nachfrage europaweit viel zu hoch, die Gefrierbestände haben einen historischen Höchststand erreicht. Die desaströse Lage ist das Ergebnis einer langfristigen Abwärtsspirale: Corona hat den Absatz von Schweinefleisch drastisch gesenkt. Wir erleben bis heute immer wieder Beeinträchtigungen durch Lockdowns in wichtigen Exportmärkten wie aktuell in Australien. Weltweit waren und sind viele Häfen durch Corona gesperrt.

Der deutsche Export ist durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zusätzlich belastet. China als wichtigster Exportmarkt fehlt, um Artikel wie Schwänzchen oder Schnauzen vermarkten zu können, für die es hier keinen Absatz gibt. Momentan verschärft sich die Situation noch durch Sperrungen einzelner Schlachtbetriebe innerhalb der EU für den Export nach China. Diese drängen mit ihrem Fleisch auf den ohnehin schon überfüllten europäischen Fleischmarkt. Zudem fiel das Grillwetter dieses Jahr bislang sehr durchwachsen aus.

Wir brauchen Angebots-Aktionen für deutsches Schweinefleisch im Handel, um den Markt kurzfristig zu entlasten

Wann wird es endlich wieder besser?

Elmerhaus: Lebendangebot und Fleischnachfrage müssen europaweit erst wieder ins Gleichgewicht finden. Wir sehen eine Verbesserung der Marktlage, wenn der chinesische Markt wieder anspringt und wir nennenswerte Mengen aus Europa exportieren können. Hier ist jetzt vor allem die Politik gefragt, mit China ein Regionalisierungsabkommen für die nicht von ASP betroffenen Regionen zu schließen. Um kurzfristig den Markt zu entlasten und den Absatz zu erhöhen, muss es Angebots-Aktionen für deutsches Schweinefleisch im Handel geben. Dadurch wird das Schweinefleisch beim Verbraucher wieder sichtbar und der Absatz steigt.

Die Transformation ein in höhere Tierwohlstufen verringert den Schweinebestand automatisch

Der Markt käme wohl schneller ins Gleichgewicht, wenn man mit Ausstiegsprogrammen oder niedrigeren Schlachtgewichten aktiv eingreift. Was halten Sie davon?

Elmerhaus: Nichts! Wir haben einen starken Binnenmarkt, welchen wir weiterhin mit unseren hiesigen Erzeugern beliefern werden. Erste Lebensmitteleinzelhändler bekennen sich zu Fleisch aus deutscher Herkunft. Dies ist ein wichtiges Signal an die Landwirte, aber vor allem auch an die Verbraucher: Tierhaltung und Fleischproduktion in Deutschland haben weltweit den höchsten Standard. Es geht darum, die Akzeptanz von deutschem Schweinefleisch beim Verbraucher zurückzugewinnen – unter anderem mit der Transformation zu höheren Haltungsformen, die längst im Gange ist. Dadurch wird sich auch der Schweinebestand automatisch verringern. Wenn wir das zusammen gut umsetzen, dann verhindern wir zum einen die weitere Verringerung des Schweinefleischverzehrs und halten zum anderen die Erzeugung in Deutschland.

Das garantiert ja noch keine auskömmliche Preise. Wie wollen Sie erreichen, dass in der Wertschöpfungskette Schwein endlich auf allen Stufen Geld verdient wird?

Elmerhaus: Wir sehen eine Chance in den Forderungen unserer Abnehmer in Richtung mehr Tierwohl. Die Mehrkosten, welche dadurch entstehen, müssen honoriert und den Landwirten vergütet werden. Zusammen mit Politik und Handel sind wir nun gefordert, den landwirtschaftlichen Tierhaltern planbare Absatzkonzepte anzubieten. Diese Konzepte müssen sich auf die deutsche Mastschweineproduktion fokussieren und sich von Fleischimporten abgrenzen.

Mischfutter: Auf Entspannung warten?

Tierhalter nutzen den Preisdruck in der Ernte gerne, um Futtermittelkontrakte abzuschließen. Die Rechnung geht oft auf. 2021 ist die Lage allerdings komplizierter.

Wer vor einem Jahr langfristige Kontrakte für Mischfutter festmachte, hat viel Geld gespart. Ob diese Rechnung auch im Wirtschaftsjahr 2021/22 aufgeht, ist nicht sicher. Die Preise für Komponenten sind trotz Ernte weiterhin hoch. Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, sollten Sie als Tierhalter den Markt in den nächsten Monaten ganz genau beobachten.

Normalerweise geben die Getreidepreise in der Erntephase nach, um sich anschließend zu konsolidieren. Ab Oktober/November folgen dann meist moderate Steigerungen. Dieser Aufwärtstrend zieht sich dann bis in die ersten Monate des neuen Jahres (s. Übersicht). Danach spielt schon die Anschlussversorgung zum Wirtschaftsjahreswechsel eine wichtige Rolle für die Preise.

Für das angelaufene Wirtschaftsjahr 2021/22 gilt dieser “normale” Saisonverlauf nur teilweise. Das hat gleich mehrere Gründe:

  • Knappe Überlagerungsbestände, eine verzögerte Ernte und enttäuschende Erträge mit mäßigen Qualitäten führen aktuell zu relativ hohen, aber instabilen Preisen.
  • Die globalen Ernteschätzungen werden im Getreidesektor immer weiter nach unten korrigiert.
  • Beim Soja sorgen fehlende Niederschläge für eine unsichere US-Ernte. In Brasilien dürften die Farmer allerdings die Anbaufläche wegen hoher Preise ausweiten. Im Frühjahr 2022 ist so eine Rekordernte möglich.
  • Beim Raps bleibt die weltweite Bilanz eng. Die EU wird immer abhängiger von Importen, die kaum durch die Ukraine, Australien und Kanada bedient werden können. Das spiegelt sich im Rapsschrotangebot wider.
  • Russland und China haben großen Einfluss auf Getreide- bzw. Sojapreise am Weltmarkt. Das Export- bzw. Importverhalten beider Länder ist aber wenig kalkulierbar.
  • Die Schiffsfrachten haben sich gegenüber den Vorjahren verdoppelt. Engpässe in den Häfen können zu kurzfristigen Risikoaufschlägen führen.

Eine Getreideschwemme ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Das USDA hat die globalen Ernteschätzungen Mitte August sogar gekürzt und die Preise in der Ernte noch befeuert. Stellt sich allerdings heraus, dass die Versorgung doch nicht so eng ist, werden die Kurse für die wichtigste Komponente im Futter auch schnell wieder bröckeln. Dabei spielt auch die US-Maisernte im Herbst eine wichtige Rolle, denn sie steht für 35% der Welterzeugung und könnte den Märkten eine neue Richtung geben.

Bei den Eiweißkomponenten hängt viel von der US-Ernte im Herbst und Chinas Nachfrage ab. An den Terminmärkten zeigen sich bisher wenig Schwächetendenzen. Das stützt auch den Markt für Rapsschrot und verteuert die ohnehin schon hohen Preise für GVO-freies Mischfutter vor allem im Milchvieh- bzw. Geflügelsektor.

Was können Sie als Tierhalter nun tun? Bei der aktuell unsicheren Lage sollten Sie die Risiken streuen. Niedrige Erlöse in der Veredelung dämpfen die Nachfrage nach Futtermitteln. Damit wird auch der Preisspielraum nach oben begrenzt. Sollten die Kurse nach Ernteschluss bröckeln, sollten Sie einen nennenswerten Teil des Futterbedarfs absichern.

Der chinesische Schweinesektor verzeichnet Verluste in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar

Öffentliche Schweineunternehmen haben seit Februar massive Kursverluste aufgrund von Kursrückgängen gemeldet.

Eine aktuelle Analyse der Financial Times spricht von massiven Verlusten für staatliche Schweineunternehmen in China. Dies könnte im nächsten Jahr große Auswirkungen auf die Schweineproduktion haben. Kürzlich stellt ein USDA-Ausblick ein Szenario dar, in dem Chinas Schweineproduktion im Jahr 2022 um 14% zurückgehen wird, verursacht durch ASP, andere Gesundheitsprobleme und einen Rückgang der chinesischen Schweineproduktion aufgrund finanzieller Verluste. „14% sind ein Rückgang von etwa 1,8 Millionen Köpfen pro Woche“, sagte Jim Long, President und CEO von Genesus. Vom chinesischen Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten (MARA) veröffentlichte Daten zeigen, dass der durchschnittliche derzeitige Verlust pro Kopf 160 USD beträgt. „In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden in China durchschnittlich knapp 13 Millionen Schweine pro Woche vermarktet. Farmer Arithmetic; durchschnittlich 160 Dollar Verlust pro Kopf, mal 13 Millionen Stück entspricht etwas mehr als 2 Milliarden US-Dollar Verlust pro Woche?“ fragt sich Herr Long.
Seiner Meinung nach wird diese Art von Verlust zu einer riesigen Liquidation führen und offensichtlich die meisten, wenn nicht sogar alle Bauarbeiten beenden. Das Verlustniveau ist beispiellos; Kein Wunder, dass Schweine ohne Futter sterben, Rechnungen unbezahlt sind, die Biosicherheit gekürzt wird und Krankheiten zunehmen. „Wir gehen davon aus, dass China die Produktion auf ein für uns nicht nachvollziehbares Niveau drosseln wird. Der vom USDA prognostizierte Rückgang von 14% ist wahrscheinlich nicht hoch genug. China importiert in der letzten Woche knapp 5.000 Tonnen Schweinefleisch aus den USA. China bringt nicht viel Schweinefleisch“, fügte er hinzu

Schweinebestände in Österreich wachsen

Die Statistik Austria verzeichnet eine Zunahme bei den Schweinebeständen. Am 1. Juni wurden 2,73 Mio. Schweine in Österreich gehalten.

Die Tierhalter in Österreich haben in diesem Sommer ihre Schweineherden im Vergleich zur Vorjahreserhebung aufgestockt. Wie Statistik Austria am vergangenen Freitag mitteilte, wurden am Stichtag 1. Juni insgesamt 2,73 Mio. Schweine in dem Alpenland gehalten; das waren 39.330 Tiere oder 1,5 % mehr als zwölf Monate zuvor. Zuletzt hatte der Schweinebestand bei einer Sommerzählung im Jahr 2015 höher gelegen. Verantwortlich für den Anstieg war vor allem der größere Mastschweinebestand, der binnen Jahresfrist um 3,1 % auf 1,08 Mio. Stück aufgestockt wurde. Ferkelzahlen wachsen, Sauenbestände stagnieren.

Zudem nahm die Zahl der Ferkel und Läufer mit einem Gewicht von weniger als 50 kg um 0,5 % auf 1,42 Mio. Tiere zu. Wenig Bewegung gab es dagegen bei den Zuchtschweinen, deren Bestand mit 234.330 Stück das Vorjahresniveau nur um 0,1 % übertraf. Hierbei nahm die Zahl der tragenden Muttertiere um 0,1 % ab, stieg aber bei den ungedeckten Sauen um 0,7 %.

Tönnies verlässt Russland

Das ist ein Paukenschlag für die Schweineproduktion in Russland: Der deutsche Fleischkonzern Tönnies verkauft seine russische Niederlassung APK Don zum Jahreswechsel an den Wettbewerber Charoen Pokphand Foods. Der global agierende Fleischriese CP Foods mit Stammsitz in Thailand ist mit einer jährlichen Schweinefleischproduktion von 129.000 t der neuntgrößte Schweinebetrieb Russlands. Die noch zu Tönnies gehörende AKP Don ist mit einer Jahresproduktion von 112.700 t Schweinefleisch die Nummer 11 in Russland.
Die Schweineproduktion von Tönnies in Russland umfasst insgesamt zwölf Standorte mit zusammen 30.000 Sauen und angeschlossener Mast, wie der in Moskau ansässige Journalist Vladislav Vorotnikov mitteilt. Zur Tönnies-Tochter gehört zudem ein Mischfutterwerk sowie ein großer Ackerbaubetrieb. Die Schweinebetriebe von Tönnies liegen in den Vered­lungshochburgen Belgorod und Voro­nezh im Südwesten Moskaus. CP Foods beziffert den Kaufpreis für die gesamten Unternehmensbereiche von Tönnies in Russland auf umgerechnet 290 Mio. US-Dollar.
Zu den Beweggründen für den Verkauf gibt es nur Spekulationen. Ein Aspekt dürften die fehlenden Expansionsmöglichkeiten sein. So hatte Tönnies lange geplant, eine vertikal integrierte Schweinefleischproduktionsholding in Russland aufzubauen. So wollte AKP Don neben der Schweineproduktion auch einen Schlacht- und Fleischbetrieb für jährlich mehr als 2Mio. Schweine errichten. Die Pläne wurden jedoch nie realisiert. Auf der anderen Seite baut CP Foods seine Präsenz auf dem russischen Markt aus und könnte nach Abschluss der Übernahme sogar zu einem der fünf größten Schweinefleischproduzenten Russlands aufsteigen.

Verbraucher bevorzugen Fleischprodukte

Eine repräsentative Umfrage der Brancheninitiative „Fokus Fleisch“ hat den Lebensmittelkonsum ausgewertet. Fleischprodukte sind sehr beliebt.

Fleisch zählt nach wie vor zu den beliebtesten Lebensmitteln in Deutschland. Das hat eine repräsentative Umfrage der Brancheninitiative „Fokus Fleisch“ ergeben. Die Hauptgründe dafür seien sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Konsumenten der gute Geschmack und die ausgewogene Versorgung mit notwendigen Nährstoffen, berichtete „Fokus Fleisch“ am vergangenen Donnerstag in Bonn. Der Informationsinitiative der deutschen Fleischwirtschaft zufolge verzehren 69 % der weiblichen und sogar 85 % der männlichen Umfrageteilnehmer im Alter von 18 bis 69 Jahren mindestens drei bis vier Mal pro Woche Fleisch und Wurst. Rund 91 % der männlichen Fleischesser hätten angegeben, dass sie Fleischprodukte wegen des guten Geschmacks verzehrten. Für 71 % seien auch die im Fleisch befindlichen Nährstoffe wichtig, und für 41 % zudem die einfache Möglichkeit der Zubereitung. Bei dieser Frage waren laut „Fokus Fleisch“ Mehrfachnennungen möglich. Bei den Frauen sei die Verteilung ganz ähnlich: 88 % hätten den Geschmack, 63 % die Nährstoffe und 28 % die einfache Zubereitung genannt.

Befragte grillen regelmäßig

Zum Thema Grillen ergab die Erhebung der Brancheninitiative, dass inzwischen mehr als ein Drittel der Befragten jede Gelegenheit zum Grillen nutze, sobald es das Wetter zulasse. Fast 60 % der weiblichen Befragten werfe den Grill mindestens einmal im Monat an; bei den Männern seien es sogar 63 %. Der beliebteste Grill ist laut „Fokus Fleisch“ nach wie vor der Holzkohlegrill, der von 59 % der Frauen und 64 % der Männer genannt worden ist. Im Schnitt würden bei den Grillevents bei gut der Hälfte der Befragten rund 250 g Fleisch pro Person eingeplant. Gut zwei Drittel der Umfrageteilnehmer hätten zudem angegeben, dass sie beim Einkauf des Grillguts auch auf Sonderangebote achteten.

Agra Europe (AgE)

Wie kommt der Markt aus der Krise? Fallen die Preise weiter? Experten aus dem größten Krisengebiet geben Antwort.

Für Schweinehalter sind die Marktbedingungen extrem schwierig. Trotzdem könnten die Schweinepreise bis Ende September weiter fallen- sagt der Unternehmensberater Klaus-Martin Fischer von Ebner Stolz auf einem Netzwerkforum im Oldenburger Münsterland (AEF) in Essen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Christoph Havermann fordert er deshalb eine Ausstiegsförderung für Deutschlands Schweinehalter.

Eine der Ursachen für die Krise sei das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland, durch das der Export zusammengebrochen und der Schweinefleischpreis abgestürzt sei, sagt Fischer. Ein Ende der Krise sei nicht in Sicht, betonte der Berater und prognostizierte für Ende September einen Schweinepreis von 1,15 Euro je kg.

Gleichzeitig weisen die Berater Vorstellung zurück, der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sei für den Preisrutsch verantwortlich. Diesen Vorwurf nannte Fischer unbegründet. Der Grund: Die Einkaufspreise des Handels hätten sich im Prinzip ziemlich konstant gehalten. Vielmehr habe die Schlachtindustrie die Auszahlungspreise herabgesetzt, um die eigenen, durch den Exportstopp verursachten Verluste auszugleichen.

Zugleich warnte der Unternehmensberater vor höheren Schweinefleischpreisen hierzulande. Diese würden spanische Wettwebewerber anlocken, die ebenfalls erheblich Absatzprobleme hätten und zusätzliche Absatzmärkte suchten.

Auch unserer österreichischer Ferkelmarkt leidet unter diesen Entwicklungen mehr oder weniger stark. Die Tatsache, dass die österreichische Schweinebörse sich diesen internationalen Preisentwicklungen stark entgegenstemmt und bis jetzt auch eine deutlich moderate Preisreduzierung geschafft hat, hilft auch dem heimischen Ferkelmarkt enorm. Die vorliegende Absatzschwäche macht aber auch bei uns eine weitere Reduzierung der Ferkelnotierung auf 2,05 € und war nicht aufzuhalten.

Einladung zum KWS Feldtag 2021


Liebe Landwirtin, lieber Landwirt!
KWS lädt Sie herzlich zum heurigen Feldtag ein:

Dienstag, 07. September 2021 um 19:00 Uhr
bei Familie Wedenig
St. Michael 4, 9130 Poggersdorf

KWS es geht um DEINEN Ertrag!

Überzeugen Sie sich selbst von unseren besten Sorten,
dann sind auch Sie mit KWS einen Schritt voraus!

Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Christian Kaufmann & Familie Wedenig

Bei dieser Veranstaltung gelten die aktuellen Maßnahmen gegen das Corona-Virus

Nach Kaufland setzt Aldi Ausschreibungen für Schweinefleischartikel aus

Um die Lage am Schweinemarkt zu entlasten, setzen Aldi Nord und Aldi Süd ihre Neuausschreibungen für Schweinefleischartikel vorerst aus.

Schweinefleischlieferanten von Aldi erhalten aktuell eine Vergütung, die 15 bis 20 % über dem aktuellen Schweinepreis liegt. Denn die Einkaufspreise für Schweinefleisch orientieren sich derzeit an einem Preiskorridor auf dem Niveau vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Um die Situation am Schweinemarkt zu entspannen wollen ALDI Nord und ALDI SÜD weiterhin zeitweilig ihre Neuausschreibungen für bestehende Schweinefleischartikel aussetzen. Das geben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und den damit verbundenen Exportstopps insbesondere nach Asien war der Basispreis in den vergangenen Wochen massiv eingebrochen. Auch die Nachfrage der deutschen Verbraucher nach Schweinefleisch war zuletzt rückläufig.

„Wir wissen um die äußerst angespannte Situation der Landwirte und Verarbeiter, die sich mit dem Preisverfall in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich verschärft hat“, erklärt Tobias Heinbockel, Managing Director Category Management bei ALDI Nord. „Mit dem vorübergehenden Verzicht auf Neuausschreibungen zahlen wir bewusst über Schweineauszahlungs-Preisniveau und möchten so zu einer Entspannung der Situation beitragen.“

„ALDI schätzt die Qualität heimischer Produkte und setzt auf die Herkunft aus Deutschland“, beteurt Erik Döbele, Managing Director Corporate Buying bei ALDI SÜD. Bereits heute stamme rund 90 Prozent des von Aldi verkauften Frischfleischs von Lieferanten und Erzeugern aus Deutschland. „Diesen Ansatz wollen wir konsequent weiterverfolgen und sind dafür auf eine zukunftsfähige deutsche Landwirtschaft angewiesen“, so Döbele weiter

Ein Lichblick-Kaufland zahlt Bauern festen Schweinepreis

Kaufland führt eine Mindestnotierung für Schweinefleisch aus Haltungsform Stufe 2 ein. Lieferanten erhalten somit dauerhaft eine Notierung von mindestens 1,40 Euro pro Kilo Schweinefleisch. Damit schafft das Unternehmen Verlässlichkeit für die deutsche Landwirtschaft.

Wir brauchen eine starke und zukunftsfähige Landwirtschaft. Die Einführung dieser Mindestnotierung ist ein wichtiges Zeichen für unsere Lieferanten und Vertragslandwirte“, sagt Stefan Rauschen, Geschäftsführer Einkauf Frische bei Kaufland „Damit untermauern wir, dass wir ein verlässlicher und fairer Partner sind, der ihnen langfristig eine Perspektive bietet“.

Bereits jetzt zahlt Kaufland im Rahmen seines Wertschätze-Qualitätsfleischprogramms den Vertragslandwirten eine Mindestnotierung von 1,40 Euro pro Kilogramm. Zudem erhalten sie einen Tierwohlbonus sowie einen Bonus für gentechnikfreie Fütterung. Seit Juli bietet Kaufland frisches Schweinefleisch ausschließlich ab der Haltungsform Stufe 2 oder höher an.

Bereits im Dezember hat die Schwarz Gruppe 50 Millionen Euro als pragmatische und schnelle Hilfe für die Landwirte zur Verfügung gestellt. Mit den Mitteln sollten insbesondere Landwirte dabei unterstützt werden, die durch die Corona-Pandemie und die afrikanische Schweinepest verursachten Schwierigkeiten im Markt abzufedern.

Schweinepreis in Deutschland: Absturz geht weiter – Lage immer verzweifelter

Für die Schweinebauern wird die Lage immer verzweifelter – sie schreiben schon seit Monaten tiefrote Zahlen. Das gilt für Mäster ebenso wie Ferkelerzeuger. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) begründet den erneuten Preissturz mit dem massiven Preisdruck der großen Schlachter im Nordwesten – dem offenbar nichts mehr entgegen zu setzten ist – will man nicht mit noch schlechteren Hauspreisen konfrontiert werden.

Ursache für den Preisdruck der roten Seite ist die schwere Absatz- und Preiskrise am Fleischmarkt. Die VEZG sagt: Das Angebot ist nach wie vor groß und die Kühlhäuser sind voll. Unter anderem ist noch viel Ware eingelagert, die eigentlich für den Verkauf nach Asien eingeplant war. Es handelt sich hier vorrangig um Verarbeitungsware, die sich in Deutschland nicht gut verkaufen lässt.“  

Hinzu kommt offenbar, dass die Schweinepreise in China immer weiter abstürzen und somit auch die Weltmarkpreise für Schweinefleisch unter Druck setzten: Große europäische Exporteure – etwa Spanien und Dänemark –  die nach China liefern wollen, müssen ihre Preise immer weiter senken, um am Markt zu bestehen. Das wirkt natürlich unmittelbar auf den europäischen Binnenmarkt und die Fleischpreise hierzulande zurück – auch wenn Deutschland im Moment gar nicht exportieren kann.

Bei uns in Österreich konnte der Schweinepreis gehalten werden, aber es gab doch ein positives Zeichen für uns Schweinemäster und Ferkelproduzenten der Verlustersatz der COVID- 19 Hilfen wurde ausbezahlt

Die Ferkelpreise konnten sich aufgrund der immer schwierigen Preis und Futtersituation und der vollen Ferkelmärkte nicht behaupten. Somit wurde der Ferkelpreis um 15 Cent reduziert.