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Die Preise für Stickstoffdünger steigen auf immer neue Rekordhochs

Die Preise für Stickstoffdünger steigen täglich immer schneller. Und neue Saison hat gerade erst begonnen. Einige Preise liegen bereits über dem bisherigen Rekordniveau der Finanzkrise 2007/08. Diese Entwicklung löst Panik nicht nur bei den Düngemittelherstellern aus sondern auch in der Landwirtschaft – wo die Produktions-Kosten sich bereits auf Rekordniveau befinden.

Doch die Krise ist offenbar noch lange nicht zu Ende: Die europäischen Erdgaspreise setzen ihreRallye weiter fort, nachdem bekannt wurde, dass die russische Gazprom beschlossen hat, im Oktober keine zusätzlichen Kapazitäten für den Transport von Gas über die Ukraine zu buchen. Die Nachricht kam zu einem Zeitpunkt, als die rekordhohen Gaspreise bereits Schockwellen bei den Herstellern von  Düngemitteln bis hin zur Lebensmittelverarbeitung und der Schlachtindustrie auslösten.

Die Folge waren eine Reihe von Betriebsstillegungen und Produktionskürzungen und sogar erste Insolvenzen bei Energiehändlern. „Alles bewegt sich steil nach oben, aber derzeit sind die Stickstoffpreise in Europa auf einem Niveau, das die Produktion von Ammoniak nicht rechtfertigt“, sagte der Chef des größten europäischen Düngerherstellers Yara, Svein Tore Holsether vor internationalen Medien.

Die Preise für Ammoniumnitrat (AN) und Calciumammoniumnitrat (CAN) in Nordwesteuropa haben die bisherigen Höchststände von 2007/08 bereits überschritten, berichten Analysten. Auch in Ägypten, einem wichtigen Lieferanten für Westeuropa, wurde zum ersten Mal seit Mai 2012 Harnstoff zu Preisen von über 500 USD/Tonne FOB verkauft.

Die Ankündigung des norwegischen Düngemittelkonzerns Yara vom vorigen Freitag von 40 % Kapazitätskürzungen in seinem europäischen Ammoniak-Produktionssystem aufgrund steigender Erdgaskosten, löste weltweit Schockwellen im Düngemittel- und Chemiesektor aus. Der europäische Nitratmarkt wurde von Analysten als „verrückt“ beschrieben, nicht nur wegen explodierender Gaskosten und Produktionskürzungen, sondern auch wegen der starken Preissteigerungen bei Harnstoff und anderen Stickstoffdüngern.

Das zeigt, dass sich die Gaspreis- und Düngerkrise immer stärker ausweitet und zu ernsthaften Versorgungsproblemen in verschiedenen Wirtschafts-Bereichen und vor allem im Energie-, Chemie- und Düngersektor führen dürfte. Landwirte dürften vor dem Hintergrund der rekordhohen Kosten zu den am stärksten Betroffenen gehören.