Heidl zu Aldi-Initiative: Erst vor der eigenen Tür kehren

Aldi muss sich laut Walter Heidl grundsätzlich die Frage gefallen lassen, was sie in ihrem Verantwortungsbereich unternehmen, damit die Tierhalter eine Perspektive haben. Viele offene Baustellen und keine einzige gelöst.

Im Sommer 2021 hat Aldi medienwirksamen ankündigt, bis 2030 sein Frischfleischangebot komplett auf Haltungsformstufe drei und vier umzustellen. Aktuell hat Aldi nachgelegt und sich in einem Positionspapier mit Forderungen an die zukünftige Bundesregierung gewandt.

BBV-Präsident Heidl beurteilt dies so: „Zwar finden sich in dem Aldi-Positionspapier auch Forderungen, die wir schon lange vehement vorantreiben, wie zum Beispiel Baurecht für Tierwohlställe vereinfachen. Grundsätzlich muss sich Aldi aber die Frage gefallen lassen, was sie in ihrem Verantwortungsbereich unternehmen, damit unsere Tierhalter eine Perspektive haben. Wenn einer der marktmächtigsten Lebensmitteleinzelhandels-Konzerne hierzu nur Forderungen an die Politik stellt, ist das unredlich! Statt mit dem Thema Tierwohl ihr eigenes Image aufzupolieren, müssen Aldi und Co. unseren Landwirten endlich einen angemessenen Preis bezahlen und konsequent auf heimische Ware setzen.“

Ende Juni hat Aldi medienwirksam einen „Haltungswechsel“ angekündigt: Bis 2030 soll das Frischfleischangebot auf die Haltungsformkennzeichnung Stufe 3 und 4 umgestellt werden. BBV-Präsident Heidl hatte damals bereits die Glaubwürdigkeit dieser Ankündigung stark bezweifelt.

Denn bei aktuellen Projekten wie der Brancheninitiative Tierwohl (ITW) müsse die Landwirtschaft mit dem Lebensmitteleinzelhandel um jeden Zehntelcent Kostenerstattung für höhere Tierwohlforderungen heftig ringen. Dabei gehe es bei ITW um Haltungsformstufe 2. Die Anforderungen, und damit der nötige Mehrpreis, sind bei Stufe 3 und 4 noch wesentlich höher, sagt Heidl.

Aktuell haben sich der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Raiffeisenverband und der Bundesverband Rind und Schwein in einem gemeinsamen Schreiben an Aldi Nord und Süd gewandt. Sie kritisieren, dass es bislang keine Gespräche mit den Tierhaltern dazu gegeben hat. Sie weisen darauf hin, dass ein Umstieg Investitionen von mehreren Milliarden Euro sowie die nötigen Genehmigungsverfahren erfordern würde. Dies wäre überhaupt nur verbunden mit einem angemessenen, langfristig verbindlichen Mehrpreis und einer Abnahmegarantie für die Tierhalter denkbar.

Bislang ist der Lebensmitteleinzelhandel dazu aber nicht bereit. Die ITW-Laufzeiten betragen stets nur drei Jahre. Außerdem warten seit 1. Juli 2021 ITW-Schweine an Schlachthöfen auf Abnehmer. Der Lebensmitteleinzelhandel, und damit auch Aldi, hatte gelobt, nur noch Haltungsstufe 2 zu vermarkten. Die Realität sieht anders aus. Kritisch hinterfragen die Verbände, warum sich der Haltungswechsel nur auf Frischfleisch beziehen soll. Wenn verarbeitete Produkte außen vor bleiben, muss der nötige Mehrpreis allein über das Frischfleisch gestemmt werden. Das ist mit Blick auf die tatsächliche Bereitschaft der Verbraucher, mehr zu bezahlen, völlig unrealistisch.

Eine weitere offene Flanke sehen die Verbände im System Haltungsformkennzeichnung darin, dass es keine Bindung an die hohen gesetzlichen Standards in Deutschland gibt. Schlupflöcher für ausländische Produkte sind inakzeptabel.

WIe spannend wird es erst für Österreich werden?????

Jetzt kommt die Ära der Knappheiten

Die Welt steckt in der Rohstoffkrise – und wir erleben, wie Engpässe unseren Alltag bestimmen. Vieles spricht dafür, dass die Zeiten der Überflusswirtschaft vorbei sind.

Vor 13 Jahren erfasste die letzte große Rohstoffkrise die Welt. Öl kostete damals zeitweise 140 Dollar pro Fass. Die Preise für Reis, Weizen oder Mais gingen durch die Decke. In ärmeren Ländern waren viele Menschen von Hunger bedroht. Proteste und Aufruhr waren die verständliche Folge. Im wohlhabenden Westen stiegen die Inflationsraten.

Die Weltwirtschaft stand damals am Ende des Globalisierungsbooms der Nullerjahre. Nach einem ressourcenintensiven Aufschwung mit Wachstumsraten um fünf Prozent waren natürliche Grenzen erreicht. China war zum weltgrößten Verbraucher von Kohle, Eisenerz, Nickel, Aluminium, Blei, Zink und Kupfer geworden, ebenso zur größten Verbrauchernation von Getreide. All die Dinge, die sich nicht beliebig in Fabriken vermehren lassen, wurden knapp: Bodenschätze, Ackerfrüchte, Wasser. Die Spekulation an den Börsen trieb die Preise zusätzlich.

Vor 13 Jahren lebten 6,8 Milliarden Menschen auf der Erde. Heute sind es 7,8 Milliarden.

Die jährlichen Kohlendioxidemissionen lagen bei 31 Gigatonnen jährlich. Heute sind es 36 Gigatonnen. Die weltweiten Durchschnittstemperaturen sind seither gestiegen, womöglich um ein halbes Grad Celsius, wie Berechnungen von Forschern der Universität Berkeley zeigen.

Es wird voll auf der Erde. Und warm.

Abermals stecken wir in einer Rohstoffkrise. Abermals erleben wir, wie Knappheiten unseren Alltag bestimmen. Gas, Kupfer, Computerchips, Raps, Arbeitskräfte – auf vielen Märkten wird es eng. Lieferengpässe legen die Produktion lahm. Preise schießen in die Höhe. Die Inflationsraten ziehen an, die Notenbanken sind unschlüssig, ob es sich um vorübergehende Verspannungen handelt oder um den Beginn einer neuen Ära, die eine entsprechend straffere Geldpolitik erfordert.

Die drei Großtrends, so die zentrale These, würden »sieben Knappheiten« hervorrufen – grundlegende Verschiebungen, die zwar immer wieder kurzfristig von gegenläufigen Entwicklungen überdeckt werden könnten, die aber letztlich unsere weitere Zukunft bestimmen.

Was indes bleiben wird, sind die sieben Knappheiten: Menschen, Geist, (nutzbarer) Boden, (saubere) Energie, Wasser, Zeit und Macht.

Die Gegenwart ist schwierig genug. Die weitere Zukunft wird nicht einfacher.

Eine Kolumne von Henrik Müller Spiegel

Feiertagsbedingter Rückstau lässt Schweinepreis fallen

Der Rückstau an schlachtreifen Schweinen nach dem Nationalfeiertag führt jetzt zu einem deutlichen Preisminus am Schlachtschweinemarkt. Und ein weiterer schlachtfreier Tag steht an.

In Österreich entstand in der abgelaufenen Woche erwartungsgemäß ein feiertagsbedingter Rückstau. 10 bis 15 % des Angebotes müssen somit in die neue Woche mitgeschleppt werden, in welcher mit dem Allerheiligentag abermals ein Arbeitstag fehlt. Vor diesem Hintergrund waren die Preisgespräche an der Ö-Börse von Forderung der Abnehmer geprägt, den Preisabstand zu Deutschland deutlich zu reduzieren. Damit es keiner weiteren Verzögerung bei der Abholung kommt, wurde von Erzeugerseite einem Minus von 5 Cent zugestimmt.

Die gute Nachricht: InDeutschland gehen die Fleischpreise nicht weiter zurück, so dass der Druck von dieser Seite nicht zunimmt. Entwarnung bedeute das jedoch auch nicht, denn in Spanien rauschen die Preise die 18te Woche in Folge nach unten. Weil der Export nach China wegen der abgestürzten chinesischen Preise komplett ins Stocken geraten ist.

Die Gefahr ist nun, dass diese nicht exportieret Ware direkt oder indirekt auf den deutsche Markt drängt und die Preisspirale nach unten erneut in Gang setzt: Das Problem ist also noch nicht von Tisch.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) sagt: Schlachtreife Schweine lassen sich mit leichten zeitlichen Verzögerungen vermarkten. Ein limitierender Faktor bleiben die bei verschiedenen Standorten reduzierten Schlacht- und Zerlege-Möglichkeiten. Das größte Problem bleibt weiterhin: Der europäische Fleischmarkt ist reichlich versorgt. Und die spanische Notierung liegt inzwischen knapp unter dem Niveau der korrigierten französischen Notierung.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine ist mit 310.800 um fast 9 Prozent größer als in der Vorwoche, für die geradei einmal 285.000 Schweine abgerechnet wurden.

Die Lage am deutschen Ferkelmarkt hat sich wenig verändert, so dass in der laufenden 43. Kalenderwoche mit gleichbleibenden Preisen gerechnet werden kann, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wurde für den Zeitraum vom 25. Oktober bis 31. Oktober weiterhin nur mit 18 Euro je Stück angegeben. Das ist zur Vorwoche ein unverändert niedriger Preis.

USDA-Prognose 2022: Rückgang der weltweiten Schweinefleischerzeugung

Das US-landwirtschaftsministerium (USDA) hat kürzlich seine Prognose für die Entwicklung der Fleischmärkte für das kommende Jahr 2022 abgegeben. Nach einem Anstieg der Schweinefleischerzeugung in China in diesem Jahr, erwarten die Experten im nächsten Jahr dort einen Rückgang von ca. 5 %. Neben China werden moderate Produktionsrückgänge auch in den USA und in der Europäischen Union erwartet, berichtet AgE.

Für die chinesischen Schweinefleischerzeugung erwartet das USDA, dass nach einem Anstieg in diesem Jahr um 27 % auf 46,0 Mio. t die Produktion 2022 um rund 2,25 Mio. t oder 5 % auf 43,75 Mio. t sinken wird. Etwas weniger stark soll mit einem Minus von 4 % auf 48,1 Mio. t der Verbrauch abnehmen. Dies könnte dann auch zu einem wieder höheren Importbedarf der Volksrepublik führen: Die US-Analysten rechnen mit einem Einfuhrzuwachs von 250.000 t oder fast 6 % auf 4,75 Mio. t. Dies wäre das zweithöchste Niveau in der Geschichte.

Neben China werden moderate Produktionsrückgänge auch in den USA mit 0,3 % und in der Europäischen Union (EU) mit 0,1 % erwartet. Sollte allerdings in der Gemeinschaft die Niedrigpreisphase länger anhalten und der Export nach China nicht wieder anspringen, halten Analysten für die EU auch einen deutlich stärkeren Rückgang der Produktion für möglich.

Zu den Gewinnern am Schweinemarkt 2022 wird nach Auffassung des USDA Brasilien gehören. Die Schweinefleischproduktion soll ungeachtet der auch dort teurer gewordenen Futtermittel auf Expansionskurs bleiben und gegenüber 2021 um rund 3 % auf die neue Rekordmarke von 4,45 Mio. t steigen. Trotz der ebenfalls erwarteten Zunahme des heimischen Verbrauchs sollen auch die Exporte weiter von Rekord zu Rekord eilen und nach einem Plus von 10 % in diesem Jahr im kommenden um fast 7 % auf 1,38 Mio. t zunehmen. China wird dabei Hauptabnehmer bleiben; die Lieferungen dorthin machten zuletzt 55 % der Gesamtexporte von brasilianischem Schweinefrischfleisch aus. Die zuletzt sprunghaft gewachsenen Ausfuhren auf die Philippinen könnten jedoch einen Dämpfer erhalten. Das USDA rechnet für den Inselstaat nach dem Abklingen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wieder mit einem deutlichen Rückgang der Importe, und zwar um rund ein Viertel auf 375.000 t; davon wären auch die EU-Anbieter betroffen.

Ähnliches gilt für Vietnam mit einem erwarteten Einfuhrminus von 17 % auf 250.000 t. Hingegen sollen den Washingtoner Analysten zufolge die Importe Südkoreas aufgrund des nach Corona wieder anspringenden Verbrauchs um gut 9 % auf 600.000 t steigen. Zudem sehen die US-Experten für 2022 auch in Hongkong, Japan, Mexiko und im eigenen Land einen höheren Einfuhrbedarf. Auf der anderen Seite sollen die US-Exporte von Schweinefleisch gegenüber 2021 um 3 % auf 3,36 Mio. t zunehmen, da mit einem geringeren Inlandsverbrauch gerechnet wird.

Zu anderen Ergebnissen, zumindest für die Mitgliedstaaten der Europäische Union, kommt die EU-Kommission in ihrer jüngsten Herbstprognose, denn darin geht sie lediglich von einer Abschwächung des Wachstumstrends aus und erwartet, dass nach einer Produktionssteigerung von 1,7 % in diesem Jahr die Schweinefleischerzeugung 2022 noch um 0,6 % auf 23,80 Mio. t zunehmen wird. Haupttreiber soll dabei Spanien sein. Bei wieder leicht rückläufigem Verbrauch erwarten die Brüsseler Analysten für die Schweinefleischexporte der Mitgliedstaaten 2022 einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um fast 370.000 t oder 7,0 % auf 5,60 Mio. t. Damit fällt die Vorhersage noch optimistischer aus als die des USDA, welches für die EU ein Ausfuhrplus von 2,0 % auf 5,10 Mio. t erwartet, wobei aber nicht alle Nebenerzeugnisse eingerechnet sind.

Wird die Inflation womöglich länger bleibt als gedacht

Lange sah es so aus, als stiegen die Inflationsraten nur vorübergehend an, doch inzwischen scheint klar: Verbraucher und Unternehmen müssen sich auch längerfristig auf höhere Preise einstellen. Unter Zugzwang gerät dadurch allmählich die EZB.

Langfristig fahren wir sicher gegen die Wand“, sagt Carl Icahn. „Ich glaube wirklich, es wird eine Krise geben angesichts der Art und Weise, wie wir Geld drucken, wie wir in die Inflation gehen.“ Icahn (85) ist als aktivistischer Investor seit Jahrzehnten im Finanzgeschäft, ein Urgestein der Wall Street. „Wenn sie sich umschauen, sehen sie überall Inflation“, sagte er kürzlich in einem Interview mit dem US-Sender CNBC weiter. „Ich weiß nicht, wie wir damit langfristig fertig werden wollen.“

Mit seinen Sorgen ist Icahn nicht allein. Lange herrschte am Finanzmarkt und unter Ökonomen die Meinung vor, der aktuelle Anstieg der Inflationsraten sei lediglich ein vorübergehendes Phänomen – doch diese Einschätzung teilen immer weniger. Denn die Gründe, die die Preise aktuell steigen lassen, verschwinden womöglich doch nicht so schnell wieder von der Bildfläche, wie gedacht. Und schlimmer noch: Es könnten weitere Preistreiber hinzukommen.

Selbst in Notenbanken findet vor dem Hintergrund inzwischen offenbar ein Umdenken statt. Lange weigerten sich die wichtigsten Zinswächter der Welt, auf die Preissteigerungen zu reagieren. Inzwischen haben jedoch sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Bank of England bereits eine Abkehr von ihrer besonders lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) fehlt zwar offiziell noch ein solches Zeichen des Einlenkens. EZB-Direktorin Isabel Schnabel (50) ließ aber zuletzt erkennen, dass auch in Frankfurt die Inflation inzwischen offenbar ernster genommen wird.

Die Frage, wie lange Konsumenten mit stärkeren Preisanstiegen rechnen müssen, lenkt den Blick auf die Ursachen der Inflation. Ausgelöst wurden die aktuell starken Preisanstiege augenscheinlich vor allem durch einmalige Effekte im Ausklang Corona-Krise wie eine besonders starke Konsumnachfrage, hohe Energiepreise sowie – hierzulande – den Wegfall von Mehrwertsteuererleichterungen. In Deutschland ist die Inflationsrate durch diese Einflüsse im September auf 4,1 Prozent gestiegen, sie lag damit erstmals seit knapp 28 Jahren wieder über der Vier-Prozent-Marke. Im Euro-Raum stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent. Höher war die Teuerungsrate zuletzt im September 2008.

Inzwischen zeigt sich jedoch: Viele Einflüsse, die die Preise nach oben treiben, werden kaum so schnell wieder verschwinden. Ein Beispiel sind die Rohstoffpreise, die in den vergangenen Monaten nahezu durch die Bank deutlich nach oben gegangen sind. Allen voran: Die Ölpreise, die einen besonders großen Einfluss auf das Preisniveau in vielen Bereichen der Wirtschaft haben. Kostete ein Barrel (ein 159-Liter-Fass) der Nordseesorte Brent beispielsweise vor einem Jahr noch etwa 37 Dollar, so sind es inzwischen mehr als 84 Dollar. Ein Plus von mehr als 100 Prozent also – und ein Ende des Preisanstiegs scheint bislang kaum absehbar.

Laut der Prognose des IWF, die im Oktober 2021 veröffentlicht wurde, werden die Verbraucherpreise in Österreich im Jahr 2021 voraussichtlich um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Für 2022 wird eine leicht schwächere Teuerung von 2,4 Prozent erwartet.

OÖ Schweinetag am 10. November

Am 10. November findet der Oberösterreichische Schweinetag statt – auch heuer als Webinar. Die Themen sind unter anderem die neuen Richtlinien beim AMA-Gütesiegel und das neue PRRS-Programm.

Auch in diesem Jahr veranstaltet die LK Oberösterreich zusammen mit dem TGD und dem LFI den alljährlichen Schweinetag. Am 10. November findet dieser coronabedingt wieder als Webinar via Zoom statt. Am Vormittag von 9 bis 13 Uhr dreht sich beim Landestag der Ferkelproduktion alles um die Eingliederung der Ferkelstufe in das AMA-Gütesiegel-Programm, Amtstierärztliche Kontrollen auf Schweinebetrieben, Reinigung und Desinfektion und die Afrikanische Schweinepest.

Von 19 bis 22 Uhr findet dann der Abend der Schweinemast statt. Hier erklären Experten die neuen Richtlinien beim AMA-Gütesiegel und das neue PRRS-Programm.

An beiden Terminen erhalten Sie zudem agrarpolitische Informationen rund um aktuelle Themen in der Schweinehaltung.

Der Kursbeitrag beträgt je Termin für Bäuerinnen, Bauern und Familienangehörige 20 € (ungefördert sind es 40 €)

Anmeldung

Unter der Veranstaltungsnummer 7696/3 (Ferkel) bzw. 7697/3 (Mast) bis Mittwoch, 3. November beim LFI-Kundenservice: 050/6902-1500 oder info@lfi-ooe.at

Anmeldung Landestag für Ferkelproduktion

Anmeldung Abend der Schweinemast

Eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung möglich!

Auch in Ungarn: Aldi verkauft nur noch heimisches Frischfleisch

In Ungarn will der Discounter Aldi nur noch unverarbeitetes Fleisch von Tieren anbieten, die in Ungarn aufgezogen, geschlachtet und verarbeitet wurden.

Aldi in Ungarn will die Lebensmittelindustrie des Landes stärken und der heimischen Ware noch mehr Vorzug in seinen Läden geben. Wie der Lebensmitteldiscounter in der vergangenen Woche mitteilte, soll ab sofort das Frischfleisch von Schweinen, Rindern und Geflügel im Dauersortiment nur noch von ungarischen Lieferanten bestückt werden. Das unverarbeitete Fleisch muss in den mittlerweile 151 Filialen zu 100 % von Tieren stammen, die in Ungarn aufgezogen, geschlachtet und verarbeitet wurden. Ein ähnliches „Heimatprogramm“ gibt es bereits bei Obst und Gemüse und Milcherzeugnissen. Viele der Produkte würden innerhalb von 24 Stunden nach der Schlachtung in die Läden geliefert, so dass die Kunden ein wirklich frisches Fleischprodukt kaufen könnten, erklärte Aldi. Zudem würden die Lieferketten verkürzt, was zusammen mit der Nutzung von Ökostrom und einem klimaneutralen Betrieb bedeute, dass der CO2-Fußabdruck verringert werde.

Ungarns Landwirtschaftsminister István Nagy lobte die Ausweitung des heimischen Angebotes bei Aldi und äußerte sich zuversichtlich, dass diesem Beispiel auch andere Handelsketten folgen würden. Die Verringerung der Nahrungsmittelabhängigkeit von anderen Ländern sei längst zu einem nationalen strategischen Thema geworden. Der Präsident der Nationalen Landwirtschaftskammer (NAK), Balázs Győrffy, wies darauf hin, dass Anfang September auch Lebensmitteleinzelhandelsketten in Deutschland angekündigt hätten, den Anteil des im eigenen Land produzierten Fleisches in ihren Geschäften zu erhöhen. Die NAK habe einen ähnlichen Schritt für Ungarn gefordert und sei nun froh, dass dieser nun so schnell zugunsten der heimischen Erzeuger umgesetzt werde.

Düngerpreise: Brüssel lässt Bauern im Regen stehen

Zum aktuellen Zeitpunkt Kann man auf keine Entlastungsmaßnahmen der EU-Kommission hoffen. Aus Kommissionskreisen hieß es am vergangenen Freitag (22.10.) lediglich, dass die Behörde die Marktsituation in den einzelnen Sektoren genau verfolge. Offenbar denkt Brüssel auch nicht daran, den Anti-Dumpingzoll gegen unfaire Handelspraktiken von Herstellern aus Drittstaaten wie Russland oder Trinidad und Tobago aufzuheben.

Aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise hat sich die Produktion von Stickstoffdüngern derartig verteuert, dass Hersteller ihre Produktionsanlagen teils runterfahren und dadurch erhebliche Versorgungsengpässe drohen. Zur Ankündigung des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki, bei weiter steigenden Betriebsmittelpreisen, Beihilfen für seine Bauern zahlen zu wollen, erklärte eine Kommissionssprecherin gegenüber Nachrichtendienst Agra-Europe,dass jeder EU-Mitgliedstaat das Recht habe, Sonderhilfen zu leisten. Das betreffende Mitgliedsland müsse sich allerdings diese von der Kommission genehmigen lassen.

Erst kürzlich hatte die Brüsseler Behörde angekündigt, es den Mitgliedstaaten zu vereinfachen, Hilfen für Unternehmen oder Industriebranchen im Einklang mit dem EU-Beihilferecht zu gewähren. Beim Treffen der EU-Agrarminister in Luxemburg räumte Agrarkommissar Janusz Wojciechowskiallerdings ein, dass die hohen Energiepreise zu einem Problem werden und sich auch auf die Lebensmittelpreise in der EU auswirken könnten.

Unterdessen sicherte Polens Ministerpräsident Morawiecki seinen Landwirten staatliche Unterstützung zu, sollte sich die Lage nicht bald entspannen. In einem Facebook-Post stellte Morawiecki fest, dass die Preisexplosion am Düngermarkt die direkte Folge der rasanten Preisentwicklung für Erdgas sei, angeheizt durch die „Preismanipulation der russischen Firma Gazprom und der russischen Regierung“. Da Erdgas gegenwärtig rund 70 % des Düngerpreises ausmache, lasse sich die Verteuerung kaum abfedern. Sofern es hier in den nächsten Monaten keine Abwärtsbewegung gebe, werde die Regierung mit staatlichen Einkaufsinterventionen und Subventionen gegensteuern, kündigte der Premierminister an.

Der polnische Düngerhersteller Grupa Azoty betonte in einer Pressemitteilung, dass die Versorgung des polnischen Marktes für ihn Vorrang vor dem Export habe. Deshalb werde man im Ausland ab sofort nur noch bestehende Lieferverträge bedienen und die frei werdenden Mengen auf den Inlandsmarkt umlenken. Eigenen Angaben zufolge ist Grupa Azoty eines der wenigen Unternehmen in Europa, das seine Düngerproduktion trotz der extrem gestiegenen Gaspreise bisher nicht deutlich gedrosselt hat.

Im Vereinigten Königreich hat die Kohlendioxidindustrie inzwischen eine Vereinbarung getroffen, um sicherzustellen, dass britische Unternehmen weiterhin mit CO2 versorgt werden können. Wie das Wirtschaftsministerium Mitte Oktober mitteilte, erklärten sich die CO2-Lieferanten bereit, dem Düngemittelunternehmen CF Fertilisers einen höheren Preis für das bei der Düngemittelherstellung als Nebenprodukt entstehende Kohlendioxid zu zahlen.

Auf diese Weise solle sichergestellt werden, dass CF Fertilisers seine Tätigkeit weiterhin fortsetze. Das US-amerikanische Unternehmen produziert rund 60 % des kommerziellen CO2 im Vereinigten Königreich. Im September hatte das Wirtschaftsministerium eine Sondervereinbarung mit dem Unternehmen getroffen und damit eine Schließung der zwei größten Düngemittelfabriken des Landes „auf unbestimmte Zeit“ abgewendet. Mit Material von AgE

Brauchen wir noch Nutztiere?

Diese provokante Frage stellte Prof. Wilhelm Windisch in einem Vortrag. Sein Fazit: Die Produktion von Lebensmitteln ist mit der Haltung von Nutztieren verbunden.

Die Haltung von Nutztieren gerät mit Blick auf Klima, Umwelt und Tierwohl immer mehr in die Kritik und die landwirtschaftliche Nutzfläche sinkt. Können wir uns die Nutztiere also überhaupt noch leisten? Dieser Frage ging Prof. Dr. Windisch vom Lehrstuhl für Tierernährung der Technischen Universität München (TUM) bei einer Veranstaltung der Brancheninitiative „Fokus Fleisch“ zum Thema „Klimawandel und Nutztierhaltung“ nach.

In seinem Vortrag machte er zu Beginn deutlich:

1 kg vegane Lebensmittel erzeugen mindestens 4 kg nicht essbare Biomasse“ – Prof. Dr. Wilhelm Windisch

Beispiele dafür seien Stroh, Zwischenkulturen in der Fruchtfolge oder Nebenprodukte der Verarbeitung (Haferspelzen etc.). In dieser Biomasse seien aber Pflanzennährstoffe gebunden, die zurück in den Kreislauf gehören. Diese Leistung einer nachhaltigen Landwirtschaft erfüllten am besten Nutztiere. Fleisch oder Milch, die alleine mit dem Einsatz von nicht essbarer Biomasse produziert wurden, seien weitestgehend emissions- und klimaneutral.

Allerdings machte Windisch auch deutlich: „Das gilt nur, solange die Tierernährung ausschließlich auf die nicht essbare Biomasse begrenzt ist. Die Nahrungskonkurrenz zum Menschen entsteht mit einer hohen Leistung der Tiere, die den Einsatz von zusätzlichem Energie- und Proteinfutter nötig macht“, so Prof Windisch.

Milcheiweiß und Rindfleisch sind quasi vegane Proteine“ – Prof. Dr. Wilhelm Windisch

Der Wissenschaftler zeigte sich überzeugt: Mit einer Begrenzung der Nutztierfütterung auf die nicht essbare Biomasse und den Verzicht auf exzessiven Anbau von Futtermitteln auf Ackerflächen würden sich automatisch auch die Tierzahlen verringern.

Im Gegensatz zu einer pauschalen Obergrenze für den Tierbesatz fördere eine Begrenzung auf die nicht essbare Biomasse die Innovationskraft der Landwirtschaft in der Effizienz der Transformation der verfügbaren Futtermittel in hochwertige Lebensmittel. Dies führt wiederum zu einer Senkung der Emission bei gleichzeitig mehr Lebensmitteln aus derselben Basisproduktion an pflanzlicher Biomasse.

Fleisch und Vegan: Kein Gegensatz

In diesem Kontext seien „veganen Ersatzprodukte“ kein Gegenpol zu Lebensmitteln tierischer Herkunft, im Gegensatz: Die bei der Herstellung von Hafermilch und Co. anfallenden Nebenprodukte lassen sich als wertvolle Futtermittel nutzen. „Durch die Kombination aus veganen Lebensmitteln und der Nutzung der Nebenprodukte als Futtermittel werden in Summe mehr Lebensmittel für den Menschen gewonnen, als bei ausschließlicher Verwendung als pflanzliches Lebensmittel oder als Futtermittel“, erklärte Windisch.

Die aktuelle Polarisierung von „Fleisch kontra Vegan“ und die pauschale Abwertung von Fleisch und andere Lebensmittel tierischer Herkunft als generelle Umweltbelastung sei völlig überzogen und sachlich unhaltbar. Fazit von Windisch: „Eine nachhaltige Landwirtschaft brauch Pflanzen- und Tierproduktion, um Nährstoffkreisläufe im gesamten Agrarsystem zu erhalten.“

Computermodell zeigt zerstörerisches Potenzial von sozialen Netzen

Experten warnen davor, dass die Polarisierung der Gesellschaft durch Social Media einen irreversiblen Kipppunkt erreichen könnte.

Ein interdisziplinäres Team aus Soziologen und Physikern hat ein Computermodell entwickelt, um den stetigen Anstieg der politischen Polarisierung zu analysieren. Das Multi-Agenten-Modell soll insbesondere klären, welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Die Studie, die die Forschenden jetzt in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht haben, zeichnet ein pessimistisches Bild: Laut dem Modell gibt es Kipp-Punkte, ab denen die gesellschaftliche Polarisierung irreversibel wird.

Bislang galt der Echo-Kammer-Effekt als eine gängige Erklärung für politische Polarisierung in sozialen Medien: Weil User in sozialen Netzwerken bevorzugt Inhalte konsumieren, die ihrem Weltbild entsprechen, würde sich ihre politische Meinung weiter verfestigen – so die Theorie. Dieser Ansatz ist allerdings umstritten, denn soziale Netze sind in der Regel nicht die hauptsächlichen Nachrichtenquellen vieler User. Ihr Effekt ist daher viel kleiner als zunächst vermutet. Zudem gibt es Untersuchungen, die einen paradoxen Befund zeigen: Setzt man User gezielt möglichst fremden, konträren Meinungen aus, werden ihre politischen Positionen nicht offener und flexibler, sondern sie verhärten sich noch.

Der Soziologe Petter Törnberg von der Universität Amsterdam und seine Kollegen aus Deutschland, Italien und Schweden gehen daher davon aus, dass politische Polarisierung ein Effekt ist, der mit dem zunehmenden Einfluss politischer Identitäten zu erklären ist. Nach diesem Erklärungsansatz sind politische Debatten keine rationalen Diskussionen über politische Meinungsverschiedenheiten mehr. Sie gleichen vielmehr einem Kampf zwischen verfeindeten Stämmen, bei dem es wichtiger ist, wer zur In-Group und wer zu den „Anderen“ gehört als wer welche Argumente vorbringt.

Um die Polarisierung wieder zu verkleinern, müssten die separaten Gruppen sich einigen, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. „Früher wurde diese Aufgabe durch die Massenmobilisierung erfüllt, die die fordistische Gesellschaft der Moderne kennzeichnete, zum Beispiel durch groß angelegte Kriege“, schreibt Törnberg. „Heute, in einer postmodernen, fragmentierten Gesellschaft, ist es weniger klar, wie ein solches Zusammenkommen umgesetzt werden könnte. Vor etwa zwei Jahren war eine gängige Antwort der Forscher, dass ein großes, gemeinsames Problem – wie eine globale Pandemie – eine Lösung bieten könnte. Das scheint leider nicht geholfen zu haben“. Auch wenn er grundsätzlich nicht auf eine technische Lösung des Problems setze, sei er sich jedoch sicher, „dass es durchaus möglich wäre, eine entpolarisierende Form der sozialen Medien einzuführen.“

Schweinemarkt bleibt schwierig – Stabilisierung am EU-Binnenmarkt

Beispielsweise ist es in Deutschland in den vergangenen Wochen recht gut gelungen, einen erneuten Schweinestau abzu­wenden. Obwohl die Schlachtkapazitäten derzeit an einigen Schlachtstandorten wegen Corona-Fällen, Quarantänen bzw. Personalknappheit eingeschränkt sind, können die zur Vermarktung anstehenden Schlachtschweine einigermaßen zeitnah bewältigt werden. Die Schlachtzahlen haben sich mittlerweile bei ca. 840.000 Schweinen pro Woche eingependelt. Auch die Schlachtgewichte befinden sich mit 97,3 kg auf einem ähnlichen Niveau wie 2019. Das zeigt, dass die meisten Schweine trotz leichter Verzögerungen noch einigermaßen rechtzeitig zur Schlachtung kommen.

EU-Binnenmarkt etwas stabiler

Auf der Nachfrageseite gibt es derzeit keine großen Überraschungen. Dennoch können die Lagerbestände an Schweinefleisch scheinbar langsam aber sicher abgebaut werden. Die Zahlen der AMI deuten mit einem Rückgang im August an, dass der Höchststand überschritten sein dürfte.

Nach den wochenlangen Preisrückgängen in der gesamten EU konnten sich die Notierungen zuletzt überwiegend stabil halten. Hoffnungen machen dabei Stimmen aus der dänischen und französischen Fleischbranche. Zum einen kehre mehr Stabilität im Fleischgeschäft durch Corona-Lockerungen in der EU ein und zum anderen wird auch von einer leichten Belebung der Schweinefleischnachfrage aus China berichtet. Üblicherweise ordern die Chinesen zu dieser Jahreszeit mehr Schweinefleisch, weil der Konsum zum chinesischen Neujahrsfest, das im nächsten Jahr am 01. Februar stattfindet, stark ansteigt.

Laut Österreichischer Schweinebörse befanden sich Angebot und Nachfrage auf dem
heimischen Markt annähernd im Gleichgewicht. Der Warenstrom vom Maststall bis zu den
Endverteilern lief aber eher schleppend. Hauptgrund dafür war das druckvolle Dumping-
angebot aus anderen EU-Mitgliedsländern auf allen Ebenen. Dabei handelte es sich um
Ferkel, Schlachtschweine, Fleisch sowie Wurst- und Schinkenprodukte. Marktteilnehmer,
die auf heimische Rohstoffe z.B. mit AMA-Gütesiegel setzen, sahen sich daher mit einer
schwierigen Konkurrenzsituation konfrontiert.

Rückstau belastete Ferkelhandel
Auf dem österreichischen Ferkelmarkt passte das frische Angebot recht gut zur Nach-
frage, das Gesamtangebot lag aber spürbar darüber. Belastend wirkten noch immer die in
den Vorwochen aufgestauten Ferkel.Der Ferkelhandel blieb europaweit angespannt, die Preise gaben zumeist nach. In
Deutschland war von einer leicht verbesserten Situation die Rede. Daher stabilisierte sich
die Notierung auf niedrigem Niveau.

Schon wieder China-Jetzt fehlt den Autoherstellern auch noch Magnesium

Schon vor Wochen wurde davor gewarnt, jetzt könnte es tatsächlich Realität werden: Ein Stopp der Autoproduktion wegen fehlender Werkstoffe. Chinesisches Magnesium bereitet Kopfzerbrechen.

Es wiegt ein Drittel weniger als Aluminium und drei Viertel weniger als Stahl, ist aber trotz seiner geringen Dichte so fest wie andere Werkstoffe: Magnesium wird seit ein paar Jahren verstärkt beim Bau von Autos eingesetzt. Genau das könnte der weltweiten Fahrzeugindustrie nun zum Verhängnis werden. Diese muss möglicherweise ihre Bänder nicht nur wegen des Mangels an Chips anhalten, sondern auch wegen ausbleibender Lieferungen des internationalen Magnesiummonopolisten: China.

Seit Wochen warnen Branchenverbände davor, dass den Autobauern das Metall ausgehen könnte, seit aus Fernost kein Magnesium mehr geliefert wird. Die jetzigen Vorräte dürften in Deutschland und im Rest von Europa spätestens Ende November erschöpft sein, hatte die ­Wirtschaftsvereinigung Metalle jüngst gewarnt. Die Bundesregierung müsse „dringend diplomatische Gespräche“ mit der chinesischen Regierung führen, um „massive Produktionsausfälle“ zu verhindern.

Weniger Magnesium gleich mehr Klimaschutz?

Tatsächlich kommen zwischen 80 und 85 Prozent der globalen Magnesiumproduktion aus der Volksrepublik, genauer gesagt aus dem Kreis Wenxi in der Provinz Shanxi und aus dem Kreis Fugu der Stadt Yulin in der Provinz Shaanxi, die bis auf das zusätzliche „a“ im romanisierten Namen fast genauso geschrieben wird wie eine Nachbarprovinz im Osten. Normalerweise werden etwa in Fugu täglich zwischen 1600 und 1700 Tonnen Magnesium produziert. Derzeit sind es nur 1000 Tonnen. Schuld ist Chinas Versprechen an die Welt, das Klima besser zu schützen. So wie seit dem Sommer plötzlich überall im Land Kohlekraftwerke abgeschaltet wurden, um die Vorgaben der Zentralregierung an das Einsparen von CO2 zu erfüllen, haben 30 Magnesiumhersteller ihre Produktion um 50 Prozent reduziert, um die Umweltschutzvorgaben einzuhalten. 15 Hersteller in Shaanxi mussten sogar ihre Produktion Anfang September ganz einstellen – vorerst bis Dezember.

Seitdem exportiert China kaum noch Magnesium. Bei Branchenanalysten in Banken und den Verbänden im Westen ist deshalb ein Verdacht entstanden: Hält die chinesische Regierung etwa zugunsten der eigenen Autoindustrie die Ausfuhren des Rohstoffs zurück, was die weit verbreitete Angst bestätigen würde, China sei in der Weltwirtschaft ein unverantwortlicher Akteur?

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Drapeaux européens devant le Berlaymont

EU-Parlament stimmt für Farm to Fork-Strategie

Das Europaparlament hat am 19. Oktober mit einer deutlichen Mehrheit von 452 Stimmen – bei 170 Gegenstimmen und 76 Enthaltungen – für die Farm to Fork-Strategie der Europäischen Kommission gestimmt.

n den vergangenen Wochen und Monaten war massive Kritik von Seiten der Politik und von Agrarverbänden geäußert worden, insbesondere daran, dass die mit Spannung erwartete Folgenabschätzung durch das Joint Research Center (JRC) von der Kommission bis diesen Sommer absichtlich zurückgehalten worden sei, obwohl die Ergebnisse bereits Anfang des Jahres vorgelegen hätten. Noch am Vortag der jetzigen Abstimmung war es in Straßburg – so berichten parlamentsnahe Kreise – zu einer kontroversen Debatte gekommen. Erst kürzlich hatten die europäischen Agrarverbände Copa-Cogeca erneut darauf hingewiesen, dass die „derzeitigen Ziele, wenn sie wie vorgeschlagen umgesetzt werden, einen hohen Tribut von den Erzeugern in der EU fordern werden.“ Aber auch die Konsumenten sind betroffen. Verschiedene Studien, u.a. von den Universitäten Wageningen und Kiel sowie von der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU, hatten zuvor auf die drastischen Auswirkungen der Farm to Fork-Strategie hingewiesen. Diese müssten dringend in Betracht gezogen werden, fordert Copa-Cogeca. m.s.

Düngerpreise bleiben unbezahlbar

Die Düngerpreise steigen immer höher. Trotzdem gibt es kaum Dünger zu kaufen. Analysten glauben, dass die kritische Lage mindestens bis zum Frühjahr anhalten wird.

Die Düngerpreise haben alle bisherigen Rekordmarken weit hinter sich gelassen. Zu kaufen gibt es trotzdem fast nichts. Die Gründe liegen auf der Hand: Die europäischen Düngerfabriken haben die Produktion wegen der explodierenden Gaspreise massiv gedrosselt. Die Folge ist ein schrumpfendes bzw. kaum noch vorhandenes Angebot. Gestörte Lieferketten und rekordhohe Transportkosten erschweren außerdem den Dünger-Import aus anderen Regionen. Hinzu kommt, dass die Probleme in fast allen wichtigen Exportregionen ähnlich sind wie in Östereich, Deutschland und Europa.

Auch Händler kaufen unter diesen Bedingungen keinen Dünger, obwohl ihre Läger gähnend leer sind. Der Grund: Zum einen sind die Preise für die verfügbaren Mengen exorbitant hoch. Zum anderen möchte natürlich niemand extrem teuren Dünger einlagern, den er nach einer Preiskorrektur möglicherweise erheblich billiger weiterverkaufen müsste – mit hohen Verlusten.

Und natürlich zögern auch viele Landwirte bei diesen Düngerpreisen überhaupt etwas zu kaufen, wenn sie denn überhaupt noch Ware bekommen. Viele Landwirte dürften ihre Ausbringungsmengen deutlich drosseln – um die Kosten zu senken, glauben viele Analysten in Europa und in Nordamerika. Doch das Problem ist nicht die Ausbringung: „Die wirkliche Sorge ist die Verfügbarkeit. Wir haben bereits heute einige Lieferprobleme, und unabhängig von den Preisen gibt es keine Garantie, dass wir im Frühjahr Dünger bekommen werden“, sagt Benoit Pietrement, Landwirt und Leiter des Getreideausschusses von FranceAgriMer gegenüber Reuters.

Die Düngemittelpreise haben sich zuletzt mehr als verdreifacht, was den Landwirten Kosten zwischen 300 Euro und 350 Euro pro Hektar Getreide beschert, verglichen mit  etwa 150 Euro pro Hektar in normalen Jahren. „Die Auswirkungen für die Erzeuger werden gewaltig sein“, fügte Pietrement hinzu.

Neues Tierwohlkonzept in Belgien gestartet

Bei der Aufstellung der Kriterien hat man auch in andere Länder mit ähnlich strukturierter Schweinehaltung geschaut.

Der belgische Standardgeber Belpork des Prüfsiegelsystems BePork hat ein neues Tierwohlmodul für die belgische Schweinefleischwirtschaft ausgearbeitet, das Auskunft über die Haltungsform gibt. Wie die Absatzförderorganisation Belgian Meat Office letzte Woche mitteilte, baut das neue Modul auf den generischen BePork-Standards auf und beinhaltet weitreichende Normen über dem gesetzlichen Standard, die der Verbesserung des Tierwohls dienen. Neben der Primär- wird dabei auch die Schlachthofstufe berücksichtigt; die Transportstufe ist bereits über das BePork-Lastenheft abgedeckt. Belpork hat im Vorfeld die Kriterien für die Landwirtschaft anderer internationaler Systemgeber unter die Lupe genommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass das neue belgische Tierwohlmodul anderen Systemen in nichts nachsteht.

Der belgische stufenübergreifende Ansatz zum Wohle der Tiere sei im internationalen Vergleich nicht alltäglich, da sich viele andere Tierwohlsysteme im In- und Ausland hauptsächlich auf die Tierhalterstufe beschränkten. Dank des lückenlosen, stufenübergreifenden Rückverfolgbarkeitssystems von BePork könne der Kunde im In- und Ausland am Verkaufsort in Erfahrung bringen, welche Tierwohlkriterien das Produkt erfülle und damit eine bewusste Kaufentscheidung treffen. Analog zu den Systemen in anderen Ländern seien neben der Einstiegsstufe auch höhere Haltungsstufen möglich. Darüber hinaus biete das Modul dem Lebensmitteleinzelhandel ausreichend Spielraum, um sich mit eigenen Akzenten zu profilieren.

Das Thema Tierwohl fällt in Belgien in den Zuständigkeitsbereich der drei Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt, wobei das Modul offen für Gesamtbelgien ist. „Das ist ein gutes und wichtiges Signal. Darüber hinaus plant die Politik unter Federführung der flämischen Ministerin für Landwirtschaft, Hilde Crevits, künftig allen anderen Nutztierarten den Weg in das freiwillige System zu ebnen“, erklärte BelPork-Koordinatorin Dr. Liesbet Pluym. Das alles werde seine Zeit fordern, doch sei das Wichtigste zunächst, dass das Gerüst stehe. Das Tierwohl-Modul sei bereits jetzt vollumfänglich einsatzfähig, doch seien noch einige bürokratische Hürden bis zur zeitnahen offiziellen Lancierung zu nehmen. AgE

Das Thema Tierwohl fällt in Belgien in den Zuständigkeitsbereich der drei Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt, wobei das Modul offen für Gesamtbelgien ist. „Das ist ein gutes und wichtiges Signal. Darüber hinaus plant die Politik unter Federführung der flämischen Ministerin für Landwirtschaft, Hilde Crevits, künftig allen anderen Nutztierarten den Weg in das freiwillige System zu ebnen“, erklärte BelPork-Koordinatorin Dr. Liesbet Pluym. Das alles werde seine Zeit fordern, doch sei das Wichtigste zunächst, dass das Gerüst stehe. Das Tierwohl-Modul sei bereits jetzt vollumfänglich einsatzfähig, doch seien noch einige bürokratische Hürden bis zur zeitnahen offiziellen Lancierung zu nehmen. AgE


Kärnten für Abschaffung der Spaltenböden- Wird Prettner das auch finazieren ?

In Kärnten ist es ein großes Anliegen, endlich die Haltung von Rinder und Schweinen auf Vollspalten- Böden zu verbieten. Die Tiere müssen auf harten Beton- Boden liegen, ohne Wämedämmung ( stimmt nicht- die meisten Spalten haben eine Wärmeisolierung). Oftmals sind sie den Gasen der darunterliegenden Güllegrube ausgesetzt, ( stimmt auch nicht, in den meisten Fällen wird mit Unterflur-Lütung abgesaugt) kritisierte Prettner. Kärnten habe bereits mit den heurigen Landestierschutzpreis auf die Situation aufmerksam gemacht. Bekanntlich stand der Preis heuer unter dem Motto ,, Schwein gehabt“: Kein anderes Fleisch wird in Österreich so viel konsumiert wie das Schweinefleisch- daher bietet das Schwein eine gute Basis zur Sensibilisierung der Bevölkerung für den Tierschutz. Unter anderem geht es genau um diese Frage: Wie werden Schweine gehalten ?- Wir dürfen hier nicht lockerlassen betonte Prettner.

Frau Landesrat lassen sie nicht locker und holen sie für uns Schweinebäuerinnen und Schweinebauern das notwendige Geld für die Umbauten in Tierwohlställen heraus , wird sind gern bereit den Weg in Kärnten zu gehen wenn es leistbar ist und sie dann das Tierwohlfleisch auch noch bestens vermarkten werden. Dann Glück auf Frau Landesrat Prettner.

Genug Industrieholz aber Papier wird immer teurer

Auf den Papiermarkt herrscht Ebbe, das bekommen Druckereien und Verlage derzeit schmerzhaft zu spüren. Die Probleme rühren aber nicht nur von der Corona-Krise her – auch der boomende Online-Handel ist ein Grund für die Papierknappheit

Ersetzt der E-Book-Gutschein dieses Jahr das weihnachtliche Buchgeschenk? Das E-Paper das Hochglanzmagazin? Werden Werbewurfsendungen nun vollends elektronisch verdrängt? Buchhandel und Drucker, Händler und Hersteller von Papier, sie alle schlagen Alarm: Es herrscht Papiermangel – wenn auch noch kein dramatischer. Die Preise sind jedoch schon zum Teil astronomisch gestiegen. Wer einen berechenbaren Markt bei Kosten, Lieferzeiten und Flexibilität gewohnt war, muss sich umstellen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Lieferketten für die Rohstoffe mögen international nicht so weit verzweigt sein, wie die von Autoteilen. Aber auch sie wurden durch die Corona-Pandemie und unterschiedlich schnell wieder anspringende Volkswirtschaften durcheinandergewirbelt. Papierfirmen hatten zum Teil auf Kartons umgestellt und kommen nun mit der Produktion nicht nach. Rückläufige Sammelquoten von Altpapier aus Handel und Gewerbe bringen Druckereien durch fehlende Mengen und Preisdruck in die Bredouille. Liefertermine sind nicht zu halten.

Im Buchhandel sollten deswegen allerdings nicht weniger Titel in die Regale kommen. Doch womöglich lässt sich der eine oder andere Bestseller nicht so kurzfristig nachdrucken wie gewohnt. Auch bei Normalpapier sorgen Engpässe für Lieferzeiten bis zu vier Monaten. Das Nachdruckmanagement werde riskanter mit Wartezeiten bis sieben Monate, heißt es vom Börsenverein des deutschen Buchhandels, Termindrucke seien fast unmöglich. Verlagsgruppen, die mit standardisierten Produkten und langfristigen Rahmenverträgen arbeiten, trifft der Mangel an Nachschub weniger als bei Aufträgen für kurzfristige Sonderformate.

So klagen Einkäufer der Verlage vor allem über das Ringen um Liefermengen und über Preise von Papier und Pappen, die für Buchdeckel und Broschuren-Umschläge gebraucht werden. Aber auch der Anteil der grafischen Papiere, aus denen Bücher, Magazine und Zeitungen entstehen, ist seit Jahren schon rückläufig. Die stärkere Verwendung für Verpackungspapiere und Pappen hat der Aufschwung im Online-Handel in der Corona-Krise noch verstärkt – wie übrigens auch der Bedarf der Pharmaindustrie an Verpackungsmaterial.

EU-Schweinemarkt: Negativer Trend hält an

An der seit Monaten problematischen Marktlage zeichnen sich keine entspannenden Signale ab, berichtet DI Raimund Tschiggerl von der Styriabrid. Am gesamten Binnenmarkt versuchen demnach die Vermarkter von Ferkeln, Schlachtschweinen und Schweinefleisch auf den gesättigten Märkten unter Druck abzusetzen. Meist gelingt die zwanghafte Vermarktung nur mit entsprechenden Preiszugeständnissen, das heißt, die Preisspirale dreht sich langsam aber stetig weiter in die falsche Richtung. Vor diesem Hintergrund konnte sich in Deutschland die abnehmende Seite mit Hauspreispolitik durchsetzen und die Erzeugerpreise weitere 4 Cent nach unten drücken. Die von praktisch allen namhaften Mitgliedsstaaten geforderte Private Lagerhaltung, zur vorübergehenden Entspannung der Krisensituation, wurde ja, von der EU-Kommission abgelehnt.

Laut Österreichischer Schweinebörse befand sich der Schlachtschweinemarkt, gemessen
an der zeitgerechten Abholung, durchaus im Gleichgewicht. Auch das seit Wochen bei
97,5 kg liegende durchschnittliche Schlachtgewicht bestätigte die Balance zwischen
Angebot und Nachfrage bei heimischer Ware. Die betriebswirtschaftlichen Fakten der
Schweinehaltung zeigten dagegen eine Schieflage. Johann Schlederer von der Schweine-
börse bezifferte das Minus mit 25 Euro pro Tier, sowohl für Ferkelerzeuger als auch als Mäster

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt war die saisonale Flaute deutlicher ausgeprägt als
in früheren Jahren. Die bereits lang andauernde Periode regelmäßiger Ferkelrückstellun-
gen führte zu großer Verunsicherung bei den heimischen Erzeugern.

Der Ferkelvermarktung gestaltete sich EU-weit schwierig. Aufgrund der geringen Erlöse
der Mäster blieb das Kaufinteresse überschaubar. Die Notierungen gaben teilweise noch-
mals nach, andere konnten sich stabilisieren. In Deutschland war von katastrophalen Zu-
ständen im Ferkelhandel die Rede. Der erneute Preisrückgang bei Schlachtschweinen
drückte sowohl die Ferkelnachfrage als auch die Notierung noch weiter nach unten.

Sonderhilfen der EU für Schweinehalter nicht zu erwarten

Auf ein Brüsseler Hilfspaket wie vor Jahren für die europäischen Milcherzeuger können die Schweinehalter trotz aktuell miserabler Preise nicht hoffen. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski gab sich in dieser Hinsicht ablehnend. Er wies beim Agrarratstreffen in Luxemburg darauf hin, dass mit Unterstützungsmaßnahmen auch negative Effekte wie eine anhaltende Überproduktion einhergehen könnten. Anlass für die Absage des Polen war eine Erklärung Belgiens, die von 18 weiteren Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Frankreich und Polen unterstützt und in der auf die „dramatische Lage“ auf dem EU-Schweinefleischmarkt hingewiesen wurde.

Der Erklärung zufolge liegen die Preise für Schlachtschweine auf dem niedrigsten Niveau seit rund einem Jahrzehnt. Daher seien Hilfen geboten, erklärte die belgische Delegation bei dem Luxemburger Ministertreffen. Gründe für den Verfall der Preise seien unter anderem die Corona-Krise und der damit einhergehende Einbruch beim Außer-Haus-Verzehr. Auch der Rückgang der Schweinefleischexporte nach China sowie die Afrikanische Schweinepest (ASP) gehörten zu den Hauptfaktoren.

Wojciechowski verwies indes darauf, dass die Landwirte bisher nicht mit einer Verringerung der Schweineproduktion reagiert hätten und das trotz sinkender Preise. Sondermaßnahmen wie beispielsweise Beihilfen zur Privaten Lagerhaltung (PLH) erforderten nicht nur erhebliche Mittel aus dem EU-Haushalt, sie könnten auch kontraproduktiv sein und falsche Signale an den Markt senden. Der Brüsseler Agrarchef gab außerdem zu bedenken, dass Stützungsmaßnahmen „die notwendige Marktanpassung“ verzögern und die Krise so noch verlängern würden. Er empfehle stattdessen, mit gezielten nationalen und regional passgenauen Beihilfeprogrammen den Schweinefleischsektor zu entlasten. AgE (13.10.2021)

Nicht nur im Fußball gut-Dänemark will Sojaimporte durch Insektenprotein ersetzen

Forscher wollen praktische Wege suchen, um künftig einen Teil der Sojaimporte gegen Eiweißfutter auf Insektenbasis zu ersetzen. Damit könnte man bis zu 10 % der jährlichen Sojaeinfuhren einsparen.

Mit Proteinfutter auf Insektenbasis will Dänemark künftig einen Teil seiner Sojaimporte vermeiden und damit einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Nachdem die Europäische Union Eiweiß aus Insekten zur Fütterung von Monogastriern zugelassen hat, soll nun eine Forschungsgruppe im Rahmen des Entwicklungs- und Demonstrationsprogramms der dänischen Landwirtschaftsbehörde bis 2024 praktische Wege zur Nutzung dieser innovativen Proteinquelle ausloten. Wie die Behörde berichtete, haben erste Versuche an Schweinen und Geflügel ergeben, dass unter realistischen Annahmen bis zu 10 % der rund 1,5 Mio t umfassenden jährlichen Sojaeinfuhren durch Insektenprotein substituiert werden könnten. Dafür müsste die bestehende Produktionskapazität jedoch deutlich ausgeweitet werden.

Nach Angaben der Landwirtschaftsbehörde setzen Wissenschaftler der Universität Aarhus und die Insektenproduzenten EntoMass, Enorm und Insectum dafür auf die Schwarze Soldatenfliege, die ihr Gewicht in den letzten sieben Tagen ihrer Entwicklung um das vierzigfache steigern kann. Bisher gebe es jedoch vergleichsweise wenige Daten für eine optimale und zugleich emissionsarme Fütterung der Fliege, beispielsweise mit Abfällen aus Molkereien oder Brauereien, so die Behörde. Hier soll das Forschungsprojekt ansetzen. Derzeit gehen die Projektpartner davon aus, dass die Stickstoffemissionen bei der „Mast“ der Schwarzen Soldatenfliege unter optimierten Bedingungen um 20 % gesenkt werden können und damit ein nennenswerter Beitrag zur Reduzierung der N-Verluste in der dänischen Tierhaltung geleistet werden kann. Der Ersatz von einem Zehntel der jährlichen Sojaeinfuhren durch Eiweißfuttermittel aus Insekten könnte nach Berechnungen der Universität Kopenhagen zudem 700.000 t CO2-Äquivalente einsparen.