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Düngerpreise bleiben unbezahlbar

Die Düngerpreise steigen immer höher. Trotzdem gibt es kaum Dünger zu kaufen. Analysten glauben, dass die kritische Lage mindestens bis zum Frühjahr anhalten wird.

Die Düngerpreise haben alle bisherigen Rekordmarken weit hinter sich gelassen. Zu kaufen gibt es trotzdem fast nichts. Die Gründe liegen auf der Hand: Die europäischen Düngerfabriken haben die Produktion wegen der explodierenden Gaspreise massiv gedrosselt. Die Folge ist ein schrumpfendes bzw. kaum noch vorhandenes Angebot. Gestörte Lieferketten und rekordhohe Transportkosten erschweren außerdem den Dünger-Import aus anderen Regionen. Hinzu kommt, dass die Probleme in fast allen wichtigen Exportregionen ähnlich sind wie in Östereich, Deutschland und Europa.

Auch Händler kaufen unter diesen Bedingungen keinen Dünger, obwohl ihre Läger gähnend leer sind. Der Grund: Zum einen sind die Preise für die verfügbaren Mengen exorbitant hoch. Zum anderen möchte natürlich niemand extrem teuren Dünger einlagern, den er nach einer Preiskorrektur möglicherweise erheblich billiger weiterverkaufen müsste – mit hohen Verlusten.

Und natürlich zögern auch viele Landwirte bei diesen Düngerpreisen überhaupt etwas zu kaufen, wenn sie denn überhaupt noch Ware bekommen. Viele Landwirte dürften ihre Ausbringungsmengen deutlich drosseln – um die Kosten zu senken, glauben viele Analysten in Europa und in Nordamerika. Doch das Problem ist nicht die Ausbringung: „Die wirkliche Sorge ist die Verfügbarkeit. Wir haben bereits heute einige Lieferprobleme, und unabhängig von den Preisen gibt es keine Garantie, dass wir im Frühjahr Dünger bekommen werden“, sagt Benoit Pietrement, Landwirt und Leiter des Getreideausschusses von FranceAgriMer gegenüber Reuters.

Die Düngemittelpreise haben sich zuletzt mehr als verdreifacht, was den Landwirten Kosten zwischen 300 Euro und 350 Euro pro Hektar Getreide beschert, verglichen mit  etwa 150 Euro pro Hektar in normalen Jahren. „Die Auswirkungen für die Erzeuger werden gewaltig sein“, fügte Pietrement hinzu.