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EU: Mehr Schweinefleisch in Drittländer verkauft und trotzdem kein Preis

Trotz Absatzverlusten in China und dem Vereinigten Königreich haben die Schweinefleischexporteure in der Europäischen Union in den ersten drei Quartalen 2021 insgesamt mehr Ware in Drittstaaten verkauft als im Vorjahreszeitraum, berichtet Agra Europe (AgE).

EU erreicht neuen Ausfuhrrekord

Wie aus vorläufigen Daten der Brüsseler Kommission hervorgeht, wurden einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen 4,69 Mio. t ausgeführt; das waren 186.050 t oder 5,9 % mehr als in den ersten neun Monaten von 2020. Dies bedeutete zugleich einen neuen Ausfuhrrekord für diesen Zeitraum. Mit den Ausfuhrerlösen – allerdings ohne den Handel mit Großbritannien – ging es ebenfalls bergauf; und zwar um 446 Mio. Euro oder 5,1 % auf 9,22 Mrd. Euro. 

Nachfrage aus China lässt seit Sommer nach

Allerdings waren zuletzt Bremsspuren beim EU-Schweinefleischexport festzustellen, denn im ersten Halbjahr 2021 war die Ausfuhrmenge im Vorjahresvergleich noch mit 374.700 t oder 12,8 % im Plus gewesen. Der abnehmende Vorsprung ist der seit dem Sommer nachlassenden Nachfrage Chinas geschuldet. Die Lieferungen in die Volksrepublik hatten in der ersten Jahreshälfte noch 6,1 % über dem Vorjahresniveau gelegen, sind nach drei Quartalen jedoch in ein Minus von 10 % gerutscht. Insgesamt wurden bisher nach China 2,17 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen aus der EU verschifft; das waren 242.850 t weniger als von Januar bis September 2020. Im Moment zeichnet sich laut Analysten auch kein Comeback der EU-Schweinefleischlieferungen dorthin ab.

Schweinefleisch-Handel mit Großbritannien gerät ins Stocken

Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ist der beiderseitige Handel mit Schweinefleisch arg ins Stocken geraten. Laut Kommission gingen die Ausfuhren aus den Mitgliedstaaten für den statistisch bislang nur verfügbaren Zeitraum Januar bis August 2021 gegenüber der Vorjahresperiode um 44.820 t oder 7,3 % auf 569 650 t zurück. Die Importe der Gemeinschaft aus Großbritannien nahmen sogar um 37,8 % ab, und zwar auf 69.340 t.

Steigerungen der Exporte nach Vietnam und auf die Philippinen

Beim drittgrößten EU-Schweinefleischkunden Japan blieb die Ausfuhrmenge mit 273.700 t im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2020 nahezu stabil. Dafür lief der Absatz in andere asiatische Staaten so gut wie nie. Die auf die Philippinen verkaufte Menge legte im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2020 um 160 % auf 272.260 t zu. Dort haben Tierverluste nach dem Ausbruch der Afrikanische Schweinepest (ASP) den Einfuhrbedarf kräftig gesteigert. Ähnliches gilt für Vietnam, wohin die Liefermenge um ein Drittel auf 110.200 t zunahm. Zudem stiegen auch die Exporte nach Südkorea, die USA, Australien, die Elfenbeinküste, Taiwan und viele weitere Länder deutlich an.