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Zum Neujahr hat China: Genug Schweine für das „Frühlingsfest“

Chinas Schweineproduktion wächst nach Regierungsangaben weiter. Der Sauenbestand liegt über der angestrebten Marke von 41 Mio. Tieren. Für Chinas Frühlingsfest seien genug Schlachtschweine vorhanden.

Nach einem langen und deutlichen Verfall sind die Schlachtschweinepreise in China von ihrem Tiefpunkt Anfang Oktober bis zur vergangenen Woche wieder um fast 70 % gestiegen; sie verfehlen das Vorjahresniveau aber weiter deutlich. Der jüngste Preisauftrieb hat bei globalen Exporteuren die Hoffnung geweckt, dass die entstandenen Verluste der Produzenten während der Tiefpreise das heimische Angebot haben schwinden lassen und Chinas Importnachfrage für Schweinefleisch wieder anzieht. Doch dies sieht der Direktor des Amtes für Tierhaltung im Pekinger Landwirtschaftsministerium, Xin Guochang, anders. Gegenüber dem Staatssender CCTV wies er kürzlich darauf hin, dass Chinas Schweinefleischerzeugung in den ersten drei Quartalen 2021 verglichen mit der Vorjahresperiode um 38 % auf 39,2 Mio. t gestiegen sei.

Preisschwankungen nicht ausgeschlossen

Im Folgemonat Oktober seien 30,2 Mio. Schweine geschlachtet worden, was einem Zuwachs von 5,1 Mio. Stück gegenüber September und von 111 % im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeute. Laut Guochang gab es Ende Oktober 43,5 Mio. Sauen in China, was über dem angestrebten Niveau von 41 Mio. Tieren liegt; der Bestand von Oktober 2020 wurde damit um 6,6 % übertroffen. Die Zahl der im Juni und Juli dieses Jahres geborenen Ferkel hat dem Experten zufolge im Vorjahresvergleich um 39 % beziehungsweise 33 % zugelegt, die rechtzeitig als Schlachtschweine für den Nachfragehöhepunkt Anfang Februar 2022 zur Verfügung stehen. „Die Gesamtmenge an Schweinen und Schweinefleisch wird an Neujahr zum Frühlingsfest für eine ausreichende Versorgung des Marktes ausreichen“, hob Guochang hervor. Zwar könne ein Schwanken der Schweinepreise nicht ausgeschlossen werden, doch rechne er bis zu den Festtagen nicht mit einem erheblichen Anstieg.

Anziehende Nachfrage

Laut der nationalen Erhebung lag der Schlachtschweinepreis je Kilogramm Lebendgewicht in China am vergangenen Mittwoch (1.12.) im Landesmittel bei 17,78 CNY (2,47 €). Anfang Oktober hatte er aufgrund des hohen Schlachtschweineaufkommens noch bei 10,56 CNY/kg (1,47 €) gelegen, vor genau einem Jahr jedoch bei 32,20 CNY/kg (4,47 €). Den Preisanstieg der vergangenen Wochen führen Analysten weniger auf einen Angebotsrückgang zurück, auch wenn zuletzt nicht mehr so viele schwere Schweine zur Schlachtung gelangten und sich die verminderten Schweinefleischimporte bemerkbar machten. Der Hauptgrund für die festeren Preise wurde in der saisonal anziehenden Nachfrage im Herbst gesehen, teilweise hat auch die Produktion traditioneller Würste für das Frühlingsfest bereits begonnen. Einige Analysten in China halten einen Anstieg der Schlachtschweinepreise auf ein Niveau oberhalb der 20 CNY-Marke (2,78 €) für möglich, zumal auch die Ferkelpreise seit Mitte Oktober stetig anziehen.

Beim Handel am Terminmarkt für Lebendschweine an der Dalian Commodity Exchange (DCE) deutet darauf derzeit jedoch nichts hin. Der Settlementkurs für den Januar-Future lag am vergangenen Mittwoch bei 16,22 CNY/kg (2,25 €), für die Fälligkeit im Mai 2022 bei 15,34 CNY/kg (2,23 €). Gegen einen stärkeren Preisanstieg spricht auch, dass größere Mengen an Schweinefleisch in staatlichen Lägern aus der Tiefpreisphase noch auf die Freigabe warten. Zudem wies Guochang darauf hin, dass die Verbraucher zunehmend auch Geflügel-, Rind- und Lammfleisch verzehrten und der Anteil von Schweinefleisch am gesamten Fleischkonsum sinke. Er warnte sogar davor, aufgrund des jüngsten Preisanstiegs die Schweineproduktion zu stark auszuweiten. Mit dem aktuellen Schweinepreis soll laut Analysten die Gewinnschwelle wieder leicht übertroffen werden. (AgE)