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Unsere Landwirtschaftsministerin Köstinger: Billigimporte fluten heimischen Markt

Die Landwirtschaftsministerin von Österreich kritisiert die hohen Schweinefleischimporte aus Deutschland.

Unsere Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hat die Notwendigkeit unterstrichen, den heimischen Schweinehaltern in der aktuell schwierigen Situation finanziell unter die Arme zu greifen. „Ein ganzes Schwein aus Deutschland ist aktuell um 50 € günstiger als eines aus Österreich. Das führt dazu, dass der Markt mit billigem Importfleisch überschwemmt wird und unsere schweinehaltenden Betriebe seit Monaten nicht mehr kostendeckend produzieren können“, beklagte die Ministerin vergangene Woche beim Fachtag Schweinehaltung auf der Wintertagung 2022 des Ökosozialen Forums. Deshalb bedeute jeder Handgriff im Stall ein Minus auf dem Konto, und diese Situation setze die Bauern unter Druck. Laut Köstinger stehen in Österreich mit dem „Verlustersatz für indirekt Betroffene in der Landwirtschaft“ für den Schweinebereich zusätzlich 20 Mio. € zur Verfügung, um den betroffenen Betrieben zumindest einen Teil ihres Einkommensverlustes abzugelten und die angespannte Situation etwas zu entlasten. Johann Schlederer, Geschäftsführer des Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) und der Österreichischen Schweinebörse, betonte, dass es unter den Verbrauchern den Wunsch nach mehr Tierwohl gebe. Deshalb strebe Brüssel im Rahmen der Farm-to-Fork-Strategie in den nächsten Jahren das „Animal Welfare Labeling“ an, das die gesamte Produktion umfassen solle. Nach Ansicht von Schlederer dürfte es allerdings ein langwieriger und komplexer Prozess werden, eine Umsetzung für alle Länder zu schaffen, da ein solches Vorhaben schon in einzelnen Mitgliedstaaten schwierig sei. Hinzu komme, dass das Thema Tierwohl nicht in allen Ländern ernstgenommen werde. Prof. Wilhelm Windisch von der Technischen Universität München (TUM) wandte sich gegen die Behauptung, dass Nutztiere Nahrungsmittelkonkurrenten des Menschen seien. Genau das Gegenteil sei der Fall. Nutztiere seien „ein Booster der Lebensmittelproduktion“, und zwar tierisch und vegan. Die Kombination der Produktion veganer Produkte mit der Verfütterung der Nebenprodukte an Nutztiere erzeuge ein Maximum an Lebensmitteln aus derselben Biomasse bei weitgehend unveränderten Emissionen, so Windisch. Umweltwirkungen durch die Nutztierhaltung entstünden erst beim gezielten Anbau von zusätzlichem Futter oder durch die Umwidmung von essbaren Pflanzenkulturen zu Tierfutter. AgE