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Maispreise und Ukraine-Krieg: Kein Tierfutter- keine Schweine mehr für Europa?

Der Krieg in der Ukraine blockiert den Maisexport und verhindert die Maisaussaat. Futtermais könnte in Europa und in China knapp werden.

Der Maisexport aus der Ukraine ist unterbrochen. Auch die anstehende Maisaussaat für die Ernte 2022 ist massiv gefährdet. Dabei ist die Ukraine ist der wichtigste Maislieferant für die Europäische Union. Offensichtlich kommen die ukrainischen Landwirte wegen der Kriegshandlungen nicht auf ihre Felder um Mais oder Sommergetreide zu auszusäen. Die Folge: Die Maispreise setzen ihren historischen Höhenflug fort und klettern am Dienstag und auch Mittwoch auf neue Rekordmarken.

International ist die Ukraine in diesem Jahr mit rund 33,5 Millionen Tonnen – nach den USA, Argentinien und noch vor Brasilien – die Nummer drei unter den Topexporteuren. Der ukrainische Marktanteil an allen Mais-Exporten liegt nach den Daten des US-Landwirtschaftsministeriums immerhin bei 17 Prozent. Hauptabnehmer sind derzeit China und die Europäische Union – und hier vor allem Spanien, die Niederland, Italien und  auch Deutschland – sowie zahlreiche andere EU-Staaten.

Der vordere März-Kontrakt notierte schon am Dienstag auf einem neuen Allzeithoch bei 340 Euro pro Tonne und stieg bis Mittwoch Mittag um weitere 30 Euro auf 370 Euro je Tonne.

Zwar gibt es auch in der EU einige große Mais Maisproduzenten, insbesondere Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Frankreich, doch die können die Lücke, die die Ukraine reißt, wohl schwerlich stopfen.

Derzeit liegen in den ukrainischen Speichern noch rund 3 Millionen Tonnen Mais, die für den Export bestimmt waren. „Käufer müssen nun auf andere Herkünfte zurückgreifen, was zu erheblichen Spannungen auf den Getreide- und Ölsaatenmärkten führen dürfte“, erwartet ein französischer Analyst

Da die EU als Ganzes eigentlich keine Maisüberschuss hat, müssen die Importeure möglicherweise deutlich weiter wegschauen. In die USA oder nach Südamerika. Doch aus da gibt es Probleme: Niedrige Lagerbestände in Brasilien, nachdem die Dürre die Produktion der ersten Maisernte deutlich beeinträchtigt hat, könnten die Nachfrage in Richtung der Vereinigten Staaten erhöhen, glauben Analysten.

Tatsache ist wohl auch, dass China offenbar noch mehrere Millionen Tonnen ukrainischen Mais gebucht hat der in den kommenden Monaten versendet werden soll, berichtet Reuters. „Die große Frage ist nun, was China wird tun, wenn seine großen Maiseinkäufe aus der Ukraine nicht verschifft werden können“.