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Neue Chancen für Biomethan

Österreichs Erdgas-Abhängigkeit wird einem gerade vor Augen geführt. Wie viel Gas können wir selbst erzeugen?

Die EU fordert, 35 Mrd. m³ Biomethan als Erdgasersatz zu ­erzeugen. Welches Potenzial ­besteht in Österreich?

Mit dem EGG soll ein wirtschaftlich tragfähiger ­Gesetzesrahmen geschaffen ­werden. Gasversorger könnten beispielsweise verpflichtet ­werden, einen bestimmten ­Anteil an sogenanntem „Grünem Gas“ beizumischen. Damit könnten bestehende Biogas-­Verstromungsanlagen auf die Biomethanproduktion umsteigen und bereits geplante bzw. ­genehmigte Projekte umgesetzt werden. So könnten zusätzlich rund 1.000 GWh Biomethan ­erzeugt werden. Umgerechnet wären das insgesamt 90 Mio. m3 Biomethan aus Österreich.

Aufgrund unserer kleinen Strukturen ist es schwierig, die notwendigen Güllemengen an einem Ort zusammenzubringen. Daher muss Gülle mit biogenen Abfällen und Reststoffen aus der Landwirtschaft wie z. B. Getreideausputz mitvergärt ­werden. Erst dann erreicht man eine Leistungsklasse, die die Aufbe­reitung und Nutzung von Biomethan zu überschaubaren Kosten ermöglicht.

Ein Umstieg ist für größere Biogasanlagen ab 500 kW interessant. Der fehlende Strom wird mit PV- oder ­Windkraftanlagen ausgeglichen werden müssen. Das Problem ­daran ist der fehlende Winterstrom. Wir brauchen Anlagen,
die ­Energie genau für diese Zeit ­bereitstellen können.

Das EAG bleibt unangetastet und damit auch die Rahmenbedingungen wie z. B. Verstromung unter 250 kWel und mindestens 10 km Luftlinie Abstand zu einer Gasleitung. ­Ver­gärungsanlagen, wie man sie in den 80iger-Jahren gebaut hat, sind aktuell kaum wirtschaftlich.