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In Deutschland drunter und drüber – ITW-Chef Römer warnt vor falschen Weichenstellungen

Die Initiative Tierwohl (ITW) warnt vor falschen Weichenstellungen bei der geplanten staatlichen Haltungskennzeichnung. „Eine pauschale Stufe für Stallhaltung macht die bisher privatwirtschaftlich erzielten Fortschritte zunichte“, sagte ITW-Geschäftsführer Robert Römer beim Forum Tierische Veredelung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) gestern in Berlin.

Römer wies darauf hin, dass mittlerweile in Deutschland mehr als 50 % der Mastschweine in Deutschland in Ställen gehalten werden, deren Tierwohlanforderungen über die gesetzlichen Standards hinausgingen. Ohne eine Differenzierung in eine Einstiegsstufe und eine Stufe „Stall plus“ fehle jeglicher Anreiz, an dieser Verbesserung mit größerem Platzangebot festzuhalten. „Alles, was wir bisher geschafft haben, wäre dann vom Tisch“, so der ITW-Geschäftsführer. Notwendig sei ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben könnten.

Die Parlamentarische Staatssekretärin vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Ophelia Nick, bekräftigte die Gesprächsbereitschaft ihres Hauses. „Wir sind noch nicht festgelegt“, sagte Nick zu den bekanntgewordenen Eckwerten für eine Haltungskennzeichnung in Anlehnung an die Eierkennzeichnung. Man nehme die Bedenken der Branche ernst und lote Kompromissmöglichkeiten aus. Gesetzesvorlagen zur Haltungskennzeichnung, aber auch zu den bau- und umweltschutzrechtlichen Regelungen stellte die Grünen-Politikerin für die zweite Jahreshälfte in Aussicht.

DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp bescheinigte der politischen Leitung des Agrarressorts eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang der vorgesehenen Haltungskennzeichnung. Gleichzeitig bekräftigte Holzenkamp den Entscheidungsdruck beim angestrebten Umbau der Tierhaltung: „Bis zum Sommer brauchen wir Klarheit, wohin die Reise geht.“ Dazu zähle auch eine verlässliche Finanzierung. Die Branche sei bereit, die Transformation anzugehen. „Jetzt muss die Politik liefern“, sagte der Raiffeisenpräsident. AgE