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So wie immer «Düngerhersteller nützen Situation aus»

Der Vorsitzende des finnischen Bauernverbandes (MTK), Juha Marttila, wirft Düngemittelherstellern vor, die aktuelle Angebotssituation zu Lasten der Landwirte auszunutzen und fordert deshalb politische Eingriffe in den Markt.

Wie der Vorsitzende des finnischen Bauernverbandes Juah Marttila vergangene Woche gegenüber dem Fachmagazin «Maaseuduun Tulevaisuus» erklärte, sind nach seinem Dafürhalten beispielsweise die extrem hohen Gewinnsprünge von Yara im ersten Quartal 2022 ein «klares Indiz» für eine zu grosse «Preissetzungsmacht» des Düngemittelkonzerns und ein allgemeines Marktversagen.

Für den MTK-Vorsitzenden ist es kaum mit einer sonst oft zitierten «Corporate Responsibility» vereinbar, wenn Konzerne in einer Zeit der Ernährungskrisen und explodierender Produktionskosten die eigenen Gewinnspannen so ausnutzen.

Ihm zufolge hätte Yara bei den Abgabepreisen durchaus noch Spielraum nach unten gehabt. Marttila rief vor diesem Hintergrund die EU-Kommission auf zu prüfen, wie man das Angebot am Düngermarkt ausweiten könnte und ob Entlastungen für die europäischen Bauern möglich wären. Er schlägt hierzu beispielsweise vor, eventuelle Importhemmnisse für Drittlandsanbieter von Düngemitteln wie Marokko abzubauen.

Nötig wäre aus seiner Sicht auch eine höhere Beteiligung der Landwirte an den Endkundenpreisen für Lebensmittel. Grundsätzlich müsse sich die Kosten- und Einkommensstruktur in der Agrarproduktion grundlegend ändern, forderte der Verbandsvorsitzende. Ansonsten drohe 2023 «ein Horrorjahr» für die Produktivität und die Ernährungssicherheit, da die Bauern und Bäuerinnen sich die Betriebsmittel nicht mehr leisten könnten.