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Industriepreise steigen in Deutschland um 33,5 %: Inflations-Schock für uns Bauern

Die Abgabepreise der Industrie sind 33,5 % höher als im vorigen Jahr. Das sind die Einkaufspreise für Bauern und Landhändler. Vor allem Energie, Treibstoff und Strom verteuern sich drastisch. Auch für Dünger, Futter und andere wichtige Betriebsmittel gehen die Preise durch die Decke. Die industriellen Abgabepreise für Lebensmittel steigen zudem doppelt so stark wie im Einzelhandel. Das zeigt, wo die Reise noch hingeht.

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im April 2022 um 33,5 % höher als im April 2021. Das Statistische Bundesamt (Destatis) sagt, dies war der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Im März 2022 hatte die Veränderungsrate bereits bei +30,9 % gelegen und im Februar bei +25,9 %.

Im Vormonatsvergleich stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise im April 2022 ebenfalls deutlich um 2,8 %. Die aktuellen Daten spiegeln jetzt auch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine wider, sagen die Statistiker in ihrer Analyse.

Die Entwicklung deutet außerdem darauf hin, dass sich Landwirte, Handel und Verbraucher in den kommenden Monaten auf anhaltend hohe Preissteigerungen einstellen müssen. Die gewerblichen Produzentenpreise gelten nämlich als wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Inflation und der Preise auf den nachgelagerten Handelsstufen.

In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – das heißt, noch bevor die Produkte von anderen Unternehmen weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Für die meisten aufgeführten Betriebsmittel sind das für die Bauern dann die Kosten im Einkauf vom Landhändler oder direkt am Fabriktor.