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Verzögerte Schweineschlachtungen

Laut Österreichischer Schweinebörse lief das Geschäft schleppend. Für nicht wenige
schlachtreife Partien verzögerte sich das Abholdatum. Impulse fehlten, sowohl bei Frisch-
fleisch als auch in der Verarbeitung. Wurst- und Schinkenfabrikanten griffen vermehrt auf
das eingelagerte Gefrierfleisch zurück, und Supermärkte setzten ohne attraktive Aktionen
10 bis 20 Prozent weniger Fleisch um.

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt blieb die Nachfrage unter dem verfügbaren Ange-
bot. Rückstellungen waren bundesweit nicht zu verhindern, zumindest wuchsen sie aber
nicht dramatisch an. In Anbetracht der Entwicklungen im europäischen Umfeld musste die
heimische Ferkelnotierung um 20 Cent zurückgenommen werden.

Europaweit wurde die Ferkelnachfrage als verhalten beschrieben. Somit gestaltete sich
die Vermarktung des etwas größeren Angebotes schwierig. Die meisten Notierungen
gaben nach. In Deutschland führte die extrem schwache Nachfrage zu einer deutlichen
Preiskorrektur.

Der EU-Schweinemarkt präsentierte sich ausgeglichen. Das Angebot fiel höchstens durch-
schnittlich aus und ging teilweise zurück. Nachfrageseitig berichteten einige Länder von
einer leichten Belebung, die für Preissteigerungen notwendigen Impulse vom Fleischhan-
del blieben aber nach wie vor aus. Daher verharrten die meisten Notierungen auf dem
Niveau der Vorwoche, Italien verzeichnete einen weiteren Rückgang.
In Deutschland bleibt die Lage angespannt. Obwohl das Angebot abnimmt, ist es größer
als die Nachfrage. Das trifft insbesondere auf den Nordwesten zu, wo die Überhänge nur
langsam kleiner werden. Im Süden sind die Verhältnisse ausgeglichener. Trotz der Forde-
rung der Schlachtunternehmen nach weiteren Preisabschlägen bleibt der Vereinigungs-
preis für Schlachtschweine bis zum 1. Juni unverändert.

In China sind die Schweinepreise nach einem schier endlosen Absturz im Mai überraschend kräftig gestiegen. Um 23 Prozent auf rund 15,500 Yan je Kilo Lebendgewicht (2,05 Euro je kg) kletterten die Schweinepreise am Terminmarkt in Dalian seit April nach oben.

Damit liegen die Schweinepreise allerdings immer noch fast 40 % unter dem Niveau vom vorigen Jahr, als die Preise im Mai zweitweise bei 27,750 Yuan je kg Lebendgewicht (3,33 Euro) lagen. Denn eigentlich lassen alle Eckdaten bezüglich der Produktion und der Versorgung eher eine Überversorgung des Marktes erkennen. Doch möglicherweise spielen auch andere Faktoren für den Preisanstieg eine Rolle.