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ASP-Fall in einem Hausschweinebestand in Baden-Württemberg und in Italien gehts auch weiter

Nachdem gestern laut dem Tierseucheninformationssystem (TSIS) des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) die Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem Hausschweinebestand in der Gemeinde Forchheim im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg amtlich festgestellt wurde, haben heute das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und auch das Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg weitere Details bekannt gegeben.

Laut Pressemitteilung des BMEL habe gestern das Nationale Referenzlabor, das FLI, den Befund des Landeslabors in Baden-Württemberg bestätigt. Das FLI werde nun die zuständige Behörde bei der Suche der Eintragsquelle des Erregers vor Ort unterstützen. Der betroffene Betrieb habe zuletzt 35 Schweine in Freilandhaltung gehalten.

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte heute auch der Landwirtschaftsminister Baden-Württembergs Peter Hauk. Vom 19. Mai an seien im Betrieb bereits mehrere Tiere (insgesamt 16) verendet. Zwei davon seien in das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Freiburg zur Feststellung der Todesursache gebracht worden. Dort habe es erste Hinweise auf ASP gegeben, die gestern gegen Abend durch das FLI bestätigt worden seien. Alle nicht verendeten Tiere im Bestand seien bereits umgehend am Morgen des gestrigen Tages getötet worden.

ASP breitet sich in Italien weiter aus.

Angesichts neuer ASP-Fälle bei Wildschweinen fürchten Italiens Schweinehalter eine weitere Seuchenausbreitung. Sie fordern, zügig mit Maßnahmen zur Reduktion des Schwarzwildes zu beginnen. In Italien hat sich bis vergangene Woche die Zahl der mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine in dem Park nördlich von Rom auf zehn erhöht. Die neuen Kadaverfunde lagen aber alle dicht beim Fundort des ersten infizierten Tieres. Italiens Schweinehalter sind dennoch in großer Sorge wegen einer möglichen Verschleppung der Tierseuche.

Der größte Landwirtschaftsverband Coldiretti forderte vergangene Woche in einem Schreiben an Ministerpräsident Mario Draghi „weitere und schnellere Maßnahmen zur Verringerung der Wildschweinpopulation im ganzen Land“, um die Ausbreitung der ASP zu stoppen. Dem Verband zufolge gefährdet das hochansteckende Virus 29.000 Zuchtbetriebe und einen Wirtschaftssektor mit einem Jahresumsatz von 20 Mrd € und hunderttausenden Beschäftigten. Von der zuständigen Behörde wurde mittlerweile eine rote Zone im Norden der Hauptstadt festgelegt, die zukünftig von einem 1,5 km hohen Zaun umgeben sein wird. Innerhalb eines Monats werde ein Plan vorgelegt und mit der Reduktion des Schwarzwildbestandes begonnen, erklärte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Andrea Costa. Dem Erzeugerverband Coldiretti dauert das allerdings viel zu lang.

Agra Europe (AgE)