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110 Millionen Euro Paket: Betriebe bekommen Hilfen Ende des Jahres

Alle Bäuerinnen und Bauern, die einen Mehrfachantrag für 2022 gestellt haben, bekommen diese Unterstützung automatisch Ende des Jahres über die AMA ausbezahlt. 80 Millionen für Ackerbaubetriebe und 30 Millionen Euro für Viehhalter.

Am Freitag präsentierte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig die Details zum Versorgungssicherheitspaket für die Bauern. Wie berichtet, soll das 110 Millionen Euro Unterstützungspaket die hohen Betriebsmittelkosten für Energie, Dünger und Futtermittel ein wenig kompensieren.

„Die Lebensmittelversorgungssicherheit der Österreicherinnen und Österreicher hat für mich
oberste Priorität! Das geht nur mit unseren Bäuerinnen und Bauern. Denn sie sind es, die
täglich das Essen auf unsere Teller bringen – auch in Krisenzeiten“, sagt Totschnig. Alle Bauern die einen Mehrfachantrag 2022 gestellt haben, erhalten – auf Basis der beantragten beihilfefähigen Flächen und Großvieheinheiten einen Versorgungsicherungsbetrag. “ So entlasten wir die heimische Landwirtschaft, federn die Teuerung ab und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe im europäischen und internationalen Umfeld“, meint der Minister.

Die Hilfen für die Bauern im Detail

Versorgungssicherungsbeitrag bemisst sich aus einer flächenbezogenen und einer tierbezogenen Komponente. Der tierbezogene Beitrag bemisst sich auf 14 Euro je Großvieheinheit.

Der flächenbezogene Beitrag variiert je nach Nutzung:

  • 29,3 Euro pro Hektar Ackerfläche
  • Zuschlag von 22,6 Euro pro Hektar Hackfrüchte, Feldgemüse,
  • Gemüse im Freiland, Gartenbaukulturen, Blumen und Zierpflanzen im Freiland, Erdbeeren Zuschlag von 16,8 Euro pro Hektar Feldfutterbau
  • 82,5 Euro pro Hektar Dauerkulturen (z.B. Obst, Wein)
  • 38,6 Euro pro Hektar Mähwiese, -weide mit mind. 2 Nutzungen
  • 16,2 Euro pro Hektar einmähdige Wiesen und Kulturweiden
  • 5,1 Euro pro Hektar Almen, Bergmähder Hutweiden, Streuwiesen, Grünlandbrache

Rund 1.000 Euro pro Betrieb

Das Ministerium rechnet mit einem durchschnittlichen Versorgungssicherheitsbeitrag je Betrieb von rund 1.000 Euro. Ein Ackerbaubetrieb mit 40 ha Ackerfläche und Zuschlag für 5 ha Hackfrüchte erhält ca. 1.285 Euro. Ein Milchviehbetrieb mit 35 ha mehrmähdiger Wiese und 30 Großvieheinheiten Milchkühe erhält 1.771 Euro. Die abwickelnde Stelle ist die AMA, mit den Zahlen des Mehrfachantrags, werden auch die Hilfsgelder ausbezahlt. Zusätzlich ist eine eigene Unterstützungsmaßnahme im Ausmaß von neun Millionen Euro für die von den Energiekostensteigerungen besonders betroffenen Betriebe im Geschützten Anbau (Glashäuser) in Vorbereitung und soll demnächst präsentiert werden.

Landwirtschaftskammer sieht wichtige Zukunftsinvestition

„Das nun vorgelegte Versorgungssicherungspaket unterstützt die bäuerlichen Betriebe, die enormen Kostensteigerungen tragen zu können und sie vor überhasteten und verzweifelten Betriebsentscheidungen zu bewahren“, erklärt LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger.

Die Kosten für eine Reihe an Betriebsmitteln haben sich seit Herbst 2021 verdreifacht. Auf allen Ebenen kämpfte der Bauernbund für eine treffsichere Abfederung, denn: „Wer die Teuerung verschläft, wacht hungrig auf. Eine Entlastung der Landwirtschaft ist Grundstein eines Österreichs, das sich auch morgen selbst versorgen kann“, erklärt Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

So soll also die großartige Hilfe aussehen. Aber nur wenn sich alles so weiterentwickelt wie bisher können wir Landwirte und auch viele andere sicher nicht mehr lange finanziell überleben