AMA – Gütesiegel – Programm: Ende der Anbindehaltung vorgezogen

Die AMA setzt der dauernden Anbindehaltung auf Milchviehbetrieben unter dem AMA-Gütesiegel mit 1. Jänner 2024 ein Ende. Um die Tierhaltungsstandards zu verbessern und um den Anforderungen auf den Exportmärkten gerecht zu werden, hat sich die AMA entschlossen, das Verbot der dauernden Anbindehaltung früher umzusetzen. Der Bauernbund begrüßt diese Entscheidung.

Laut Gesetz ist die dauernde Anbindehaltung von Rindern in Neubauten bereits seit 2005 verboten. In früher errichteten Stallungen ist sie in Ausnahmefällen noch bis 2030 erlaubt, wenn die örtlichen oder geografischen Gegebenheiten einen Umbau in einen Laufstall oder einen Weidegang nicht möglich machen.

Zahlreiche Molkereien beziehen aufgrund der Forderungen der Märkte nur mehr Milch von Lieferanten ohne dauernde Anbindehaltung. Für weitere Verbesserungen der Tierhaltungsstandards und um den Anforderungen in Österreich und auf den Exportmärkten gerecht zu werden, hat sich die AMA-Marketing entschlossen, das Verbot der dauernden Anbindehaltung früher umzusetzen.

Die Anbindehaltung mit Weide, Auslauf oder sonstiger Bewegungsmöglichkeit an weniger als 90 Tagen pro Jahr ist im AMA-Gütesiegel-Programm Milch ab 1. Jänner 2024 nicht mehr zulässig. Die entsprechenden Vorschläge für die Richtlinienänderung wurde in den vergangenen Monaten mit den Branchenvertretern erarbeitet. Der Beschluss fiel am Mittwoch im zuständigen Fachgremium der AMA.

„Damit setzt das AMA-Gütesiegel gemeinsam mit der Branche einen weiteren Schritt bei der Weiterentwicklung einer Tierhaltung, die von Konsumenten anerkannt wird. So wie mit unserem Masterplan Schwein, der einen früheren Ausstieg aus dem Vollspaltenboden im AMA-Gütesiegel vorsieht, möchten wir auch bei der Milchviehhaltung Taktgeber sein“, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing.

Bauernbund begrüßt AMA-Entscheidung

Bauernbund-Präsident Georg Strasser begrüßt diese Entwicklung grundsätzlich: „Unseren Bauernfamilien ist Tierwohl ein großes Anliegen. Denn nur ein gesundes Tier ist auch ein leistungsfähiges Tier. Das Ende der dauernden Anbindehaltung ist ein unumgänglicher Schritt für die Rinderbranche und festigt die weltweite Vorreiterrolle Österreichs. Mit Blick auf die internationalen Märkte bleibt die österreichische Milchwirtschaft zudem konkurrenzfähig.“

Gleichzeitig mahnt Strasser ein, Rücksicht auf die Bedürfnisse der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Österreich zu nehmen: „Wir wissen, dass die Betriebe gerade im Berg- und benachteiligten Gebiet mit dieser Umstellung vor großen Herausforderungen stehen. Wir werden deshalb alles tun, um ihnen dabei Rückendeckung zu geben.“

Mit einem Investitionsprogramm des Landwirtschaftsministeriums und 30 Mio. Euro pro Jahr soll der Umstieg erleichtert werden. „Wir verbessern unsere Standards und sichern zugleich die Kombinationshaltung dort ab, wo es notwendig ist. Dafür braucht es politische Unterstützung. Mit dem Investitionsprogramm ist schon ein erster wichtiger Schritt gelungen. Jetzt sind auch Handel und Konsumenten an der Reihe, die Kosten für höhere Standards in der Milchviehhaltung nachhaltig abzugelten“, betont Strasser.

Drei „Tierwohl“ Perspektiven

Der rechnende Blick der Ökonomie

Im Begriff Landwirtschaft steckt der Begriff Wirtschaft. Die Betriebe werden weniger und größer und sehen sich mit der Situation konfrontiert, dass die Preise auf dem Weltmarkt traditionell starken Schwankungen ausgesetzt sind. Diese machen aufgrund ihrer relativen Unvorhersagbarkeit Investitionen im großen Stil schwierig. Dies sei kurz an einem Beispiel demonstriert: Ein neuer moderner Stall ist in fünf Jahren nicht mehr auf dem neuesten Stand. Der Landwirt muss jedoch mindestens noch 20 Jahre warten, bis der „neue“ Stall abgezahlt ist. Auch gesellschaftliche Erwartungen und politische Reaktionen darauf, etwa in Form von Tierschutzrichtlinien, ändern sich. Der Bauer und die ganze Kette der Produktion können hier oft notgedrungen nur hinterherhinken. Neue Erkenntnisse und neue Forschungsergebnisse bezüglich Tierwohl, werden laufend generiert. Auch wenn also ein sehr umfangreiches Wissen in Bezug auf das Tierwohl gegeben ist, stellt sich die Frage nach der Umsetzbarkeit und damit letztlich die nach der Finanzierung. Nur eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung kann den Spagat zwischen ökonomisch vertretbaren “Zusatzleistungen” der Branche und dem gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Tierwohl leisten.

Der fragende Blick der Ethik

Christian Dürnberger vom Messerli Forschungsinstitut in Wien beschäftigt sich mit ethischen Fragen der Nutztierhaltung. Ethik richtet den Blick auf gängige Moralvorstellungen und hinterfragt diese. Aus dieser Sicht heraus sei zunächst einmal festzustellen, dass das Schwein leidensfähig ist. Dies, so Dürnberger, könne uns moralisch nicht egal sein, „das heißt, wir sind dafür verantwortlich, dem Schwein Leid zu ersparen. Hierin zeigt sich der Gedanke des klassischen Tierschutzes. Seit geraumer Zeit allerdings stellen sich viele die Frage: Genügt das? Oder will ein Tier wie ein Schwein nicht mehr, als ‚nur‘ ein leidensfreies Leben? Das Konzept ‚Tierwohl‘ setzt sich genau mit diesen Aspekten auseinander, die über die Leidensfreiheit hinausgehen.“ Manche Akteure in der Schweineproduktion unterschätzen laut Dürnberger noch immer, dass es mehr und mehr Menschen gibt, denen bloßes Leidersparnis bei Nutztieren zu wenig ist – sie wünschen sich nicht nur Schutz vor Leiden für die Tiere, sondern auch Tierwohl.

Der entfremdete Blick des Konsumenten

“Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral”. Dieses berühmte  Zitat von Berthold Brecht bringt es auf den Punkt: Erst seit im reichen Westen die Frage der Ernährungssicherheit als weitestgehend geklärt angesehen werden kann, richtet sich der gesellschaftliche Fokus auf die darüber hinausgehende Frage nach dem Tierwohl. Hier nun, so der Tier-Ethiker Christian Dürnberger vom Messerli Foschungsinstitut in Wien, sehen sich Schweinehalter und Schlachthofbetreiber, sieht sich die ganze Branche, mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

EU stuft lebensmittelversorgende Betriebe als systemkritisch ein

EU-Verbände begrüßen EU-Notfallplan, damit Lebensmittelkette nicht unterbrochen wird und fordern Gleiches in nationalen Plänen von den Staaten.

Die Europäische Union hat in ihrem Gas-Notfallplan dieser Tage, die in der Lebensmittelversorgung tätigen Betriebe als systemkritisch eingestuft. Die Gruppe von EU-Verbänden entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette – COPA-COGECA für Landwirte und Genossenschaften, FoodDrinkEurope für die Lebensmittelhersteller sowie Primary Food Processors für Betriebe der ersten Verarbeitungsstufe fordert, dass die Mitgliedstaaten in ihren nationalen Notfallplänen ebenso handhaben.

Die Energieminister der Mitgliedstaaten legten fest, dass der Gasverbrauch der Union im kommenden Winter in Zusammenhang mit der russischen Invasion der Ukraine um 15% eingeschränkt wird. Vorrangig sollen, die geschützten Verbraucher wie Haushalte und für die Gesellschaft essenzielle Leistungen wie die Lebensmittel-, Getränke- und Haustierfutterproduktion von Kürzungen der Gaszuteilung ausgenommen werden.

Denn jede Unterbrechung der Gasversorgung würde, so die Verbände, die Betriebe von der Landwirtschaft bis hin zur Verarbeitung daran hindern, mit voller Kapazität Lebens- und Futtermittel herzustellen, und würde entsprechende Versorgungsengpässe nach sich ziehen. Gleichzeitig mit ihrer Forderung nach einer prioritären Gasversorgung sichern die von den drei Verbänden vertretenen Wirtschaftszweige ihrerseits zu, sich weiterhin zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu verpflichten.

Die drei Verbände der Lebensmittel-Wertschöpfungskette vertreten 22 Mio. Landwirte, 22.000 Genossenschaften sowie Verarbeitungsbetriebe mit 4,62 Mio. Mitarbeitern. Die 290.000 Unternehmen mit Lebensmittel- und Getränkeerzeugung verarbeiten als größte Industriesparte der Union 220 Mio. t Rohstoff – das sind 70% der gesamten EU-Agrarproduktion – und ernähren eine halbe Milliarde Menschen.

Deutschlands-Eierproduzenten im Nachteil

Die Geflügelhalter beklagen wegen falscher Berechnungsgrundlagen eine Benachteiligung von Legehennenhaltern bei Beihilfen für die Landwirtschaft.

Die vom Bundeskabinett in der vergangenen Woche beschlossene Anpassungsbeihilfe erreiche nicht die Legehennenhalter, obwohl sie von den Auswirkungen des Krieges stark betroffen seien, kritisierte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).

Einzelne Bereiche der Geflügelwirtschaft seien infolge des Ukrainekriegs massiv von existenzbedrohenden Kostensteigerungen betroffen. Vor diesem Hintergrund sei es ausdrücklich zu begrüßen, dass die Auswirkungen auf die verschiedenen Agrarsektoren durch eine Anpassungsbeihilfe oder eine Unterstützung in Form einer staatlichen Beihilfe abgemildert werden sollen, erklärt der ZDG auf top agrar Nachfrage. Allerdings seien Sektoren der Geflügelwirtschaft unberücksichtigt geblieben und für die Eierproduktion falsche Preisnotierungen zu Grunde gelegt worden.

Großhandelspreise für Kalkulation herangezogen

„Die NGW Niedersächsische Geflügelwirtschaft hat das Thünen-Institut bereits darauf hingewiesen, dass die Legehennenhaltung für den Erschwernisausgleich aufzunehmen ist. Es wurde bezüglich der Berechnungen des Thünen-Instituts darauf hingewiesen, dass bei der Kalkulation der Gewinnveränderungen, die für einen Krisenausgleich maßgeblich sind, falsche Preisnotierungen zugrunde gelegt wurden“, erklärt der ZDG. „Es wurden hier bei den Kalkulationen anstelle der Erzeugerpreise die Großhandelspreise herangezogen. Damit sind die ermittelten Erzeugererlöse ungerechtfertigt höher ausgefallen, als sie tatsächlich erzielt wurden.“

Zur Darstellung der tatsächlichen ökonomischen Situation in der Legehennenhaltung müssen die aktuellen Preisnotierungen als Grundlage herangezogen werden. Dann würde auch offensichtlich, dass die Legehennenbetriebe keinen Gewinnzuwachs haben. Vielmehr haben auch hier die gestiegenen Futter- und Energiekosten seit Beginn des Kriegsgeschehens zu hohen wirtschaftlichen Schäden geführt.

Betriebe profitieren nicht von Preissteigerungen

Rund 70 bis 80 % der in Deutschland erzeugten Konsumeier werden in der Regel über Jahreskontrakte gehandelt, von den derzeitigen Preissteigerungen bei Lebensmitteln profitieren die Eierproduzenten deshalb nicht. Derzeit machen die deutschen Eierproduzenten nach Verbandsangaben pro Ei Verluste von 2,5 bis 5 Cent. Für viele Legehennenhalter könne diese Situation das Aus bedeuten.

Im letzten Sommer sind die Kontraktpreise für 2022 unter völlig anderen Kostenvoraussetzungen abgeschlossen worden. Das bedeutet, dass die aktuellen Kontraktpreise noch bis zum Jahresende 2022 Gültigkeit haben und die meisten Betriebe aufgrund ihrer Lieferverpflichtungen nicht von den Preisen im freien Markt partizipieren können.

Österreich stimmt Bracheflächen-Nutzung auch für 2023 zu

Die EU-Kommission schlägt die Nutzung von Bracheflächen auch für 2023 vor. Österreich hat diesem Schritt offiziell zugestimmt. Wichtig in diesem Zusammenhang: Biodiversitätsflächen des Agrarumweltprogramms sind davon nicht betroffen!

„Die Europäische Kommission hat die Verlängerung der Bracheflächen-Nutzung vorgeschlagen. Indem die EU auch für 2023 die Möglichkeit schafft, Bracheflächen für die landwirtschaftliche Produktion zu nutzen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur globalen Ernährungsversorgung. Jede zusätzliche Tonne Getreide und Lebensmittel ist entscheidend“, betont Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, und begrüßt diesen Schritt der EU-Kommission, dem Österreich offiziell zugestimmt hat.

Nationale Umsetzung in Vorbereitung

Die nationale Umsetzung dieser Ausnahme wird nun vorbereitet, um den Landwirtinnen und Landwirten ehestmöglich Planungssicherheit zu geben. Biodiversitätsflächen des Agrarumweltprogramms (ÖPUL) sind davon nicht betroffen. Zudem hat die EU-Kommission aufgrund der herausfordernden Situation auch bekannt gegeben, dass die neue, verpflichtende Fruchtwechsel-Auflage für 2023 um ein Jahr verschoben wird.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist die landwirtschaftliche Produktion der Ukraine stark beeinträchtigt und Ausfuhren wurden erschwert, heißt weiter aus dem Ministerium. Daher hat die EU-Kommission bereits 2022 die Ausnahmebestimmung zur Nutzung von Bracheflächen vorgesehen. Auch in Österreich wurde die Möglichkeit in Anspruch genommen, mehr als 10.000 Hektar werden zusätzlich für den Lebensmittelanbau genützt.

Es regnet nicht mehr…Dürre lässt Maisernte in Europa verdorren

In der Europäischen Union wurden die Ertragsprognosen für alle Sommerkulturen drastisch reduziert. Vor allem bei Mais wurden die Ernteerwartungen aufgrund des heißen und trockenen Wetters in vielen Teilen der EU gesenkt, während die Ernteprogosen für Wintergetreide nur noch geringfügig reduziert wurden. Das berichtete am Montag die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS) in ihrem Juli-Report.

Der Berichtszeitraum war von extremer Hitze und Trockenheit in mehreren Regionen Europas geprägt. Negative Auswirkungen auf das Ertragspotential von Sommerkulturen sind vor allem in Regionen zu erkennen, die bereits unter einem langen Regendefizit leiden, wie große Teile Spaniens, der Süden Frankreichs, Mittel- und Norditalien, Mitteldeutschland, Nordrumänien, Ostungarn sowie die West- und Südukraine.

Abgesehen von direkten Auswirkungen auf das Wachstum, fielen Dürre und Hitzestress in mehreren Regionen mit der Blühphase zusammen. Darüber hinaus sind mehreren Regionen, in denen Sommergetreide angebaut wird, auf Bewässerung angewiesen, doch des Wasserreservoirs sind auf sehr niedrigem Niveau und nicht ausreicht, um den Anforderungen standzuhalten.

MARS hat deshalb seine Ertragsaussichten für die Körnermaisernte der EU, die im Herbst geerntet wird, auf 7,25 Tonnen pro Hektar (t/ha) gesetzt, von 7,87 t/ha im letzten Monat und liegt damit jetzt 7,8 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt und 7,9 % unter dem Juniwert.

Die Ernteaussichten in der EU haben in diesem Jahr zusätzliche Bedeutung erlangt, da der Krieg in der Ukraine – einem wichtigen Weizen-, Mais- und Sonnenblumenexporteur – die Getreideexporte deutlich reduzierte und zugleich die Unsicherheit über die Größe der aktuellen Ernte der Ukraine erhöht hat.

Doch die hohen Temperaturen und fehlender Regen schadeten Europas Mais- und Getreideernte und verringerten die Ernteaussichten.„Die Ertragsaussichten für EU-Sommerkulturen wurden aufgrund anhaltend heißer und trockener Wetterbedingungen in weiten Teilen Europas erheblich reduziert“, sagte MARS in seinem Juli-Bericht.

MARS senkte auch die aktuelle Ertragsprognose für Weichweizen auf 5,74 t/ha, gegenüber den im Juni prognostizierten 5,76 t/ha und liegt nun 1,6 % unter dem langjährigen Mittel. Die Ertragsprognose für Sommergerste lag noch bei 4,10 t/ha gegenüber den im Juni prognostizierten 4,19 t/ha und rutscht damit 2,1 % unter die Juni-Prognose.

Auf EU-Ebene wurden die Prognosen neben Körnermais auch für Sonnenblumen und Sojabohnen am deutlichsten reduziert (um 8 bis 9 %) und liegen jetzt weit unter dem 5-Jahres-Durchschnitt.

„Größte Molkerei macht sich unabhängig von russischem Gas“

Über 40 Mio. € hat die Berglandmilch in den letzten Jahren bei Schärdinger für nachhaltige Projekte investiert. Gestern wurde in Aschbach eine Abwasserreinigungs- und Biogasanlage in Betrieb genommen. Und alle großen Molkereistandorte sollen kurzfristig auf Biomasse- und Biogasbetrieb umgestellt werden.

„Wir möchten den eingeschlagenen Weg einer nachhaltigen Milchverarbeitung konsequent weitergehen. Ein Zurück zu klimaschädlichen fossilen Alternativen zu Erdgas soll es nicht geben. Die großen Molkereistandorte werden binnen Jahresfrist auf Biomasse- und Biogasbetrieb umgestellt sein“, erklärte gestern Geschäftsführer DI Josef Braunshofer.

Landeshauptfrau Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf: „Der Ukraine-Krieg und auch die Pandemie haben uns vor Augen geführt, wie wichtig die Versorgungssicherheit ist. Mit den großen Investitionen macht sich die größte Molkerei Österreichs de facto unabhängig von russischem Gas. Die Berglandmilch erhöht nicht nur ihre eigene Unabhängigkeit, sondern erhöht damit auch die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln für ganz Österreich!“

Vor rund 10 Jahren wurde im ersten Werk ein Biomasse Heizkraftwerk in Betrieb genommen. Seither wirtschaftet die Molkerei Wörgl ohne Gas oder andere fossile Energieträger. Ausschließlich mit Biomasse, das zum Gutteil aus den Wäldern der genossenschaftlichen Eigentümer, den Milchbäuerinnen und Milchbauern stammt. Überschusswärme wird in ein Nahwärmenetz abgegeben und so werden 1.300 Haushalte der Stadt Wörgl mit Wärme versorgt.

Ein Schritt, der durch die positiven Erfahrungen und die nachhaltige Unternehmensphilosophie von Schärdinger zum weiteren Ausbau bewegte. So entschied man sich 2013, auf 100 % Ökostrom umzustellen. Mittlerweile bedecken zudem Photovoltaikanlagen mit einer Fläche von über fünf Fußballfeldern die Dächer der insgesamt acht Werke der Berglandmilch.

Im Zuge des Baus der neuen Abwasserreinigungsanlage des Werkes Aschbach-Markt wurde daher auch beschlossen, eine Biogasanlage zu errichten. Diese wird mit den Feststoffen der Reinigungsanlage gespeist. Das entstehende Gas kann direkt in der Molkerei genutzt werden. Damit werden 25 % bis 30 % des Gasbedarfes gedeckt. Um jedoch zu knapp 100 % unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden, ist nicht nur in Aschbach Markt ein weiteres Biomasse-Heizkraftwerk geplant, das im Laufe des Jahres 2023 in Betrieb gehen soll.

Auch in der Molkerei Feldkirchen bei Mattighofen wird bereits im Dezember des heurigen Jahres Biomasse aus regionalem Holzhackgut, Erdgas als Energieträger ablösen. In Klagenfurt wiederum besteht eine Kooperation mit der Stadtwerke AG Klagenfurt, um die Fernwärme aus Biomasse ab Frühsommer 2023 nutzen zu können.

Auch in der Molkerei Feldkirchen bei Mattighofen wird bereits im Dezember des heurigen Jahres Biomasse aus regionalem Holzhackgut, Erdgas als Energieträger ablösen. In Klagenfurt wiederum besteht eine Kooperation mit der Stadtwerke AG Klagenfurt, um die Fernwärme aus Biomasse ab Frühsommer 2023 nutzen zu können.

Verhaltensregeln auf der Alm beachten

Immer wieder kommt es zu Unfällen auf den Almen in Österreich, bei denen Rinder auf Wanderer losgehen. Experten gaben Verhaltensregeln für die Alm heraus, damit Touristen sicher die Natur genießen können und die Tiere ihre Ruhe haben.

Erst vor wenigen Wochen wurde ein Tourist auf einer Alm bei Zell am See von einer Kuh schwer verletzt. Immer wieder kommt es auf den Almen zu Zusammenstößen, bei den Touristen verletzt werden. In Österreich gibt es zirka 23.800 Betriebe mit Almauftrieb auf mehr als 8.000 Almen, davon mehr als 4.540 mit Behirtung. 2021 wurden rund 300.000 Rinder, 100.000 Schafe und 10.000 Ziegen aufgetrieben. Im Vorjahr waren rund 7.200 Almhirtinnen und -hirten im Einsatz.

Deshalb appellieren Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Vorarlbergs Agrar-Landesrat Christian Gantner an ein gutes Miteinander auf Österreichs Almen und erinnern an die „10 Regeln für einen sicheren Umgang mit Weidevieh“. „Unsere Almen sind beliebte Ausflugs- und Erholungsziel. Sie sind aber vor allem auch Wirtschaftsraum für Bäuerinnen und Bauern wie auch Lebensraum für Weidetiere“, ersucht Totschnig um Rücksichtnahme für konfliktfreie Naturerlebnisse. „Unsere Bäuerinnen und Bauern machen mit ihrer täglichen Arbeit unsere Talschaften und Regionen zu Lebens- und Kulturräumen. Geht die Berglandwirtschaft geht der Gast und in weiterer Folge auch die Bevölkerung. Unsere Bergbauernbetriebe brauchen neben einer hohen Wertschätzung auch eine hohe Wertschöpfung“, sagt Gantner.

Zu den zehn Verhaltensregeln zählen: Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten, ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken. Mutterkühe beschützen ihre Kälber, Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden, Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: sofort den Hund ableinen. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen. Bei Herannahen von Weidevieh: ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere die Weidefläche zügig verlassen, Zäune sind zu beachten. Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und die Weide zügig queren. Den dort arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt begegnen.

Neben den zehn Verhaltensregeln gelte es für eine sichere Almsaison, auch Müll zu vermeiden und richtig zu entsorgen. Nicht zuletzt verweisen Totschnig und Gantner auch auf die Wolfsproblematik. „Wolfsrisse werden zu einem immer größeren Problem – sowohl für die Almwirtschaft als auch für den Tourismus. Ich setze mich für Naturschutz mit Hausverstand ein“, sichert Totschnig seine Unterstützung für die zuständigen Bundesländer bei Gesprächen auf EU-Ebene zu. „Mir ist es wichtig, den Entscheidungsträgern auf EU-Ebene die speziellen Gegebenheiten der Almwirtschaft vor Ort zu zeigen, sodass sie sich persönlich ein Bild von der Situation in Österreich machen können. Mit Landwirtschaftskommissar Wojciechowski habe ich bei meiner Arbeitsreise nach Brüssel bereits darüber gesprochen“, schildert der Minister. Das sei der erste von vielen weiteren Schritten. „Wenn Problemwölfe nicht entnommen werden, werden heimische Almen bald nicht mehr bewirtschaftet werden können, Wanderwege werden gesperrt. Das kann keiner wollen“, stellt Totschnig klar.

„Die Wolfspopulation in unseren Nachbarländern hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt“, fordert Gantner die Anpassung des Schutzstatus für die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts. „Der Wolf wird zurückkehren, er darf aber weder unsere Alpwirtschaft noch unseren Tourismus gefährden – deshalb brauchen wir faire Spielregeln“, so der Landesrat.

USDA-Prognose für globale Schweinefleischproduktion 2022: China auf dem Vormarsch, Rückgänge in der EU

Nach einer aktuellen Einschätzung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums soll sich die globale Schweinefleischproduktion in diesem Jahr auf 110,7 Mio. t belaufen. Während sich die Erzeugung damit auf einem gleichbleibenden Niveau im Vergleich zur April-Schätzung befindet, korrigierten die US-Analysten ihre Prognose für die weltweiten Schweinefleischexport um fast 10 % nach unten.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat kürzlich eine aktuelle Einschätzung zur Entwicklung der Fleischmärkte in diesem Jahr abgegeben. Demnach prognostizieren die US-Analysten für 2022 eine globale Schweinefleischproduktion von insgesamt 110,7 Mio. Tonnen. Damit bleibt die erwartete, weltweit erzeugte Menge an Schweinefleisch im Vergleich zur April-Schätzung des USDA in etwa gleich, für einige Länder wurden jedoch Korrekturen vorgenommen. So befindet sich auf der einen Seite die chinesische Schweinefleischerzeugung im Aufwind, auf der anderen Seite verzeichnen die Europäische Union (EU) und Brasilien Rückgänge in der Produktion.

Gegenüber der April-Prognose hat das USDA die geschätzte Schweinefleischproduktion in China um fast 2 % auf 51,8 Mio. t angehoben. Nach wie vor soll die Erzeugung aber unter dem Niveau vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bleiben. Für die EU korrigierten die US-Analysten ihre Prognose um rund 2,4 % auf 22,6 Mio. t nach unten. Ebenfalls wurde Brasiliens Schweinefleischproduktion um ca. 1,6 % auf 4,3 Mio. t nach unten angepasst. Als Grund werden die eingeschränkten Exportmöglichkeiten genannt.

Die Prognose für die weltweiten Schweinefleischexporte 2022 wurde vom USDA im Vergleich zu April um fast 10 % auf 10,6 Mio. t deutlich nach unten korrigiert. Maßgeblich für diese Entwicklung soll die sinkende Nachfrage aus China sein. Im April waren die US-Analysten noch von rund 39 % mehr Lieferungen in das Reich der Mitte ausgegangen, während sie ihre Prognose nun von 3,5 Mio. t auf 2,15 Mio. t senkten. Ebenfalls nach unten korrigiert wurden Hongkongs Schweinefleischimporte um 21 % auf 275.000 t. Zwar wird aus anderen Ländern, wie Südkorea, Mexiko, Japan und den Philippinen ein steigende Nachfrage nach Schweinefleisch erwartet, diese werden jedoch den massiven Rückgang insbesondere Chinas nicht ausgleichen können

Hitzewelle bedeutet Stress für Pflanzen und Landwirte

Noch stehendes Getreide könnte notreif werden, Kühe auf der Weide müssen mit Wasser versorgt werden. Die Trockenheit betrifft Soja, Mais, Kürbis und Co. unterschiedlich.

Die Hitzewelle rollt seit einigen Tagen übers Land und setzt auch den Feldfrüchten zu. Im Osten, wie dem Burgenland oder Teilen Niederösterreichs, ist die Getreideernte fast abgeschlossen, ebenso wie in den tiefen Lagen des Westens. Die enorme Hitze hat in diesen Regionen somit keine Auswirkungen mehr auf Kulturen wie Weizen, Roggen, Gerste, Raps etc. „Im Zentralraum Österreichs sind wir mitten in der Ernte und im Westen beginnt diese größtenteils erst. Dort, wo sich die Kulturen noch entwickeln, kann die extreme Hitze dazu führen, dass das Getreide ’notreif‘ wird. Das kann noch zu Qualitäts- und Ertragseinbußen führen“, erklärt der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), Josef Moosbrugger.

Große Änderungen der bisherigen Schätzungen zur österreichischen Getreideernte erwartet er aber kaum. Auch Bundesminister Norbert Totschnig rechnet derzeit mit einer guten Ernte. Sie liege um 6% über dem Vorjahr und um 3% über dem 5-Jahresdurchschnitt. „Bisher wurden gute Erträge und zufriedenstellende bis hervorragende Qualitäten eingefahren“, heißt es vom Ministerium. Bei Weichweizen werden Erträge leicht über dem Vorjahr von 5 bis 7 t/ha genannt und die Qualität verteilt sich auf etwa 50% Premiumweizen, 25% Qualitätsweizen und 25% Mahlweizen. Die Gerstenerträge von 5 bis 7 t/ha sind etwas unter dem Vorjahresergebnis und die von Raps bei 2,8 bis 3 t/ha. Die Versorgungslage ist weiterhin stabil und die Rohstoffversorgung der Mühlen bis zum Anschluss an die neue Ernte gesichert, so das BML. Die Preise sind allerdings weiterhin hoch.

„Für die Alm- und Weidewirtschaft sind Hitze und Trockenheit eine große Herausforderung. Im späteren Frühjahr hat im Grünland ein schnelles Wachstum stattgefunden, aber bei den aktuellen Extremtemperaturen samt Trockenheit ist das Wachstum sehr reduziert und findet kaum mehr statt. Bestehendes Gras ist kein optimales Futter mehr und die Grasnarbe kann erhebliche Schäden erleiden. Auch gibt es viele Gebiete, in denen keine Zufahrtsmöglichkeiten bestehen und wo die Versorgung der Tiere mit täglichem Waser eine große Herausforderung darstellt. In der Almwirtschaft herrscht somit besondere Anspannung“, berichtet Moosbrugger.

„Die Herbstkulturen, wozu Zuckerrüben, Sojabohnen und Sonnenblumen zählen, haben sich in den meisten Regionen bisher gut entwickelt. C4-Pflanzen wie Mais oder Hirse sind zwar wegen ihres speziellen Stoffwechsels grundsätzlich besser für Trockenheit und Sonne geeignet, die extreme Hitze und Trockenheit bedeuten aber auch für sie Stress. Bei Mais etwa sind auf leichteren Böden, die wenig Wasser speichern können, deutliche Einbußen zu erwarten“, erklärt Moosbrugger.

Temperaturen über 25°C bedeuten Stress und reduzierte Ertragsbildung, Hitze mit 37°C ganz besonders. Auch bei Ölkürbissen oder Kartoffeln können die Blätter durch die Extremtemperaturen geschädigt werden, was zu geringeren Erträgen führt. „Wünschenswert wäre, dass es nach der anrollenden Hitzewelle wieder ausgiebig regnet, vor allem auch, da die Wasserreserven im Boden am Limit sind“, unterstrich Moosbrugger.

An Standorten wie Probstdorf wird Saatgut nicht nur produziert und für die nächste Saison eingelagert, sondern es wird gemeinsam mit anderen österreichischen Züchtern auch an klimafitten Sorten geforscht. Minister Totschnig besuchte den Standort und machte sich ein Bild von der Forschungsarbeit. „Als Landwirtschaftsministerium unterstützen wir dieses Projekt Klimafit mit 600.000 Euro pro Jahr.“ Die Sorten der heimischen Züchter seien optimal an die regionalen Gegebenheiten und österreichischen Standorte angepasst, betont dazu Johann Birschitzky , Obmann-Stellvertreter Saatgut Austria. Umfangreiche Versuchstätigkeit in Österreich sowie in noch heißeren Ländern wie Ungarn oder Kroatien seien die Basis dafür. „Das zertifizierte, amtlich anerkannte ‚Original-Saatgut ‚ garantiert beste Saatgutqualität und Keimfähigkeit sowie ertragsstarke, gesunde und qualitativ hochwertige Sorten und dadurch Feldbestände. Damit leistet die heimische Saatgutwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln“, sagt Birschitzky.

Rund 6.000 Bäuerinnen und Bauern vermehren hierzulande auf 40.000 ha Saatgut unterschiedlichster Kulturarten, davon rund 23% Vermehrungsfläche für Bio-Saatgut. Die Vermehrungsflächen nahmen in den letzten zehn Jahren um 18% zu, 70% der Flächen entfallen auf Getreide inklusive Mais. Die Saatgutwirtschaft beschäftigte 2020 einschließlich Vertrieb circa 700 Personen.

Getreide- und Rapskurse legen schlagartig Rückwärtsgang ein

An der Pariser Matif haben die Kurse für Getreide und Raps am Freitagmorgen schlagartig den Rückwärtsgang eingelegt. Marktteilnehmer spekulieren auf ukrainische Exporte.

Die Türkei, Russland und die Ukraine sollen nach jüngsten Meldungen kurz vor einer Einigung in puncto Exporte von ukrainischem Getreide und Raps auf dem Seeweg stehen (top agrar berichtet). Offenbar ist dabei vorgesehen, dass die Türkei kontrolliert, was auf den entsprechenden Frachtschiffen wirklich transportiert wird.

Fakt ist: Noch ist kein Schiff auf dem Wege, trotzdem hat die Aussicht auf vermehrte Exporte der Ukraine die Kurse an der Pariser Matif sowie in Übersee unter Druck gesetzt. Und Skeptiker fürchten, dass noch weitere Minuskorrekturen folgen werden. Das gelte nicht nur für die Terminbörsenkurse, sondern auch für die realen Kassapreise, heißt es.

Laut der türkischen Regierung rund um Präsident Erdogan könnte es heute Nachmittag zu einer Vereinbarung für den geregelten Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer kommen. Informationen des Präsidentenbüros zufolge werde neben den Vertretern der Ukraine, Russlands und der Türkei auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres für die Unterzeichnung in Istanbul eintreffen.

Die Tagesschau zitierte am Morgen den türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar. Demnach habe man sich auf ein Koordinierungszentrum mit Vertretern der UN und der jeweiligen Staaten in Istanbul sowie auf gemeinsame Kontrollen in den jeweiligen Häfen geeinigt. So solle auch die Sicherheit auf den Seerouten gewährleistet werde.

Laut dpa-Informationen werde in Istanbul sichergestellt, dass sich in Schiffen mit dem Ziel Ukraine keinerlei Waffen o.Ä. befinden. Auch Schiffe, die aus der Ukraine kommen, wolle man vor dem Verlassen des Schwarzen Meeres in der Türkei durchsuchen, um sicherzustellen, dass ausschließlich Getreide transportiert werde. Wie die Nachrichtenagentur meldete, solle das mögliche Abkommen zunächst für vier Monate gelten. Eine finale Umsetzung könne sich allerdings über Wochen ziehen.

Fehlende Impulse am Schweinemarkt und kein Lichtblick in Aussicht

Laut Österreichischer Schweinebörse fehlen dem Markt nach wie vor die entscheidenden
Impulse. Selbst der Preisanstieg vorige Woche brachte keinen Anstoß – sowohl für dieLandwirtschaft als auch für den Fleischverkauf. Dabei ist das Lebendangebot nicht son-
derlich üppig und die Schlachtgewichte sogar nach den letzten Tagen etwas rückläufig:

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt lässt sich der Rückstau an vermarktungsfähigen
Ferkeln nicht abbauen. Die Verkaufsgewichte liegen in manchen Regionen schon auf sehr
hohem Niveau bei fast 40 kg.

Europaweit leiden die Ferkelmärkte unter der schwachen Nachfrage. Die europäischen
Ferkelnotierungen halten sich auf konstantem Niveau.

Insgesamt verläuft der europäische Fleischmarkt sehr ruhig mit einem rückläufigen Ange-
bot bei gleichzeitig schwacher Nachfrage. In den Mittelmeerregionen sorgen Urlauber für
zusätzliche Impulse. In Spanien zog die Notierung lediglich um einen Cent an. Aufgrund
der Hitzewelle nimmt das Angebot an schlachtreifen Schweinen weiter ab. Die durch-
schnittlichen Schlachtgewichte liegen etwa 2 kg unter dem Niveau der letzten zwei Jahre.
Italien und Frankreich meldeten höhere Notierungen, wobei auch hier das durchschnitt-
liche Schlachtgewicht zuletzt nachgab. Die Auszahlungspreise der niederländischen und
dänischen Schlachtunternehmen blieben unverändert.
In Deutschland sind die Schweinepreise nach wie vor unter Druck. Die Urlaubs- und
Feriensaison dämpft den Absatz von Schweinefleisch. Trotz des geringen Schlacht-
schweineangebots gestaltet sich die Vermarktung schleppend. Es wird berichtet, dass
einige Schlachtunternehmen Hauspreise deutlich unter Notierungsniveau zahlen und die
Stückzahlen aufgrund der verhaltenen Fleischnachfrage reduzieren.

Holzpreise im Höhenrausch in Deutschland – Energieholz ist Verkaufsschlager

Bis Mai sind die Holzpreise steil angestiegen. Nun gibt es erste Anzeichen für eine Korrektur, vor allem bei Bauholz, weniger bei Industrieholz und Energieholz. Die Wirtschaftskrise holt offenbar auch den Holzmarkt ein.

Die Holzpreise brechen einen Rekord nach dem nächsten. Das gilt vor allem für Fichtenholz, zuletzt aber auch für Eiche. Die Preise für Buchenholz sind ebenfalls nicht mehr weit von ihren bisherigen Allzeithochs entfernt. Und die Preise für Kiefernholz steigen ebenfalls seit Monaten steil an. Und es gibt noch eine gute Nachricht für Waldbesitzer und Landwirte mit Bauernwald: Nach der letzten Erhebung des des Statistische Bundesamt (Destatis) vom Mai, steigen die Erzeugerpreise für alle Holzarten weiter steil an.

Bislang ist jedenfalls – trotz aller Unkenrufe – keine Verlangsamung der nach oben gerichteten Preisbewegung zu erkennen. So hat sich Fichtenholz gegenüber dem Vormonat um weitere 2,5 % verteuert und im Vergleich zum Vorjahr bekommen Holzerzeuger für Fichte 44,1 % höhere Preise. Bei Kiefer melden die Statistiker einen Anstieg von 1,3 % zum Vormonat und von 24,6 % zum Vorjahr – anders als bei Fichte sind die Preise aber noch ein ganzes Stück von ihren bisherigen Spitzenwerten vom Sommer 2014 entfernt.

Noch stärker als für Fichte haben sich nach den Berechnungen der Statistiker im Mai nur noch Industrieholz und Energieholz verteuert – Für Industrieholz bekamen die Lieferanten im Mai 2,7 % mehr als im April und im Vergleich zum Vorjahr ging es um 37,4 % nach oben. Und bei Energieholz gehen die Preise geradezu durch die Decke. Der Aufschlag zum Vormonat lag im Mai bei 3,9 % und gegenüber dem Vorjahr gab es 60,5 % mehr Geld für die Lieferanten.

Profitieren konnten auch die Erzeuger von Laubholz. Eichenholz ist etwa 13,5 % teurer als im vorigen Jahr und kostet im Mai 2022 so viel wie noch zuvor. Auch die Buchenholzpreise sind im Jahresvergleich um 6,3 % gestiegen und liegen nun nicht mehr allzu weit von ihren bisherigen Höchstmarken entfernt.  

Buchenholz ist ebenfalls rege nachgefragt, auch hier haben Preissteigerungen stattgefunden. Und die Energiekrise hat ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung bei allen Energieholzsortimenten. Wie die Daten von Destatis bereits im Mai zeigten, sind die Preise in diesem Bereich besonders kräftig gestiegen.

Bei Brennholz, das zur Trocknung eine Lagerzeit von bis zu 2 Jahren benötigt, übersteigt der explosionsartige Anstieg der Nachfrage das Angebot in den meisten Regionen deutlich. Dass sich manche Abnehmer über ihren eigentlichen Bedarf hinaus mit Brennholz eindecken, verschärft den Mangel zusätzlich. Hinzu kommt: Durch den Umstieg von Gas- und Ölheizungen auf Holzheizungen entsteht ein zusätzlicher Nachfragschub, der wohl auch noch einige Zeit anhalten dürfte.

Bauernproteste: „Die Politik in Den Haag ist total durchgedreht“

Seit Wochen protestieren niederländische Landwirte gegen die von der Regierung geplante Stickstoffverordnung. Die Emissionen von Stickoxiden und Ammoniak sollen bis 2030 um 50 Prozent gesenkt werden. In Naturgebieten sind es mehr als 70 Prozent. In diesen betroffenen Gebieten ist die Sorge um die eigene betriebliche Existenz besonders groß. Um das Ziel der Umweltauflagen zu erreichen, müssten nach Einschätzung der Behörden etwa 30 Prozent der Tierhalter ihren Betrieb aufgeben. Doch was sagen die niederländischen Landwirte dazu? agrarheute hat vor Ort nachgefragt.

Wietse Duursma aus Bellingwolde in der Gemeinde Westerwolde im Nordosten der Niederlande ist Milchviehhalter und sieht in seiner Region nicht so viele Landwirte von den Auflagen der Regierung betroffen. Ganz anders ist jedoch die Lage besonders im Süden des Landes. Aus Solidarität hat auch er vor zwei Wochen zusammen mit etwa 50.000 Landwirten an einer Demonstration teilgenommen. „Die nationale Planung und die Interessen der Bauern kommen nicht überein. Es müsste ein runder Tisch zusammenkommen mit Vertretern, sowohl aus der Politik als auch von den jeweiligen Bauernverbänden, um sich zu einigen und die Forderungen letztendlich umsetzen zu können“, sagt Wietse Duursma.

Wie groß der Unmut der niederländischen Landwirte ist, zeigen die mittlerweile unzähligen Protestaktionen. Erst letzte Woche Freitag (15.07.) haben niederländische Landwirte mit ihren Treckern mehrere Autobahnen blockiert. Die Proteste führten zu mehreren Hundert Kilometer Staus, wie die Verkehrsdienste am Freitag mitteilten.
Besonders hart traf das auch so manchen Urlauber, schließlich gingen nicht nur in Niedersachsen sondern auch in Teilen der Niederlande die Sommerferien los. Nach Angaben der Behörden behinderten neben Treckern auch Lastwagen den Verkehr. 

Nach den großen und anhaltenden Bauernprotesten in den Niederlanden kündigt LSVD-Sprecher Anthony Robert Lee auch in Deutschland Aktionen an. Diese sollen über bisherige Solidaritätsbekundungen für die Kollegen in den Niederlanden hinausgehen, wie das folgende Facebook-Video zeigt.

Laut Lee sei es noch nie so einfach gewesen, die Bauern in Deutschland auf die Straße zu bekommen. Allein die derzeit noch laufende Ernte hätte bislang eine Massenbewegung verhindert. Die aber werde nach Aussage des LSVD-Sprechers noch kommen. Mit Material von Facebook, Twitter

Geht vieleicht doch was- Ukraine und Russland: Abkommen über Getreideexporte rückt näher

Ein Abkommen zur Wiederaufnahme des Exports von ukrainischem Getreide würde dem Land die Möglichkeit geben wieder an die internationalen Märkte zurückzukehren. Die Weizenpreise in den USA und Europa sind seit der möglichen Aufhebung der Hafenblockade und der Wiederaufnahmen der Exporte auf das Vorkriegsniveau zurückgefallen.

Russland und die Ukraine könnten nächste Woche ein Abkommen über die Wiederaufnahme der Getreideexporte an den Schwarzmeerhäfen unterzeichnen. Die USA wollen im Gegenzug russische Getreide- und Düngerexporte erleichtern, die wegen der Sanktionen ebenfalls ins Stocken geraten sind.

Russland, die Ukraine, die Türkei und die Vereinten Nationen könnten bereits nächste Woche ein Abkommen zur Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte unterzeichnen, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar nach den Gesprächen in dieser Woche. Die Vereinigten Staaten teilten außerdem am Donnerstag mit, dass sie russische Getreide- und Düngemittelexporte erleichtern wollen, indem sie Banken, Schifffahrts- und Versicherungsunternehmen zusicherten, dass solche Transaktionen nicht gegen die Sanktionen gegen Moskau verstoßen würden, berichtet Reuters.

Die Ermöglichung dieser russischen Exporte ist ein wesentlicher Bestandteil der Versuche der Vereinten Nationen und der Türkei, ein Abkommen mit Moskau auszuhandeln, dass auch Transporte von ukrainischem Getreide aus dem Schwarzmeerhafen Odessa ermöglichen würde. Die schriftliche US-Klarstellung kam einen Tag, nachdem sich Russland, die Ukraine, die Türkei und UN-Beamte in Istanbul zu Gesprächen getroffen hatten, um die Getreideexporte der Ukraine wieder aufzunehmen, berichtet Reuters.

Die Türkei kündigte an, dass die Parteien in der nächsten Woche erneut zusammenkommen würden, um ein Abkommen zu unterzeichnen. „Die Vereinigten Staaten unterstützen nachdrücklich die Bemühungen der Vereinten Nationen, sowohl ukrainisches als auch russisches Getreide auf die Weltmärkte zu bringen und die Auswirkungen von Russlands Krieg gegen die Ukraine auf die globale Lebensmittelversorgung und -preise zu verringern“, sagte das US-Finanzministerium.

Inflation bremst Absatz um bis zu 20 %

Quer durch Europa schwächelt der Fleischmarkt. Allerorts sei es primär die hohe Inflation, die den Absatz von Fleisch und Fleischprodukten erschwere und bis zu 20 % reduziere, so Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse. Der Preis für Schlachtschweine in Österreich bleibt unverändert.

Am deutschen Fleischmarkt konnten sich die Preise nur mit Mühe behaupten, wobei Hauspreisandrohungen namhafter Schlachthofunternehmen die Runde machten. Schlachtunternehmen versuchen, die Preise zu drücken, so die deutsche Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG). Insgesamt ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse hätten aber letztlich in der neuen Schlachtwoche unveränderte Preise bedingt. Das für diese Woche angekündigte Grillwetter hätte laut Schlederer die Preismelder ermutigt, trotz aufkeimenden Preisdrucks unverändert zu notieren.

Österreich: Stark eingeschränktes Angebot, lustloser Absatz

Auch in Österreich plätschere das Geschäft mit Fleisch nur lustlos vor sich hin. Daher sei trotz eines nur bei 85 % des Normalwerts liegenden Angebots an Schlachtschweinen „der Kampf um das letzte Schwein“ nicht mehr so stark wie zuletzt. „Viele Verbraucher fehlen wegen Urlaubsreisen ins Ausland, Zuhausegebliebene haben scheinbar weniger Lust zum Grillen als früher“, wird ein Abnehmer an der Österreichischen Schweinebörse zitiert.

Spar verklagt VGT wegen Vollspalten-Protesten

Der Verein gegen Tierfabriken startete vor Jahren eine Kampagne gegen die Vollspaltenböden. Zuletzt protestierten die Tierrechtsaktivisten vermehrt vor Spar-Filialen, der Konzern reichte nun Klage gegen den Verein ein.

Der Vollspaltenboden in der Schweinehaltung ist mit 2040 verboten. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) machte seit Jahren Stimmung gegen diese Böden unter anderem mit Protesten vor Filialen der Supermarktkette Spar. Laut VGT habe es Gespräche gegeben, ob eine Umstellung der Schweinehaltung auf Stroh möglich wäre. Nach Gesprächen mit der Spar-Leitung, hätten die Tierrechtsaktivisten eine Absage erhalten und vor mehreren Filialen Proteste gestartet.

Dagegen hat Spar nun eine Klage eingereicht, es geht um unlauteren Wettbewerb, da nur vor Spar-Supermärkten protestiert wurde, es wurde das Logo der Handelskette verunstaltet und mit Blut dargestellt und habe Spar beleidigt, wie der VGT in einer Presseaussendung mitteilt.

„Auf Basis dieser Vorwürfe klagt SPAR auf Unterlassung weiterer Proteste, Widerruf der Kritik und Vernichtung der Kampagnenmaterialien. Die ebenfalls beantragte Einstweilige Verfügung zu dieser Klage wird bereits in naher Zukunft am Handelsgericht Wien verhandelt“, teilt VGT-Obmann Martin Balluch mit. Die ebenfalls beantragte Einstweilige Verfügung zu dieser Klage wird bereits in naher Zukunft am Handelsgericht Wien verhandelt. Streitwert ist laut VGT 62.500 Euro. „Bei einer Verurteilung des VGT könnte eine existenzgefährdende Schadenersatzklage folgen“, meint Balluch. Laut Finanzbericht 2020, hat der Verein 2,25 Millionen Euro eingenommen, mehr als eine Million Euro davon sind Spenden. Der größte Posten, mit rund 400.000 Euro, floss in die Schweine-Kampagne des Vereins. 2020 wurde ein Jahresüberschuss von etwa 458.000 Euro ausgewiesen.

Auf top agrar-Anfrage bestätigt Spar die Klage gegen den VGT. „Hintergrund ist, dass der VGT wiederholt behauptet, Spar würde Verbesserungen für das Tierwohl von Schweinen bewusst verhindern. Das Gegenteil ist der Fall: Spar bezieht bereits jetzt die meisten Schweine aus Tierwohl-Haltung in Österreich und forciert mit unterschiedlichsten Programmen die Tierwohl-Haltung“, heißt es in der Stellungnahme des Konzerns.

Die Lebensmittelkette vermarkte seit 25 Jahren in Österreich ausschließlich heimisches Frischfleisch von Schwein, Rind und Kalb, davon aktuell pro Jahr fast 50.000 Schweine aus unterschiedlichen Tierwohl-Programmen. „Das macht Spar österreichweit zum größten Abnehmer von Schweinen aus heimischer Landwirtschaft, die ohne Vollspaltboden aufgezogen wurden“, erklärt ein Konzern-Sprecher. Aktuell werden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mehr als 25% des gesamten Schweinefleischbedarfs aus Tierwohlprogrammen bezogen. Zusätzlich befürwortet der Konzern eine zeitnahe Kennzeichnung der Haltungsform für Fleisch, wie kürzlich beim Tierwohl-Termin mit BM Johannes Rauch bekräftigt wurde.

Die derzeitige Kampagne geht jedoch zu weit. Spar sehe sich daher gezwungen, die erforderlichen rechtsstaatlichen Mittel zu nutzen, um Kennzeichenrechte, den guten Ruf und das zurecht hohe Vertrauen der Kundinnen und Kunden in das Unternehmen zu schützen.

Niedrigstes Schweineangebot-und keine Preiserhöhung

Laut Österreichischer Schweinebörse war bedingt durch einen neuen Negativrekord beim
Angebot der Schlachtschweinemarkt blitzblank geräumt. Auch das Schlachtgewicht, das
binnen 14 Tagen um 1 kg sank, erreichte mit 96,5 kg den niedrigsten Wert des Jahres.
Seit Wochen sommerliche Temperaturen in den Stallungen und teils vorzeitige Abholung
waren die Hauptgründe für diese Entwicklung. Schlacht- und Zerlegebetriebe klagten aller-
dings über ein desaströses Fleischgeschäft, das mit dem Urlaubsbeginn und einer durch
die Inflation geschwächten Kaufkraft der Konsumenten in Verbindung gebracht wurde.

Auf dem österreichischen Ferkelmarkt passten das frische Angebot und die Nachfrage
wieder besser zusammen als in der Vorwoche, die Rückstellungen konnten jedoch nur
unwesentlich abgebaut werden.

Europaweit lagen Ferkelangebot und -nachfrage zumeist auf ähnlichem Niveau. Daraus
ergaben sich viele konstante Notierungen. Spielraum für Anstiege gab es nur dort, wo
auch Schlachtschweine höhere Preise erzielten, z.B. in Spanien.

Der EU-Schweinemarkt blieb trotz des seit Wochen überschaubaren Angebotes ohne
einheitlichen Aufwärtstrend. Höhere Notierungen meldeten Spanien, Frankreich und
Italien, während die Preise in den meisten Mitgliedsländern stagnierten. Das lag haupt-
sächlich am schwachen Fleischhandel, der Anstiege bei den Teilstücken verhinderte und
die Bestellungen der Schlachtunternehmen drosselte.
In Deutschland nimmt der Druck auf die Schweinepreise weiter zu. Aufgrund der anhal-
tend geringen Mengen belassen die Erzeugergemeinschaften den Vereinigungspreis für
Schlachtschweine im Zeitraum 14. bis 20. Juli mit EUR 1,85 je kg auf unverändertem
Niveau. Mit Verweis auf die schwierigen Fleischgeschäfte haben viele Schlachtunter-
nehmen reduzierte Aktivitäten und niedrigere Hauspreise angekündigt.

Konjunkturbarometer: Weniger Bauern wollen mehr investieren

Die aktuelle Wirtschaftslage in der Landwirtschaft fällt schlechter aus als noch im Frühjahr. Eine große Mehrheit plädiert für Aussetzen der Stilllegungspflicht.

Die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten bleibt im Sommer 2022 zwar weiterhin gedrückt. Dennoch wollen sie mehr Geld in ihre Betriebe investieren. Das zeigen die Ergebnisse des DBV-Konjunkturbarometer Agrar. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schätzen die Landwirte gegenüber dem Frühjahr etwas schlechter ein. Die zukünftige wirtschaftliche Situation wird hingegen etwas besser beurteilt.

Bei der weiter gedrückten wirtschaftlichen Stimmungslage wollen zwar weiterhin nur 28 % Investitionen tätigen. Das dabei geplante Investitionsvolumen wird allerdings auf 4,9 Mrd. € veranschlagt. Der entsprechende Vorjahreswert lag noch bei 4,3 Mrd. €. Grund für das höhere Investitionsvolumen sind wesentlich höhere Investitionen bei Erneuerbaren Energien und Landkauf, aber auch bei Wohngebäuden.

Trend zu Erneuerbaren

Dem gegenüber steht ein stark verminderter Kapitaleinsatz bei Wirtschaftsgebäuden. Die offensichtlich starke Investitionszurückhaltung bei Wirtschaftsgebäuden und hier bei Stallbauten kommt auch darin zum Ausdruck, dass Erhaltungsinvestitionen deutlich überwiegen.

Der Indexwert des Konjunkturbarometer Agrar bleibt mit 11,1 im Juni gegenüber 10,8 aus der vorangegangenen Befragung von März nahezu unverändert. Der Indexwert bildet die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ab.

Aktuelle Finanzlage besser als künftige

Auf der Notenskala von 1 bis 5 beurteilen die Betriebe ihre aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt mit 3,03 weiterhin deutlich günstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit 3,34. Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat sich gegenüber März in den Futterbaubetrieben deutlich verbessert. Die Stimmung in den Ackerbaubetrieben hingegen hat sich etwas und in den Veredlungsbetreiben sogar deutlich verschlechtert, und das bei einer ohnehin bereits sehr angespannten wirtschaftlichen Lage in der Schweinehaltung. Im Ausblick auf die nächsten zwei bis drei Jahre wächst der Pessimismus der Veredlungsbetriebe. Dagegen blicken Ackerbau- und Futterbaubetriebe im Vergleich zur Märzerhebung etwas optimistischer in die Zukunft.

Fast 80 % für Aussetzen der Stilllegung

Der Ukraine-Krieg hinterlässt seine Spuren auch in der Landwirtschaft. 79 % der Landwirte befürworten, Ackerstilllegungsflächen wieder für die Produktion zuzulassen. Mehr als jeder zweite Landwirt befürchtet, dass öffentliche Mittel zugunsten der Landwirtschaft knapper werden. Etwa genauso viele glauben, dass der gesellschaftliche Stellenwert der Landwirtschaft als Folge des Ukraine-Krieges zunimmt. Etwa ein Viertel der Landwirte will wegen der aktuellen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine geplante Investitionen auf unbestimmte Zeit verschieben. Gleichzeitig sehen 13 % der Landwirte neue Marktchancen, verbunden mit Änderungen in der Anbauplanung.

Was ist los in China: Schweinepreise steigen um 60 % – Fakten und Politik

Seit Anfang Mai sin die Schweinepreise am Terminmarkt in Dalian um 50 % gestiegen. Analysten begründen diesen steilen Preisanstieg, mit einem deutlich knapperen Angebot infolge einer kräftigen Reduzierung der Zuchtschweinebestände. Hintergrund dieser Entwicklung war der rasche und staatlich massiv geförderte Wiederaufbau der chinesischen Schweinebestände nach ASP. Auch in riesigen Schweinehochhäusern und gigantischen „Schweinestädten“.

Das Ergebnis dieses Booms war dann ein Absturz der Preise um deutlich mehr als Hälfte und massive Verluste für die Schweinehalter. Und auch in China stiegen die Kosten im letzten Jahr steil an. Dazu kam noch die globale Preisrallye bei Getreide und Sojaschrot. Nun hat sich die Lage offenbar umgekehrt.

Staatliche Stellen – wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) – nennen die „irrationale Zurückhaltung beim Verkauf“, als Hauptursache für den steilen Preisanstieg, berichte die Nachrichtenagentur Reuters.

Offenbar hat es wegen der steil ansteigenden Schweinepreise und dem großen Einfluss der Schweinefleischpreise auf die Nahrungsmittinflation ein Krisen-Treffen zwischen der Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und den großen Produktionsunternehmen gegeben. Chinas Staatsplaner forderte die Unternehmen danach auf, die konstante Versorgung sicherzustellen, hieß es in einer Erklärung, nachdem die Preise in den letzten Monaten stark gestiegen waren.

In dem Bericht des NDRC heißt es außerdem, einige Medien hätten Informationen über die steigenden Preise übertrieben und erfunden, was die Zurückhaltung der Landwirte beim Verkauf noch verstärkt habe. „Derzeit ist die Produktionskapazität für lebende Schweine im Allgemeinen angemessen und ausreichend“, sagte die NDRC in der Erklärung. Danach geben es derzeit einen schwachen Konsum und keine Grundlage für einen nachhaltigen Preisanstieg.

Ob diese offizielle Statement dazu beiträgt, den Markt zu beruhigen, ist indessen fraglich. Die Preise am Terminmarkt in Dalian sprechen jedenfalls eine andere Sprache. Sie steigen auch Anfang Juli weiter. Das gilt sowohl für den vorderen aktuellen Juli-Termin und erst recht für die späteren Termine im Herbst. Diese sind noch deutlich höher. Erst danach geben die Preise leicht nach bzw. konsolidieren sich auf hohem Niveau.