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ASP: Spurensuche läuft auf Hochtouren im Emsland

Nachdem am Wochenende ein Sauenbetrieb in Emsbüren im niedersächsischen Landkreis Emsland positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet wurde, konnte nun bezüglich dessen Kontaktbetriebes in Freren Entwarnung gegeben werden. Der Mastbetrieb mit rund 1.800 Tieren war sofort in den Fokus der Seuchenbehörden geraten, weil er von dem betroffenen Sauenhalter in Emsbüren Ferkel bezog. Daraufhin wurden vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) entsprechende Stichproben gezogen, die glücklicherweise alle negativ ausfielen. „Das lässt uns hoffen, dass wir es in Emsbüren mit einem Einzelfall zu tun haben“, erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Renate Otte-Kinast.

Trotz der negativen Testergebnisse wurde der Bestand in Absprache mit dem Landkreis Emsland, dem LAVES, der Tierseuchenkasse und dem Landwirtschaftsministerium tierschutzgerecht gekeult. Die Behörden rechtfertigten diesen Schritt damit, dass in der Kürze der Zeit nicht alle Tiere des Betriebes gezielt beprobt werden konnten und eine Infektion nicht sicher auszuschließen war. Im schlimmsten Fall hätte sich das Virus während der weiteren Testungen verbreiten können, was man unbedingt verhindern wollte. Der Betrieb in Freren wird nun, wie der bereits am Sonntag geräumte Seuchenbetrieb in Emsbüren, von der Tierseuchenkasse entschädigt. Die Ausgleichssumme orientiert sich dabei am Wert der Tiere sowie den Kosten für die Keulung und die Reinigung bzw. Desinfektion der Stallanlagen.

Agrarministerin Otte-Kinast bezog gestern nochmal Stellung zum aktuellen Seuchenverlauf und machte deutlich, dass die Schweinehalter in Niedersachsen nach dem ersten Ausbruch der ASP im Land auf größtmöglichen Schutz bedacht sind. So wären auch außerhalb der Schutz- und Überwachungszonen rund um den Betrieb in Emsbüren „bei allen Landwirten die Alarmglocken angegangen“, so die CDU-Politikerin bei einer Pressekonferenz in Hannover.

Wie das hochansteckende Virus in den Sauenbetrieb im Emsland gelangen konnte, ist noch nicht bekannt. „Wir haben keine heiße Spur. Es wird alles untersucht“, gab die Ministerin zu Protokoll. Neben möglichen Eintrittspforten über die Futterversorgung und den Personenverkehr wird auch über Wildschweine als Überträger nachgedacht. Allerdings gibt es in der Region kaum Wildschweine und alle geschossenen Tiere würden schon seit geraumer Zeit auf die ASP untersucht. „Da ist die Jägerschaft sehr sensibel, gerade im Herzstück der Schweinehaltung in Deutschland“, so Otte-Kinast.