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Spar verklagt VGT wegen Vollspalten-Protesten

Der Verein gegen Tierfabriken startete vor Jahren eine Kampagne gegen die Vollspaltenböden. Zuletzt protestierten die Tierrechtsaktivisten vermehrt vor Spar-Filialen, der Konzern reichte nun Klage gegen den Verein ein.

Der Vollspaltenboden in der Schweinehaltung ist mit 2040 verboten. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) machte seit Jahren Stimmung gegen diese Böden unter anderem mit Protesten vor Filialen der Supermarktkette Spar. Laut VGT habe es Gespräche gegeben, ob eine Umstellung der Schweinehaltung auf Stroh möglich wäre. Nach Gesprächen mit der Spar-Leitung, hätten die Tierrechtsaktivisten eine Absage erhalten und vor mehreren Filialen Proteste gestartet.

Dagegen hat Spar nun eine Klage eingereicht, es geht um unlauteren Wettbewerb, da nur vor Spar-Supermärkten protestiert wurde, es wurde das Logo der Handelskette verunstaltet und mit Blut dargestellt und habe Spar beleidigt, wie der VGT in einer Presseaussendung mitteilt.

„Auf Basis dieser Vorwürfe klagt SPAR auf Unterlassung weiterer Proteste, Widerruf der Kritik und Vernichtung der Kampagnenmaterialien. Die ebenfalls beantragte Einstweilige Verfügung zu dieser Klage wird bereits in naher Zukunft am Handelsgericht Wien verhandelt“, teilt VGT-Obmann Martin Balluch mit. Die ebenfalls beantragte Einstweilige Verfügung zu dieser Klage wird bereits in naher Zukunft am Handelsgericht Wien verhandelt. Streitwert ist laut VGT 62.500 Euro. „Bei einer Verurteilung des VGT könnte eine existenzgefährdende Schadenersatzklage folgen“, meint Balluch. Laut Finanzbericht 2020, hat der Verein 2,25 Millionen Euro eingenommen, mehr als eine Million Euro davon sind Spenden. Der größte Posten, mit rund 400.000 Euro, floss in die Schweine-Kampagne des Vereins. 2020 wurde ein Jahresüberschuss von etwa 458.000 Euro ausgewiesen.

Auf top agrar-Anfrage bestätigt Spar die Klage gegen den VGT. „Hintergrund ist, dass der VGT wiederholt behauptet, Spar würde Verbesserungen für das Tierwohl von Schweinen bewusst verhindern. Das Gegenteil ist der Fall: Spar bezieht bereits jetzt die meisten Schweine aus Tierwohl-Haltung in Österreich und forciert mit unterschiedlichsten Programmen die Tierwohl-Haltung“, heißt es in der Stellungnahme des Konzerns.

Die Lebensmittelkette vermarkte seit 25 Jahren in Österreich ausschließlich heimisches Frischfleisch von Schwein, Rind und Kalb, davon aktuell pro Jahr fast 50.000 Schweine aus unterschiedlichen Tierwohl-Programmen. „Das macht Spar österreichweit zum größten Abnehmer von Schweinen aus heimischer Landwirtschaft, die ohne Vollspaltboden aufgezogen wurden“, erklärt ein Konzern-Sprecher. Aktuell werden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mehr als 25% des gesamten Schweinefleischbedarfs aus Tierwohlprogrammen bezogen. Zusätzlich befürwortet der Konzern eine zeitnahe Kennzeichnung der Haltungsform für Fleisch, wie kürzlich beim Tierwohl-Termin mit BM Johannes Rauch bekräftigt wurde.

Die derzeitige Kampagne geht jedoch zu weit. Spar sehe sich daher gezwungen, die erforderlichen rechtsstaatlichen Mittel zu nutzen, um Kennzeichenrechte, den guten Ruf und das zurecht hohe Vertrauen der Kundinnen und Kunden in das Unternehmen zu schützen.