You are currently viewing Getreide- und Rapskurse legen schlagartig Rückwärtsgang ein

Getreide- und Rapskurse legen schlagartig Rückwärtsgang ein

An der Pariser Matif haben die Kurse für Getreide und Raps am Freitagmorgen schlagartig den Rückwärtsgang eingelegt. Marktteilnehmer spekulieren auf ukrainische Exporte.

Die Türkei, Russland und die Ukraine sollen nach jüngsten Meldungen kurz vor einer Einigung in puncto Exporte von ukrainischem Getreide und Raps auf dem Seeweg stehen (top agrar berichtet). Offenbar ist dabei vorgesehen, dass die Türkei kontrolliert, was auf den entsprechenden Frachtschiffen wirklich transportiert wird.

Fakt ist: Noch ist kein Schiff auf dem Wege, trotzdem hat die Aussicht auf vermehrte Exporte der Ukraine die Kurse an der Pariser Matif sowie in Übersee unter Druck gesetzt. Und Skeptiker fürchten, dass noch weitere Minuskorrekturen folgen werden. Das gelte nicht nur für die Terminbörsenkurse, sondern auch für die realen Kassapreise, heißt es.

Laut der türkischen Regierung rund um Präsident Erdogan könnte es heute Nachmittag zu einer Vereinbarung für den geregelten Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer kommen. Informationen des Präsidentenbüros zufolge werde neben den Vertretern der Ukraine, Russlands und der Türkei auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres für die Unterzeichnung in Istanbul eintreffen.

Die Tagesschau zitierte am Morgen den türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar. Demnach habe man sich auf ein Koordinierungszentrum mit Vertretern der UN und der jeweiligen Staaten in Istanbul sowie auf gemeinsame Kontrollen in den jeweiligen Häfen geeinigt. So solle auch die Sicherheit auf den Seerouten gewährleistet werde.

Laut dpa-Informationen werde in Istanbul sichergestellt, dass sich in Schiffen mit dem Ziel Ukraine keinerlei Waffen o.Ä. befinden. Auch Schiffe, die aus der Ukraine kommen, wolle man vor dem Verlassen des Schwarzen Meeres in der Türkei durchsuchen, um sicherzustellen, dass ausschließlich Getreide transportiert werde. Wie die Nachrichtenagentur meldete, solle das mögliche Abkommen zunächst für vier Monate gelten. Eine finale Umsetzung könne sich allerdings über Wochen ziehen.