Frankreichs Schweinefleischerzeuger schließen sich zusammen

Zehn Erzeugerorganisationen aus dem Schweinefleischbereich haben sich in Frankreich zur Vereinigung „Porc Grand Ouest“ zusammengeschlossen. Sie umfassen ca. die Hälfte der franz. Schweineproduktion.

In Frankreich haben sich zehn Erzeugerorganisationen aus dem Schweinefleischbereich zusammengeschlossen und die Vereinigung der Erzeugerorganisationen (AOP) „Porc Grand Ouest“ gegründet. Der „Grand Ouest“ ist keine offizielle geografische Einteilung oder Gebietskörperschaft, sondern umfasst im Kern die Bretagne und das Pays de la Loire. Wie die bretonischen Fleischerzeugergemeinschaften (UGPVB) im Anschluss an die konstituierende Generalversammlung in der vergangenen Woche mitteilten, wurden auf dieser die Satzung und die Statuten beschlossen. Im Anschluss daran sei ein Antrag auf Anerkennung der neuen Vereinigung beim Pariser Landwirtschaftsministerium gestellt worden. Erst wenn das erfolgt sei, könne mit der Arbeit begonnen werden.

Laut UGPVB kommen in der neuen AOP Erzeuger zusammen, die mit 11,5 Mio. vermarkteten Schweinen fast die Hälfte der französischen Produktion auf sich vereinen. Ziel sei es, die Marktmacht der Landwirte zu stärken, die bereits Mitglied einer Erzeugerorganisation seien, erläuterte die UGPVB, die an der Spitze der neuen Branchenvereinigung steht. Ein weiteres Ziel sei es, „eine Antwort auf die Bedürfnisse des Marktes und die Erwartungen der Verbraucher und der Bürger zu finden“. Darüber hinaus erhofften sich die Erzeuger aus der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Unterstützung, um „strukturierende Projekte“, insbesondere zur Modernisierung von Ställen, durchführen zu können. Als eines der „dringlichsten“ Vorhaben sehen die Erzeuger das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration, das Anfang 2022 in Kraft treten soll.

Schweinefütterung: Hohe Leistungen trotz stark N-/ P-reduzierter Fütterung

Das „Minimalproteinkonzept“ des LLG Iden ermögliche trotz stark N- und P-reduzierter Fütterung hohe biologische Leistungen der Mastschweine. Einsparungen von 20 % N und 30 % P seien damit erzielbar.

Die Vorgaben der Düngeverordnung machen eine N-/ P-reduzierte Fütterung in der Schweinehaltung zukünftig unabdingbar. Wie eine nährstoffreduzierte Fütterung ohne Auswirkungen auf die biologischen Leistungen von Mastschweinen umgesetzt werden kann, zeigte Dr. Manfred Weber von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) Iden in Sachsen-Anhalt bei einer Presseveranstaltung von Topigs Norsvin, Proteinmarkt und Evonik. Laut den neusten Versuchsergebnissen im Projekt „Umweltgerechte Mastschweinefütterung – Minimalproteinkonzept“ könnten gegenüber den bisherigen Standard-Ausscheidungswerten einer „stark N-/P-reduzierten“ Fütterung bis zu 20 % an Stickstoff- und bis zu 30 % an Phosphorausscheidungen eingespart werden. Dabei habe die Nährstoffeinsparung keine Auswirkungen auf die biologischen Leistungen der Mastschweine, erklärte Dr. Weber weiter.

Die Ergebnisse gelten laut Dr. Weber auch für Mischungen, die komplett auf den Einsatz von Sojaextraktionsschrot verzichten. Die starke Absenkung der N- und P-Gehalte sei durch den kompletten Verzicht auf Eiweißfuttermittel in der Endmast und den Verzicht auf mineralischen Phosphorzusatz ab der Mittelmast erreicht worden. Ebenso sei der Versuch bei einer optimalen Aminosäurezusammensetzung und einem Verhältnis des Stickstoffs aus essenziellen Aminosäuren zum Gesamtstickstoff von 43 – 50 % durchgeführt worden. Eine entscheidende Voraussetzung für einen derartigen Erfolg seien allerdings genaue Kenntnisse über die Inhaltsstoffe der eingesetzten Futtermittel, so Dr. Weber.

Österreicher haben hohe Meinung von Landwirtschaft

Österreichs Landwirte können sich überwältigender Zustimmungsraten in der Bevölkerung erfreuen. 94 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben laut einer Umfrage ein positives Bild von ihnen, 90 Prozent und mehr glauben, dass die heimische Landwirtschaft die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln sichert sowie ein wichtiger Teil der heimischen Kultur und der Lebensqualität am Land ist.

Mehr als vier von fünf Österreichern gehen davon aus, dass der Beruf der Landwirte auch in Zukunft wichtig für die Gesellschaft sein wird und befürworten ein Pflichtfach Landwirtschaft in der Schule, ergaben zwei Umfragen des Marktforschungsinstituts KeyQUEST zum Selbst- und Fremdbild der Landwirte. Das wichtigste Thema im Zusammenhang mit der bäuerlichen Produktion ist die Qualität von Lebensmitteln, dahinter folgen das Tierwohl und die Herkunft der Lebensmittel. „Darum setze ich mich für die im Regierungsprogramm vereinbarte Umsetzung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung ein“, so Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Allerdings ist das Selbstbild der Landwirtinnen und Landwirte deutlich schlechter als die Außenwahrnehmung. Nur 51 Prozent von ihnen sehen ihr eigenes Image positiv. „Das zeigt, dass wir noch stärker von der Wertschöpfung zur Wertschätzung kommen müssen“, sagt dazu Köstinger. Auch Ankündigungen der Konsumenten, wonach 87 Prozent bereit wären, für Produkte mit höheren Tierwohlstandards mehr zu bezahlen, müssten sich erst in den Kaufentscheidungen niederschlagen, so die Ministerin.

Unterschiedlich ist auch die Wahrnehmung der Medien in diesem Zusammenhang. Während zwei Drittel der Bürger die Darstellung der heimischen Landwirtschaft in den Medien als „ausgewogen“ einstufen, glaubt das nur ein Drittel der Landwirtinnen und Landwirte. Spielentscheidend dürfte das aber ohnehin nicht sein, gaben doch mehr als die Hälfte der Befragten an, dass ihr Bild von der Landwirtschaft durch direkte Kommunikation mit Bäuerinnen und Bauern, Bekannten und Verwandten, beim Direkteinkauf oder bei Besuchen am Bauernhof geprägt worden sei. Fernsehen, Radio, Internet und Tageszeitungen sind hierbei zweitrangig.

FarmLife- Das Projekt ist kurz vor dem Start

Das FarmLife Schweineprojekt in Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Guggenberger von der HBLFA Raumberg- Gumpenstein (Institut für Nutztierforschung) und Mag. Norbert Marcher (Fleischwerke- Marcher) mit dem Schweinevermarktungsring (SVR) geht in die fInale Phase.

Vorab sollen sich alle Interessenten vom SVR und alle gern gesehene Gäste auf www.farmlife.at einloggen und registrieren. Beim eigenen Passwort keine Sonderzeichen und das Jahr 2020 anlegen. Dr. Thomas Guggenberger kann die Eintragungen mit verfolgen und dann werden drei Zoom- Meetings zur Einschulung statt finden. Für die Teilnehmenden wird es seitens der Firma Marcher eine Überraschung geben.

Die genauen Termine zu den Zoom – Meetings werden nach gegenseitiger Absprache in Kürze hier bekannt gegeben. Für offene Fragen stehen Johannes Kulterer- 0664/3506450 und Martin Suette- 0664/4539448 zur Verfügung.

Wer sich schon im Testbetrieb einlesen will , kann das mit dem Email: max.mustermann@farmlife.at und dem Passwort 123456 machen.

Schweinepreise: Markt schon wieder auf der Kippe?

Die Schweinepreise können sich diese Woche einigermaßen behaupten. Der Grund für den aufkommenden Druck ist das über dem Bedarf liegende Angebot. Das zeigen auch die steigenden Schlachtgewichte. Sowohl Erzeuger als auch Schlachter rechnen jedoch damit, dass die Überhänge rasch abgebaut werden.

In der laufenden Woche erwarten die meisten Marktbeobachter jedoch einen zügigen Abbau der über Ostern entstandenen Überhänge, sodass es zu zunächst nicht zu Problemen am Markt kommen dürfte.

Diese Marktlage hat im Grunde auch die letzte ISN-Auktion bestätigt: Dort sind die Schweinepreise am Dienstag (6.4.) um 1 Cent auf 1,54 Euro zurückgegangen. Außerdem fanden nur gut 40 Prozent der auf der Auktion angebotenen Schweine einen Abnehmer.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) berichtet außerdem, dass die Situation am Fleischmarkt zuletzt ebenfalls einigermaßen stabil war. Die meisten Artikel wurden auf Vorwochenniveau gehandelt, nur bei Schinken und Schulter gaben die Preise um 1 bis 2 Cent nach.

Mit Blick auf das bevorstehende Wochenende erwartet die VEZG jedoch eine leichte Nachfragebelebung: Begründend wird das einerseits mit der Vorbereitung auf die nahende Spargelzeit. Zum anderen geht man davon aus, dass das Wetter zu Beginn der kommenden Woche erste Grillaktivitäten erlauben könnte. Insgesamt rechnen die VEZG-Experten für die kommende Woche deshalb mit einem ausgeglichenen Markt und stabilen Preisen.

Zu Beginn der neuen Schlachtwoche fällt das Angebot schlachtreifer Schweine bedingt durch feiertagsbedingte Überhänge etwas umfangreicher aus. Insgesamt sind die Marktverhältnisse jedoch ausgeglichen, sodass mit unveränderten Schweinepreisen gerechnet werden kann, berichtet die VEZG in ihrer Markteinschätzung.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war deutlich höher als in der Vorwoche und wird mit 241.300 angegeben. Das waren 20 Prozent mehr als in der Vorwoche, als 201.700 Schweine abgerechnet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 98,4 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche erstmals seit langem wieder ein Anstieg des Schlachtgewichts von 0,3 kg.

Trotz verkürzter Vermarktungswoche läuft der Handel mit Ferkeln überwiegend lebhaft. Angebot und Nachfrage stehen sich knapp ausgeglichen gegenüber. In der 14. Woche tendieren die Preise sehr stabil, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 08. bis 14. April mit 53 Euro je Stück angegeben. Das sind zur Vorwoche unveränderte Preise.

Bei uns in Österreich fließen die schlachtreifen Schweine trotz Osterfeiertag planmäßig ab. Nachösterlicher Auffüllbedarf im LEH und in der Fleischverarbeitung sowie angesagte oder nicht Wetterverbesserung incklusive erwarteter Impulse bei Grillartikeln halten den Warenstrom auf Trab. Die Exporteure nach China berichten von preislicher Zurückhaltung der asiatischen Abnehmer, dem umfangreichen Absatz Richtung Fernost dürfte dies aber keinen Abbruch geben.

Um 42% weniger CO2 durch Donau Soja-Tierfutter

Schweinefleisch der Gustino-Marke „Strohschwein Klimafit“ mit Donau Soja-Fütterung verursacht um 42% weniger CO2-Emissionen. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Durch den Einsatz von Donau Soja-zertifiziertem Tierfutter können rund 42% der CO2-Belastung aus der österreichischen Schweinefleischproduktion vermieden werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) Österreich, die von Donau Soja gemeinsam mit Gustino-Geschäftsführer Johann Schlederer und dem Geschäftsleiter für Beschaffung und Sortimentspolitik von Transgourmet Österreich, Manuel Hofer, präsentiert wurde.

„Es macht einen wesentlichen Unterschied, wie wir unsere Nutztiere halten und füttern“, sagte Donau Soja-Geschäftsleiterin Susanne Fromwald. „Gustino geht mit seiner Marke ‚Strohschwein Klimafit‘ voran. Wenn regionales, gentechnikfreies Donau Soja zum Einsatz kommt, profitieren regionale Betriebe, Umwelt und Klima“, erklärte Schlederer. Schweinefleisch der Gustino-Marke „Strohschwein Klimafit“ mit Donau Soja-Fütterung verursacht 2,5 kg CO2 pro kg Schweinefleisch, während eine vergleichbare Produktion mit Soja aus Übersee auf 4,3 kg CO2 pro kg Fleisch kommt. Das bedeutet eine Reduktion von 1,8 kg CO2 pro kg Schweinefleisch oder ein Minus von 42% der Emissionen. Auf ganz Österreich gerechnet, könnte durch die Umstellung der gesamten Schweinefütterung auf Donau Soja insgesamt rund 1 Mio. t CO2 pro Jahr vermieden werden.

„Als Österreichs größte Schweine-Erzeugergemeinschaft sehen wir uns verpflichtet, die Schweinehaltung auf die Bedürfnisse des Marktes auszurichten“, betonte Schlederer in seiner Funktion als Geschäftsführer des VLV und der Österreichischen Schweinebörse. Seit 30 Jahren besteht das Markenprogramm Gustino, jetzt erfolgte das Upgrade zur „Klimafit“-Stufe, berichtete Schlederer. Das bedeutet ein Vollspaltenverbot, 60% mehr Platz, Stroheinstreu und als Eiweißfutter Donau Soja.

Seit 2018 bekommen Gustino-Schweine überwiegend Donau Soja-zertifiziertes Soja ins Futter – das garantiert europäische Herkunft, Nachhaltigkeit und Gentechnikfreiheit. Im Handel findet sich Donau Soja im „Vonatur Strohschwein“ bei Transgourmet, über Gustino beim „Voralpen Strohschwein“ bei Lidl, aber auch bei Spar („TANN schaut drauf“). Auch Edeka-Märkte in Passau stehen auf der Gustino-Liste.

„Mit dem Strohschwein haben wir eine nachhaltige Alternative zum verknappten Bio-Angebot geschaffen“, so Hofer. Nachhaltigkeit steht für Transgourmet Österreich an oberster Stelle. „Wir unterstützen die kleinstrukturierte Landwirtschaft, die Verarbeitung in der Region und natürlich mit Donau Soja die Erhaltung der Regenwälder“, unterstrich Hofer.

Bei der Herstellung tierischer Lebensmittel sind bereits die Futtermittel CO2-relevant. Global betrachtet verursacht vor allem die Änderung der Landnutzung, also die Schlägerung von Waldflächen oder die Umwandlung von Grünland in Ackerland, große Mengen Treibhausgase. Zwischen 2000 und 2016 sind im Amazonas-Gebiet und im Cerrado geschätzte 5,3 Mio. ha Naturflächen für den Sojaanbau abgeholzt worden. „Diese Zahlen bestätigen das enorme Potenzial im Schweinebereich“, sagte Fromwald. Je mehr Betriebe dem Vorbild von Gustino folgten, umso leichter könnten heimische Konsumenten ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz beim täglichen Einkauf leisten.

Russland: Schweinefleischausfuhren verdoppelt

Russland hat sich zum weltweit siebtgrößten Schweinefleischexporteur entwickelt. Die Fleischimporte wurden 2020 so gut wie eingestellt – und hat sich vom globalen Großimporteur von Schweinefleisch zu einem weltweit bedeutenden Exporteur entwickelt. Wie der dänische Dachverband der Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) berichtete, sind die russischen Schweinefleischausfuhren im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um 92.720 t oder 86,0 % auf 200.580 t gestiegen. Damit war Russland weltweit siebtgrößter Exporteur dieses Produkts, und laut der russischen Regierung soll der globale Verkauf weiter vorangetrieben werden.

Im Berichtsjahr haben insbesondere die Ausfuhren nach Vietnam mächtig Fahrt aufgenommen; sie legten um fast das Fünffache auf 63.470 t zu. Das asiatische Land hatte nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einen erhöhten Einfuhrbedarf. Bemerkenswert ist, dass die russischen Exporte dorthin vor allem über gekühltes und gefrorenes Schweinefleisch gewachsen sind; diese Warenposition machte gut drei Viertel der Gesamtausfuhr aus. Bei den konkurrierenden Anbietern aus der Europäischen Union lag dieser Anteil nur bei knapp einem Drittel, denn es wurden mehrheitlich Schlachtnebenerzeugnisse und Speck nach Vietnam geliefert. Hongkong rangierte auf Rang zwei der russischen Kundenliste. Die dorthin verkaufte Menge nahm um 77,1 % auf 47.650 t zu und bestand größtenteils aus genießbaren Schlachtnebenerzeugnissen.

Die russische Einfuhr von Schweinefleisch, die vor acht Jahren noch die Marke von 1 Mio. t überschritt, spielte 2020 kaum noch eine Rolle. Lediglich 11.330 t wurden eingeführt; das waren fast 90 % weniger als im Vorjahr. Größter Drittlandsanbieter war Chile mit 4.920 t, von denen gut die Hälfte aus Speck bestand. Brasilien, das 2019 noch rund 41.000 t Schweinefleisch nach Russland verkaufte, lieferte im vergangenen Jahr nur noch 422 t gefrorenes Schweinefleisch. Veterinärrechtlichen Unstimmigkeiten mit Russland und lukrativere Absatzmöglichkeiten in China ließen den Warenstrom nahezu komplett versiegen.

Gesundheitsdienst für mehr Tierwohl

Der Startschuss für einen neuen österreichischen Tiergesundheitsdienst (ÖTGD) steht. Dr. Konrad Blaas berichtet über die Details:

Im Tierwohlpaket ist die Einrichtung eines österreichischen TGD ein zentraler Punkt. Den setzen wir gemeinsam mit dem Sozialministerium und den Ländern jetzt um. Der ÖTGD soll die Herausforderungen, die an die Tierhalterinnen und Tierhalter gestellt werden, in praktikable Aufgabenpakete aufbereiten. Wir wollen einen verbesserten Rahmen für eine stärkere Zusammenarbeit schaffen und erwarten uns dafür neue Impulse und Antworten, denn Tierwohl, Tiergesundheit und der Einsatz von Tierarzneimitteln sind zentrale Themen für die Tierhaltung geworden und werden es bleiben.

In den nächsten zwei Jahren sollen die rechtlichen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen geschaffen werden, dass sich der ÖTGD Ende 2022 als eigenständige Organisation konstituieren kann. Mit 2023 soll die Organisation dann operativ voll einsatzfähig sein. Durch das EU-Tiergesundheitsrecht ist auch das österreichische Veterinärrecht neu aufzustellen. Mit dem Bekenntnis der Länder zu einem ÖTGD kann das Gesundheitsressort diese Organisation in den zukünftigen Rechtsrahmen einbauen und ihre Rechte und Pflichten zuweisen.

Der Aufbau der neuen Struktur ÖTGD wird mit nationalen Mitteln unterstützt. Für 2021 stelllen das BMLRT und die Länder 290.000 € zur Verfügung. Über die Finanzierung für 2022 wird im Herbst entschieden. Das Sozialministerium steuert Mittel aus dem Digitalisierungsfonds für den Aufbau der zentralen Datenbanklösung bei.

Im BMLRT arbeiten sie intensiv am Gap- Strategieplan, der die Grundlage für die nächste Förderperiode ab 2023 sein wird. Die Maßnahme ,, Zusammenschlüsse“ wurde so konzipiert, dass vielfältige Formen der Zusammenarbeit von Betrieben und Organisationen unterstützt werden können. Die Zusammenarbeit von Landwirten und Tierärzten, von Länder- TGD´s und der Dachorganisationen der Tierhaltung in einem ÖTGD mit den Zielsetzungen- Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Tierwohl würde ausgezeichnet passen. Programme wie die Schwanzbeißen-Risikoanalyse sollten künftig einheitlich umgesetzt werden. Die Länder werden aber weiterhin Schwerpunkte setzen können.

Einladung zur Vorstandssitzung

Donnerstag, 8. April 2021
13:30 Uhr
Bildungshaus Schloss Krastowitz
Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Bericht des Obmannes
  3. Zukünftige organisatorische Ausrichtung der
    Kärntner Schweineproduktion
  4. Allfälliges

Um verlässliches Erscheinen wird gebeten!
Josef Brunner, Obmann

Wie gesund sind Bio-Produkte wirklich?

Bio boomt. Im Rahmen der immer größer werdenden Nachfrage nach Bio-Produkten untersuchen Forscher seit Jahren den Gesundheitswert von Bio-Lebensmitteln. Sind Produkte mit Bio-Siegel wirklich gesünder als konventionelle Lebensmittel? Nein, sagen nun auch Wissenschaftler der Universität Stanford nach einer großangelegten Studie. Dennoch lohnt sich Bio für den Verbraucher – und für die Umwelt.

Bio-Supermärkte schießen wie Pilze aus dem Boden, selbst die Discounter entwickeln eigene Bio-Linien – das Geschäft mit BIO Lebensmitteln boomt wie nie zuvor. Aber ist der, der Bio-Produkte kauft, automatisch ein Besser-Esser und lebt gesünder?

Eine großangelegte Übersichtsstudie der Universität Stanford bestätigt nun, dass Bio-Produkte nicht zwingend gesünder sind als andere Lebensmittel. „Wir konnten keinen großen Unterschied zwischen konventionellen Produkten und Bio-Lebensmitteln feststellen“, so Studienleiterin Dena Bravata. Für die Meta-Analyse wählten die Wissenschaftler aus tausenden von Studien die 237 relevantesten aus und setzten sie in einen Zusammenhang. Im Fokus standen dabei der Vergleich vom Nährstoffgehalt sowie der Belastung mit Pilzen, Bakterien und Pestiziden.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss: In Sachen Vitamingehalt unterscheiden sich Bio-Produkte und konventionelle Produkte kaum. Auch beim Fett- und Proteingehalt sowie bei der Belastung mit Krankheitserregern gibt es keine Differenzen. „Wir waren etwas erstaunt, dass wir nichts gefunden haben“, so Co-Autor Crystal Smith-Spangler in einer Mitteilung der Universität Stanford.

Über Biolebensmittel gibt es also viele Illusionen: Gesünder, besser für die Umwelt, von Höfen aus der Heimat, mit glücklichen Tieren. Die Wahrheit sieht leider anders aus, und die BIO Konsumenten erhalten für teures Geld nichtwissend teilweise schlechtere Produkte als bei der konvensionellen Produktion!!

Frohe Ostern

Gesunde Osterfestgrüße vom SVR

Zum frohen Osterfest wollen wir euch gratulieren
Vielleicht gelingt es irgendwo, ein Häschen aufzuspüren?
Dann legen wir in seinen Korb ein Blatt mit tausend Grüßen,
das soll es euch als Festgruß bringen; mit seinen flinken Füßen!

Keine Ostergeschenke für Schweinemäster

Die Schweinepreise bleiben in der Woche vor Ostern unverändert. Für einen weiteren Preisanstieg fehlen die Impulse aus dem Exporgeschäft, als auch ein kräftiger Schub bei der Grillfleischnachfrage. Ist aber eher nicht zu rechnen angesichts der wieder rückläufigen Temperaturen. Das Ostergeschäft ist abgeschlossen, und dann ist meistens zwei Wochen flaute. In Deutschland konnten nur 80 Prozent der angebotenen Schweine verkauft werden.

Deshalb tut sich bei den Preisen in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Ländern erst einmal nichts- leider leider. Lediglich in Spanien geht es mit den Notierungen weiter steil nach oben. Der Grund. der boomende Absatz der Spanier nach China. Das zieht den gesamten spanischen Markt nach oben.

Laut Österreichischer Schweinebörse stiegen sowohl Angebot als auch Nachfrage leicht. Das durchschnittliche Schlachtgewicht der 98.000 Schweine betrug 98,6 kg. Während der Oster-Lockdown in Wien, Niederösterreich und im Burgenland die Erwartungen im Fleischhandel dämpfte, hoffte man in den restlichen Bundesländern auf impulsgebende Grillaktivitäten.

Aufwärtstrend der Ferkelnotierung vorerst gestoppt. Der österreichische Ferkelmarkt bleibt deutlich unterversorgt und Rückstellungen georderter Partien waren unvermeidlich.

USA: Schweinepreise explodieren-auf 7-Jahreshoch!

Der Schweinebestand in den USA schrumpft stärker als erwartet. Auslöser ist die Corona-Krise, die die Preise weit nach unten gedrückt haben, während die Futterkosten durch die Decke gingen, so wie bei uns. Nun sind wenig Schweine da und die Preise gehen nach oben. Endlich einmal für die Mäster.

Der Grund ,der Schweinebestand und vor allem der Sauenbestand gehen deutlich zurück. Und ganz offensichtlich war der Rückgang stärker, als dies Analysten zuvor erwartet hatten. Auslöser für die Preisrallye war der Quartely Hogs & Pigs Report des US-Landwirtschaftsministeriums.

Analysten waren sich nach der Veröffentlichung der Daten einig. Dieser sehr bullische Bericht wird die Situation am US-Schweinemarkt für längere Zeit beinflussen. Die Preise haben jedenfalls sofort reagiert, Am US-Terminmarkt schossen die Futures für lebende Schweine (Lean Hogs) auf den höchsten Stand seit August 2014 nach oben- nämlich auf etwa 2,20 USD je kg Schlachtgewicht für den April Termin. Für die nachfolgenden Termine notierten Schweine sogar noch etwas höher.

Für die Schweinemäster war das eine große Erleichterung, denn noch zum Jahreswechsel bekamen sie nicht einmal 1,40 USD je kg SG- und waren damit tief in den roten Zahlen. Jetzt können die Mäster endlich etwas von den Verlusten aus dem sehr schwierigen Jahr 2020 ausbügeln.

China wird zum wichtigsten Schweinefleischkunden Dänemarks

Dänemark hat 2020 mehr Schweinefleisch an China geliefert als an alle EU-Mitgliedsstaaten zusammen. Die Volksrepublik verdrängt damit Deutschland von Platz 1 der Exporterlöse.

Die dänischen Exporteure von Schweinefleisch haben im vergangenen Jahr mehr Ware nach China verkauft als an alle 27 Mitgliedstaaten des EU-Binnenmarkts zusammen. Wie aus Daten des Dachverbandes der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) hervorgeht, stiegen die Schweinefleischausfuhren ohne Lebendtiere gegenüber 2019 um 154.000 t bzw. 40,7 % auf rund 532.300 t. Der Absatz in der EU ohne Großbritannien verringerte sich dagegen um 14.500 t beziehungsweise 2,7 % auf 528.230 t. China führte zudem mit 9,28 Mrd dkr (1,25 Mrd €) erstmals Dänemarks Rangliste bei den Exporterlösen an. Die Volksrepublik verdrängte damit Deutschland von Platz eins. Die Einnahmen der dänischen Ausfuhrunternehmen in der Bundesrepublik gingen – einschließlich des Lebendexports – um 4,7 % auf 6,75 Mrd. dkr (908 Mio. €) zurück. Rund 45 % der im Schweinbereich erfassten mengenmäßigen Ausfuhren Dänemarks in die EU entfielen 2020 auf die Ausfuhr von Ferkeln, Masttieren und Sauen. Wird dieser Lebendexport in Höhe von 424.340 t dem Fleisch hinzugerechnet, wurden insgesamt 952.570 t im Binnenmarkt abgesetzt; das waren 12.730 t oder 1,3 % weniger als 2019. Besonders deutlich war dabei der Rückgang bei der Ausfuhr nach Deutschland mit 7,2 % auf 422.270 t, wobei der Fleischexport mit 10,5 % stärker abnahm als der Lebendexport mit 2,9 %.

Dagegen legten die Lieferungen von Schweinen und deren Fleisch nach Polen zu; diese übertrafen mit insgesamt 276.280 t das Vorjahresniveau um 4,1 %. Für Italien wurde sogar ein Plus von 6,2 % auf 108.000 t gemeldet, was vor allem an den vermehrten Teilstücklieferungen dorthin lag. Bei den Drittlandsexporten von Schweinefleisch war Großbritannien hinter China zweitwichtigster Kunde der Dänen. Trotz der Ungewissheit um den Brexit war der Rückgang der Liefermengen auf die Insel gegenüber 2019 mit 5,5 % auf 177.000 t vergleichsweise verhalten. Geringere Ausfuhren waren bei Nebenerzeugnissen, Bacon sowie Teilstücken vom Schwein zu verzeichnen. Andere Großkunden orderten deutlich weniger Schweinefleisch in Dänemark. So gingen die Exporte nach Japan um 23,2 % auf 85.850 t und nach Australien um 36,8 % auf 32.160 t zurück. Dagegen konnte mehr Schweinefleisch in die USA sowie nach Südkorea und auf die Philippinen verkauft werden. Insgesamt legten die Drittlandsausfuhren um 15,2 % auf 962.520 t zu, was trotz des rückläufigen EU-Absatzes für einen Anstieg der Gesamtexporte um 6,3 % auf fast 1,92 Mio t sorgte.

Mit FarmLife zu einem erfolgreiches Zoom- Meeting

Das erstmalige Zoom- Meeting vom SVR am vergangenen Freitag mit Dr. Thomas Guggenberger und Mag. Norbert Marcher war gut besucht.

Dr. Thomas Guggenberger vom der HBLFA Raumberg- Gumpenstein (Institut für Nutztierforschung) stellte das FarmLife Projekt vor. Es ist bis jetzt nur im Schul- Milchviehbereich aktuell, und soll jetzt von unserer Vermarktungsorganisation-SVR- zu einem Pilotprojekt Schwein ausgebaut werden. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die HBLFA- Raumberg.

In Zusammenarbeit mit der HBFLA Raumberg und Fleischwerke Marcher wird Dr. Guggenberger ab Ende April in drei Zoom- Meetigs die Einführung ins FarmLife Programm geben. Genauere Termine zu den Zoom- Meetings folgen noch.

Zum Schluss des Meetings stellte Mag. Norbert Marcher noch seine Marktaussichten für das Jahr 2021 vor, und berichtete über vier große Investionsprogramme der Fleischwerke Marcher.

Alle Interessenten die dabei waren und die noch mit machen wollen – Bitte bei Johannes Kulterer 0664/3506450 oder Martin Suette 0664/4539448 bis Mitte April melden.

FarmLife erreichst du unter www.farmlife.at

Der Testbetrieb ist ein extensiver Bio-Milchviehbetrieb- mit dem E-mail max.mustermann@farmlife.at und dem Passwort 123456 kann man vorab einsteigen und kennen lernen.

Sind wir Bauern bald nicht mehr vorhanden ?

Am 18. März fand eine große Investorenrunde für Start-ups für Fleisch aus der Retorte statt. Die Veranstalter sprechen von einem Gigantentreffen, für einen Feldzug gegen uns Bauern.

Wie sieht industrielle Fleischerzeugung aus ? Tier- und Umweltschützer kritisieren heute bereits die Landwirtschaft für eine angebliche industrielle Fleischerzeugung. Aber sie bereiten den Weg für Fleisch aus der Retorte, Labor- oder Synthesefleisch, das in einem scheißtechnologischen Verfahren hergestellt wird. Die Befürworter benutzen auch gerne den Begriff kultiviertes Fleisch. Wer will kann dann seine eigenen Kreationen im 3-D-Drucker fertigen und dann auch seine Kulturlandschaft ausdrucken, denn es wird keine Bauern mehr geben die dies tun.

Das hört sich futuristisch an, liegt aber näher als man glaubt. Aufbereitet von den NGO für eine illustre Runde aus unter anderen Microsoft- Milliardär Bill Gates und Virgin- Milliardär Richard Branson stolze 161 Millionen Dolar in das kleine kalifornische Unternehmen Memphis Meats stecken. Zu den Investoren zählen auch zwei der größten Konzerne im Bereich Proteine und- Futter, Cargill und Tyson Foods. Das zeigt, in welche Richtung die Entwicklung laufen könnte und wo man mit viel Geld viel vernichten wird.

Bislang sind die Verfahren, aus einigen Tierzellen, die aus einer Nährlösung sich vermehren, Fleisch zu erzeugen, noch relativ teuer. Aber Geld, um das Ganze in größerem Rahmen zu automatisieren, steht bereit. Dazu diente unter anderen die Veranstaltung New Food Invest. Sie sollte Start-ups und Investoren zusammenbringen. Die Start-ups versprechen Fleischgenuss ohne Tiertod, für immer leben- ein Geschäftsmodell von dem sich die Investoren super Renditen erhoffen und dann mit genügend Geld die Landschaft erhalten und pflegen werden ??- Mahlzeit !

Erinnerung: Freitag Zoom Meeting

Nicht vergessen morgen Freitag findet das bereits angekündigte Zoom Meeting

Schwein hat Zukunft

mit Dr. Thomas Guggenberger und Mag. Norbert Marcher.

(Freitag: 26. März 19.oo Uhr bis 20.30 Uhr) statt.

Hier nochmals der Link zum Einstieg für das Zoom- Meeting

ID: 336 986 7414 Kenncode : 1234

https://us02web.zoom.us/j/3369867414?pwd=QzA4TWhlR2dSUTV1ZFdUK3RvZ1FqQT09#success

Deutsche Ferkelimporte deutlich geschrumpft

Die Einfuhren von Ferkeln nach Deutschland haben sich im vergangenen Jahr spürbar verringert. Heribert Breker, LWK NRW, hat aktuelle Zahlen zusammengestellt.

Deutschlands Ferkelimporte aus Dänemark und den Niederlanden bewegten sich in den letzten Jahren zwischen 10,5 bis 11,5 Mio. Tieren. In den letzten Monaten des Jahres 2020 fielen die Einfuhren jedoch deutlich zurück. Ausschlaggebender Grund war der Stau bei Schlachtschweinen in Verbindung mit einem abrupten Preisverfall. Deutsche Schweinemäster hielten sich mit der Ferkelaufstallung zurück.

Dänemarks (DK) Lieferungen nach Deutschland fielen im Laufe des Jahres 2020 um -802.000 Ferkel zum Vorjahr zurück. Auch die Lieferungen nach Polen blieben mit rd. – 765.000 Tieren hinter den gestiegenen Zahlen der beiden Vorjahre. Damit ist Deutschland wieder zum führenden Importeur von dänischen Ferkel geworden. Insgesamt hat DK 1,6 Mio. Ferkel weniger im Jahre 2020 ausgeführt.

Die wöchentlichen Einfuhren aus Holland fielen seit Okt. 2020 von durchschnittlich 80.000 je Woche zurück auf unter 70.000 Tieren. Der Rückgang hält bis in die jüngste Zeit an. Die Gesamtexporte Hollands sind jedoch nicht zurückgegangen. In Deutschland nicht abgesetzten Ferkel wurden überwiegend nach Spanien verfrachtet.

Die rückläufigen deutschen Ferkelimporte in den vorhergehenden Monaten führen zusätzlich zu den geringeren inländischen Ferkelmengen zu einer Verringerung des Mastschweine-Angebots rd. 4 Monate später. Das ist bereits jetzt bei den fallenden Schlachtzahlen zu beobachten und wird sich für die kommenden Wochen und Monate fortsetzen. In besonderem Maße ist diese Entwicklung bei den Voranmeldungen der beteiligten Erzeugergemeinschaften bei der V-Notierung zu sehen, die von über 350.000 auf aktuell durchschnittliche 220.000 Schlachtschweine je Woche gefallen sind.

Wie lange hält der Höhenflug?

Die Versorgungslage bei Ferkeln bleibt weiterhin knapp. In Anlehnung an die europäischen Notierungen steigt der Ferkelpreis nochmals um 10 Cent.

Die Ferkel bleiben auf den europäischen Ferkelmärkten weiterhin ein knappes Gut. Der saisonale Anteil an der Ferkelknappheit dürfte aber in den nächsten Wochen deutlich an Einfluss verlieren. Die Ferkel aus den fruchtbarkeitsstabilen Würfen werden nun wieder kontiunierlich ein steigendes Ferkelangebot bewirken. Der Anteil der Ferkelknappheit, der durch Bestandsrücknahmen verursacht wird, bleibt aber weiterhin bestehen. In den EU-Mitgliedsländern steigen die Ferkelpreise weiter an.

Am heimischen Ferkelmarkt bleibt die Ferkelknappheit ausgeprägt. Erste Anzeichen sprechen aber auch in Österreich dafür, dass der Höhepunkt der knappen Versorgungslage bald durchschritten sein dürfte. So deckt sich in Oberösterreich fast das aktuelle Angebot mit der neuen Nachfragemenge. Dennoch bleibt aber auch hier die Ferkelfehlmenge wegen der rückgestellten. Bestellungen in den Vorwochen auf hohem Niveau. Die Ferkelnotierung steigt in der aktuellen Vermarktungswoche um 10 Cent auf 2,8ß Euro/kg.

China: Unglaublich Ferkel kosten 250 Euro! und zweite ASP-Welle rollt

Die Ferkelknappheit bei uns in Österreich und in der EU ist noch gar nichts gegen das, was sich in China abspielt. Da gehen die Preise für Ferkel durch die Decke. Im Internet kursieren Gerüchte über Ferkelpreise von weit über 200 Euro für ein 20 kg Ferkel. Viele europäische Landwirte können das gar nicht glauben. Fakt ist aber : Diese extrem hohen Preise- von denen österreichische Ferkelerzeuger nur träumen können- stimmen wirklich. Ursache ist eine extreme Knappheit am chinesischen Ferkelmarkt, infolge einer zweiten ASP-Welle und einer auch sonst sehr hohen Ferkelsterblichkeit- durch andere Krankheiten (Durchfall).

Nach Schätzungen von Analysten hat die zweite ASP-Welle in China in den letzten acht Wochen zwischen sieben und acht Millionen Sauen getötet. Diese Entwicklung untergräbt auch die offiziellen Prognosen über eine rasche Erholung der chinesischen Schweineherde.

Gezahlt werden können diese Preise aber nur, weil die Schweine ebenfalls sehr knapp und teuer sind- trotz der angeblichen Markterholung. Derzeit bekommt ein chinesischer Landwirt rund 465 Euro für ein lebendes 120 kg Schwein. Die lokalen chinesischen Ferkelpreise sind in jüngster Zeit kräftig gestiegen und lagen Mitte März bei etwa 98 Yuan pro kg. Vorm Ausbruch der ASP lagen die Preise gerade einmal bei 25 Yuan.

Umgerechnet in Euro kostete ein Ferkel damit pro Kilogramm derzeit 12,6 Euro- was für ein 20 kg Ferkel einen Preis von 252 Euro und für ein 25 kg-Ferkel von rund 315 Euro ergibt.

Aktuell sind die Ferkelpreise in China 4mal so hoch wie vor der ASP-Krise……..

Aber auch bei den Zuchtsauen halten sich die Preise seit Monaten bei rund 75 Yuan je kg (9,70 Euroje kg) verglichen mit 30 Yuan vor ASP. Damals waren die Sauen nicht einmal halb so teuer wie jetzt. Eine 200 kg-Zuchtsau kostet bei diesen Preis umgerechnet 1940 Euro. Kaum zu glauben!!

Angesichts der Preisabstände zum Vorkrisenniveau sind Ferkel am knappesten, gefolgt von Sauen und Schlachtschweinen.