ASP-Bekämpfung: Vietnam startet mit Impfung erneut durch

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hält Schweinehalter weltweit in Atem. Vietnam meldete nach den erste kommerziellen Impfungen gegen das Virus Probleme und tote Schweine. Jetzt will das Land die Impfungen wieder aufnehmen.

26. September 2022: Vietnam impft wieder gegen ASP

Unkontrolliertes Impfen hat laut der offiziellen Behörden in Vietnam zu den auffällig vielen toten Schweinen geführt. Die Impfungen entsprachen nicht den Richtlinien, die das Ministerium ausgegeben hat. Die Schweine seien zum Beispiel im falschen Alter und mit der falschen Dosis gegen das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) immunisiert worden.

Zu den toten Schweinen sei es in Betrieben gekommen, in denen der Impfstoff direkt an Tierärzte oder Landwirte verkauft wurde, die dann die Impfungen selbst durchgeführt hätten.

Deshalb soll der Impfprozess jetzt strenger kontrolliert werden. Insgesamt wären inzwischen in 20 Betrieben mehr als 21.000 Schweine unter Einhaltung der Richtlinien geimpft worden. Einige Tiere hätten leichtes Fieber bekommen, alles in allem hätten alle die Immunisierung gut vertragen.

Aufgrund dieser positiven Ergebnisse plant das Land, die Impfungen wieder auszuweiten. Geplant seien bis zu 600.000 Impfungen gegen die ASP, allerdings unter strenger Kontrolle des gesamten Prozesses.

Mit Material von National Hog Famer

WERDE umziehen auf www- kult.farm folgen Sie mir! Dankeschön für ihr Vertrauen mit freundlichen Grüßen Hannes

Heiße Diskussion-Stegemann: „Wir brauchen den Tiermagen“

Was haben die Tierhaltung in Deutschland und der weltweite Hunger miteinander zu tun? Das diskutierten die Agrarpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen mit top agrar bei LiD.

Die Nutztierhaltung in Deutschland steht seit Jahren im Kreuzfeuer. Kritik hagelt es von verschiedenen Seiten – vor allem von Tierschützern und Umweltaktivisten. Doch geht es künftig auch ohne Rinder, Schweine und Co?

„Nein. Wir brauchen den Schweinemagen. Nur über diesen Weg können wir bestimmte Biomasse für den menschlichen Verzehr aufbereiten. Das Schwein ist außerdem ein Top Resteverwerter für z.B. Speiseabfälle aus der Gastronomie“, betonte CDU-Agrarsprecher Albert Stegemann bei der top agrar-Veranstaltung „Landwirtschaft im Dialog“ am Donnerstag.

Für ihn sind auch die Rinder weiterhin „gesetzt“, weil sonst große Teile der nicht essbaren Biomasse nutzlos verrotten würden. „Wenn man sich vor Augen führt, dass in Deutschland fast ein Drittel der Nutzfläche Grünland ist, wird schnell klar, welche Bedeutung die Rindviehhaltung hat“, so Stegemann. Er hält es für grundlegend falsch, wenn z.B. Bündnis90/DieGrünen einen radikalen Bestandsabbau bei Rind, Schwein und Huhn fordern und immer die Klimakarte spielen.

Noch Luft nach oben habe man beim Thema Tierhaltung contra Klimaschutz in Bezug auf die Effizienz. Je effektiver die Tiere das Futter verwerten, desto weniger brauchen sie, so Stegemann. Er forderte in diesem Zusammenhang u.a. die Zulassung moderner Züchtungsmethoden. „Wir müssen jedes Potenzial heben, was wir haben“, erklärte Stegemann. Gerade deshalb sind die die Farm to Fork-Strategie und die Pflanzenschutz-Reduktionsziele mit ihrem Fokus auf Extensivierung für ihn „das Gegenteil von dem, was wir gerade brauchen“.Marcus Arden

Getreidepreise fallen mit Ausverkauf bei Rohstoffen – Markt in Panik

Am Freitag stürzten die globalen Getreidepreise mit den Preisen für Rohöl und anderen Rohstoffen weit nach unten. Weizen brach in Chicago um mehr als 3 % ein, Mais verlor 2,6 % und Soja 2,1 %. Am heutigen Montag geht der Preisrutsch im vorbörslichen Handel weiter. Das zieht auch die europäischen Getreidepreise mit nach unten. Hintergrund sind die sich verstärkenden Sorgen vor den Folgen einer schweren Wirtschaftskrise auf die Nachfrage und den Handel mit Getreide und Rohstoffen. So stürzen die Rohölpreise ebenfallen dramatisch ab und fallen am Montag ebenfalls weiter.

Die Weizenpreise fielen am Freitag im Terminmarkt in Chicago um mehr als 3%. Damit schlossen sich die Getreidepreise einem breiten Ausverkauf an den Rohstoff- und Aktienmärkten an, der mit der Befürchtung einer schweren globalen Wirtschaftskrise verbunden war, die die Nachfrage drosseln wird, sagten Analysten.

Die Aktienmärkte brachen ebenfalls drastisch ein. Die Rohöl-Preise fielen um fast 6 % und der Euro sackte auf ein 22-Jahres-Tief, was europäisches Getreide am Weltmarkt allerdings etwas wettbewerbsfähiger macht.

Getreidehändler und Analysten schauen weiter mit großer Sorge auf den Konflikt in der Ukraine. Die US-amerikanischen und europäischen Weizen-Preise waren deshalb am Donnerstag zunächst auf den höchsten Stand seit Anfang Juli gestiegen. Auslöser war Moskaus Ankündigung, mehr Truppen zu mobilisieren und Referenden über den Beitritt der besetzten Regionen der Ukraine zu abzuhalten. Das hatte die Besorgnis über weitere Störungen des Schwarzmeer-Getreidehandels geschürt.

Sehr hohe Schätzungen der russischen Weizenernte und anhaltende Getreidelieferungen aus der Ukraine durch den Schwarzmeerkorridor, milderten jedoch die Versorgungsängste. Verschiedene russische und internationale Analysten sehen die aktuelle russische Weizenernte mittlerweile bei 100 Millionen Tonnen oder größer.

Russland will nach Informationen der Nachrichtenagentur TASS zudem das Abkommen zum Export von Getreide aus ukrainischen Häfen trotz der Kritik aufrechterhalten.

Sehr hohe Schätzungen der russischen Weizenernte und anhaltende Getreidelieferungen aus der Ukraine durch den Schwarzmeerkorridor, milderten jedoch die Versorgungsängste. Verschiedene russische und internationale Analysten sehen die aktuelle russische Weizenernte mittlerweile bei 100 Millionen Tonnen oder größer.

Russland will nach Informationen der Nachrichtenagentur TASS zudem das Abkommen zum Export von Getreide aus ukrainischen Häfen trotz der Kritik aufrechterhalten.

Notierung weiter bei 2,19 €/kg SG

Sowohl in Österreich als auch auf Rest-EU-Ebene bleibt das Gesamtschlachtgewicht an den Schlachthaken unter den Niveaus der Vorjahre. In der Folge verharren die Mastschweinenotierungen auf den zuletzt erreichten Topniveaus.

Der EU-Schweinemarkt zeigt sich mit tendenziell steigenden Angebotszahlen inklusive gestiegener Schlachtgewichte zunehmend bedarfsgerecht. Während die steigende Anzahl schlachtreifer Schweine saisontypisch mit der zunehmenden Fruchtbarkeit der Muttertiere vor zehn bis elf Monaten zusammenhängt, ist das ansteigende Schlachtgewicht eine Folge der für Schweine angenehmeren Temperaturen in den Stallungen, die zu verbesserter Mastleistung führen.

Trotzdem bleibt das Gesamtschlachtgewicht an den Schlachthaken Europas unter den Niveaus der Vorjahre, wodurch die Notierungen quer durch die EU auf den zuletzt erreichten historischen Topniveaus verharren können. Auf Basis dieser Szenarios waren die Preismelder in Deutschland bei ihrer Empfehlung recht einheitlich für eine unveränderte Notierung. Sehr ähnlich zeigt sich die Gemengelage ebenfalls in den übrigen Ländern der EU.

Auch in Österreich ist der Schlachtschweinemarkt ausgeglichen. Schlachtreife Schweine bleiben anhaltend gefragt. Blickt man auf die Schlachtstatistik, so erklärt sich dieser für Erzeuger erfreuliche Umstand. Im Schnitt der letzten vier Wochen wurden wöchentlich 88.500 Schweine geschlachtet, während die durchschnittliche Schlachtkapazität bei rund 95.000 liegt.

Das Interesse an Schlachtschweinen ist demnach stark dem Bemühen nach Auslastung der vorhandenen Schlachtkapazität geschuldet. Das drucklose Angebot am Lebendmarkt verhilft aber auch den Fleischunternehmen, die steigenden Kosten bei Rohstoff, Personal und Energie im Verkauf umzusetzen. Der Erfolg dabei ist allerdings in Anbetracht der allgemeinen Inflationslage überschaubar bzw. unbefriedigend, berichtet Johann Schlederer, Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse.

Vor diesem Hintergrund war man sich an der heimischen Schweinebörse einig, die Schlachtschweine der neuen Börse mit unveränderten Preisen abzurechnen und so die Mastschweine-Notierung bei 2,19 Euro/kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 2,09 Euro) zu belassen.

EU-Ernteprognose nach unten korrigiert

Als Folge der sommerlichen Hitze und Dürre wird ein Einbruch der EU-Maiserzeugung zum Vorjahr um 70,20 Mio. t, das sind -26 %, erwartet. Auch die Erträge von Sonnenblumen und Soja sollen hinter dem Vorjahresergebnis bleiben.

Der Dachverband des Getreidehandels in der EU, „Coceral“, schätzt in seiner September-Prognose die laufende Maisernte der EU-27 gegenüber jener vom Mai statt 65,99 Mio. t nurmehr auf 51,94 Mio. t. Das ist als Folge der sommerlichen Hitze und Dürre ein Einbruch der Maiserzeugung zum Vorjahr (70,20 Mio. t) um 26%.

Weiters soll bei den im Herbst zur Ernte anstehenden Sommerungen der Ertrag von Sonnenblumen mit 9,01 Mio. t um 1,66 Mio. t schwächer ausfallen als in der Mai-Schätzung und etwa soviel hint er dem Vorjahresergebnis bleiben. Die Sojabohnenproduktion liegt nun bei 2,78 Mio. t nach 3,16 Mio. t im Mai-Bericht und ebenfalls unter den 3,04 Mio. aus 2021.

Regen kam zu spät

Das jüngste MARS-Bulletin des EU-Agrarwetterdienstes konstatiert, die jüngsten Regenfälle in Europa seien für die Sommerungen in etlichen Regionen zu spät gekommen. Die Ertragserwartungen für Mais, Sonnenblumen und Sojabohnen liegen deutlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Die Herabsetzung der Maisprognose begründet Coceral mit verschlechterten Witterungsbedingungen während der Bestäubung in Ungarn, Rumänien, Frankreich, Italien und Deutschland. Im Gegensatz dazu soll Polen neuerlich eine üppige Maisernte von 7 Mio. t einfahren können und damit der drittgrößte Maisproduzent in der EU nach Frankreich und Rumänien sein. Einen eklatanten Abfall der Produktion zum Vorjahr sieht der Verband in Ungarn bei Mais von 6,47 Mio. t auf 3,13 Mio. t sowie auch bei Weichweizen von 5,30 Mio. t auf 3,87 Mio. t.

Der Getreidehandel sieht auch die schon im Sommer eingebrachte Weichweizenernte der EU-27 mit 125,57 Mio. t kleiner als im Mai und ebenso schwächer als im Vorjahr mit 129,45 Mio. t. Hitze und Dürre haben die Erwartungen für Ungarn und Spanien weiter gedrückt, so der Verband. Ebenso verhält es sich mit der gesamten Getreideproduktion der Union: Deren jüngste Schätzung beträgt 264,58 Mio. t – weniger als die vorige Prognose von 285,66 Mio. t und die 287,77 Mio. t von 2021.

Das jüngste MARS-Bulletin des EU-Agrarwetterdienstes konstatiert, die jüngsten Regenfälle in Europa seien für die Sommerungen in etlichen Regionen zu spät gekommen. Die Ertragserwartungen für Mais, Sonnenblumen und Sojabohnen liegen deutlich unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Die Herabsetzung der Maisprognose begründet Coceral mit verschlechterten Witterungsbedingungen während der Bestäubung in Ungarn, Rumänien, Frankreich, Italien und Deutschland. Im Gegensatz dazu soll Polen neuerlich eine üppige Maisernte von 7 Mio. t einfahren können und damit der drittgrößte Maisproduzent in der EU nach Frankreich und Rumänien sein. Einen eklatanten Abfall der Produktion zum Vorjahr sieht der Verband in Ungarn bei Mais von 6,47 Mio. t auf 3,13 Mio. t sowie auch bei Weichweizen von 5,30 Mio. t auf 3,87 Mio. t.

Der Getreidehandel sieht auch die schon im Sommer eingebrachte Weichweizenernte der EU-27 mit 125,57 Mio. t kleiner als im Mai und ebenso schwächer als im Vorjahr mit 129,45 Mio. t. Hitze und Dürre haben die Erwartungen für Ungarn und Spanien weiter gedrückt, so der Verband. Ebenso verhält es sich mit der gesamten Getreideproduktion der Union: Deren jüngste Schätzung beträgt 264,58 Mio. t – weniger als die vorige Prognose von 285,66 Mio. t und die 287,77 Mio. t von 2021.

Der Absturz von Oatly und Beyond Meat – Vegane Ersatzprodukte am Ende?

Für die einstigen Superstars der veganen Nahrungsmittel sieht es im Moment schlecht aus. Zumindest wenn man die Zukunft der Unternehmen am Börsenwert bemisst. Seit Monaten geht es für den Hafermilchproduzenten Qatly und für den Kunstfleischhersteller Beyond Meat mit den Kursen steil nach unten.

Oatly verlor seit dem vorigen Herbst 80 % seines Börsenwerts. Beyond Meat stürzte um 85 % nach unten. Offenbar glauben Investoren angesichts der gewaltigen globalen Energiekrise und den daraus entstehenden Folgen für das Verbraucherverhalten, nicht mehr an das noch vor Jahren beschworene riesige Marktpotential.

Oatly und Beyond Meat haben das gleiche Problem wie andere Unternehmen die pflanzliche Ersatzprodukt herstellen. Man konkurriert mit einem konventionellen Produkt und verspricht einen überdurchschnittlich wachsenden Markt und weit überlegene Margen.

Bisher waren die Hersteller von pflanzlichen Ersatzprodukten allerdings kein besonders profitables Geschäft, sagen Analysten – sondern eher eine Investition in die Zukunft. Danach sieht es im Moment aber überhaupt nicht mehr aus.

Im Vergleich zu den konventionellen Produkten sind die pflanzlichen Ersatzprodukte noch immer teuer, und dieser Preisunterschied scheint gerade jetzt zum Problem zu werden. Die Inflation ist auf Rekordniveau und in vielen Haushalten ist das Geld knapp.

Die weiter steigende Inflation belastet die Kaufkraft der Verbraucher, indem sie die Reallohnzuwächse schrumpfen lässt. Das zwingt die Verbraucher dazu – insbesondere solche mit niedrigem und mittlerem Einkommen -, ihre Ausgaben deutlich zu reduzieren.

Und jede weitere geldpolitische Straffung durch die Zentralbanken reduziert die Ausgaben der Verbraucher weiter, sagt die Unternehmensberatung Deloitte in einer Analyse.

So gibt es klare Anzeichen dafür, dass amerikanische Verbraucher nicht im großen Stil von pflanzlichen Fleischoptionen angezogen werden, ein schwerer Schlag für die Prognose des Unternehmens.

So entschied sich McDonald’s zuletzt, nicht mit einer breiteren Einführung von Beyond Meat-Produkten fortzufahren, nachdem es seinen US-Test eines Burgers aus pflanzlichem Fleisch mit einer negativen Einschätzung abgeschlossen hatte. Die Verkäufe für den McDonald’s-Test waren Analysten-Einschätzung“enttäuschend“.

Schlechteste Maisernte in Frankreich seit 30 Jahren – Maispreise fallen trotzdem

Frankreich meldet die schlechteste Maisernte seit 30 Jahren. Trotzdem gaben die Maispreise am Donnerstag nach. Analysten sagen, dass der Angebotsdruck aus der Ukraine und eine große Ernte in Südamerika die Maispreise unter Druck setzen. Hinzu kommen makroökonomische Ursachen.

Der statistische Dienst des französischen Landwirtschaftsministeriums Agreste hat seine Schätzung für die französische Maisernte um 1 Millionen Tonnen auf 11,3 Millionen gesenkt. Das ist ein Rückgang von 3,9 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr und die niedrigste Ernte seit 1990.

Agreste sagt, damit würde die Produktion von Körnermais 2022 einen Rückgang von 25,3% gegenüber dem Vorjahr und von 16,6 % im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt 2017 bis 2021 verzeichnen.

Neben dem Rückgang der Anbauflächen aufgrund der hohen Düngerpreise, weist Agreste auf einen „starken Ertragsrückgang durch eine extreme Dürre hin. Derzeit wird der nationale Ertrag von Körnermais auf 84,4 dt/ha geschätzt, verglichen mit 104 dt/ha im Jahr 2021. Von diesem Ertragsrückgang bleibt keine Region verschont.

Zum  Wochenbeginn waren die Maispreise noch gestiegen, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Schätzung der US-Ernte um 10 Millionen Tonnen auf 354 Millionen Tonnen gesenkt hat, was auf die Dürre zurückzuführen ist, die einige Staaten des Maisgürtels traf.

„Aber das zentrale Szenario ist, dass Südamerika eine Rekordernte von Mais und Sojabohnen haben wird, was dazu beitragen könnte, einen weiteren Preisanstieg zu verhindern“, sagte ein Analyst. Allerdings reduzierte auch Brasilien seine Ernteschätzung um 1,4 Millionen Tonnen auf 113,3 Millionen Tonnen – gegenüber 87,1 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Die letzten Tage waren außerdem von der Angst vor einer erneuten russischen Blockade des Seekorridors beinflusst“, sagte Gautier Le Molgat, Analyst bei Agritel, gegenüber AFP.

Das Abkommen, dass am 22. Juli zwischen Moskau und Kiew unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und unter Vermittlung von Ankara unterzeichnet wurde, hat es ermöglicht, dass bisher 129 Schiffe, die mit 2,8 Millionen Tonnen Lebensmitteln beladen waren, die ukrainischen Häfen verlassen konnten.

Nach Angaben des Staatlichen Zolldienstes der Ukraine, hat das Land seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2022/23 – also ab dem 1. Juli bis zum 14. September – rund 5,8 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte exportiert, darunter bisher 1,51 Mio. Tonnen im September, teilte das Ministerium für Agrarpolitik mit.

Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres belief sich der Export auf 10,93 Millionen Tonnen, davon 2,3 Millionen Tonnen im September. In diesem Jahr wurden 1,83 Millionen Tonnen Weizen und 3,4 Mio. Tonnen Mais exportiert.

Gleichzeitig berichtet die Ukraine über enorme Lagerbestände an Getreide aus der vorigen Ernte, sagte Andriy Kupchenko von APK-Inform am 14. September während einer internationalen Konferenz.

„Nach unseren Schätzungen beliefen sich die Übertragsbestände aus der vorigen Ernte bei Weizen auf 5,3 bis 5,5 Mio. Tonnen, bei Gerste auf 1,1 Mio. Tonnen und bei Mais – 7,7 MillionenTonnen. Diese Mengen üben enormen Druck auf die Preise und die Marktsituation im Allgemeinen aus“, sagte der Analyst.

Warum Veggie umweltschädlicher sein kann

Mandeln aus Kalifornien, Erdbeeren aus Spanien: Wer Obst, Gemüse oder Schalenfrüchte aus wasserarmen Anbauregionen kauft, schadet der Umwelt womöglich mehr als ein Fleischesser. Zu diesem Ergebnis kommt eine WWF-Studie.

Noch vor wenigen Jahren war die Rügenwalder Mühle vor allem für ihre Tee- und Leberwurst bekannt. Bis es 2020 zur kleinen Revolution kam: Erstmals machte der niedersächsische Wursthersteller mehr Umsatz mit fleischlosen Produkten als mit klassischem Aufschnitt. Heute verkauft das Unternehmen 29 vegetarische und vegane Lebensmittel. Das Fleischsortiment umfasst 23 Artikel.

Veggie-Wurst und vegane Burger sind längst keine Nischenprodukte mehr. Bei anderen Branchengrößen ist es ähnlich. Die Hersteller machen gute Geschäfte damit. Gut fürs Klima ist der gesteigerte Appetit auf fleischloses Essen allemal. Fleisch gilt als Klimakiller. Den größten CO2-Fußabdruck hat Rindfleisch.

Ist fleischlose Ernährung also grundsätzlich umweltfreundlicher? Oft schon. Aber nicht immer. Denn klimafreundlich bedeutet nicht unbedingt umweltfreundlich. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann der Umwelt mehr schaden als Menschen, die Fleisch essen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des WWF.

Der Grund: Obst, Gemüse oder Schalenfrüchte, die in Österreich auf den Tisch kommen, stammen oft aus Anbaugebieten, in denen Wasser knapp ist. Dort müssen sie künstlich bewässert werden, was die Trockenheit in den Regionen zusätzlich verschärft.

Die Viehwirtschaft verbrauche zwar grundsätzlich mehr Wasser als der Obst- und Gemüseanbau. Sie finde aber meist in Regionen statt, in denen genug Niederschlag fällt. Den größten kritischen Wasserverbrauch verursachen deshalb laut WWF nicht Fleischesser, sondern Veganer.

In Zahlen: Wer bei der Ernährung komplett auf tierische Produkte verzichtet, verbraucht jährlich 45 Kubikmeter Wasser. Vegetarier kommen auf 39 Kubikmeter pro Person und Jahr, Fleischesser auf 29 Kubikmeter. „Nur 18 Produzent des für unsere Ernährung nötigen Wasserverbrauchs gehen auf das Konto tierischer Lebensmittel“, erklärt der Umweltverband.

Den größten Durst auf zusätzliche Bewässerung haben Zitrusfrüchte und Mandeln. Und die kommen in der Regel aus wasserarmen Gebieten wie Kalifornien und Spanien. Gerade die Mandel wird immer beliebter. Die Kernfrucht gilt als Superfood, Mandelmilch als klimabewusste Alternative zur Kuhmilch. Auch in der Kosmetik spielt die Mandel eine große Rolle.

Rund 80 Prozent der weltweit angebauten Mandeln stammen aus Kalifornien. Und die Produktion ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Mandeln sind dort das wichtigste landwirtschaftliche Exportprodukt. Doch der Anbau verschlingt riesige Mengen Wasser. Für ein Kilo Mandeln braucht man in Kalifornien durchschnittlich weit mehr als 2.000 Liter an zusätzlicher Bewässerung.

Immer wieder wurden tiefe Brunnen gebohrt, um so an das wertvolle Nass zu kommen – mit teils verheerenden Auswirkungen auf die Wasserversorgung im ohnehin von Dürren geplagten US-Staat. Weil aus vielen Wasserhähnen nichts mehr sprudelte, mussten Haushalte sogar über Wassertanks versorgt werden. Von Jens Voss

Zu wenig Schweine in Dänemark – Wie sieht es in Österreich aus

Europas größter Schweinefleischproduzent, Danish Crown, gab bekannt, 350 Arbeitsplätze in zwei Fabriken in Dänemark zu streichen. Hintergrund ist laut Reuters, dass die Landwirte nicht genügend Schweine liefern. Sie leiden unter den steigenden Energie- und Futtermittelpreisen.

Leider sind die Erlöse der Landwirte für ihre Schweine laut Danish Crown nicht im gleichen Maße und Tempo mitangestiegen. Deshalb hätten die Schweinehalter in den letzten Monaten deutlich weniger Tiere an das Schlachtunternehmen geliefert.

Das stellt einen Trendwende dar. In den vergangenen zwei Jahren habe das Unternehmen fast immer mehr schlachtreife Schweine angeboten bekommen, als sie hätten verarbeiten können. Dieser Trend lässt sich in ganz Europa beobachten.

Auch bei uns in Österreich ist die Nachfrage nach Schlachtschweinen groß, aber es geht den Schlachtbetrieben immer öfters um ihre Auslastung so wie in Dänemark.

So können Gewässer ohne Filter und Chemie von Mikroplastik und Schmutz befreit werden

Fast alle Gewässer der Erde sind inzwischen mit Mikroplastik verschmutzt. Aber muss das so bleiben? Nein. Beim Festival der Zukunft in München präsentierten gleich zwei Start-ups Innovationen, mit denen Wasser von Mikroplastiken befreit werden kann – ohne Filteranlagen und Chemikalien. Sie setzen stattdessen auf mikroskopisch kleine Luftbläschen und eine neuartige Zyklontechnologie.

Von Roman Maas

„Die Wassertechnik auf unserem Planeten ist älter als Jesus Christus!”, sagt Roland Damann, Ingenieur und Geschäftsführer des Start-ups Microbubbles. „Was die Römer damals an Innovationen bei Abwassersystemen entwickelt haben, war bahnbrechend, am Prinzip hat sich allerdings im Grunde bis heute nichts geändert.” Er muss es wissen, denn immerhin arbeitet Damann seit 35 Jahren daran, Wasserreinigungssysteme für Kläranlagen und andere Aufbereitungsanlagen zu entwickeln.

Sauberes, jederzeit verfügbares Wasser ist besonders in Deutschland zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Doch zwei Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu Trinkwasser und können bestenfalls auf Plastikflaschen zurückgreifen. Die landen dann oft in Flüssen und im Meer, wo sie, wenn sie nicht gleich in ihrer ursprünglichen Form Ökosysteme und Tiere ersticken, als Kleinstteilchen – Mikroplastiken – wieder in die Nahrungskette gelangen. Jede Woche nehmen wir etwa fünf Gramm Mikroplastik in unsere Körper auf, was dem Gewicht einer Kreditkarte entspricht. Die Folgen davon sind noch kaum erforscht.

Wasser bedeutet Überleben. Doch wenn es durch Verschmutzung, Verschwendung, Krieg und Dürreperioden weiterhin zu einem immer knapperen Gut wird, kann es sehr schnell sehr eng für das Leben auf der Erde werden. Es braucht also dringend neue Innovationen, die über die Ideen des Römischen Reiches hinausgehen.

In praktisch allen Bächen, Flüssen, Seen und Meeren wurde inzwischen Mikroplastik nachgewiesen. Die Massen an Kunststoffteilen, die kleiner als fünf Millimeter sind, wieder aus den natürlichen Gewässern zu bekommen, scheint daher eine Sisyphusaufgabe von unvorstellbarem Ausmaß zu sein. Allerdings haben die Teilchen eine physikalische Eigenschaft, die es möglich macht, sie von organischen Stoffen zu trennen: Mikroplastiken sind hydrophob, also wasserabweisend. Das bedeutet, dass sie sich unter Wasser an Luftblasen in der richtigen Größe anschmiegen und mit ihnen an die Oberfläche gelangen.

Dieses Prinzip der Mikroflotation ist eigentlich schon lange bekannt. Roland Damann und sein Team setzen es bereits seit Jahrzehnten in Wasseraufbereitungsanlagen ein. Doch was ist mit natürlichen Gewässern? Was das Start-up Microbubbles jetzt entwickelt, sind neue Methoden, wie dieses physikalische Prinzip auch in n Seen und Flüssen angewendet werden kann.

Um die winzigen Plastikteilchen zuverlässig aus dem Wasser zu bekommen, braucht es ingenieurtechnische Feinarbeit. Nur an Blasen der richtigen Größe bleiben sie auch wirklich haften, bis sie an der Oberfläche sind. Das Microbubbles-Team hat hierfür eine Größe von 30 Mikrometern ermittelt. Über Düsen, die unter Wasser arbeiten und an einem Schwimmring befestigt sind, wird ein Nebel dieser mikroskopischen Bläschen erzeugt, innerhalb dessen sich die Kunststoffpartikel anhaften und an die Oberfläche gelangen. Hier bleiben sie innerhalb des Rings und können dann mittels eines Absaugsystems abgetragen werden. Die Luftzufuhr und der Absaugmechanismus, der von einem Staubsaugerroboter inspiriert ist, verbrauchen dabei kaum Energie. Die Konstruktionen könnten laut Damann, etwa mit Brennstoffzellen betrieben, wochenlang autonom arbeiten.

Bei CyFract geht es ebenfalls darum, kleine Partikel aus verschmutztem Wasser zu bekommen. Und auch hier werden keinerlei Chemikalien oder wartungsintensive Filtersysteme benötigt. Die Lösung des Ideengebers und leitenden Ingenieurs Tayyar Bayrakci besteht aus einem Röhrensystem. Das hat es in sich: Eine speziell geformte Turbine lässt das Wasser an die geriffelte Röhrenwand zirkulieren, so dass alle Partikel, zum Beispiel Mikroplastik, nach außen gedrückt werden. Durch eine ausgeklügelte Abscheidemechanik können dann die Schmutzteile getrennt werden, das gereinigte Wasser fließt in einen separaten Tank.

Schweineställe leeren sich bei uns und in Italien

Auch bei den Schweinehaltern in Italien und Österreich gab es in diesem Frühjahr weniger Tiere auf den Höfen als ein Jahr zuvor. Nach Deutschland, Dänemark und den Niederlanden sind damit die Bestände in zwei weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union gesunken, und es dürften noch weitere Länder hinzukommen. 

Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hat sich der italienische Schweinebestand gegenüber Mai 2021 um 187’900 Tiere oder 2,1 % auf 8,77 Millionen Stück verringert. Noch stärker war die relative Abnahme in Österreich mit 3,7 % auf 2,63 Millionen Tiere.

Das war dort der geringste Bestand in diesem Jahrtausend. Überdurchschnittlich fiel gemessen am Gesamtbestand in beiden Ländern der Rückgang bei den Sauen aus, nämlich mit 2,2 % in Italien und 4,5 % in Österreich.

Am stärksten war hier das Minus bei den erstmals belegten Jungsauen, das sich in Italien im Vorjahresvergleich auf 8,1 % und in der Alpenrepublik auf 6,3 % belief. Die schwierige wirtschaftliche Lage mit hohen Produktionskosten und Zweifeln am Wiederanstieg der Ferkelpreise haben die Erzeuger offensichtlich veranlasst, deutlich weniger Jungsauen einzustallen und zu belegen.

Der Bestand an tragenden Muttertieren insgesamt nahm in Italien um 2,3 % auf 474’000 ab. In Österreich sank die Zahl der belegten Sauen um 4,2 % auf 152’100 Tiere.

Der Rückgang der Sauenhaltung dürfte die zukünftige Schweineproduktion in beiden Ländern weiter abnehmen lassen, zumal laut Frühjahrszählung auch weniger Ferkel vorhanden waren, die jetzt die Schlachtreife erlangt hätten.

Im ersten Halbjahr 2022 war das Schlachtschweineaufkommen in den zwei Mitgliedstaaten bereits rückläufig. In Italien kamen rund 5,24 Millionen Tiere an die Haken. Das waren gut 157’000 Stück beziehungsweise 2,9 % weniger als in den ersten sechs Monaten von 2021.

Noch deutlicher ging das Angebot in Österreich mit einem Minus von 3,6 % auf 2,47 Millionen geschlachteter Schweine zurück. Weil die Tiere angesichts hoher Futterkosten zudem mit weniger Gewicht an die Schlachtstätten geliefert wurden, nahm die Schweinefleischerzeugung in Italien um 3,6 % und in Österreich um 4,3 % und damit noch etwas stärker ab. 

UmbauTierhaltung in Deutschland: Borchert-Kommission macht doch weiter – unter einer Bedingung

Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung unter der Leitung des ehemaligen Landwirtschaftsministers Jochen Borchert hat das Mandat des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) zur Fortsetzung der Arbeit angenommen – jedoch stellen die Kommissionsmitglieder eine entscheidende Bedingung, die die Ampelkoalition bisher versäumt hat zu erfüllen.

Denn in einem Beschluss erklärt die Borchert-Kommission, die Arbeit so lange ruhen lassen zu wollen, bis die Bundesregierung eine Lösung dafür gefunden hat, wie sie den Umbau der Nutztierhaltung finanzieren will. Die Kommission appelliere „mit Nachdruck an die Ampelkoalition, zügig eine entsprechende Einigung herbeizuführen“.

Aufgabe der Borchert-Kommission soll es nach Angaben des BMEL künftig sein, Empfehlungen zum gesamten System der landwirtschaftlichen Tierhaltung in Deutschland zu erarbeiten. Dazu gehörten beispielsweise praktikable Förderrichtlinien oder Schätzungen zu Fördermittelhöhen und -bedarfen.

In ihrem Beschluss zeigen sich die Mitglieder der Borchert-Kommission enttäuscht darüber, dass die Regierung nach nahezu neun Monaten noch keine Einigung für die Einführung einer Tierwohlprämie gefunden hat. Das sei nach dem Beschluss des Bundestags im Juli 2020, nach dem Beschluss der Agrarministerkonferenz im August 2020, nach der Zustimmung des Bundesrats im März 2021 und nach der Zustimmung der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) im Juni 2021 erstaunlich.

Zur bisherigen ablehnenden Haltung der FDP heißt es im Beschluss: „Offenbar ist es aber tabu, diese obligatorischen Finanzbeiträge in Form einer Steuer zu erheben, weshalb von Politikerinnen und Politikern der Ampelkoalition immer wieder eine meist nicht weiterspezifizierte „Tierwohlabgabe“ ins Gespräch gebracht wird.“ Vor den bereits bekannten Nachteilen einer Sonderabgabe beziehungsweise einer privatwirtschaftlichen Abgabe warnen die Verfasser.

Solange es keine Einigung der Koalition auf eine der empfohlenen Tierwohlprämien gebe, bliebe das der Umbau der Nutztierhaltung unerreichbar und Landwirte hätten noch immer keine Perspektive und Planungssicherheit. „In dieser Situation würde eine Weiterarbeit des Kompetenznetzwerks den gegenwärtig fehlenden Gestaltungswillen der Ampelkoalition nur kaschieren und wäre gegenüber den Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern unverantwortlich“, heißt es vom Kompetenznetzwerk.

Ukraine-Krieg gefährdet die historische nationale Saatgutsammlung

Wissenschaftler sind alarmiert: Die nationale Saatgutbank der Ukraine in Charkiw könnte zum Opfer des Krieges werden. Ein Großteil der Bestände ist noch nicht gesichert und könnte für immer verloren gehen.

Der Krieg in der Ukraine bedroht nicht nur die Menschen vor Ort, sondern auch wissenschaftliche Schätze. Konkret geht es um die Sicherung der landwirtschaftlichen Vielfalt. Ein internationales Expertenteam bemüht sich derzeit um die Rettung der nationalen Saatgutbank der Ukraine. Diese bedeutende Sammlung im Jurjew-Institut für Pflanzenbau in Charkiw enthält mehr als 100.000 Saatgutmuster. Einige der Bestände seien einzigartig, sagt Stefan Schmitz. „Falls sie zerstört werden, sind diese Pflanzen unwiederbringlich von der Erde verschwunden, wenn keine Sicherheitskopien in anderen Saatgutbanken hinterlegt wurden“, ergänzt der geschäftsführende Direktor des globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt (Crop Trust).

„Das Land baut auf großen Flächen bedeutende Nutzpflanzen wie Weizen, Raps, Sonnenblumen und Gerste an und hält eine ungeheure Sortenvielfalt mit großer genetischer Bandbreite in der nationalen Saatgutbank bereit“, erklärt Schmitz. Die Ukraine ist seit Jahrtausenden eine Kornkammer, früher für die Region, heute für die ganze Welt. „Da kann man sich vorstellen, wie vielfältig das ist, was im Laufe der Zeit an Saatgut gesammelt und deponiert wurde“, erklärt Stefan Schmitz.

Dieser botanische Schatz ist nun gefährdet. Im Mai dieses Jahres gab es bereits erste Berichte, die ukrainische Saatgutbank sei durch ein Feuer nach einem russischen Angriff zerstört worden. Entsprechende Videos kursierten im Netz. Ein Expertenteam der Welternährungsorganisation FAO, verschiedener europäischer Forschungs- und Regierungseinrichtungen und des Crop Trust untersuchte die Lage vor Ort. „Es stellte sich heraus, dass es sich glücklicherweise nicht um die nationale Saatgutbank in Charkiw handelte, sondern dass durch den Angriff eine Agrarforschungsstation in der Nähe der Stadt zerstört wurde, zudem wurden Versuchsfelder in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Stefan Schmitz. Dennoch habe ihn das Geschehen sehr beunruhigt. „Man kann eine Saatgutbank nicht komplett gegen militärische Angriffe schützen.“

Welcher Verlust für die Wissenschaft eintreten könnte, wird in der Öffentlichkeit unterschätzt. Die globale Bedeutung von Saatgutbanken wie derjenigen in Charkiw ist kaum bekannt. Die Sammlungen sichern vor allen Dingen den Samen alter Sorten, die häufig seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft nicht mehr angebaut werden. Die Genbanken beinhalten aber auch viele Wildformen heutiger Kulturpflanzen. Sie setzen ihre Schwerpunkte meistens auf die Klimaregion, in der die Forschungsstätten liegen.

Deutschland besitzt eine Sammlung in der Genbank am Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK). Die ältesten Bestände in Gatersleben stammen aus den 1920er Jahren. Diese alten Landsorten wurden beispielsweise vom österreichischen Naturforscher Erwin Mayr bei Forschungsreisen in den Alpen zusammengetragen.

Ukrainische Forscher und Züchter nutzen die Genbank des Jurjew-Instituts seit Jahrzehnten zur Verbesserung der modernen Kulturpflanzen. Einige international verbreitete Weizensorten stammen aus Züchtungen in dieser Region. Die Bedeutung der Sammlung werde in den kommenden Jahren weiterwachsen, weil der Klimawandel höhere Anforderungen an Weizen, Raps, Sonnenblumen und Gerste stelle, so Schmitz. „Wir können mit diesem Schatz den dafür nötigen Züchtungsprozess schneller, effizient und effektiv gestalten“, ergänzt der Direktor des Crop Trust.

Schmitz sieht für die 1750 Saatgutbanken auf der Welt weitere Probleme. „Die Kulturpflanzen, die durch den Menschen in Tausenden Jahren Ackerbau geschaffen wurden, sind Teil der Biodiversität, die wir schützen müssen“, sagt er. In vielen Ländern seien die Genbanken aber finanziell schlecht ausgestattet, häufig fehlten die Einsicht in die Bedeutung dieser gelagerten Schätze und der politische Wille, die Betreiber der Sammlungen ausreichend zu unterstützen. von Rainer Kurlemann

Trotz Rekordpreise kein Gewinn : Die USA und Kanada stocken ab

In den USA liegen die Schweinepreise seit Monaten oberhalb von umgerechnet 2,30 € je kg SG. Dennoch sinken die Bestände. In Kanada zeigt sich ein ähnliches Bild.

Die Ergebnisse der jüngsten Schweinebestandsermittlungen in den USA und Kanada zeigen, dass die mehrjährige Verringerung der Tierzahlen noch nicht zu Ende ist. Für den Stichtag 1. Juni 2022 wurden 1 % weniger Schweine gezählt als im Vorjahr. Im Vergleich zum Juni 2020 gab es ein Minus um 6 %, berichtet Herbert Breker von der Landwirtschaftskammer NRW.

Die Sauenbestände in beiden Staaten sind um 1 % zum Vorjahr und 3 % zum Jahr 2020 zurückgegangen. In den USA wurden Anfang Juni 72,5 Mio. Schweine gezählt. Der Sauenbestand beziffert sich auf 6,17 Mio. Tiere. Tendenz fallend.

In Kanada wurden 13,9 Mio. Schweine gezählt. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang -3 %. Der kanadische Sauenbestand zählt 1,25 Mio Tiere bzw. rund 2 % weniger als im Vorjahr.

Seit Mai 2022 bewegen sich die US-Schweinepreise umgerechnet zwischen 2,30 und 2,80 €/kg. Bei schwachen Exporten war der Inlandsabsatz infolge der Barbecuesaison die tragende Säule. In der gleichen Zeitspanne werden für frei handelbare 18,2 kg-Ferkel (40 pound) zwischen 90 bis 115 € je Tier bezahlt.

In Ontario/Kanada wurden Schweine in der Zeit von Mai bis August 2022 umgerechnet zwischen 1,75 bis 2,15 €/kg gehandelt. In den reinen US-Mastbetrieben wurden trotz der vergleichsweise hohen Schweinepreise in den letzten 4 Monaten Verluste in Höhe zwischen -15 bis -30 $ je Schwein erwirtschaftet. Neben den hohen Ferkelkosten waren die gestiegenen Futterkosten von mehr als 105 $ je Schwein ausschlaggebend.

Bei der US-Schweinehaltung im geschlossenen System blieben Gewinne in Höhe von durchschnittlich 15 € je verkauftes Schwein übrig. Die Viehzählungsergebnisse zeigen, dass wenig Investitionsneigung für größere Bestände besteht.

Der saisonübliche Produktionsanstieg in der Herbst-/Wintersaison bleibt in den Grenzen bestehender Kapazitäten. Die Terminkurse an den Börsen gehen für das Winterhalbjahr von Kursen unterhalb der 1,90 €/kg Linie aus. Der starke Dollarkurs (1 € = 1 $) bremst die US-Schweinefleischausfuhren, die rund 25 % der Erzeugung ausmachen.

Andreas Beckhove

Ressort Markt

Gaspreise und Strompreise steigen heftig – nach Gaslieferstopp

Die Gaspreise steigen nach dem Lieferstopp von Gazprom erneut kräftig. Strom verteuert sich am Terminmarkt geradezu dramatisch.

ie Gaspreise reagieren heftig auf den erneuten Gaslieferstopp von Gazprom. Sie steigen am Spotmarkt zum Wochenbeginn kräftig. In der vorigen Woche war es wegen der überraschend hohen Speicherfüllung in Deutschland mit den Gaspreisen deutlich nach unten gegangen. Auch die Strompreise hatten sich am Spotmarkt der EEX daraufhin deutlich verbilligt.

Davon ist zum Beginn der neuen Woche keine Rede mehr. Der europäische Benchmark-Preis „Dutch TTF Gas“ beendete den Handel am Freitag bei knapp 215 Euro je MWh. Am Montagmorgen beginnt der Handel dann bei 278 Euro je MWh – das sind 63 Euro bzw. knapp 30 % mehr!

In der vorigen Woche hatten die Gaspreise am 29. August mit zeitweise 340 Euro je MWh ihren bisherigen Rekordwert erreicht und massive Sorgen in der Wirtschaft und bei den Energie-Versorgern ausgelöst. Der danach erfolgte Preisrückgang ging davon aus, dass die Versorgung über Nord-Stream 1 durch Gazprom am Samstag wieder aufgenommen würde. Das ist nun nicht der Fall.

Gazprom hatte den Durchfluss durch die wichtige Pipeline schon im Juli auf etwa 20 % reduziert. Hinzu kommt: Norwegen, das Russland als größten Gaslieferanten für Europa abgelöst hat, wird seine Gasexporte im September aufgrund geplanter und ungeplanter Wartungsarbeiten deutlich einschränken. Deutschland, Europas größter Gasverbraucher, befindet sich mittlerweile in Phase zwei seines dreistufigen Notfallplans. Das mögliche Inkrafttreten von Stufe drei, würde zu einer Rationierung von Gas für die Industrie führen.

Die Europäische Union bereitet ebenfalls einen Notfallplan vor, um die Strompreise von den extrem hohen Gaskosten zu trennen – sowie längerfristige Reformen einzuleiten, die sicherstellen sollen, dass die billigeren erneuerbare Energien sich auch in den Strompreisen niederschlagen.

Die Energieminister der EU-Länder treffen sich deshalb diese Woche (9. September), um zu beraten, wie die Belastung durch die steigenden Energiepreise für Unternehmen und Haushalte verringert werden kann.

Die Stromkosten in Europa sind ebenfalls sprunghaft angestiegen, was auch auf Rekordgaspreise zurückzuführen ist. Die Energieversorgung und die Energieströme in der Europäischen Union zu ändern, kann jedoch komplex und langwierig sein, sagen Analysten. Der jetzige innereuropäische Handel mit Energie und Strom hat Jahrzehnte gebraucht hat, um sich zu entwickeln.

Im Energiesystem der EU wird der Großhandelspreis für Strom durch den Preis des letzten Kraftwerks bestimmt (Merit-Order-System, englisch für Reihenfolge der Vorteilhaftigkeit), dass zur Deckung der Gesamtnachfrage benötigt wird.

Windenergie, Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke machen ihre Angebote am Strommarkt, wobei der billigste Anbieter zuerst verkauft. Gaskraftwerke geben in diesem System derzeit jedoch den Preis vor – und treiben die Strompreise immer weiter nach oben. Der Grund: Da alle Anbieter ihren Strom am Ende zum gleichen Preis verkaufen, erzielen die günstigen Erzeuger erneuerbarer Energien am Ende die größten Gewinne.

ISN, BRS und ITW kritisieren Chaos im Tierhaltungskennzeichengesetz

Der Entwurf des neuen Gesetzes in Deutschland soll gravierende Mängel haben.

Bereits im Koalitionsvertrag hat die Regierung eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung versprochen. Mitte August hat das BMEL nun den Gesetzentwurf zum TierHaltKennzG vorgelegt, der indirekt gleichzeitig ein Entwurf zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ist.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) kritisiert, dass der Gesetzentwurf nicht tragbar sei und zu einem Wettbewerbsnachteil für deutsche Schweinehalter führe. Denn während die Haltungskennzeichnung für deutsche Schweinehalter verpflichtend sein soll, ist sie nach dem Willen des BMEL bei der ausländischen Ware freiwillig. Eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung kann darüber hinaus nur zum Erfolg führen, wenn sie laut ISN konsequent in allen Absatzkanälen für Fleisch angewendet wird, also auch bei der Verarbeitung, dem Großhandel und der Gastronomie. Das soll aber vorerst nicht der Fall sein. Zudem fehlen im Gesetzentwurf wichtige Teile zur Finanzierung und zur Beseitigung von Genehmigungshürden

Auch der Bundesverband Rind und Schwein in Bonn ist unglücklich mit dem Entwurf. „Eine Haltungskennzeichnung nützt überhaupt nichts, wenn nicht schnellstmöglich die versprochenen Anpassungen im Bau- und Immissionsschutzrecht angepackt werden“, kritisiert Dr. Nora Hammer, Geschäftsführerin des Bundesverbandes. „Leider sind sich viele unserer Tierhalter sicher, dass es dem Landwirtschaftsministerium nicht wirklich um mehr Tierschutz geht, sondern um eine deutliche Reduzierung der Anzahl tierhaltender Betriebe“, legt Hammer nach.

Kein gutes Haar am Gesetzentwurf lässt auch die Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl (ITW). Laut einer Stellungnahme sei er fachlich unausgegoren, in weiten Teilen lückenhaft, bürokratisch und überflüssig. So könne er laut ITW schwere strukturelle Schäden in der Schweinehaltung auslösen. Denn sollte das geplante Gesetz so umgesetzt werden, wird es zu einer Marktverschiebung weg von Schweinefleisch (mit Kennzeichnung) hin zu Geflügelfleisch (ohne Kennzeichnung) kommen.

ISN und ITW fordern das BMEL auf, beim Gesetzentwurf noch einmal deutlich nachzuarbeiten, die Mängel zu beseitigen und den Geltungsbereich entsprechend auszuweiten.

Wohin verkauft die Ukraine ihr Getreide? – leider nicht nach Afrika

Der Getreideexport aus der Ukraine funktioniert immer besser. Noch sind die Mengen jedoch gering. Und die neue Ernte drückt auf den Markt. Die Schiffe fahren von den ukrainischen Häfen jedoch nicht nach Afrika – sondern meistens in die Türkei und nach Europa.

Nach Angaben des staatlichen Zolldienstes der Ukraine hat das Land seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2022/23 bis zum 26. August rund 3,4 Mio. Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte exportiert, davon 1,70 Mio. Tonnen bisher im August. Das hat das Landwirtschaftsministerium am Samstag mitgeteilt.

Zum gleichen Zeitpunkt im vorigen Jahr belief sich der Export auf 7,0 Mio. Tonnen, davon allein 3,97 Mio. Tonnen im August.

Die bisher exportierte Menge umfasste

– 937.000 Tonnen Weizen, im Vergleich zu 3,4 Millionen Tonnen im Vorjahr,

– 274.000 Tonnen Gerste im Vergleich zu 2,4 Mio. Tonnen

– und immerhin 2,2 Mio. Tonnen Mais, im Vergleich zu 1,2 Millionen Tonnen im Vorjahr.

Das heißt: Deutlich weniger Exporte von Weizen und Gerste – jedoch eine fast doppelt so große Ausfuhrmenge beim Mais wie im vorigen Jahr – aus alten Beständen.

Den verfügbaren Daten zufolge verließen vom 1. bis zum 26. August 36 Schiffe die drei ukrainische Häfen Odessa, Pivdennyi (Yuhzny) und Chornomorsk. In den letzten Jahren wurden indessen gut ein Drittel aller Getreide-Ausfuhren über den Hafen Mykolayev abgewickelt und knapp 60 % über die drei oben genannten Häfen. Über diese Häfen wurden neben Getreide auch Sojabohnen, Raps, Sonnenblumenkerne und Öl auch Mischfutter für den Export verschifft.

Aus der alten Ernte lagerten bei Kriegsbeginn nach ukrainischen Angaben noch rund 25 Millionen Tonnen Getreide an den Exporthäfen – davon wurden mit den oben genannten 3,4 Millionen Tonnen knapp 15 Prozent über die drei Seehäfen verschifft, über die Donau abtransportiert – oder auf dem Schienenweg außer Landes gebracht.

Die neue Ernte dürfte – trotz einer kriegsbedingt deutlich kleineren Menge – nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums USDA, ein zusätzliches Exportvolumen von 11 Millionen Tonnen Weizen, 12,5 Millionen Tonnen Mais und knapp 2 Millionen Tonnen Gerste auf den Markt drücken.

Die Hauptziele für den laufenden Getreideexport lagen im Juli und im August allerdings nicht in den Hungergebieten Afrikas. Hauptabnehmern von ukrainischen Weizen und Mais war vielmehr die Türkei. Von den bis 26. August registrierten 36 Schiffsabfahren gingen allein 16 Schiffe an türkische Abnehmer. Weitere Zielländer für ukrainischen Mais waren Italien, Irland, der Iran, aber auch Südkorea und sogar Rumänien und Deutschland.

Weizen ging neben der Türkei, noch nach Ägypten, Israel, Rumänien, Djibuti – und in den Sudan. Insgesamt wurden Lieferungen in 12 Länder durchgeführt, davon war der Sudan das einzige afrikanische Land südliche der Sahra.

Viele der Schiffe, die in den ersten Wochen nach Bekanntgabe des Getreidehandels auslaufen konnten, waren monatelang blockiert. Erst Mitte August kamen nach und nach neue Frachter in den Häfen in und um Odessa. „Die Situation mit neuen Verträgen ist noch sehr langsam“, sagte Pavlo Martyshev von der Kyiv School of Economics gegenüber der deutschen Welle (DW).

„Die Frachtkosten schwanken deshalb sehr stark, oftmals innerhalb eines Tages, sagte Martyshev. Es gibt jedoch einige Reedereien, die systematisch in potenziell gefährlichen Regionen wie Westafrika oder Jemen arbeiten und die auch bereit sind, die Ukraine zu bedienen, weil sie wissen, dass hohe Risikoprämien gezahlt werden (müssen).

Düngerpreise gehen durch die Decke – ein Wahnsinn

Die Düngerpreise steigen wieder auf alte Höchststände. Schuld sind die extrem hohen Gaspreise und die explodierenden Produktionskosten für die Düngerindustrie. Für die Bauern öffnet sich damit die Preisschere zwischen Kosten (Dünger, Energie) und Erlösen (Getreide) immer weiter. Das hat Folgen für die Produktion.

Mittlerweile ruft sogar die Düngerindustrie nach staatlichen Hilfen, um die Produktion überhaupt aufrecht zu erhalten. Viele Werke haben die Produktion von Dünger, Ammoniak und auch von AdBlue, bereits stark gedrosselt oder ganz runtergefahren. Das betrifft alle großen Hersteller in Europa – angefangen von Yara, über die Stickstoffwerke Piesteritz und BASF, bis hin zum polnischen Düngerkonzern Azoty oder der österreichischen Borealis.

Die Produktionskürzungen, in Verbindung mit den steigenden Kosten, lassen die Düngerpreise für die wichtigsten Stickstoffdünger zum Monatswechsel steil ansteigen. Gleichzeitig fallen jedoch die Getreidepreise.

Die Preisschere zwischen Kosten und Erlösen öffnet sich damit immer weiter. Denn neben den steil ansteigenden Preisen für Dünger, verteuern sich auch die Kosten für Gas und Strom sowie für Diesel und Heizöl dramatisch.

Und die meisten Analysten sehen kein Ende dieser Preisspirale, die letztlich auch zu empfindlichen Folgen für die Produktion von Getreide und anderen Agrarprodukten führen wird. Die Politik hilft zwar der Gasindustrie mit einer Umlage, doch wer hilft den Landwirten angesichts der Kostenlawine, ihre Produktion aufrecht zu erhalten?

Bereits jetzt rechnen Ökonomen im Herbst mit zweistelligen Inflationsraten und immer öfter mit einer schweren Rezession. Ob es dann noch genug einigermaßen bezahlbare Nahrungsmittel geben wird, ist alles andere sicher.

Der norwegische Mineraldüngerhersteller Yara International hat seine Ammoniakproduktion in Europa aufgrund der rekordhohen Erdgaspreise stark reduziert. In Europa wird der Konzern dann nur noch rund 35 % seiner Ammoniak-Produktionskapazität nutzen, die durch die Kombination von Stickstoff und Wasserstoff aus Erdgas gewonnen wird.

Aus den gleichen Gründen hatte Yara sein Werk in Ferrara in Italien seit Anfang des Jahres bereits zweimal geschlossen und die Produktion in Le Havre in Frankreich für drei Wochen ausgesetzt, wo es zu 45 % seiner Gesamtkapazität lief.

Zu den von der Produktionskürzung betroffenen Standorten oder zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter wurden keine Angaben gemacht. Mit diesen Maßnahmen hat Yara seine jährliche Produktionskapazität in Europa um 3,1 Millionen Tonnen Ammoniak und 4 Millionen Tonnen Fertigprodukte gekürzt.

Auch andere europäische Hersteller wie der polnische Azoty und der litauische Achema haben ihre Produktion deutlich reduziert.

Pro-Kopf-Verbrauch tierischer Erzeugnisse 2021 rückläufig

Der Konsum von Schweinefleisch fiel im Jahr 2021 erstmalig unter 50 kg pro Kopf, wie die Statistik Austria in der aktuellen Versorgungsbilanz bekannt gab.

Im Jahr 2021 wurden in Österreich pro Kopf 226,2 kg tierische Erzeugnisse (Fleisch, Milch, Eier und Fisch) verbraucht, was ein Minus von 8,1 kg gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Schweinefleisch verliert dabei an Bedeutung, während sich beim Geflügel eine leichte Steigerung abzeichnet, wie aus den aktuellen Versorgungsbilanzen von Statistik Austria hervorgeht.

Österreichs landwirtschaftliche Betriebe produzierten im Jahr 2021 4,9 Mio. t tierische Erzeugnisse, damit lag die Produktion geringfügig über dem Niveau des Vorjahres. Es wurden 3,87 Mio. t Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch (±0% gegenüber 2020), 2,24 Mrd. Eier (+3%) und 5.000 t Fisch (+6%) für den in- und ausländischen Markt erzeugt.

Bei Fleisch lag die Bruttoeigenerzeugung (in Schlachtgewicht, d. h. mit Knochen und Fett) mit 905.000 t um 1% unter dem Niveau des Vorjahres. Für die Ernährung im Inland standen 2021 insgesamt 793.000 t Fleisch (-2%), 698.000 t Trinkmilch einschließlich Joghurt und Sauermilchgetränke (-6%), 208.000 t Käse (-3%), 48.000 t Butter (-1%), 2,1 Mrd. Eier (-1%) und 71.000 t Fisch (+9%) zur Verfügung.